EU-Parlament: DAB+ wird in Autoradios Pflicht

Im EU-Parlament wurde am 14. November 2018 abgestimmt, ob DAB+ in Autoradios Pflicht wird. Die Abstimmung verlief ‘positiv’, der Empfehlung, die der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) im Juli 2018 ausgesprochen hatte, wurde entsprochen.


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Der Beschluss bringt die Forderung auf den Weg, der die Automobilindustrie zur Ausstattung ihrer Neufahrzeuge mit Digitalradios, zum Beispiel mit DAB+, in der EU verpflichtend macht. Endziel: In Neuwagen soll Digitalradio wie DAB+ künftig Pflicht werden.

Stufenweiser Ablauf

Zum Inkraft-treten bedarf es noch einer formalen Anerkennung durch den EU-Rat sowie der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union. Dies ist bis Frühjahr 2019 geplant. Dann beginnt eine zweijährige Übergangsfrist, nach der die Übernahme der Regelung in die jeweils nationale Gesetzgebung für die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtend  wird. Der Kodex soll sicherstellen, dass Autofahrer EU-weit Zugang zum digital-terrestrischen Radio DAB+ erhalten, unabhängig davon, wo in der EU das Fahrzeug gekauft wurde. Bei Interesse finden sich hier weitere Informationen.


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12 Antworten zu EU-Parlament: DAB+ wird in Autoradios Pflicht

  1. Micha sagt:

    Habe mir die Quelle durchgelesen. Da wollen sie also das in jeden Standard Radio ein DAB+ Tuner eingebaut werden muss. Sonst darf er nicht mehr in der EU verkauft werden. Wie soll das dann eigentlich mal mit Radios in Handys ablaufen. Ich nutze das immer auf Arbeit in der Pause zum UKW Radio hören.

    Des weiteren wird dadurch von Taschenradios maßgeblich die Batterielaufzeit sinken. So ein DAB+ Empfänger muss meistens nach 20 Stunden ans Ladegerät. Dagegen läuft mein Sangean DT 250 mit einer Leistungsaufnahme von rund 30mA mit 2 AA Akkus (2400maH) rechnerisch 80 Stunden.

    Besser wäre es gewesen den Einbauschacht und Schnittstellen wieder in DIN Norm auszuführen. Dann könnte jeder sein Lieblingsradio im Auto einbauen.

    • Ralph D. Kärner sagt:

      Darum geht es doch gar nicht bei dem Beschluss. Wenn die gesetzliche Grundlage geschaffen ist, dass alle DAB+ hören können ab einem bestimmten Erstzulassungsjahr, dann kann endlich umgesetzt werden, dass die analogen Radiosender abgeschaltet wrden und die Frequenzen wieder irgendeinem Highspeed-Blödsinn zugeführt werden können, den es auch Jahre später immernoch nur flächendeckend in Metropolen und Großstädten gibt. So eine Frequenzversteigerung spült ordentlich Geld in die Kassen der Republik. Dazu kommt dann noch die Mehrwertsteuer von den Radios, die dann von all denen gekauft werden müssen, die ein Auto fahren, dessen Radio nicht mal weiss, wie man DAB+ buchstabiert. Das kurbelt die Wirtschaft an und sorgt zudem dafür, dass die nächste Diätenerhöhung garantiert ohne Steuererhöhungen gesichert ist.
      Was Dein Mobiltelefon betrifft: Internetradio existiert und ist entsprechend digital.
      Ansonsten stimme ich Dir zu, wenn es um den DIN Schacht geht. Viel wichtiger wäre aber meiner Meinung nach, dass endlich ein Gesetz erlassen wird, dass dafür sorgt, dass die Kfz-Hersteller nur noch ISO-Stecker für den Radioanschluss verbauen dürfen.

      • Uwe Bieser sagt:

        Das ist vereinfacht. UKW-Rundfunk ist auch bei der Frequenzvergabe komplexer. Anders als bei DAB darf es aufgrund des problematischen Mehrwegempfangs keine Gebietsüberschneidungen eines identischen Senders mit gleicher Frequenz geben. Hinzu kommt, das UKW-Rundfunk nicht mit einer festen, sondern amplitudenmodulierten Sendefrequenz arbeitet. Das verlangt auch einen weiteren Abstand der Senderfrequenzen.

        Das UKW-Rundfunk auch mehr Sendeleistung benötigt, wage ich vorsichtig zu bezweifeln. Lasse mich aber gerne von einem Hochfrequenztechniker eines besseren belehren.

        Bis der UKW-Rundfunk wirklich endgültig abgeschaltet wird, vergehen ohnehin noch ein paar Jahre. Autos die mit einem alten DIN-Schacht herumfahren sind bis dahin gut und gerne 25 Jahre und älter. Sollen wir diese Fahrzeuge wirklich in Betracht ziehen? Besitzer dieser Fahrzeuge werden eher das Problem haben, dass die Komponenten der Fahrzeug-Steuergeräte längst nicht produziert werden und somit, wenn überhaupt, nicht mehr im Neuzustand erhältlich sind.

        Das Problem ist auch nicht der DIN-Schacht, sondern die Benutzerinformationen, die Schnittstellen und das Software-Protokoll der Geräte. In meinem alten Auto kann man problemlos ein 1-DIN-Radio einbauen, obwohl es ab Werk mit einem aufs Interieur abgestimmten Radio ausgestattet wurde. Der Hersteller bietet sogar entsprechende Halterungen und Blenden dafür an.
        Was dabei herauskommt ist allerdings nicht nur optisch ein Murks.

        Mein Auto hat beispielsweise keine Außenantennen, sondern mehrere über die Seiten- und Heckscheiben verteilte Fensterantennen. Weil diese Antennenform, im Gegensatz zur Stabantenne, eine Richtwirkung besitzt, benötigt man eben mehrere, die per Antennendiversity auf den Empfänger geschaltet werden. Da die Umschaltung vom Empfänger gesteuert wird, fällt die Funktion bei einem nachgerüsteten-Radio weg. Die Verschlechterung des Empfangs wäre deutlich.

        Zudem würden keine Telefon-Informationen auf dem Display des Radios angezeigt. Das integrierte Autotelefon könnte ich ebenfalls nicht mehr nutzen und müsste ein Mikrofon nachrüsten. Das Radio ließe sich, wenn überhaupt, nur mittels Adaptern per Lenkradtasten fernbedienen. Und nicht immer funktioniert das Zusammenspiel mit CAN-BUS-Adaptern problemfrei.

        Dazu kommt, dass manche Autos mit externen Verstärkern und DSP ausgestattet sind. Auch hier gibt es bei Nachrüstlösungen gerne Probleme.

  2. Dekre sagt:

    Na ja merkwürdig, sehr merkwürdig.
    Für mich hat das EU-Parlament und der EU-Rat, somit auch die EU-Kommission jeglichen moralischen Anstand verloren.
    Das sind nur Lakaien der Großindustrie und der tiefste Sumpf der Korruption.
    Die Franzosen wollen bei sich das einführen bei mindestes 20% DAB+ – Abdeckung. Das bedeutet, dass 5/4 des Gebietes in Frankreich ausgenommen ist. also 80% der Fläche.

    Die Täler der Ahnungslosen nehmen zu in der EU, vielleicht ein Grund zur Besinnung zu kommen und in diese Gebiete zu ziehen. Das sollte dann neue Kraft schöpfen DIESE EU abzuschaffen.

    • Roland Moser Normalverbraucher :-) sagt:

      Der EU-Sekte sollte man sich mit militärischen Mitteln entledigen.

    • Dekre sagt:

      Schreibfehler bei mir – es sind 4/5tel, logisch. Ansonsten wäre ja Frankreich rechnerisch größer. Nichts gegen DAB+ aber das „Entweder Oder“ und „Nur“ ist Irrsinn. Das unsinnige Normen führt in den Abgrund.

    • Nobody sagt:

      „Das sind nur Lakaien der Großindustrie und der tiefste Sumpf der Korruption.“
      Vielleicht nicht immer, aber immer öfter.

  3. Uwe Bieser sagt:

    Obwohl ich einen ReVox UKW-Tuner besitze kann ich das nachvollziehen. Bislang war immer das Argument gegen DAB, dass wegen der Verbreitung in den PKWs der UKW Rundfunk aufrecht erhalten bleiben muss. M. E kauft ohnehin niemand mehr ein neues Auto mit reinem UKW-Empfänger. Selbst unser low-cost Auto Peugeot 108 hatte vor 3 Jahren bereits parallel zum UKW-Empfänger auch einen DAB-Empfänger eingebaut.
    Nur sollte die EU dann auch unbedingt regeln, dass sich der Standard nicht wieder ohne zwingenden Grund einfach ändern darf und dadurch alte Standards funktionsuntüchtig werden. Gerade der Digitalrundfunk hat eine lange Leidensgeschichte mit teurem Elektroschrott. Ich darf nur mal an den Digitalen Sat-Radio Standard erinnern, der nach 10 Jahren einfach abgeschaltet wurde, obwohl die benötigten Empfänger mit > 1000 DM richtig teuer waren.

  4. deo sagt:

    Bevor man die EU kritisiert, sollte man mal nach gucken, wer die unbeliebten Gesetzesinitiativen in der EU einbringt. Das ist meistens unsere Bundesregierung. Weil sie die gewünschten Sachen nicht im nationalen Rahmen duchbekommen, gehen sie über die Kommission. Dann können sie sagen, dass es ja die EU sei, die uns dazu zwinge. So wird der Schwarze Peter elegant weggeschoben und die Leichen im fremden Keller entsorgt. Das ist schäbig und verlogen.

    • Dekre sagt:

      Das stimmt. Das „Geheimnis“ ist, dass es nicht öffentlich diskutiert und von „DIE MEDIEN“ aufgegriffen wird.
      Diese, die Medien, machen lieber einen Geheimverbund und wollen investigativ ermittelt haben, das Bayern München aus der Bundesliga will. Ich wette, dass noch in diesem Jahr die SZ, Spiegel und Consorten investigativ ermittelt haben wollen, das um Bayern eine Mauer gebaut werden soll und Bayern ihre Unabhängigkeit von EU, Deutschland und der Welt vorbereiten.

    • Uwe Bieser sagt:

      Das ist vereinfacht. Die Bundesregierung könnte ja, wie bei der DAB zu DAB+ Umstellung durchgeführt, auch UKW, wie bereits mehrfach beschlossen, einfach abschalten. Allerdings hatte man bislang Rücksicht auf die Verbraucher genommen, weil man eben nicht so einfach sein Autoradio auswechseln kann.

      Und aus dem Grund ist es auch sinnvoll, DAB+ verpflichtend einzuführen. Was mache ich denn, wenn das Nachbarland eine ganz andere Sendetechnik verwendet, für die ich keinen Empfänger habe? Zurück zu den PAL/SECAM Zeiten?

  5. ralf sagt:

    HEISE:
    „Der niedersächsische Landtag will den Übertragungsstandard DAB+ nicht mehr fördern. Die Zukunft der Radio-Verbreitung sei 5G.“
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Niedersachsen-stimmt-fuer-Abschied-von-DAB-4453027.html

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