Hunderttausende IoT-Geräte in D-A-CH unsicher

SicherheitUngeschützte Router und Webcams stellen Privatsphäre- und Sicherheitsrisiken dar. Hunderttausende IoT-Geräte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind unsicher.


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Dies hat eine aktuelle Studie zur Sicherheit von intelligenten Smart-HomeGeräten in Deutschland, Österreich und der Schweiz vom Sicherheitsanbieter Avast ergeben. Demnach weisen hunderttausende Internet of Things (IoT)-Geräte Schwachstellen auf. Die Sicherheitsexperten von Avast warnen: Hacker benötigen nur ein einziges ungeschütztes Gerät, um eine Vielzahl von Geräten in ein riesiges Botnet zu verwandeln und für kriminelle Aktivitäten fernzusteuern.

Verletztliche IoT-Geräte in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

  • Deutschland: In Deutschland hat Avast mehr als 820.000 Netzwerke überprüft. Von den fast drei Millionen darin registrierten IoT-Geräten, sind über 175.500 Geräte unsicher. Außerdem weisen fast 140.000 Router (knapp 17 Prozent), mehr als 8.000 Drucker (5 Prozent) und über 1.000 Webcams (13 Prozent) Schwachstellen auf.
  • Österreich: In Österreich hat Avast mehr als 80.000 Netzwerke gescannt. Von den über 280.000 darin enthaltenen IoT-Geräten sind mehr als 31.000 Geräte unsicher. Zudem weisen 33 Prozent der gescannten Router (26.500), fast 10 Prozent der Webcams (125) und rund 5 Prozent der Drucker (950) Schwachstellen auf.

  • Schweiz: In der Schweiz hat Avast über 90.000 Netzwerke überprüft. Von insgesamt mehr als 350.000 registrierten IoT-Geräten weisen rund 42.000 Geräte Schwachstellen auf. In der Schweiz sind fast 40 Prozent der Router (36.000), 8 Prozent der Drucker (fast 2.000) und 6 Prozent der gescannten Webcams (134) ungeschützt.

Bereits ein einziges ungeschütztes Gerät reicht aus, damit sich Cyberkriminelle Zugang dazu verschaffen, dieses infizieren und es in ein gewaltiges Botnet verwandeln können. Mit diesem Netzwerk aus infizierten Geräten können Hacker Fernbefehle durchführen. Da die Bots unauffällig im Hintergrund agieren, merken die Besitzer meist nichts davon. Ungeschützte IoT-Webcams ermöglichen es den Cyberkriminellen zudem, die Nutzer privat zu beobachten und die Videos sogar per Live-Übertragung online zu streamen. Deswegen ist die Anzahl tausender unsicherer Geräte in Deutschland, Österreich und der Schweiz besonders alarmierend. Hersteller von intelligenten Geräten sammeln und speichern auch private Daten ihrer Nutzer, inklusive Verhaltensdaten, Kontaktinformationen und Kreditkartendetails. Wenn Cyberkriminelle solche Daten abfangen, stellt das ein großes Risiko dar.

„Durch die Anfälligkeit von hunderttausenden ungeschützten Geräten können Cyberkriminelle ein Botnet erschaffen, um Server und Websites zu attackieren und vom Netz zu nehmen. Erst vergangenes Jahr konnten wir so einen Fall beobachten, als der Service Provider Dyn attackiert wurde. Dies unterbrach den Datenverkehr zu großen Websites wie Amazon, Twitter und Reddit“, sagt Ondrej Vlcek, CTO und EVP & GM Consumer bei Avast. „Router sind das Tor zum Heimnetzwerk und können deswegen als Anlaufstelle für Hacker dienen, Heimnetzwerke in Deutschland, Österreich und der Schweiz anzugreifen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Nutzer nicht ausreichend geschützt sind, weil ihre Software beispielsweise nicht auf dem aktuellen Stand ist oder sie ein schwaches Passwort verwenden.“

Es ist für jeden – und natürlich für Cyberkriminelle – ein Leichtes, IP-Adressen und Schnittstellen zu scannen und herauszufinden, welches Gerät über welche IP-Adresse erreichbar ist. Mit ein paar zusätzlichen Bemühungen und weiterem Know-how können Hacker auch den Geräte-Typ (Webcam, Drucker, Wasserkocher, Kühlschrank, usw.), die Marke, das Modell und die darauf installierte Software-Version herausfinden. Anschließend können sie diese Daten mit öffentlich verfügbaren Listen von ungeschützten Geräten abgleichen, um herauszufinden, welche Geräte unsicher sind.

Um mit dem Internet verbundene Geräte gegen ungewollte Attacken zu schützen, müssen Nutzer ihren Beitrag dazu leisten, die Online-Welt zu einem sichereren Ort zu machen. Dies können sie tun, indem sie ihre Software stets auf dem aktuellen Stand halten und starke, komplexe Passwörter verwenden.


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Avast hilft Nutzern zusätzlich bei der Sicherheit ihrer IoT-Geräte:

  • Wi-Fi Inspektor ist Bestandteil der Versionen Avast 2017 Free und Premium, die zum Download unter www.avast.com bereitstehen. Die Funktion scannt das Heimnetzwerk auf ungeschützte Geräte und hilft den Nutzern mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen dabei, Sicherheitsprobleme zu beheben.
  • Avast bietet für Router-Hersteller zudem eine Sicherheitsplattform an, die sich auf dem Router befindet und diesen intelligent macht. Dadurch kann er sich selbst und alle mit ihm verbundenen Geräte schützen. Die Idee hinter dem Konzept war, dass der Router für ein Smart Home ein zusätzliches Sicherheitsnetz schafft und auch als Verbindungsstelle zwischen IoT-Geräten dient. Avast hat in den USA einen Partner, mit dem die Router-Plattform entwickelt wurde. Der neue Router ALLY von Amped Wireless, der Anfang des Jahres den CES Innovation Award gewonnen hat, bietet seinen Nutzern durch eine einfache mobile App eine zusätzliche Schutzebene sowie Kontrollmöglichkeiten für Eltern und Inhaltsfilter für IoT-Geräte.

Anmerkung: Die Informationen entstammen einer Presseinfo von AVAST. Wegen privater Verpflichtungen im Familienumfeld komme ich seit gestern nicht mehr wirklich zum Bloggen. Ich hoffe, dass ich ab dem Wochenende wieder mehr Aktivitäten entwickeln kann.


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5 Antworten zu Hunderttausende IoT-Geräte in D-A-CH unsicher


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  2. JohnRipper sagt:

    IoT Geräte unsicher? Ach Pack sie einfach zu den zig Millionenen anderen.

  3. woodpeaker sagt:

    In dem Zusammenhang wäre eine Warnung betreffend der Installation einer weiteren Security Suite nicht schlecht gewesen, sofern schon eine installiert ist.
    So was funktioniert im Regelfall nicht wirklich vernünftig. Da gibt es “Reibungspunkte” ;-)
    Also, warum sollte ich eine funktionierende Installation gefährden, wenn ich doch die Möglichkeit habe mit dem Kabelhai mein Nettzwerk bestens unter Beobachtung zu stellen und dann manuell Ports und einzelne IP´s zu sperren, so wie ich es brauche?

    • Wolfgang sagt:

      Und wieviel Prozent der Bevölkerung kann mit dem “Kabelhai” umgehen? Ihn konfigurieren? Und danach das Ergebnis auswerten?
      Ich glaube, die Zahl liegt weit unter einem Prozent. Das sage ich, WEIL ich damit vertraut bin.
      Und “Ports und IPs sperren”: Die breite Masse wird wohl nichteinmal wissen, wovon Sie schreiben.

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  5. Ben sagt:

    Ich kann mich da nur wiederholen:

    Das S im Begriff IoT steht für Security ;-)

  6. Die Erfahrung zeigt leider das die Mehrheit der Menschen für solche gefahren nicht genügend Sensibilisiert sind, da wird auch Avast nichts daran ändern.

    Zumal es auch kein einheitliches System in den Einstellungen gibt, ich hab für einen bekannten in den vergangenen 6 Monaten 12 Unterschiedliche Überwachungskameras getestet, zig stunden damit verbracht mich mit irgendwelchen Support Mitarbeitern zu unterhalten um herauszufinden welche Möglichkeiten es gibt Passwörter zu ändern, Geräte sicher zu vernetzen und die Geräte von außen ab zu sichern, zum teil hatten nicht mal die Support Mitarbeiter ausreichende Kenntnisse um mir zu Erklären wie ich ein Passwort ändern kann.
    Mit unter kam es vor das ich allein anhand der IP Adresse und diverser Software schon zugriff auf diverse Optionen Kameraschwenk, Standbild und Aufnahme hatte ohne das ich überhaupt ein Passwort eingeben musste. Die Überwachungskameras waren keine Billigmodelle bei deinen man das vielleicht noch erwarten könnte zumindest zeigt die Erfahrung das dort noch einiges im Argen liegt.

    Ich mag es eigentlich kaum schreiben, da ich i.d.R. jegliche Einmischung Staatliche Überwachung Hasse, aber mMn sollte es eine übergeordnete Sicherheitsbehörde geben die sich darum kümmert wenigstens einen einheitlichen Standard in den einfachsten Kontrolloptionen sicherzustellen.

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