USB Type-C: Ein Schlamassel – zieht Apple nach?

Wir schreiben das Jahr 2018, und bezüglich des USB Type-C-Anschlusses lässt sich nur ein totales Desaster konstatieren. Aber jetzt will Apple auch an dieser 'Party' teilnehmen – willkommen im Club, so neuste Gerüchte.


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Das sind so Ereignisse, wo das Leben eines Bloggers Laune macht. Ein Thema liegt in der Luft und plötzlich fallen dir einige Puzzleteile vor die Füße, woraus Du ein wunderbares Bild zaubern kannst.

USB Type-C: Geniale Idee

Eigentlich sollte es ja so schön sein: Ein Anschlussstandard für Geräte, der schnell ist und auch richtig Strom übertragen kann. Die Rede ist vom Type-C USB-Anschluss. Ich springe mal in den April 2014, dort hatte ich im Blog den Beitrag USB 3.1 Typ C: Universell einstöpselbarer Adapter. Auf einer Entwicklerkonferenz in Shenzen (China) stellte Intel einige Details zum neuen USB 3.1-Stecker vor. Dieser sollte die Nachteile der bisherigen USB-Stecker (Typ A, B, miniUSB, microUSB) vermeiden. Dazu gehört auch, dass der Stecker keine feste Orientierung braucht, sondern sich in beiden Orientierungen in die USB-Buchse einstöpseln lassen soll.
USB3.1

(Quelle: Foxconn, IDF14)

Der Stecker soll auch bis zu 10.000 Steckzyklen aushalten (zum Vergleich: USB-A war auf mindestens 1.500 Steckzyklen ausgelegt). Bisherige Stecker und Kabel sind für bis zu 1,5 Ampere ausgelegt. Der neue USB 3.1-Standard soll Ströme bis zu 5 Ampere auf den Steckkontakten und den Kabeln verkraften (wobei die Spannung bis zu 20 Volt betragen kann). Type C-Stecker sollen bei USB 3.1 Datenraten von bis zu 10 GBit/Sekunde (Generation 2) ermöglichen (USB 3.0 geht bis 5 GBits).

USB Type-C: Ein Desaster für Kunden

Eigentlich wäre USB Type-C die ideale Geschichte für uns Anwender. Leider haben die Anbieter es versaut. Im Blog-Beitrag Das "Desaster" mit USB 3.1 Typ C-Kabeln – bricken Geräte hatte ich das Thema angerissen. Mit den falschen Kabeln und Gerätekombinationen hat man fix ein mehrere hundert Euro teures Gerät 'geschossen' und kann es nur auf den Elektroschrott geben.

Android Authority hat gerade den Artikel It's 2018 and USB Type-C is still a mess veröffentlicht. Darin wird dem USB Type-C-Standard ein Schlamassel bescheinigt. Selbst die einfachsten Type-C-Kabel zum Laden führen zu mannigfaltigen Kompatibilitätsproblemen. Der Artikelautor führt das Beispiel der Schnellladung bei drei Android-Geräten (LG, Huawei und Samsung) auf. Je nach Geräte-, Kabel- und Lader-Kombination erfolgt die Ladung unterschiedlich schnell.

Wenn Kabel gekauft werden sollen, ist für den Käufer meist nicht ersichtlich, ob das Kabel auch hohe Ströme verkraftet. Noch komplexer wird es, sobald auch so Ungeheuerliches wie ein Datentransfer über das Kabel erfolgen soll. Ein Konsument erwartet, dass ein USB Type-C-Port eventuell HDMI oder MHL oder Ethernet kann, wenn das Gerät keine solchen Buchsen aufweist. Diese Unterstützung ist aber nicht gegeben, und bei mehreren USB Type-C-Buchsen kann oft nur eine Buchse mehrere Modi. Der Artikel ist ganz lesenswert, zeigt er doch, wie die Situation für Kunden nicht sein sollte, aber gelebte Praxis ist.

Früher hätte ich jetzt geschrieben: Stell dir vor, dein Auto hätte ein solches Kompatiblitätsdesaster. Aber in Zeiten des Dieselskandals muss ich mich zurück halten, man weiß nie, was noch kommt.

Apple will zu USB Type-C wechseln

Das taiwanesische Branchenblatt Digitimes berichtet hier, dass iPhones ab 2019 wahrscheinlich USB Type-C unterstützen werden. Die Digitimes ist gewöhnlich aus Zuliefererkreisen sehr gut über Entwicklungen informiert. Es heißt im Artikel, dass Apple die Ladegeräte und die dazugehörige Schnittstelle für seine iPhone und iPad-Geräte der nächsten Generation überarbeite. Dabei wird seine iPhones der Serie 2019 wahrscheinlich mit USB Type-C-Unterstützung ausstatten, so die Quellen bei analogen IC-Herstellern. Ob es so kommt, wissen wir spätestens 2019.

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6 Antworten zu USB Type-C: Ein Schlamassel – zieht Apple nach?

  1. Dekre sagt:

    Ja ja , das mit den USB-Anschlüssen und den Kabeln. Es ist ein durcheinander und es hilft nichts. Das was im Handel angeboten wird, ist auch teilweise sinnfern. Natürlich ach, was so die Hersteller dann für ihre Dinger an Kabel mitliefern. Alles für die Tonne.

    Hinzu kommt, dass ein richtiger PC diverse USB-Anschlüsse hat, die teilweise anders aufgebaut sind. Da hilft nur ein Blick in das Referenz-Handbuch des PCs.

    HP hat ein Hilfedokument mit der Nummer c05269816 zu USB-C-Anschlüsse veröffentlicht, hier der Link:
    https://support.hp.com/us-en/document/c05269816
    Das kann man auch generell nehmen.

    Warum nun die Obst-Leute das für sich auch entdeckt haben? Keine Ahnung, ich dachte immer die sind besser und wollen Normbrecher sein. Ist eben doch nur Obst.

    Ich kann nur warnen vor USB 4. Vor einem Jahr gab (und gibt ?) es Händler, die mit USB 4.0 geworben haben.

  2. Kurt sagt:

    Also eigentlich ist der USB-C Anschluss eine feine Sache und bietet nur Vorteile.

    Dass es die Hersteller von Kabeln und Geräten (hier fehlt fast immer das korrekte Symbol oder eine Hinweis, was genau sich hinter dem USB-C Anschluss verbirgt, z.B. USB 2.0, USB 3.1 oder Thunderbolt 3). Aber das kann man denke ich nicht den USB-C Standard anlasten.

    Von daher ist es eigentlich nur zu begrüßen, wenn Apple dem USB-C Zug aufspringt…. vorausgesetzt sie machen es richtig.

  3. Micha sagt:

    Wenn ich an meine Externe USB 3.0 Festplatte denke dann hat man schon ein Kabelproblem bei USB 3.0. Von 3 vorhandenen USB 3.0 Kabeln funktioniert nur eins zuverlässig bei hohen Datenraten von 160MB/s. Verbaut ist eine 4TB Seagate ES constellation HDD.

    Das ist das Kabel was Fujitsu original zu meinen P24W-7LED Bildschirm ausgeliefert hat.

    Bei allen anderen nachgekauftes und Originales das zum HDD Gehäuse gehörte gibt es Gerätefehler oder Geschwindigkeitsreduzierung auf USB 2.0. Auch Dateisystemfehler treten durch schlechte Kabel auf.

    Die Kompatibilität zwischen alten USB 2.0 Geräten und USB 3.0 Standard ist auch sehr schlecht.

    Technisat BDA TV Tuner führt an USB 3.0 Schnittstellen immer zu Bluescreens.
    Kyocera FS 1010 druckt an USB 3.0 Anschluss nur halbe Seiten aus.
    Samsung xpress C460W Baut teilweise 9f Bluescreens unter Windows 10.

    An USB 2.0 Controllern funktionieren die oben genannten Geräte anstandslos.

    Bei so vielen USB 2.0 zu 3.0 Problemen ist man für eine Erweiterung des Standards auf USB 3.1 Type C noch nicht bereit.

    • Cmd.Data sagt:

      Hallo, das Problem habe ich auch.

      Wenn man im heise-Forum nachfragt, kommt immer wieder die dämliche Antwort: "Musst halt ein hochwertiges Kabel kaufen."

      Aber was ist ein hochwertiges Kabel? Darauf hat niemand eine Antwort.

      Reicht ein USB 3.0-Kabel (50 cm) für 12,99 mit vergoldeten Kontaktflächen, oder muss es Oehlbach-Esoterik sein?

      Und dann nervt auch, dass so viele Stecker einfach zu locker in der Buchse sitzen.

      • Dekre sagt:

        Lustig, wieso locker, etc.

        Ich wollte mal alles richtig machen und habe 2013 in Unwissenheit sog. "vergoldete" Kabel gekauft. Später habe ich mitbekommen, dass das der größte Blödsinn ist. Es ist völlige Verdummung und Betrug.
        Ich habe auch "vergoldete" Lan-Kabel für Internet in Unwissenheit damals gekauft – noch blöder. Ich habe jetzt einfach Billigvarianten und durch Staubsauger und rüberlaufen ist schon bei einem die Isolierung weg und es funktioniert dennoch und das bei Hi-Speed 50/10. Die sog. vergoldeten habe ich weggelegt – zur Geldanlage :), :( ; totaler Schnulli. LAN-Kabel nur die einfachen und es funktioniert.

        Ich weiß nur, dass normale USB-Kabel von Hama funktionieren, jedenfalls bei mir. Das mit Eigentest und auch für mein Väterlein. Die original mitgelieferten Kabel haben die Kontaktaufnahme verweigert, einmal Mobiltelefon (Microsoft, jetzt wieder Nokia) und das andere war ein tomtom-Gerät.

  4. Robert sagt:

    Falls es praktische Vorteile von USB-C gegenüber Lightning für iPhones geben sollte, werden diese durch den oben genannten Kabelsalat und das einhergehende Support-Aufkommen ("Am Kabel von Hersteller x wird mein Telefon nur langsam geladen" etc.) zunichte gemacht. Eher nicht.

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