Brexit-Schatten: Keine EU-Domains mehr für Briten

Ich gestehe, dass ich das nicht wusste – eine .eu-Domain für Webseiten dürfen nur EU-Bürger registrieren. Die EU-Kommission weist darauf hin, dass rund 300.000 britische Bürger und Firmen ihre .eu-Domain nach dem Brexit verlieren könnten.


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Das ist kein April-Scherz. Die EU-Kommission hat hier die entsprechende Information im Web veröffentlicht.

As of the withdrawal date, undertakings and organisations that are established in the United Kingdom but not in the EU, and natural persons who reside in the United Kingdom will no longer be eligible to register .eu domain names or, if they are .eu registrants, to renew .eu domain names registered before the withdrawal date.

Unternehmen und Organisationen mit Sitz im Vereinigten Königreich, aber nicht in der EU, sowie natürliche Personen mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich sind ab dem Widerrufsdatum nicht mehr berechtigt, .eu-Domänennamen zu registrieren oder, wenn sie .eu-Registranten sind, vor dem Widerrufsdatum registrierte .eu-Domänennamen zu verlängern.

Das ist natürlich eine extreme Breitseite gegen die Briten, die immer noch in ihrer rosa Blase leben. heise.de hat den Sachverhalt und die rechtlichen Hintergründe hier ganz gut dargelegt. Ein weiterer Artikel findet sich bei united-domains.de. Diese geben das vom 21. September 2016 avom Verband des Internets eco stammende Diskussionspapier “Brexit – Challenges for the Domain Industry?” wieder, in dem die möglichen Veränderungen der Vergabebedingungen für EU-Domains aufgeführt und diskutiert werden. Laut eco bestehen fünf Optionen, wie man auf den Brexit reagieren kann:

  1. Option eins (pause for registration) würde bedeuten, keine neuen Registrierungen für Personen mit Sitz in Großbritannien durchzuführen. Bereits registrierte Domains könnten suspendiert werden, bis ein Nachfolgemodell erarbeitet ist.
  2. Option zwei (Grandfathering) würde bedeuten, dass sämtliche Registrierungen, die vor dem Brexit durch Registranten mit Sitz in Großbritannien getätigt wurden, anhand der pre-Brexit Regeln bewertet werden und neue Registrierungen durch post-Brexit Regeln.
  3. Die resolute Option drei (Revocation) würde bedeuten, dass sämtliche Registrierungen von Registranten mit Sitz in Großbritannien gelöscht würden und keine Neuregistrierungen durchgeführt werden können.
  4. Durch eine Art Treuhänder, der die Erfüllung der Vergaberichtlinien sicherstellt, wäre Option vier (Proxy registration services) realisierbar.
  5. Die simpelste Option fünf (UK stays in the EEA) würde bedeuten, dass Großbritannien trotz des Brexit Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) bleibt, der zur Zeit auch Island, Liechtenstein und Norwegen einschließt und somit eine EU-Registrierung ermöglicht.

Auch wenn der eco bisher kein akutes Risiko sieht, dass man seine Domains verlieren könne, ermahnt er Betroffene trotzdem, mögliche Folgen und Lösungsvorschläge zu berücksichtigen.


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6 Antworten zu Brexit-Schatten: Keine EU-Domains mehr für Briten

  1. der_Puritaner sagt:

    Es lässt sich leider nicht abstreiten das England ein Teil von Europa ist, aber ich finde es sehr richtig so, denn wer sich finanziell nicht mehr an der Europäischen Union beteiligen will und kein Mitglied der Europäischen Union sein möchte dem sollten auch alle Vorzüge der Europäischen Union auch entzogen werden.

    Es wäre vielleicht sogar von Vorteil wenn Engländer sich klar erkenntlich kennzeichnen müssten sobald sie nach 2019 ins Europäischen Ausland einreisen möchten :)

    Ich meine ich war bis jetzt auch schon ein paar Mal in England und habe da auch Freunde, aber was zu weit geht geht mir einfach zu weit.

  2. Dekre sagt:

    Na ja, deshalb haben auch viele Großen eben „*.com“ oder jene für „*.gb“ dort. Weiß gar nicht auf die Schnelle ob es auch separate für England, Wales, Schottland und Nordirland gibt.

    Ich bin da nicht so jubelbehaftet. Denn es trifft dann viele kleine und mittelständige Unternehmen in GB, die eben sehr EU-affin sind und den englischen Boris gerne Schwimmkurse mit Klamotten in der Themse (Thames, engl.)wünschen.

    • woodpeaker sagt:

      *.gb gibt es nicht für GB. Wenn dann *.uk ;-)
      Irland hat eine eigene: *.ir
      Der Rest ist United Kingdom – uk.

      • Dekre sagt:

        Danke für die Korrektur. :)
        Mir ist so schnell nicht die richtige *.uk eingefallen, stimmt. Im englischen Wikipedia steht komischerweise *.gb als Domaine für GB oder ich habe mich auf die Schnelle verlesen. Habe mich schon gewundert.

  3. we-love-webdesign sagt:

    Das ist ja mal etwas neues für mich. Ich dachte immer, dass jeder jede Domain benutzen kann, solange man dafür bezahlt. Guter Blog!

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