Sind VR- und AR-Brillen und Mixed Reality der nächste Flop?

Mit dem Windows 10 Fall Creators Update rückt das Thema Mixed Reality und entsprechende Brillen in den Vordergrund. Aber ist das eine Entwicklung die wirklich gebraucht wird, oder sind AR-/VR-Brillen der nächste absehbare Flop?


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Zuerst muss ich gestehen, dass eine babylonische Sprachverwirrung auf diesem Gebiet herrscht. Oculus Rift & Co. sind Virtual Reality-Brillen (VR), die dem Träger eine virtuelle Realität zeigen. Unter Augmented Reality (AR) wird dagegen die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung verstanden. Häufig reduziert sich dies aber auf die Einblendung oder Überlagerung virtueller Objekte in einer reale Darstellung. Und dass ist wohl das, was Microsoft mit Mixed Reality anstrebt. Eine Kombination zwischen AR und VR bei Spielen. Der Träger sieht beispielsweise ein virtuelles Haus, in dem er sich frei bewegen kann.

Ich hatte im Blog-Beitrag Windows Mixed Reality – erste Erfahrungen ein Video von neowin.net zu so etwas eingebunden. Auch auf der Microsoft Windows Mixed Reality-Seite bekommt man in einem Intro-Video mögliche Szenarien gezeigt. Wenn ich es halbwegs mitbekommen habe, setzt Microsoft zur Zeit mit Mixed Reality wohl vor allem auf Spieler.

Viele Mixed Reality-Sets – für was?

Mit der Vorstellung von Windows 10 Fall Creators Update schießen auch die Angebote für Mixed Reality Brillen hervor. Engadget hat hier einen Artikel zum Thema veröffentlicht. Und bei Dr. Windows wurden die Tage einige Mixed Reality Headsets vorgestellt (z.B. dieser Übersichtsbeitrag, sowie Einheiten von Fujitsu, Medion etc.). Bei heise.de meint man, das Windows Mixed Reality beim Start überzeugt. MSPowerUser hat hier ebenfalls was zum Fujitsu-Headset, während Samsung sein MR-Headset erst gar nicht in Europa anbietet.  Spiegel Online gibt in diesem Artikel einen ersten Eindruck des Acer Headset – eher verhalten.

Aber wird hier marketingmäßig ein riesiger Ballon aufgepustet, dem bald die Luft ausgeht? Martin Geuß hat vor einigen Wochen diesen Artikel veröffentlicht. Dort gesteht er, dass er sich schwer mit Verkaufszahlen tue. Er nennt aber zwei Werte: im 2. Quartal 2017 wurden 2,1 Millionen AR/VR-Headsets verkauft und es gibt die Voraussage, dass in 2020 weltweit 80 Millionen Headsets verkauft werden sollen.

Mir stellt sich die Frage, ob dies nicht eine zu realistische Prognose ist. Wo braucht man VR/AR abseits des Spielerbereichs im täglichen Leben? 300 – 400 Euro für etwas ausgeben, was bald in der Ecke liegt? Von der für Mixed Reality benötigten Hardware mal ganz zu schweigen. Mit fällt der aktuelle Artikel Snap sitzt auf Bergen von Spectacle-Brillen ein, wo man sich arg mit dem Fun-Faktor (beim Preis von 139 bis 180 Euro) verkalkuliert hat. Und hier wird berichtet, dass Intel seine eigene Version von Google Glasses (Alloy) wegen zu geringer Nachfrage einstampft – und hier spiegelt man dies auf Microsofts Immersive Augmented Reality Initiative. Bei Googles Card Board kommt man mit 20 Euro und weniger aus, ein Smartphone haben die meisten. Trotzdem hat das Thema nicht gezündet. Ich kann mir eher vorstellen, dass auf einem Handy die Realität per Kamera angezeigt wird und eine App Zusatzinfos einblendet. Aber auch das Thema, welches eigentlich einen viel größeren Anwendungsbereich haben sollte, zündet meiner Wahrnehmung nach nicht wirklich.

Bleibt also die Frage: Ist AR/VR/MR nur ein künstlicher Hype, oder braucht man so etwas? Wie seht ihr das? Die Frage ist durchaus spannend, widmet Microsoft doch ein ganzes Betriebssystem diesem Thema. Vorbei am Bedarf entwickelt, oder am Puls der Zeit?


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5 Antworten zu Sind VR- und AR-Brillen und Mixed Reality der nächste Flop?


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  2. Karl (al Qamar) sagt:

    Ich persönlich halte es für Privatpersonen für Unsinn. Wer nutzt denn zum Beispiel die 3D Funktion am TV /blue-ray Player was ebenfalls gehypt wurde. Neue 4k TVs können jetzt gar kein 3D mehr darstellen. So sieht es aus. Alles tote Pferde.

  3. Andreas K. sagt:

    Meiner Meinung nach Spielerei. Mit Hologrammen, also ohne Hardware am Kopf, sähe das vielleicht anders aus. Da muß ich zugeben, hab ich wohl zuviel scfi konsumiert und bin deswegen verwöhnt ;-).
    Die 3D-Funktion am TV nutzen wir vielleicht ein, zwei mal im Jahr. Es war kein Kaufkriterium, aber halt drin.

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  5. Patrick sagt:

    Es ist das Henne/Ei Problem. Wozu so eine Brille kaufen, wenn es keine Anwendungen gibt? Wozu Anwendungen entwickeln, wenn zu wenig Leute so eine Brille haben? Gebt uns die Anwendungen und vorallem genügend einfache Möglichkeiten es selbst mal auszuprobieren, dann wird der Kram sicher gekauft. Ich denke der Markt ist da (z.B. Gaming und Porno). Und ich möchte keinem auf die Füße treten, aber Argumente wie “Unsinn für xyz” oder “wozu brauch man das”, die kann man auf viele Dinge anwenden die schon jetzt gut gekauft werden. Zwischen brauchen und haben wollen besteht ein großer Unterschied :-)

    PS:
    Abgesehen von den oben genannten und offensichtlichen Anwendungsgebieten, letztens habe ich gelesen das IKEA auch etwas plant. Man setzt so eine AR-Brille auf und kann dann Einrichtungsgegenstände virtuell in der eignen Wohnung platzieren. Braucht man nicht unbedingt, finde ich aber ziemlich cool.

  6. Paul Brusewitz sagt:

    VR wird durch die Porno-Industrie in Schwung gebracht. Da muss man sich keine Sorgen machen. Bei AR muss die Industrie ran, als Hauptnutzer. MR … keine Ahnung.

    MfG P.B.

  7. Kevin sagt:

    Ich denke nicht, dass man hierbei pauschal von einem Flop reden kann. Natürlich: Viele Geräte sind noch in einem Anfangsstadium und man muss hier noch einiges an Entwicklungsenergie investieren, um das Ganze massentauglich zu gestalten. Jedoch bin ich fest überzeugt, dass die dahinterstehende Idee einer virtuellen Realität absolutes Zukunftspotential besitzt.

    MfG
    Kevin

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