Apple Lisa: Quellcode wird 2018 freigegeben

Kleine Notiz am Rande: Apple will den Quellcode des Apple Lisa-Betriebssystems im Jahr 2018 für die Allgemeinheit freigeben. Die Apple Lisa ist ein Stück Computergeschichte, wie für andere vielleicht ein Commodore VC20 etc.


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Ein Flop der Achtziger-Jahre

Der Apple Lisa war in den achtziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts das erste Betriebssystem von Apple mit grafischer Oberfläche und Mausbedienung. Steve Jobs hatte die Konzepte von Xeros abgekupfert, und Bill Gates schaute sich die Sache genau an und hat Konzepte später in Windows 1.0 übernommen.

Vorgestellt wurde der Rechner 1983, und Steve Jobs Tochter Lisa Nicole Brennan war der Namensgeber für den Rechner (obwohl LISA für Local Integrated System Architecture steht – was ein Glück, dass die Tochter nicht Chantal hieß). Kommerziell war Apples Lisa mit einem Preis von 9.995 US $ kein wirklicher Erfolg und hätte dem Unternehmen fast das ‘Genick gebrochen’. Steve Jobs musste irgendwann danach Apple verlassen, und der 1984 vorgestellte Apple Macintosh (Preis 2.495 US $) konnte die Scharte (spätestens nach der Rückkehr von Jobs und Einführung von Mac OS X) wieder wett machen. Aber die grafische Bedienoberfläche des Lisa-Betriebssystems hat Technikgeschichte geschrieben und die Branche beeinflusst. Ein paar Informationen zur Geschichte lassen sich hier (Englisch) und hier (Deutsch) nachlesen.

Nun hat das Museum of Computer History den Quellcode des Lisa-Betriebssystems erhalten. Aktuell prüft Apple den Code, aber das Museum hat in diesem Google-Groups-Beitrag angekündigt, diesen Quellcode nach Abschluss der Prüfung und Freigabe durch Apple zu veröffentlichen.

Eigene Erinnerungen

Für mich selbst war die Lisa nie eine Baustelle. Ich erinnere mich zwar an die Zeit, und möglicherweise stand bei meinem damaligen Arbeitgeber (ein großes Chemieunternehmen) sogar ein Lisa-Computer in irgend einer Forschungsabteilung herum. Ich selbst hatte in dieser Zeit genug zu tun, den ersten IBM PC/XT, der von IBM nach Europa gekarrt worden war, mit dBase II-Anwendungen und PC-DOS 1.02 (später PC-DOS 2.0.1) bei einem internen Kunden am Laufen zu halten. Ein Kollege hatte die dBase II-Anwendung mit heißer Nadel für einen Kunden in der Produktion gestrickt und dann Knall auf Fall das Unternehmen verlassen, um bei Nixdorf in Unix zu machen. Also musste ich ins kalte Wasser springen, und das Zeugs mit Null Ahnung warten und erweitern.

Aber das war meine Chance, nach einer guten Woche rannte die Software nach den Vorstellungen des Kunden und meinen Ergänzungen/Anpassungen. Damals haben mir meine Kenntnisse im CP/M-Derivat ISIS II, im Digital Equipment PDP-11-Betriebssystem RT 11 und meine Erfahrungen in der Entwicklung von Mikroprozessor-Software geholfen. Ich habe daher auch die neuesten Entwicklungen aus den USA verfolgt, war aber auf der genannten Schiene DOS sowie ISIS II verhaftet – wir mussten schließlich ‘ernsthafte’ Anwendungen betreiben. Apple war nie meine Baustelle.

Das Unternehmen Apple kam nur ganz kurz in den Fokus, als ich ein iPad 1 erworben hatte und es mir gelungen war, irgend eine Mac OS X-Version auf einer Intel Maschine als Hackintosh laufen zu lassen. Ich habe auch mal ein halbes Jahr mit dem Kauf eines Macs geliebäugelt – aber der iPad 1 und der Besuch in einer Gravis-Filiale mit Inspektion der Apple-Geräte haben mich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt.

Wie schaut es bei euch aus? Hat jemand die Apple Lisa oder die ersten Macs (ich glaube mit Mac OS 8) praktisch in den Händen gehabt? Wie habt ihr diese Zeit erlebt (die Frage geht an die älteren Blog-Leser, die 1980 schon mehr als laufen konnten)?


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3 Antworten zu Apple Lisa: Quellcode wird 2018 freigegeben

  1. Ralf Lindemann sagt:

    Das Computer History Museum kannte ich nicht. Danke für den Link. Kann man leider nicht mal eben mit dem Auto hinfahren …, es sei denn, man lebt in Kalifornien.

    Zu Lisa kann ich nichts sagen, dafür bin ich zu jung. Spannend wäre, wenn sich Lisa in einem Emulator ausführen ließe. Da würde ich dann gerne mal schauen.

    Das älteste Programm, das sich auf meinem aktuellen Windows-PC ausführen lässt, ist ein DOS-Schachprogramm, das in den frühen 1980er Jahren veröffentlicht wurde. In der DOSBox läuft es tadellos. Für unbedarfte Schachspieler, die von Schach nicht viel mehr kennen als die Spielregeln, ist es allerdings recht frustrierend, mit diesem Schachprogramm zu spielen, weil man keine Chance hat, gegen den Computer zu gewinnen. Die Benutzeroberfläche ist monochrom und die Menüführung so fremd im Vergleich zu modernen grafischen Benutzeroberflächen wie Windows, das man im ersten Moment Schwierigkeiten hat, das Programm zu bedienen.

  2. Peter sagt:

    „Commodore VC24“?

    Entweder „VC20“, „C64“ oder ich habe damals was Essentielles verpasst. ;-)

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