Nostalgie: Blick auf das Design von Windows 95

Kürzlich wurden Informationen von Kent Sullivan, einem Microsoft-Mitarbeiter zum Design-Prozess von Windows 95 veröffentlicht. Ein kurzer Rückblick meinerseits, garniert mit einigen persönlichen Informationen.


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Lang ist’s her, dass Microsoft mit Windows 95 auf Rechnern werkelte – für die Jüngeren unter den Blog-Lesern: Das war im vorherigen Jahrtausend. Nun sind Informationen aufgetaucht, die einen Blick auf die damaligen Abläufe beim Design der Benutzeroberfläche erlauben.

Ein Microsoft-Mitarbeiter packt aus

Den Kollegen von deskmodder.de ist der Artikel The Windows® 95 User Interface: A Case Study in Usability Engineering (Englisch) aufgefallen und sie haben das hier angesprochen. Kent Sullivan von Microsoft beschreibt, wie das Team seinerzeit spezielle Design-Probleme gelöst hat und zur Implementierung von Windows 95 bzw. dessen Oberfläche gelangte.

Ein wehmütiger Blick zurück …

Als ich das Thema bei den Kollegen von deskmodder.de heute gesehen habe, war er sofort wieder da. Der wehmütige Blick zurück, zu den Zeiten, als die Design-Prinzipien für das Betriebssystem Windows 95 entworfen wurden. Hat weitgehend bis Windows 7 gehalten und wurde erst wieder seit Windows 8 größtenteils über den Haufen geworfen. Nur in den guten alten Win32-Anwendungen lebt viele weiter. In der App-Welt stoppelt jeder dagegen fleißig nach eigenem Gusto – Microsofts Entwickler inbegriffen.

Programming the Windows 95 User Interface (Microsoft programming series)

Für mich hat die ganze Geschichte noch eine besondere Bedeutung, denn die Design-Prinzipien für die Windows 95-Benutzeroberfläche wurden von Nancy Winnick Cluts, die auch die Technische Reference (Ressource Kit) zu Windows 95 geschrieben hat, im Titel Programming the Windows 95 User Interface (Microsoft programming series) dokumentiert.

Programmierung für die Benutzeroberfläche von Windows 95

Es gab den Titel auch in einer deutschsprachigen Übersetzung Programmierung für die Benutzeroberfläche von Windows 95, die sehr erhellend war. Und nun dürft ihr 3 Mal raten, wer seinerzeit die deutschsprachige Fassung für Microsoft Press Deutschland erstellt hat. Lang ist’s her, seit ich richtiger Fan von Windows war.


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26 Antworten zu Nostalgie: Blick auf das Design von Windows 95


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  2. Oli sagt:

    Na prima … da bin ich gerade mal 52, aber jetzt fühle ich mich richtig alt!

    Zitat: “Lang ist’s her, dass Microsoft mit Windows 95 auf Rechnern werkelte … Das war im vorherigen Jahrtausend.”

    Das hättest du auch anders ausdrücken können ;-)

  3. Janami25 sagt:

    Mensch, geht mir genauso. Lang, lang ist’s her. Auch wenn es zu anfang auch viele Probleme gab, ich glaube mit Windows 95 (b oder c) war das meiste behoben, und es lief deutlich runder. Ich habe sehr gerne damit hantiert, der Internet Explorer und das Internet über Analog Modem….grausame Geschwindigkeit, aber damals waren die Dateien ja auch noch nicht so gross.

    Positive Nostalgie Pur…Mensch, und jetzt mit fünfzig kann ich mit dem neumodischen App Quatsch auch recht wenig anfangen. Aber da muss man wohl durch, die Zeiten haben sich komplett geändert. Spätestens seit Windows 8. Bis dahin gab’s meiner Meinung nach noch eine klare Struktur und eine einheitliche Vorgehensweise bei Microsoft.

    Die geht mir völlig ab, heutzutage. Zu viele Köche und Marketingfuzzis, die von der Materie keine Ahnung haben, aber alles lobpreisen was geht, und die Befehle geben.

    Aber so ist es in der “richtigen” Welt an so vielen anderen Arbeitsplätzen auch geworden. KnowHow und Erfahrung ist nicht mehr so wichtig, angeblich neue, tolle “Innovationen” sind gefragt, die beileibe nicht viel bringen, und dann auch wieder schnell abgeschafft werden, ehe man sich umschauen kann.

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  5. Nobody sagt:

    “Und nun dürft ihr 3 Mal raten, wer seinerzeit die deutschsprachige Fassung für Microsoft Press Deutschland erstellt hat.”
    Wir haben es ja schon immer geahnt: Ohne dich würde Windows in Deutschland noch in den Kinderschuhen stecken. ?

    • Günter Born sagt:

      Gibt böse Zungen, die behaupten, dass dieses Windows wieder genau da angekommen ist. Aber wie gesagt – sind böse Zungen – und die Zeiten, wo ich Contributor beim englischen “Windows 98 Ressource Kit” war, sind auch in das vergangene Jahrtausend zu verorten. Ist einfach old school – so irgendwo kurz nach dem Kartoffelkrieg.

  6. Christian sagt:

    “…wie das Team seinerzeit…”

    Tja, damals war MS halt noch ein Team, heute weiss doch keiner mehr
    bei MS was der andere so vor sich hin wurstelt…

    Natürlich bin ich immer noch Fan von MS – solange ich mit meinen
    Windows 7-Compis arbeiten kann…sorry “darf”…

    Gruss, Christian

    • Ralph sagt:

      Kommt auf die Definition von “Team” an. Heutzutage ist immer öfter in meinem Umfeld für mich zu erkennen, dass das offensichtlich eine Abkürzung für “Toll, ein anderer macht’s” ist…

  7. nook sagt:

    vergangenes Jahrtausend, au weia …

    zu Win95 hatte ich meinen ersten Pentium133 (Socket7, boah) vom 486er und Win 3.1 kommend ;-)

  8. Chris sagt:

    Da merkt man wie schnell die Zeit vergeht, das Design von Windows 95 war damals hoch modern, im Gegensatz zu Windows 3.11 waren wirklich Welten unterschied, da war noch nicht mit “Touchscreen” man war froh wenn man ein Scrollrad an der Maus hatte :-) Ohne Windows 95 wäre MS nicht da wo es jetzt ist.

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  10. RV sagt:

    Win95 (es gab a, b und c) war eine lieblos abgekupferte Apple-Oberfläche. Microsoft ist damals in Zugzwang geraten. Viele Fehler und Abstürze, die erst mit Win98 bzw. Win98SE behoben wurden.
    Im Rechnereinsatz der erste Pentium60 (konnte nicht richtig rechnen), oder auch der Pentium75.

  11. Rene sagt:

    @RV:
    Das war ja damals noch verrückter.

    AmigaOS war schon lange da, wo MS erst Mitte der 90er angekommen ist. Wenn ich mir wieder bewusst mache, was Ende/Anfang der 90er AmigaOS alles schon konnte… Lang ist es her. Oder das OS2 von IBM… Ach ja :heul:
    Die guten Betriebssysteme sind leider alle auf der Stecke geblieben. Der Rotz von MS und Apple haben überlebt. Wobei Bill Gates ja der Schuldige ist. Hätte er damals nicht Apple gesponsert […] :D
    Was lernen wir wieder daraus. Nicht die hervorragende Qualität eines Produktes sogen für den Erfolg, oder Misserfolg. Sonder der Verkäufer und Stratege. Es leben die Verkäufer….

    • Günter Born sagt:

      Ich spiele mal jetzt über Bande, denn diesen Kommentar zum Thema habe ich bei den Kollegen von Deskmodder eingestellt. Muss man nicht teilen – aber es war nicht nur ‘der Verkäufer’, der Anteil hatte ;-).

      • Rene sagt:

        [QUOTE] […] damals meinte man bei IBM zu wissen, was gut für die Anwender ist. Und heute sind wir weiter – denn bei MS haben sich die Zeiten auch geändert – die glauben auch wieder zu wissen, was gut für die Anwender ist … Wird spannend, zu schauen, wie das da weiter geht ;-).[/QUOTE]

        Ok, da hast du natürlich recht.
        Ich empfand damals MS als Rückständig. Auf der Arbeit hatten wir OS2. Privat hatte ich AmigaOS.
        Damals dümmelte MS noch mit MS-DOS rum.

    • Roland Moser sagt:

      Meines Wissens war OS2 viel zu teuer, und ist deshalb aus dem Markt geflogen.

  12. Blupp sagt:

    Schöner Artikel. Erschrocken wie alt man doch geworden ist, mal im Keller um die hinterste Ecke geschaut. Da stehen doch noch immer ein alter 486sx und daneben der alte Atari ST512. Speicher beim Letzteren damals noch mit Lötkolben aufgerüstet. Beide noch funktionsfähig :-)
    Angesichts der vielen miterlebten Veränderungen ist es schon interessant wo der heutige neumodische Quatsch hinführen mag. Damals, gut es gab noch keine Smartphones, wär man wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen einen PC wie ein Smartphone bedienen zu wollen. Irgendwie ist es bruhigend das alles mit ein wenig Abstand erleben zu können.

  13. ralf sagt:

    das cluts buch besitze ich neben dem unvermeidlichen petzold heute noch.

    • Günter Born sagt:

      Beim Petzold hoffe ich, dass es nicht die von mir übersetzte Ausgabe war, sondern das englische Original :-). War damals hartes Brot, aber man hatte wenigstens was zu kauen – heute gibt es von MS kein Brot (aka gedruckte Doku) mehr.

  14. Cmd.Data sagt:

    Nostalgie?

    Win 3.0/3.0/95/98/Me war so ein SCHROTT, dass ich in der Zeit OS/2 und Slackware genutzt habe, je nach Anwendungszweck.

    • ralf sagt:

      zu “Win 3.0/3.0/95/98/Me war so ein SCHROTT”

      sehe ich anders: win 3.x bis 9x passten hervorragend zur durchschnittlichen hardware dieser zeit und haben den weiteren erfolg von windows ueberhaupt erst moeglich gemacht.

  15. crispp sagt:

    Jetzt könnte man natürlich schön darüber diskutieren, ob Windows 95 ein Betriebssystem war oder doch nur ein GUI für ein gut verstecktes DOS.

    Das erste wirklich interessante Windows war letztlich Windows NT 4.0 (oder alternativ auch das Windows NT 3.51 mit dem Windows 95 GUI). Und das sind letztlich auch die Urväter von den heutigen Windows-Versionen.

    • ralf sagt:

      das ist spaetestens seit andrew schulman “unauthorized windows 95” klar: es war entgegen der behauptung von microsoft weder ein eigenstaendiges betriebssystem noch eine komplette neuentwicklung – macht aber aus user-perspektive keinen unterschied.

  16. Hape sagt:

    Win 95 war überschaubar und man konnte auch alle Büroarbeiten damit erledigen.
    Was ist daraus geworden:
    Win 10 benötigt schon ca.30 GB, wovon wahrscheinlich 1/4 der Telemetrie
    geschuldet sind.
    Installiert man z.B. für einen HP Tintenstrahler nur die”Grundlegende” Software, dann sind das schon ca.250 MB und es wird sofort ungefragt eine App “HP Smart” dazugepackt. Das alles für eine simple Funktion um Wörter zu Papier zu bringen.

    Es geht auch anders: Bei Linux Mint kommt sofort nach USB-Anschluss eines neuen Laserdruckers samt Scanner die Meldung,dass das Gerät eingerichtet und betriebsbereit ist. Dabei belegt Linux Mint nur ca.5 GB mit SoftwareVollausstattung! Aber wir sind froh, dass Linux nicht weit verbreitet ist, und sich deshalb Hacker lieber mit der MalwareEntwicklung für Windows beschäftigen.

  17. RV sagt:

    In der Zeit von Win3.1 bis zu ME war Windows NT leider nur für Profis gedacht. Es gab keine Software für den kommerziellen Markt. Microsoft wollte in die Haushalte. Somit blieb NT Produktionsfirmen vorbehalten. Mit einer SCSI-Schnittstelle (damals Festplatte, CD-ROM, Scanner) konnte man recht flott und stabil arbeiten.
    Mit NT wurde die Basis für XP gelegt?

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