Microsofts GitHub-Deal: EU-Entscheidung am 19.10.2018

Microsoft hat ja im Sommer 2018 die Plattform GitHub gekauft. Aber so einfach ist das nicht – die EU-Wettbewerbskommission muss diesem Deal zustimmen. Und diese Zustimmung steht momentan noch aus.


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Was ist GitHub?

GitHub ist eine webbasierende Plattform, auf der Software-Entwicklungsprojekte als Repositories eingestellt und mit dem Versionsverwaltungssystem Git verwaltet werden können. GitHub wurde von Chris Wanstrath, PJ Hyett und Tom Preston-Werner mittels Ruby on Rails und Erlang entwickelt und im Februar 2008 gestartet. Das Unternehmen GitHub, Inc. besteht seit 2007 und hat seinen Sitz in San Francisco.

GitHub beherbergt 27 Millionen Softwareentwickler, die an 80 Millionen Code-Repositories arbeiten. Der Betrieb der Plattform wird durch Beiträge von Firmen finanziert. Einer der größten Beitragszahler von GitHub ist übrigens Microsoft (die früher strikt gegen Open Source-Software waren). Weitere Details lassen sich der Wikipedia entnehmen.

GitHub-Kauf im Juni 2018

Die Bestätigung, dass Microsoft die Platform GitHub für den stolzen Preis von  7,5 Milliarden Dollar erwerben werde, wobei der Kaufpreis in Microsoft-Aktien bezahlt wird, kam im Juni 2018. Ich hatte im Blog-Beitrag Microsoft hat GitHub gekauft – Wechsel zu GitLab? darüber berichtet. Einerseits ist es gut, wenn ein potentes Unternehmen mit Geld eine solche Plattform betreibt. Aber so einige Entwickler haben nach Bekanntwerden des Kaufs die Plattform fluchtartig in Richtung GitLab verlassen. Wenn Microsoft etwas in die Finger bekommt, verheißt das oft nichts Gutes, so die Meinung (siehe auch den Beitrag Für ‘GitHub-Flüchtlinge’, die zu Gitlab wechseln …).

EU-Wettbewerbskommission muss nicken

Bevor so ein Deal in trockenen Tüchern ist, müssen weltweit einige Wettbewerbsbehörden dem zustimmen. Diesem Beitrag entnehme ich, dass Microsoft wohl am 14. September 2018 auf dieser EU-Seite um die wettbewerbsrechtliche Zustimmung für die Übernahme nachgesucht hat.

Die Wettbewerbsbehörden der EU haben bis zu einer vorläufigen Frist zum 19. Oktober 2018 Zeit, um entweder der Übernahme zuzustimmen. Oder die EU-Wettbewerbsbehörden können eingehendere Untersuchung einleiten. Das könnte mit einigen unangenehmen Auflagen für Microsoft enden.

Microsoft kennt die Prozedur aber schon, hat man doch 2016 die EU-Zustimmung zur Übernahme der Plattform LinkedIn eingeholt. Damals musste Microsoft zusichern, dass LinkedIn nicht auf PCs vorinstalliert werde. Zudem darf Microsoft Wettbewerber nicht aus seiner Office-Suite ausschließen und muss den Zugriff auf Microsoft Graph ermöglichen.


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2 Antworten zu Microsofts GitHub-Deal: EU-Entscheidung am 19.10.2018


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  2. Ralph D. Kärner sagt:

    Ob es nun die Übernahme eines Mobiltelefonherstellers, eines VoIP- und Chatclienten ist, oder die Übernahme eines Spieleherstellers. Bislang konnte ich jedem der von mir angeführten Beispiele hautnah erleben, wie das endet. Ich habe mich daher entschlossen, nachdem Du damals den ersten Beitrag dazu veröffentlicht hast, einen eigenen Repository-Server aufzusetzen und meinen Code von GitHub herunter zu nehmen.

  3. Seita sagt:

    Vermutlich wieder etwas was MS sehr schnell “kaputt” machen wird.
    Ob nun gewollt oder auch nicht.

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