Microsoft bewirbt Edge bei Firefox/Chrome-Installation

Benutzer der Windows 10 Version 1809 Insider Builds erleben beim Versuch, den Firefox oder den Google Chrome zu installieren, eine Überraschung. Windows 10 wehrt sich dagegen.


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Nächster nutzloser Versuch aus Microsofts Marketing- und Entwicklungsabteilungen, dem Chrome Edge-Browser Flügel zu verleihen. Nein, man verkauft den Nutzern keine(n) Energie-Browse(r), sondern versucht diese von der Benutzung alternativer Browser abzuhalten. Martin Brinkmann hat es (neben anderen Leuten) auf Twitter thematisiert.

Beim Versuch, den Firefox oder den Google Chrome zu installieren, wird ein Bildschirm mit der obigen Warnung gezeigt. Als Option wird eine Schaltfläche zum Öffnen von Edge gezeigt – und grau abgeblendet die Installationsschaltfläche für den betreffenden Browser.

Meine 2 Cents

In meinen Jahren als junger Ingenieur gab es den Spruch ‘Was ist der Abstand zwischen zwei Fettnäpfchen?’ und die Antwort lautete ‘Ein Bangemann’ (Martin Bangemann war ein FDP-Politiker und Wirtschaftsminister mit Vorliebe für Fettnäpfchen, trieb die Liberalisierung des Telefonmarkts voran, wurde später als EU-Kommissar nach Brüssel entsorgt und wechselte danach zu Telefonica).

Martin Bangemann hat sich längst auf sein Altenteil zurückgezogen. Aber sein Erbe lebt bei Microsoft in den Marketing-Abteilungen weiter. Denn Microsoft hat mit der obigen Aktion in meinen Augen mal wieder den nächsten Bauchplatscher in Sachen Marketing und Edge-Promotion gelandet. Wenn selbst bei Dr. Windows von Fettnäpfchen die Rede und fremdschämen angesagt ist, muss es um Redmond schlimm bestellt sein.

Wird Zeit, dass die mal wieder von der EU-Wettbewerbskommission wegen Behinderung des Wettbewerbs so richtig einen zwischen die Hörner bekommen. Anders geht es scheinbar nicht. Gerade habe ich im Artikel Windows 10 Insider Preview Build 18237 [Skip Ahead] über einen Installationsfehler 0x8007000e berichtet und spontan so bei mir gedacht ‘Oh Microsoft, eure Probleme möchte ich gerne haben’.

Wie war das noch mal? Produkte, die keinen Erfolg haben, bei denen zieht Microsoft die Reißleine (wie bei Groove Music und einer Latte an Apps). Kann beim Edge nicht mehr lange dauern, bis das passiert. Windows ist auch überbewertet – es heißt ‘Cloud first’.


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22 Kommentare zu Microsoft bewirbt Edge bei Firefox/Chrome-Installation

  1. Keyuser sagt:

    Kurz der Hinweis – bei den Kollegen von „Deskmodder“, gibt es die Variante auch auf Deutsch inclusive einer verlinkten Anleitung, wie man diese Werbung abschalten kann. Abschließend der entsprechende Link:
    https://www.deskmodder.de/blog/2018/09/12/windows-10-1809-warnt-bei-der-installation-vom-firefox-oder-google-chrome-und-empfiehlt-den-edge/

  2. Windoof-User sagt:

    Wie gut, dass der Internet Explorer bereits installiert ist. Da braucht sich der bodenständige Benutzer keinen Kopf um solche Albernheiten machen — und bis der Internet Explorer in den Ruhestand geschickt wird, vergehen ja auch noch viele Jahre.

    • Ingenieurs sagt:

      Der Internet Explorer sitzt so tief in Windows drinnen, das wird noch eine Weile dauern. Am liebsten würde ja auch M$ den IE auf den Mond schießen.

      • Windoof-User sagt:

        Richtig, ist ja auch der einzige Webbrowser am Markt mit eingebauter “Tracking-Protection”, die vom Nutzer nach Belieben konfiguriert werden kann. Somit lassen sich externe Links in Webseiten problemlos sperren — und alles ohne Addons von Dritten..

  3. Zanza sagt:

    Ob man das nun mag oder nicht, ich finde es ist Microsofts gutes Recht.
    Diese Sache mit der Wettbewerbskomission….Also wenns danach ginge, müsste ja Microsoft beim Setup und Upgrade von Windows genauso anbieten, ob man wirklich installieren/ugpraden will oder doch zu Linux wechseln will…

    • Rene sagt:

      @Zanza:

      Vielen Usern geht es um die Unverschämtheit, das MS viel Geld für ein OS möchte, aber die “Werbung”, wie bei einem kostenlosen Softwareprodukt nutzt.

      Entweder man bietet seine Produkte kostenlos an und kann den Anwender mit Werbung und Empfehlungen belästigen, oder man nimmt Geld und hält sich diskret zurück.
      MS nimmt aber aus beiden Töpfen mit vollen Händen.

      Da es leider keine richtige Konkurrenz gibt, können MS auch machen, was sie wollen. die ganze Welt wurde um den Finger gewickelt und MS Lobbyisten haben die richtigen Hebel in der Hand. Gutes Beispiel sind da die Kommunen, die versucht haben auf LINUX um zu schwenken.
      Ganz schnell wurde da die Reizleine gezogen und die Kommunen mussten zurückrudern.
      Microsoft hat anscheinend so gute Beziehungen in Brüssel und in den Länderregierungen, dass es kein drumherum gibt.

      Ich hatte schon Anfang der 90er Jahre gesagt, das MS ein lausiges Produkt mit den besten Verkäufern hat. Stichwort Netscape Navigator. Was wurden da nicht für Hundertschaften an Außendienstlern in die Firmen geschickt, um den IE zu bewerben und an Marktanteilen zu gewinnen.

      Nach der Markteinführung von Windows95 (A,B,C) hat MS Vollgas gegeben.
      Jeder Mitbewerber wurde in Grund und Boden gestampft. Selbstverständlich unter den Augen der Regierungen und Regulierungsbehörden.
      Apple hatte nur überlebt, weil Bill Gates seinen “Kumpel” eine ordentliche Finanzspritze gegeben hat. Alle anderen sind Konkurs gegangen. Nicht weil sie ein schlechtes Produkt hatten, sondern weil es Entwickler waren und den Vertrieb überhaupt nicht ernst genommen/verstanden haben.

      Es gibt in meinen Augen keine saubere Lösung aus MS einen Anbieter für Software zu machen, der im gesunden Wettbewerb zu anderen Firmen steht. Google hat gute Chancen mit ihrem OS, aber anscheinend auch nicht so den richtigen Plan. Linux ist dank Strategielosigkeit keine Gefahr und Apple stößt sich an ihren paar Kunden gesund.

    • Moser R. sagt:

      Das Problem ist, dass Microsoft eine markbeherrschende Stellung hat.

  4. Georg S. sagt:

    Vielleicht sollten wir Anwender wegen solchen Sperenzchen ( https://www.duden.de/rechtschreibung/Sperenzchen ) ReactOS ( https://de.wikipedia.org/wiki/ReactOS & http://reactos.de/ ) als “Open Source Windows” unterstützen, damit spätestens ab 2023 eine Alternative verfügbar ist. Denn dann wird der extended Support für Windows 8.1 eingestellt.
    Aber das ist eine andere Diskussion.

    • Nobody sagt:

      Das Betriebssystem wollte ich eben mal mittels Live-CD testen. Sie bootet zwar, aber danach tut sich leider nicht mehr viel. Schon die Sprachauswahl ist nicht möglich – schade. Hoffentlich wird die Arbeit an dem Projekt fortgesetzt, so dass es langfristig zu einer Windowsalternative wird.

      • Normalverbraucher Roland Moser sagt:

        Linux hätte schon eine Alternative zu Windows werden sollen. Es geblieben, was es war: Etwas für IT-Profis und für Normalsterbliche Schrott.

        • Windoof-User sagt:

          Nun, CentOS ist schon recht brauchbar und einfach über die KDE Benutzeroberfläche zu bedienen — auch für den unbedarften Nutzer. Klar, ist nichts für Spielsüchtige. Ansonsten sollte der Normalo damit schon wunschlos zufrieden sein.

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  6. Micha sagt:

    Wenn es einen PC gäbe wo nur Internet Explorer und Edge drauf währen und das Installieren eines dritten Browsers nicht möglich wäre würde ich mich immer für den Internet Explorer entscheiden.

    Der hat noch eine Menüleiste die im Edege verloren gegangen ist. Zumindest wüste ich nicht wie man die im Edge einblendet.

  7. Sherlock sagt:

    Wie gesagt, einfach abstellbar. Sowas bekommen auch nur Leute zu sehen, die ihr System bei Installation nicht passend einstellten, also mal wieder PEBCAK. Wer sich den stümperhaft zusammengefrickelten Firefox genauer angesehen und erkannt hat, wie und wo er sich in Windows einnistet, kommt auch nie auf die Idee, ihn installieren zu wollen. Im Grunde besteht die Warnung völlig zu Recht. Gäbe es sie nicht, müsste man sie einführen. Zusätzlich müsste sie auch bei Installation von Fremd-AV-Ware und der sonstigen Schmuddel-Tools erscheinen. Jeder hat das Recht, sich sein System nach eigenem Gusto gründlich zu vermurksen und sollte nicht gewarnt werden? In den MS-Foren schlagen sie dann auf und schimpfen im Fäkalvokabular wie die Berserker auf MS. Bei Analyse ihrer Systeme stellt man dann Malware gleich im Dutzend fest: AV-Schrott, TuneUp, CCleaner, Reimage-Repair…. Man müsste leider eher sagen: Bitte Windows, viel mehr Warnungen.

    • Micha sagt:

      Fremd AV Scanner haben bis einschließlich Windows 8.1 immer gut funktioniert.

      Was kann dein AV Anbieter dafür wenn MS das Windows mit einem Zwangsupgrade verbockt.

      CCleaner habe ich das letzte mal unter Windows XP benutzt. Es hat zumindest nie zu ernsthaften schänden am System geführt.

      Bei Mozilla Firefox kann man sich den Quellcode anschauen. Ob MS Software Stümperhaft ist wird man nie feststellen können da es Closed Source Software ist.

      Mozilla Firefox hat nach meinen Wissen stand nur 3 Ordner im System.
      C:\Users\Dein Nutzername\AppData\Local\Mozilla
      C:\Users\Dein Nutzername\AppData\Roaming\Mozilla
      C:\Program Files\Mozilla Firefox

      Wenn noch weitere bekannt sind dann poste sie bitte.

      Alternativ gibt es noch die Portable Version wo dann alle Daten im Stammverzeichnis liegen sollten.

      • Sherlock sagt:

        > Fremd AV Scanner haben bis einschließlich Windows 8.1 immer gut funktioniert.

        Nein, sie waren schon immer die Haupt-Fehlerquelle für Windows und letztlich machen sie das System unsicherer als es vorher war. Man hat damit einen Netto-Verlust an Sicherheit. Einfach mal die Fakten zur Kenntnis nehmen:
        https://youtu.be/sxzCbLRbIkA?t=899

    • Henry Barson sagt:

      > Bitte Windows, viel mehr Warnungen.

      Weil Vista damit auch so gut ankam!? 😜

  8. RUTZZ-AhA sagt:

    Ich kann nicht verstehen, weshalb sich intelligente Menschen freiwillig von Microsoft und Win10 vergewaltigen und versklaven lassen.

    Auf meinem Rechner wird niemals wieder ein Betriebssystem von Microsoft installiert, wenn Win7 Ultimate ausläuft.

    In meinem ganzen bisherigen Leben habe ich mich von Niemandem zum Affen machen lassen.

    • Herr IngoW sagt:

      @RUTZZ-AhA
      “Ich kann nicht verstehen, weshalb sich intelligente Menschen freiwillig von Microsoft und Win10 vergewaltigen und versklaven lassen.”

      Eh…. was machen Ihrer Meinung nach, Google/Android oder Apple anderes als Microsoft.
      Die angebliche Versklavung ist die gleiche.
      Entweder man nutzt es oder eben nicht.
      Welche Alternative, die auch wirklich funktioniert, gibt es denn?
      Und es geht ja eigentlich um Werbung die ja sowieso von allen Seiten Allgegenwertig ist.

        • Sherlock sagt:

          @ RUTZZ-AhA
          > Ich kann nicht verstehen, weshalb sich intelligente Menschen freiwillig von Microsoft und Win10 vergewaltigen und versklaven lassen.

          Du übersiehst, dass es Leute gibt, die ihr OS in jeder Hinsicht im Griff haben. Das ist bei Windows leicht möglich. Also nix mit Versklavung.
          Weiterhin sieh dir die Foren von Linux und Mac usw. an. Dort drohen die Leute mit der gleichen Begründung zu Windows zu wechseln. :o)
          Und gibt es tatsächlich intelligente Leute? Mit den Menschen (Unterordnung: Trockennasenaffen) hat die Evolution wohl noch erhebliche Arbeit vor sich, bis man von Intelligenz und Vernunft wird sprechen können.

  9. TorstenJ sagt:

    Die müssen inzwischen ziemlich am verzweifeln sein, dass man seine Kunden derart anbetteln muss. Erbärmlich…

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