Forscher warnte bereits 2014 vor Facebook-Analytica-Skandal

Kurzinfo für Leute, die sich noch für den Facebook-Analytica-Skandal interessieren (siehe Löchriges Datenschutzsieb: Die Facebook-Katastrophe). Da ist nichts einfach so passiert. Die Leute an der Uni Cambridge waren bereits seit Dezember 2014 sehr genau im Bilde und gewarnt, dass da was schief gehen würde.


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Die bisherige Lesart war ja (zumindest nach meiner Interpretation), dass da irgendwo was passiert sei, was keiner vorher sehen konnte. Maximal konnte man noch lesen, dass sich der Datensammler Aleksandr Kogan als Bauernopfer sieht – alleine die böse, und nun insolvent gemeldete Cambridge Analytica habe Schuld. Dem ist aber nicht so, die Protagonisten hätten den Facebook-Analytica-Skandal locker verhindern können. Wired hat hier einen Artikel zum Thema publiziert.

Explizite Warnung im Dezember 2014

Bereits im Dezember 2014 warnte John Rust, von der Uni Cambridge, die Rechtsabteilung der Universität von Cambridge vor dem Thema. Er gab konkret an, dass ein Professor mit Namen Aleksandr Kogan eine App entwickelt habe, um Facebook-Benutzerdaten abzurufen.

Er führte in einer Mail, die Wired vorliegt, an, dass diese App Daten von Personen sammele, die dem nicht zugestimmt hätten. Denn es würden nicht nur Daten der Personen abgezogen, die ein Opt-in (unter falschen Voraussetzungen und ohne Kenntnis der Folgen) gegeben hatten. Sondern auch die Daten der Freunde dieser Personen würden ohne deren Wissen abgezogen.

In der Mail gab Rust ein Beispiel: Wenn die App auf die Daten von 100.000 Personen mit Opt-In zugreifen könne, und jede Person im Mittel 150 Freunde habe, erhielte Kogan über seine App die Daten von 15 Millionen Facebook-Nutzern. Rust gab auch an, dass Kogan diese Daten dann ‘für politische Überzeugungsarbeit nutzen könnte’. Er schrieb der Rechtsabteilung der Universität auch, dass Journalisten bereits begonnen hätten, herumzuschnüffeln. Rust wollte, dass die Universität eingreift, und argumentierte, dass Kogans Arbeit die Universität der Gefahr einer “beträchtlichen, fast völlig negativen Medienaufmerksamkeit” aussetzte.

Wie heute bekannt ist, passierte nichts. Trump wurde Präsidentschaftskandidat, die Daten von Millionen US-Facebook-Nutzern wurden abgezogen und für Wahlkampfzwecke missbraucht. Der Facebook-Analytica-Skandal nahm seinen Lauf. Details lest ihr im Wired-Artikel nach.


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2 Kommentare zu Forscher warnte bereits 2014 vor Facebook-Analytica-Skandal

  1. David Teichfloh sagt:

    Danke für diese Hintergrund-Info!

  2. Ja das sind genau diese vier Jahre seit dem ich mich beim Frazenbuch ausklinkt habe, es nützt nämlich absolut nichts dort angemeldet zu sein und über Datenschutz zu schreiben, diese Firma Frazenbuch handelt mit Daten anderer Personen das ist so und wird es auch immer bleiben, auch wenn der ihren Chef nun reumütig so tut als ob er davon nie etwas gewusst hätte, irgendwer muss die Daten ja verkauft haben und sich über das Geld gefreut haben.
    Ich weiß nicht wie das ich Amiland gehandhabt wird aber hier gilt Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
    Wenn du eine Firma hast musst du jederzeit belegen für welche Dienste du Geld ausgibst und einnimmst und wo die Daten deiner Nutzer hingehen oder wie sicher die Daten bei dir verbleiben.
    Scheint wohl in Amiland dafür keine Gesetze und Organisationen zu geben die das überwachen, aber na ja was rege ich mich auf in Amiland wird auch jeder Depp zum Präsidenten gewählt.

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