Windows 10-Abstürze bei HP ProBook 455 G4 – Workaround

Das HP ProBook 455 G4 neigt unter Windows 10 zu Abstürzen mit dem Fehlercode 0x00000124. Das Thema war hier im Blog schon mal aufgeworfen worden. Ich ziehe daher die vorhandenen Informationen samt einem möglichen Lösungsansatz zusammen.


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Besitzer eines HP ProBook 455 G4 werden unter Windows 10 gegebenenfalls durch Systemabstürze mit dem Fehler 0x00000124 geplagt. Blog-Leser Michael B. hat mich auf das Problem aufmerksam gemacht, da ihm dieses im HP-Forum in ähnlicher Form zweifach unter die Augen kam. Ich hatte darauf hin den Blog-Beitrag Windows 10: Abstürze bei HP ProBook 455 G4 (0x00000124) veröffentlicht. Die Kommentare diverser Leser deuteten auf BIOS-Probleme hin.

Ein möglicher Workaround

Blog-Leser Volko hatte ein solches Gerät kürzlich auf dem Tisch und machte ebenfalls Bekanntschaft mit dem Stop-Fehler 0x00000124. Er schrieb in einem Kommentar und in einer E-Mail an mich:

vor kurzem hatte ich ein HP ProBook 455 G4 aus meinem Freundeskreis zur Wartung in den Händen.

Nach dem Update auf Windows 10 v1803 und der Aktualisierung von Treibern und der TPM-Firmware habe ich schließlich das vom HP Support Assistant empfohlene BIOS Update auf v1.05 durchgeführt.

Aus dem Nichts traten nun plötzlich regelmäßig und unvermittelt BSOD mit verschiedenen Stopcodes auf, so dass ich – weil ich zunächst Windows 10 v1803 als Übeltäter im Verdacht hatte und der Besitzer das Notebook wieder benötigte – als Workaround parallel ein Linux Mint 19 installierte, welches problemlos funktionierte.

Das ist dann die Stelle, wo man zum Nachdenken kommt. Glücklicherweise bekam Blog-Leser Volko erneut Zugriff auf das Gerät und konnte dem Fehler nachgehen. Er schrieb mir:

Als ich 14 Tage später wieder Zugriff auf das Notebook hatte, habe ich zunächst manuell ein BIOS Update auf die aktuellste Version 1.12 durchgeführt, welche mir vom HP Support Assistant merkwürdigerweise nicht angezeigt wurde und welche laut Änderungsprotokoll das sporadische Auftreten von Bluescreens beheben soll. Ergebnis: weiterhin regelmäßige unvermittelt auftretende BSOD unter Windows 10 v1803, so dass das Gerät unter Windows 10 zu diesem Zeitpunkt überspitzt ausgedrückt „Elektroschrott“ war.

Zuletzt habe ich dann versuchsweise ein Rollback auf das Auslieferungs-BIOS v1.01 durchgeführt und seitdem ist unter Windows 10 kein BSOD mehr aufgetreten! Problem gelöst … möglicherweise aber unter Inkaufnahme von Sicherheitslücken.

Das ist schon mal eine wichtige Erkenntnis: Das BIOS im Auslieferungszustand des Geräts harmoniert mit Windows 10 V1803 (oder umgekehrt). Blog-Leser Volko äußerte noch einen Verdacht:

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Ihres Artikels, war die BIOS-Version 1.05 bereits erschienen und vermutlich auf regelmäßig gewarteten Geräten auch schon installiert.

Ich vermute, dass mit dem Ausrollen der Spectre- und Meltdown-Patches dann das Unheil seinen Lauf nahm und auf Geräten mit BIOS v1.05 (oder später) dann zu den beschriebenen BSOD führte.

Ein möglicher Lösungsansatz für betroffene Besitzer eines HP ProBook 455 G4 könnte, so die Anregung von Volko, also ein Rollback auf BIOS v1.01 sein. Das ist bei dem Gerät problemlos möglich, wie Volko schrieb. Einen Versuch ist es in jedem Fall wert. Danke an Volko für den Hinweis – vielleicht hilft es euch weiter.


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5 Antworten zu Windows 10-Abstürze bei HP ProBook 455 G4 – Workaround

  1. Herr IngoW sagt:

    Die Supportseite für dieses Gerät ist: https://support.hp.com/de-de/drivers/selfservice/hp-probook-455-g4-notebook-pc/10477363
    Auf der Seite wird ein einziges Bios angeboten, und zwar die Version: 01.23 Rev.A/ 13.0 MB vom 17. Aug. 2018.
    Eventuell behebt diese Version ja das Problem.

  2. Volko sagt:

    Im Planet3DNow!-Forum, wo ich einen Thread betreffend meine Erfahrungen/Beobachtungen zum Thema erstellt habe, hatte ich gestern auch die Rückmeldung eines anderen Forenmitgliedes bekommen, dass es seit einigen Tagen ein neues BIOS v1.23 gibt … das Änderungsprotokoll verzeichnet jedoch keine Einträge zum Thema BSOD. Auch läuft das von demjenigen betreute HP ProBook 455 G4 dort unter Windows 10 v1703 auch mit BIOS v1.12 anscheinend ohne Probleme.
    Dieses bestätigt mich ganz klar in meiner Meinung, dass die ganze „Spectre- / Meltdown-Flickschusterei“ der eigentliche Problembär ist.

    Die vorherigen BIOS-Versionen bekommt man auf der o.g. Supportseite im Bereich „BIOS“ über die Karteikarte „Vorherige Versionen“ angeboten … allerdings wird mir die Schaltfläche nicht in der Webseitenversion für mobile Geräte angezeigt!

    Auf weitere BIOS-Experimente werde ich aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit dem HP ProBook 455 G4 verzichten, zumal es sich nicht um mein eigenes Notebook handelt, der Besitzer dieses als Arbeitsgerät benötigt und ich auch nur sehr unregelmäßig zu Wartungszwecken Zugriff darauf habe … never change a running system!

    Der HP-Support, den ich in der Sache telefonisch kontaktiert hatte, war übrigens zwar sehr freundlich jedoch leider wenig hilfreich … außer dem Standardtipp eine Hardware-Diagnose durchzuführen und dem anschließenden Vorschlag das OS neu aufzusetzen, quasi als Allheilmittel, kam da nichts.

    • Günter Born sagt:

      Zum HP-Support: Im ersten Teil der beiden Artikel habe ich ja auf HP-Artikel aus dem Support-Forum verwiesen. Damals war Nutzer Michael_B noch aktiv, der auf ein Problem bei HP verwies. Michael ist m.W. in Rente – damit entfällt jemand, der auch mal einen Dump auswerten konnte – und entsprechend sieht es mit Support-Antworten aus – imho.

  3. Moin Leute,
    Danke Günter für die Erwähnung.

    Es ist derzeit tatsächlich so dass AMD schlechter läuft, sieht man ja auch an den kürzlichen MS-Patches bei denen AMD fast einschläft (grottenlangsam wird)

    Zum Teil ist das Bios verantwortlich, fehlinterpretationen oder nachlässige Arbeit lassen wir mal offen, tendiere aber zu Letzterem.
    Bios muss nicht reversibel sein, gibt es Versionen dann hat man schlicht Glück, selbtverständlich ist das aber nicht!
    Die History, was genau gefixed wurde ist so schwammig wie nur was, hoffen und beten hilft oft mehr.

    Richtig: EO(Live) -> auch in den Foren ziehe ich mich zurück auch wegen vermehrten unbedarften Usern die lieber einen gameboy bedienen sollten, gelegentlich schaue ich mir interessante Dinge noch an aber da viele nicht an Tatsachen interessiert sind sondern lieber Kaffeesatz lesen was so ein Stopcode wohl für Ursachen hat, aus der Ferne lächeln ist beruhigend und die Rente kann länger genossen werden. ??

    • Micha sagt:

      Ich kann mich eigentlich an keinen Patch erinnern der AMD Rechner stark verlangsamt.

      Mein AMD Ryzen 1800X läuft mit Windows 7 x64 sehr gut. Auch ein Toschiba (AMD A6 5200 APU mit Radeon HD 8400+ Radeon Software 18.8.1) Laptop mit Windows 10 1709 läuft nach Kühlerreinigung wieder ohne Bluescreens.

      Das einzige Upgrade was den Laptop nicht gut tat war Windows 10 1803. Damit erzeugte die W-Lan Karte immer wieder Bluescreens. Ein aktueller Treiber für die Atheros Qualcomm W-Lan Karte scheint es aber nicht zu geben.

      Das könnte dann zum nächsten Upgrade auf Version 2019 03 heißen das ich die Kiste Auslandsunternehmen muss und ein neue W-Lankarte verbauen muss. Die alte ist ja schließlich noch eine gesteckte.

      Dank Windows is a Service wird ja alles immer einfacher. :-(

      Es ist übrigens immer noch das Auslieferungsbios Installiert da Toschiba für neuere Versionen keinen Change log anbietet.

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