US-Behörden (TSA, SSA) wechseln zu Windows 10

Noch eine kurze Meldung aus dem Windows 10-Umfeld. Die US-Transportbehörde, Transportation Security Administration (TSA), sowie die Social Security Administration (SSA) stellen aktuell ihre Windows-Clients auf Windows 10 um. Hier ein paar Sätze zu der Information, die mir bereits ein paar Tage vorliegen. Die Verantwortlichen geben teilweise ein ‘schräges’ Bild ab, oder ich bin aus dieser Welt gefallen.


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Vorgaben des Homeland Security Department

Beim Homeland Security Department (DHS) handelt es sich um die Heimatschutzbehörde der USA, die für die innere Sicherheit zuständig ist. Der Chief Information Officer des Homeland Security Department hält nun US-Behörden an, aus Sicherheitsgründen im Jahr 2018 zu Microsoft Windows 10 zu wechseln.

Im Grunde ist das ja auch nicht zu beanstanden, da der Support für Windows 7 ja im Januar 2020 ausläuft und Behörden sowie Firmen reagieren müssen. Beim US-Militär ist man da beispielsweise an der Windows 10-Migration dran, aber es werden dort auch noch Systeme mit Windows XP (und teilweise älteren Betriebssystemen) betrieben.

Umstellung bei der Transportation Security Administration (TSA)

Die US-Transportbehörde (TSA) ist wohl ganz gut im Plan, wenn ich diesen Artikel richtig interpretiere. Die Migration dürfte gerade anlaufen, da am 24. Mai von ‘in 3 Wochen’ gesprochen wurde. Vor der Migration auf Windows 10 musste die Behörde aber ihren Bestand an Notebooks und Desktop-PCs erneuern. Anschließend wurden einige Maschinen auf Windows 10 umgestellt, um sicherzustellen, dass sie die IT-Sicherheitsanforderungen erfüllt werden.

Laut den Verantwortlichen war die Umstellung [der Testmaschinen] nicht schwierig. Anschließend wird der Verantwortliche Russell Roberts so zitiert:

Mein Hauptanliegen ist es, meinen Kunden schneller Leistung und Verbesserung zu bringen, und [Software as a Service] ist dafür ein schönes Modell. Vieles von dem, was wir tun, ist nicht so einzigartig, dass wir Open Source nicht nutzen und das, was andere in der gesamten Abteilung tun, nutzen können. Die Aufgabe, die ich gerade habe, ist es, aus all den Missionsanwendungen herauszufinden, welche jetzt sinnvoll und am einfachsten zu migrieren sind.

Weitere Informationen und Zitate lassen sich auch hier (und in meinen Text weiter unten) nachlesen. Angesichts des Umstands, dass die Migration auf Windows 10 bei der TSA erst beginnt, halte ich die obigen Aussagen für Luftblasen eines IT-Verantwortlichen. Scheinbar ist so was wie ein ‘Wettlauf’ unter den US-Behörden ausgebrochen, wer als erstes auf Windows 10 hüpft. Es bleibt abzuwarten, wie das Ganze in ein paar Monaten oder Jahren ausschaut.

Dem Artikel zufolge stellen die Behörden rund um das Department of Homeland Security (DHS) auch auf Office 365 um. (via)

Umstellung bei der Social Security Administration (SSA)

Auch bei der Social Security Administration (SSA), das ist quasi die öffentliche Rentenversicherung in den USA (siehe) ist die Umstellung auf Windows 10 im Gange. Dies entnehme ich zumindest diesem Artikel.

TSA-IT-Chef Russell Roberts: Naiv bis zum Abwinken?


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Beim Querlesen des Artikels ist mir allerdings die Kinnlade stellenweise herunter gefallen. Gut, ich muss mal davon ausgehen, dass das Medium ‘The Business of Federal Technology’ bzw. dessen Redakteur nicht wirklich vom Fach sind, sondern Nachrichten für Entscheidungsträger in Behörden transportieren. Aber das Magazin publiziert Zitate des IT- und Sicherheitsverantwortlichen der Behörde, die ich als hanebüchen erachte.

Im Artikel wird TSA Deputy Chief Information Security Officer Andy Coale folgendermaßen zitiert: ‘I know it’s a natural inclination if you’re on Windows 7 now to go to 8 or 8.1, but guess what — you’ve got another end-of-life coming’. Der Mann argumentiert, dass der Umstieg auf Windows 10 ein großer Sprung sei und schwurbelt herum, dass man ja normalerweise von Windows 7 auf Windows 8 oder 8.1 umstellen würde. Aber da gäbe es ja ebenfalls ein End of Life, so dass man zu Windows 10 migriere. Das Medium ‘The Business of Federal Technology’ suggeriert in einem Satz, dass dort das ‘End of Life’-Thema zu einem Ende käme. Offenbar wird auf Windows as a service abgestellt.

Als gerade zu naiv empfinde ich persönlich die weiteren Aussagen des TSA-IT- und Sicherheitsverantwortlichen ein. “Windows 10 is the promised land,” wird Cavallo zitiert. “Microsoft is swearing that there is no Windows 11.” Für den IT-Verantwortlichen einer Behörde von 43.000 Angestellten (die Zahl scheint etwas älter) erscheint Windows 10 also als gelobtes Land, und Microsoft schwört, dass es kein Windows 11 geben werde. Na denn …

Und der IT-Spezialist Cavallo weiß auch: Das Upgrade werde nicht nur gut für das Budget sein, sondern auch die Erwartungen der Anwender erfüllen,. Er fügte hinzu, dass es einen Best Buy gegenüber der TSA-Zentrale gibt und fragte: “Wenn einer unserer Endbenutzer über die Straße geht, würden sie dann einen Laptop mit Windows 7 und Office’10 darauf kaufen? Nein, sie werden Windows 10 und Office 16 mit nach Hause nehmen, also machen wir das bei der TSA [auch so].” Dazu fällt mir nur ein: Mit solchen Verantwortlichen [Freunden] braucht es keine Feinde mehr. Im Best Buy wird der geneigte TSA-Mitarbeiter kein System mit Windows 7 mehr vorfinden, da dessen Verkauf längst eingestellt wurde. Nun ja, wir haben München mit OB Reiter und die Amis haben ihren Cavallo.

Wir werden sehen, wie das Ganze am Ende des Tages ausschaut. Im Grunde gibt es nur zwei Szenarien: Microsoft kriegt das Ganze mit Windows 10 gewuppt und wird anschließend kein Opfer des Erfolgs. Oder die Geschichte geht im Sinne ‘Make America great again’ ziemlich den Bach herunter. Ich halte mich hier mal zurück, werde aber als Chronist gespannt verfolgen, wie das so weiter geht.


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5 Kommentare zu US-Behörden (TSA, SSA) wechseln zu Windows 10

  1. chriscrosser sagt:

    lieber günni!
    darüber wunderst du dich noch?
    das wird sogar noch extremer werden, da diese behörden immer enger
    mit den “sogenannten” sicherheitsbehörden zusammenarbeiten wollen und werden!!!
    alleine schon deswegen um die sogenannten “illegalen” so schnell wie möglich zu “entdecken” und danach aus den USA wieder abzuschieben…aber das ist nun mal die USA

    viel beschämender ist es, das in der EU niemand E.Snowden als politischen flüchtling aufnehmen will! – und er darf entweder in russland versauern oder bei einer rückkehr lebenslang in haft gehen – und das ist für mich persönlich ein skandal!

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/edward-snowden-anwaelte-werfen-europa-feigheit-vor-a-1211954.html

    ohne ihn hätten wir DAMALS! die ganze “sauerei” gar nicht mitbekommen:
    http://www.veoh.com/watch/v88425610Tqg9Py4z

    aber momentan wundert mich fast schon gar nix mehr hier in sogenannten Europa!

    • Cmd.Data sagt:

      Die “ganze Sauerei” war sehr, sehr lange VOR Snowden bekannt.

      Leider waren es nur die wirklichen Fachleute, die informiert waren.

      Der Rest der Bevölkerung war (und ist) desinteressiert.

  2. daniel sagt:

    es stimmt, dass es nach Windows 10 kein Windows 11 geben wird.

    auch Windows 10 wird es in spätestens 5 Jahren nicht mehr geben, da Satya Nadella sich auf die profitablere Azure Cloud konzentriert und deshalb wird Windows 10 den gleichen Weg gehen wie Windows Phone resp. Mobile, langsam wird die Weiterentwicklung neuer Features eingestellt, danach grosses langes Schweigen über die Zukunft von Windows 10 bis schlussendlich irgendein MS Oberer irgendwo verlauten lässt, dass Windows 10 nicht mehr im Scope von MSFT ist, da dass Interesse der Kunden und Developer nicht mehr vorhanden sei.

    Wer kann das denen – Anwender & Entwickler – vorwerfen, alle 6 Monate ein 2-3 GB Update, nie kannst Du sicher sein, dass Dein System danach überhaupt noch funktioniert, sofern die Hardware überhaupt noch nach 2 Jahren unterstützt wird. Und als Entwickler ständig neue Ausrichtungen des Hype of the Year Technologie ohne langfristige Pläne – UWP ist ja bereits auch schon wieder auf dem absteigenden Ast – wofür braucht es UWP noch da es nur noch eine Plattform unterstützt.

    • Cmd.Data sagt:

      Wozu dann noch einen Intel i7-8xxx kaufen, wenn alles in der Cloud abläuft und wir nur noch ein Terminal (VT52, VT100, ANSI X3.64) brauchen?

      Bei Nadellas Vision braucht doch niemand einen neuen PC, weil alles in der Cloud landet und man von überall darauf zugreifen kann.

      Und da der Nachfolger von LTE bald startet, wenn man unseren Politikern glaubt, ist doch alles in bester Ordnung!

  3. Knusper sagt:

    Hallo Günter,
    du bist “aus dieser Welt gefallen”, ich falle raus und noch etliche andere. Ich stelle fest, dass es zunehmend kein Interesse an Kontinuität gibt. Meinen Azubis z.B. ist es piepegal ob ihr Handy auf Lolipop oder sontswas läuft. Bekommt eine App ein Jahr lang keine Updates, nimmt man an, dass der 19-jährige Programmierer an einer Überdosis gestorben ist und löscht das Ding einfach. Dieses junge Volk ist immer wieder fasziniert, dass man an einen Bildschirm eine Tastatur anschließen kann – trotzdem lächeln sie mitleidig wenn man darauf herum tippt. Jungen Chefs ist dieser ganze Technikkram eh lästig. Und so weiter… Ich übertreibe ein wenig, doch den allermeisten Heranwachsenden ist es wurscht, wie in 3 Jahren irgendein Betriebssystem heisst – “wozu braucht man so was eigentlich?”
    Ich habe gestern in einem Starbucks spontan entschlossen, dir hier etwas zu dem Thema zu posten. Dort wird man ja nach dem Namen gefragt, der dann auf den Becher geschrieben wird. Ich will das nicht und antworte “Peter Pan”. Die junge Bedienung lächelt nicht mal und krakelt auf den Becher “Peterpan”. Weisst du was ich meine?
    Dir einen schönen Tag!

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