Windows 10 (Version 1803): Beschleunigte Featureupdates versprochen

Heute noch ein kleiner Beitrag aus der ‘Mottenkiste’: Microsoft verspricht, dass die Installation von Upgrades – schamhaft als ‘Featureupdates’ verkleidet – zukünftig noch fixer von der Hand gehen wird.


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Die beliebteste Funktion von Windows 10-Nutzern

Schaut man sich so um, gibt es eine Funktion, mit der sich die meisten Windows 10-Anwender wohl häufiger befassen – allseits beliebt oder heftig gehasst – die WWW-Funktion.

World Wide Windows wait
(World Wide Windows wait)

Bei jedem Update dauert und dauert es, bis dieses heruntergeladen und dann installiert ist. Ganz schlimm wird es dann bei Funktionsupdates, wo deren Installation Stunden dauern kann. Falls es mit dem Upgrade hin haut. Letztens hat man einen mumifizierten Anwender gefunden, der vor seiner Kiste verstorben war. Der Rechner versuchte das Upgrade von Windows 10 RTM auf die Version 1511 und war samt Anwender in einer Update-Schleife gefangen.

Microsoft optimiert ab Windows 10 Version 1803

Spaß beiseite, Microsoft ist es ernst, das beste aller Windows 10 soll noch besser werden und Funktionsupdates nun schneller installieren. Die Maschine soll schneller wieder benutzerbar werden. Ich hatte über das Thema bereits im August 2017 im Artikel Windows 10: Aus für CBB, Optimierungen bei Updates über das Thema berichtet.

Die Informationen waren seinerzeit im Mixer-Channel für Windows Insider publiziert worden, aber kaum jemand hat das gemerkt (und nachträglich abrufen geht nicht). Der erste Webcast (leider nicht nachträglich abrufbar) fand am 14. Juni 2017 statt. In diesem Webcast hat Microsoft etwas detaillierter erläutert, was wann während der Installation eines Funktionsupdates (was ja quasi das ganze Betriebssystem ersetzt, aber die Apps, Anwendungen und Benutzerdaten erhält) abläuft. Der russische Leaker WZor hat an dieser Session teilgenommen und einige Folien veröffentlicht. Die Installation eines Funktionsupdates (Feature Update) erfolgt ja in vier Phasen.

Phasen bei Feature Upgrades in Windows 10
(Quelle: WZor/Twitter)

  • Phase 1: Das Update wird vom Update-Server heruntergeladen und lokal gespeichert. Die Phase wird vom Benutzer über die Schaltfläche Jetzt neu starten in der Einstellungen-Seite unter Update und Sicherheit beendet.

Windows 10 Feature Upgrade Phase 2
(Quelle: WZor/Twitter)

  • Phase 2: Nach dem Booten wird eine Windows RE-Umgebung gestartet, die dann die Source-WIM-Datei in die Recovery-Partition verschiebt, das neue WIM-Installationsabbild sowie Treiber etc. installiert. Die Aufgaben sind in obigem Screenshot aufgelistet. Die Fortschrittsanzeige bewegt sich dort zwischen 0 und 30%.
  • Phase 3: Danach wird neu gebootet und in der Fortschrittsanzeige erscheinen Werte zwischen 31 und 74 %. Das neue Betriebssystem wird als Booteintrag zur BCD-Datenbank hinzugefügt und die Sysprep-Phase wird ausgeführt. Dort werden auch Plugins migriert.
  • Phase 4: Nach einem weiteren Neustart zeigt die Fortschrittsanzeige Werte zwischen 75 und 100 %. In dieser zweiten Boot-Phase werden die (Benutzer-)Daten eingerichtet, Dienste gestartet, weitere Post OOBE-Aufgaben ausgeführt und dann der Desktop gestartet.

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Das die halbjährlichen Upgrades viele Nutzer nerven, weil der Vorgang extrem zäh ablaufen und sehr lange dauern kann, hat man optimiert und wird das ab Windows 10 Version 1803 einführen.

So werden einige Aufgaben in die Online-Phase verschoben, während der man ja noch am PC arbeiten kann. Dazu verlagert man das Sichern der Einstellungen und der Apps aus der Windows RE-Phase 2 in die Online-Phase 1. Weiterhin werden die neuen Dateien für das Betriebssystem im Windows Image (Wim) Prozess abgelegt.

Neuer Blog-Beitrag: Microsoft hört auf euch

Erst wenn die oben beschriebene Phase 1 abgeschlossen und Windows 10 neu gestartet ist, muss der Nutzer die betreffenden Installationsschritte abwarten. Microsoft-Mitarbeiter JosCon (Josph Conway) hat jetzt in einen Blog-Beitrag veröffentlich, in dem er diese Neuerungen nochmals breiter ankündigt (den Kollegen von deskmodder.de ist es hier aufgefallen).  

Obiger Screenshot zeigt die Gegenüberstellung von alter und neuer Methode. Brauchte ein Upgrade früher 82 Minuten, soll das neuerdings in 30 Minuten, in denen der Rechner nicht nutzbar ist, erledigt sein.

Abschließende Gedanken

Kann man bejubeln – kann man aber auch zum Nachdenken nutzen. Microsoft schnitzt da schon fast 2 Jahre herum, und stellt nun fest, dass der Upgrade-Prozess alles andere als optimal läuft. Also wird geoptimiert, was das Zeugs her gibt. Aber am Ende des Tages lässt sich feststellen: Auch im Jahr 2018 kann Windows immer noch keine Live-Kernel-Updates, sondern muss oft neu gebootet werden. Und es wird fleißig an Balkönchen gestrickt, die kaum ein Nutzer haben will. Freuen wir uns also auf die Windows 10 Version 1803, wenn es denn funktioniert. Wenn allerdings Installations- und Upgrade-Schleifen die Leute traktieren, dürfte es mit der Freunde nicht weit her sein.

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7 Antworten zu Windows 10 (Version 1803): Beschleunigte Featureupdates versprochen


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  2. deoroller sagt:

    Das ist alles toll, wie das so bei MS klappt, weil ja jeder schnelles Internet hat.
    Deshalb muss MS auch keine Rücksicht auf die nehmen, die sich nur einbilden, sie hätten kein schnelles Internet. ;-)

  3. Das mag vielleicht für einem Rechner mit einem QuadCore 3,6 Ghz Prozessor, SSD mit genügend Platz, 8 GB Arbeitsspeicher und einer schnellem Internet Verbindung stimmen, aber wenn die Hardware nicht viel mehr hergibt dauerts auch lange.

    Im Endeffekt ist es egal wie schnell das Feature Upgrade funktioniert, Hauptsache es Harkt nicht bei 76% oder so und man muss sich dann wieder überlegen woran es hängen mag.

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  5. Volko sagt:

    In der Upgrade-Zeitberechnung nicht berücksichtigt wurde leider der im Nachgang regelmäßig notwendige Arbeitsaufwand für Deinstallation von während des Upgrades unverlangt neu aufgespielter Bloatware, für die Überprüfung sämtlicher Datenschutz- und Systemeinstellungen, sowie die Überprüfung, ob alle zusätzlichen Systemtreiber korrekt in die neue Installation übernommen und eingebunden wurden.

    … da ist die Zeitersparnis – überspitzt ausgedrückt – durch den optimierten Upgrade Vorgang dann relativ gesehen eher marginal …

    Statt der Untertreibung des Jahrhunderts, nämlich “Dies kann einige Minuten dauern”, würde ich MS folgende Wortwahl empfehlen: “Bitte nehmen Sie sich einen Tag Urlaub und lassen Sie sich überraschen wann Ihr PC wieder einsatzbereit ist” ;-)

  6. N. Westram sagt:

    Mich nerven eigentlich viel mehr die Kumulativen Monatsupdates. PCs die normal ganz gut laufen gehen damit regelmäßig in die Knie.
    Auch bei Windows 7 habe ich das Gefühl, dass es mit den Kumulativen Monatsupdates langsamer geworden ist.
    In der Firma haben wir zum Glück einen WSUS und die Updates werden erst beim Herunterfahren der PCs installiert.
    Ich möchte nicht Wissen wie viel Zeit mittlerweile verbraucht wird um Updates zu installieren und hiermit meine ich nicht nur Windows, sondern Browser, Handys, Router, …
    Davon abgesehen, dass diverse Hard- und Software bei der Wartung sträflich vernachlässigt wird.

  7. Martin W. sagt:

    Wenn ich sicher wäre, dass nach dem Upgrade noch alles funktioniert, und alle Einstellungen so sind wie sie vor dem Upgrade waren, dann könnte ich mit 90 min gut leben…

  8. Paul Kröher sagt:

    Grundsätzlich merke ich bei den Insider Versionen, das die “reine” Installationszeit geringer geworden ist.
    Meistens merke ich jedoch, das MS anfängt ein Update vorzubereiten und wundere mich über langsamere Reaktionszeiten meines Rechners. Das der User es nicht merkt, das im Hintergrund ein Update vorbereitet wird, trifft zumindest für mich nicht zu. Aus diesem Grunde habe ich auch jetzt MS den Vorschlag gemacht auf Userwunsch den Hintergrundprozess in den Vordergrund holen zu können und damit zu beschleunigen.
    Wenn es damit schneller laufen könnte, verzichte ich gerne auf eine kurze Zeit auf die Nutzung des Rechners. So wie es jetzt läuft merke ich über eine Stunde, das mein Rechner lahmt. Diese Stunde muß ich auch warten, wenn ich nicht mehr mit dem Rechner arbeite und nur zusehe :-) Nach dem manuell (leider nicht automatischem) Neustart geht es dann, wenn nach einer Stunde alles vorbereitet ist, recht flott mit dem Update.

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  10. Thor sagt:

    Auch beim 1903 Update scheint es bei bestimmten Rechnern Probleme zu machen. Das Update läuft nun bereits seit 8 Stunden und steht gerade erst auf 25%. Da die Prozente so ca 1% pro Stunde hochgehen, denke ich, läuft es noch. Kein anderes Betriebssystem hat diese Update-Probleme als Windows. Alle anderen sind wesentlich schneller, und können das auch während der Arbeit. Und jedes halbe Jahr ein langes Funktionsupdate fängt schon ziemlich an zu nerven, vor allem auf der Arbeit wenn man schnell einen Rechner braucht.

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