Kaspersky in US-Behörden endgültig verboten

Es deutete sich ja schon länger an: Antivirus-Hersteller Kaspersky darf in US-Regierungsbehörden nicht mehr eingesetzt werden.


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Es begann damit, dass US-Geheimdienste und –Politik der Firma Kaspersky vorwarfen, dass deren Virenscanner zur Spionage verwendet würden. Dann wurde in Form einer Anordnung die Verwendung von Kaspersky Sicherheitssoftware in den US-Behörden verboten. US-Supermärkte nahmen Kaspersky-Sicherheitssoftware aus den Regalen und auch in Großbritannien gibt es einen ähnlichen Bann.

US-Präsident Trump hat nun ein Gesetz H.R.2810 – National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2018 unterzeichnet, die den Einsatz von Kaspersky-Produkten in Abteilungen, Agenturen, Organisationen oder anderen Elementen der US-Bundesregierung verbietet. Das Ganze wird ab dem 1. Oktober 2018 gültig und umfasst sowohl Hard- als auch Software oder Dienstleistungen. Reuters hat hier einen Artikel veröffentlicht. (via)

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8 Kommentare zu Kaspersky in US-Behörden endgültig verboten

  1. Dieter Schmitz sagt:

    Die US-Amerikaner entwickeln sich zu elenden Kriegstreibern.

    :-(

  2. Rene sagt:

    Och, ich kann das schon verstehen, das man bei sensiblen Daten lieber auf Hauseigene Soft und Hardware setzt.
    Die Russen haben übrigens vor Jahren ein eigenes Betriebssystem entwickelt. Es sieht optisch dem winXP recht ähnlich, unter der Haube ist aber Linux/Unix.

    Ich finde es auch richtig, das sich Regierungen, Behörden und Geheimdienste nicht so einfach in die Karten schauen lassen wollen.
    Das Kaspersky keine Daten weitergereicht hat, glaube ich sogar Kaspersky. Aber es besteht die Gefahr, weil Kaspersky kein Unternehmen ist, was unter der Amerikanischen Flagge arbeitet.

    Die Konsequenz für Europa finde ich aber viel spannender.

    Europa arbeitet fast ausschließlich mit Amerikanischer Software. Die Hardware stammt all zu oft von Chinesischen Firmen, die im Auftrag der USA arbeiten.

    Das bedeutet doch eigentlich nur, das für Amerikanische Firmen, Behörden und Geheimdienste die Türen offen sind?!

    Ok, Europa hat sich abhängig von den USA gemacht. Da wird es auch nicht mehr darauf ankommen.

    Aber ich fände es langsam mal höchste Zeit, wenn die Nabelschnur über den Teich (USA) gekappt wird.
    So wird das nie was mit einem unabhängigen Europa.

  3. schattenmensch sagt:

    Die Amis könnten auch ohne großes Aufsehen auf Produkte anderer Anbieter umstellen. Symantec ist doch ein Anbieter aus den USA. Nach Tests bei av-test.org oder selabs.uk liegen Symantec und Kaspersky auf Augenhöhe. Ist schon ein bisschen seltsam, das Produkte aus dem eigenen Land nicht eingesetzt werden.

    Mal sehen, ob eine Kampagne gegen Kaspersky auch bei uns stattfindet.

  4. Rene sagt:

    @schattenmensch:

    das tolle an Kaspersky ist doch, das Kaspersky keinen Unterschied zwischen “guten Trojaner” und bösen Trojaner macht.
    Das heißt im Klartext, wenn eine amerikanische Behörde meint, das sie einen Mitarbeiter von einer Zulieferfirma, die für z.B. Navy arbeitet, ausspionieren möchte, schlägt Kaspersky Alarm.
    Symantec wird aber nichts machen, weil es zwischen den US Behörden und Symantec ein Abkommen gibt, was es US-Behörden erlaubt, auf Symantec geschützte Rechner zuzugreifen.
    Darum ist Kaspersky so beliebt in den USA.
    Alle anderen Virenscanner haben einen Maulkorb. ;)

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  6. Sabrina sagt:

    Der Vorwurf der Spionage durch Kaspersky wird auch irgendwo einen wahren Kern haben. In den USA hätte Herr Trump sonst kein Gesetz unterschrieben, das der Einsatz von Kaspersky in US-Behörden verboten ist. Die Firma Kaspersky stammt aus Russland und hat dort ihren Hauptsitz. Russland nimmt es mit Demokratie und Meinungsfreiheit nicht so genau und erinnert eher an eine Diktatur. Das die russische Regierung unter Herrn Putin keinen Einfluss auf Kaspersky ausübt, kann ich mir nicht vorstellen. Dementis hierzu von Kaspersky wirken nicht sehr glaubhaft. Bei AV-Software hat man eine größere Auswahl an Anbietern als beim Betriebssystem oder Office. Es gibt genug gute Anbieter, die aus Europa kommen.

    @Rene:

    Das sich Europa bei Soft- und Hardware von US-Unternehmen abhängig gemacht hat, ist nicht die Schuld dieser Unternehmen. In Europa hat man schlicht und ergreifend nichts entsprechendes entwickelt oder die Produkte fanden nicht den positiven Anklang. Wenn hierzu Lande über die bösen US-Unternehmen gemeckert wird, so beschreibt das nur die eigene Unfähigkeit etwas ähnliches auf die Beine zu stellen. Wir leben in einer Marktwirtschaft und nicht in einer Planwirtschaft ala DDR und Sowjetunion.

    • Nobody sagt:

      Manchmal kommt man zu erstaunlichen Erkenntnissen, wenn man die eigene kleine simple Weltsicht hinterfragt. Glaubst du wirklich, dass Herr Trump auch nur ansatzweise beurteilen kann, ob Kaspersky irgendwen irgendwo ausspioniert? Er verlässt sich da auf seine Berater. Und diese Leute arbeiten mit Vertretern von Geheimdiensten zusammen. Diese wiederum haben sich vermutlich negativ über Kaspersky geäußert, weil die Firma nicht mit ihnen zusammenarbeiten will. Das dürfte der Grund für das medienwirksame Verbot sein, welches auch den Privatuser dazu animieren soll, das Programm zu meiden.
      Zitat Spiegel:
      “In Deutschland hat man derweil weiter Vertrauen in Kaspersky. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am Donnerstag die seit Jahren gute und “vertrauensvolle Zusammenarbeit” mit dem Unternehmen hervorgehoben. Erkenntnisse des Unternehmens flössen nach Analyse und Bewertung durch das BSI bei Bedarf auch in die eigenen Lageberichte zur IT-Sicherheit ein, teilte die Behörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.
      Weiter heißt es, das BSI habe keinen Anlass zu vermuten, dass Kaspersky russische Cyber-Aktivitäten bewusst ignorieren würde. Eine Reihe wichtiger russischer Cyber-Spionage-Kampagnen habe das Unternehmen vielmehr als erstes veröffentlicht und detailliert beschrieben.”

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