Windows 10 V1809: Zeitsynchronisation fehlt (vermeintlich) in Einstellungen

Gerade bin ich darauf gestoßen, dass mir das Windows 10 Oktober 2018 Update (V1809) in der Einstellungen-Seiten scheinbar keine Option zur Zeitsynchronisierung mit einem Internetserver bietet. Hier ein paar Informationen zu diesem Effekt.


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Das Ganze läuft ein wenig unter der Rubrik ‘Pleiten, Pech und Pannen’, und ist selbst verschuldet, zeigt aber einige Klippen.

Einige Vorbemerkungen

Momentan arbeite ich zwangsweise an einem Notebook mit Windows 10 Version 1809 (Build 1776.195) – ein Netbook mit Windows 7 SP1 habe ich beim Versuch, ein USB-Linux zu booten geschrottet – muss ich demnächst mit etwas mehr Ruhe wieder richten. Das Testsystem mit Windows 10 V1809 kann man nur noch als kaputt bezeichnen.

  • Vor einigen Tagen musste ich die Audiofunktionen reparieren, weil Microsoft die Soundausgabe sowie die Mikrofonaufzeichnung kaputt aktualisiert hat. Keine Ahnung, welches Update da was zerschossen hat. Ich habe das Problem erst an Weihnachten bemerkt.
  • Eine USB-Verbindung mit einem Android-Smartphone klappte zwar, aber ich konnte keine Dateien transferieren (es kam die Meldung, dass die Ressourcen bereits in Verwendung seien).

Aktualisierte Treiber haben beide Probleme behoben (siehe auch meinen Blog-Beitrag Windows-Fehler “Die angeforderte Ressource wird bereits verwendet”). Aktuell hakt es noch, dass das System bei der Anmeldung, d.h. in der Windows-Shell, lahm geworden ist. Die Anmeldung per Fingerabdrucksensor, die ich immer noch teste, braucht ihre Gedenksekunden – der Sperrbildschirm braucht einige Zeit, bis er arbeitsbereit ist. Im Explorer kann ich über die Symbolleiste keine Ordner umbenennen, weil die Schaltfläche gesperrt ist. Und im Kontextmenü bremst irgend etwas den Kontextmenü-Befehl Neu.

Irgend ein Handler läuft möglicherweise Amok und wartet auf einen Timeout, bevor die Kontrolle weiter gegeben wird. Installiert sind Office 2019 Pro Plus, einige portable Versionen von Chrome, Thunderbird, sowie der Windows Live Writer (Blog-Frontend) und dann SnagIt als Screenshot-Programm. Keine Ahnung, ob da eine Beeinflussung passiert. Momentan habe ich keinen Nerv, da weiter herum zu wühlen – ich nutze das System aktuell lediglich zum Bloggen. Erklärt auch, warum ich unbewusst auf das nächste Problem bei diesem Notebook warte.

Die vermeintlich kaputte Uhrzeitanzeige

Heute Vormittag wollte ich kurz schauen, wie spät es ist und bekam einen Schock: Schon nach 1 Uhr, Du musst zum Einkaufen. Da meine Frau sich aber aber noch nicht rührte, wurde ich stutzig. Eine Kontrolle am Smartphone ergab, dass es gerade nach 11 Uhr war.

Obiges Handy-Foto zeigt, dass irgend etwas mit der Anzeige der Uhrzeit nicht stimmte. Die erste Ziffer der Stundenanzeige ist gut zu erkennen. Die zweite Ziffer scheint weitgehend zu fehlen. Bei der Minutenanzeige stimmt wieder alles.


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Im Verlauf meiner Nachforschungen habe ich dann an unten gezeigten Screenshot festgestellt, dass die Uhrzeitanzeige von Windows 10 V1809 korrekt ist. Allerdings kann der Grafiktreiber in Windows 10 das Ganze wohl nicht sauber darstellen. Hintergrund ist, dass ich die Skalierung des Bildschirms – für Buchprojekte und zur besseren Lesbarkeit der Texte – auf 1366 x 768 Pixel reduziert habe. Und da gibt es dann den optischen Anzeigefehler – trotz der vielen Verlautbarungen Microsofts, dass man bei der Skalierung der Anzeige einiges verbessert habe.

Versuch, die Internetzeit zu synchronisieren

Mein erster Reflex war, die Uhrzeiteinstellungen per Kontextmenü aufzurufen und zu kontrollieren. Ich wollte den Rechner per Internet-Zeitserver synchronisieren. In der Einstellungen-Seite war eine merkwürdige Zeitzone eingestellt. Aber die Umstellung auf Brüssel als Zeitzone änderte nichts an der Uhrzeitanzeige der Taskleiste. Diese zeigte vermeintlich 1:xx an. Eine Option, um die Zeitsynchronisierung mit einem Zeitserver anzustoßen, fehlte ebenfalls in der Einstellungen-Seite. Also über die Suchfunktion der Taskleiste zur Systemsteuerung gehangelt und dort die Zeitsynchronisation angestoßen. Die Anzeige blieb weiterhin ‘falsch’.

Windows 10 V1809 - Uhrzeitanzeige
(Zum Vergrößern klicken)

Dann habe ich den obigen Screenshot angefertigt, der die Uhrzeit plötzlich korrekt wiedergab. Die Uhrzeitanzeige der klassischen Systemsteuerung und der Einstellungen-Seite melden die gleiche Uhrzeit. In der Taskleiste wurde ebenfalls eine korrekte Uhrzeit angezeigt.

Da dämmerte mir: ist ein Anzeigeproblem. Ich habe dann die Bildschirmauflösung erhöht und erhielt ebenfalls die korrekte Anzeige. Da war mir klar, dass es ein schlichter Anzeigefehler von Windows 10 in meiner Konstellation ist. Hat mich gewundert, da Microsoft gefühlt alle 6 Monate einen Beitrag veröffentlicht, dass man die Anzeige wieder einmal verbessert habe.

Warum ist scheinbar keine Zeitsynchronisation möglich?

Blieb noch die Frage, warum in der Einstellungen-Seite die Option für die Zeitsynchronisierung fehlte. Mir kam sofort ein Verdacht, hatte ich die Schritte zum Ändern der Uhrzeit doch im Blog-Beitrag Windows 10 V1703: Internetzeit synchronisieren beschrieben.

Datum/Uhrzeit anpassen

Dort wurden mit die Optionen aus dem obigen Screenshot angeboten – und die gelten auch für Windows 10 V1809. In meiner Einstellungen-Seite ergab sich aber folgende Anzeige:

Datum/Uhrzeit anpassen

In der Einstellungen-Seite fehlten einige Optionen. Da die betreffenden Dialogfelder der Systemsteuerung für die Anpassung der Uhrzeitanzeige administrative Berechtigungen fordert (dort kann man die Funktionen anwählen, muss diese aber per Benutzerkontensteuerung bestätigen), war mir der Grund für mein ‘Problem’ klar. Ich war unter einem Standardbenutzerkonto angemeldet. Eine Anmeldung am Administratorkonto zauberte auch die Optionen zum Anpassen der Uhrzeit und zur Internetzeit-Synchronisation zutage.

Steckt zwar alles irgendwo bei mir im Hinterkopf. Ich fluche aber jedes Mal, wenn ich unter Windows 10 eine administrative Einstellung korrigieren möchte und diese in der Einstellungen-Seite fehlt. Denn aus Sicherheitsgründen arbeite ich unter Standardbenutzerkonten. Dort blendet Windows 10 in der Einstellungen-Seite aber schlicht keine Optionen ein, die  administrative Berechtigungen erfordern. Man muss sich explizit unter einem Administratorkonto anmelden, um das anpassen zu können (oder man geht über die klassische Systemsteuerung).

In meinen Augen eine unschöne Lösung

Man kann zwar formal damit argumentieren: Standardbenutzer sollen in den Einstellungen nur das sehen, was sie auch verwenden dürfen. In der Praxis führt das dazu, dass die normalen Windows 10-Nutzer (außerhalb verwalteter Firmenumgebungen) unter Administratorkonten arbeiten. Das reißt sicherheitstechnisch aber eine Schutzfunktion ein, die Microsoft mit der Benutzerkontensteuerung eingeführt hat. Denn einige Funktionen, die administrative Berechtigungen erfordern, lassen sich unter Administratorkonten per UAC-Bypassing umgehen. Lässt sich durch Anpassung der Einstellungen der Benutzerkontensteuerung zwar blockieren. Aber das macht kaum jemand.

Ich hatte das Thema etwas dedizierter im Blog-Beitrag Windows 10-Administration: Fehlentwicklung in Sachen Sicherheit? beleuchtet und darauf hingewiesen, dass unter Windows 10 viele Aufgaben in der neuen Einstellungen-App zwingend unter Administatorkonten ausgeführt werden müssen (unter Standardbenutzerkonten fehlen die betreffenden Befehle). Tenor aus der Kommentarlage zum Artikel: Ist doch kein Problem, melde ich mich für diese Aufgaben am Administratorkonto an.

Ich habe den Blog-Beitrag daher etwas breiter angelegt, um aufzuzeigen, in welche Probleme man als normaler Nutzer unter Windows 10 laufen kann (so etwas ist mir bisher in keiner früheren Windows-Version untergekommen).

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5 Kommentare zu Windows 10 V1809: Zeitsynchronisation fehlt (vermeintlich) in Einstellungen

  1. Rene sagt:

    Wenn ich mich so durch die Blogs lese und sehe, was alles bei win10 v1809 im Argen liegt, kann ich nur auf Holz klopfen, das mein Gerät (1) nicht betroffen ist.
    Ok, ich mache auch recht wenig mit dem PC.
    Eigentlich nur etwas Office (2), Mit dem Firefox surfen, E-Mails mit dem eM Client, 3 Cloud Anbindungen (3) und eine NAS Verbindung zur FritzBox.
    Dann noch etwas Foto und Videobearbeitung mit Adobe Photoshop Elements 14, Adobe Premiere Elements 9, Picasa, PhotoScape, Movie Maker und PhotoScape.

    Dann noch ein paar Programme, die ich leider benötige wie GLUCOFACTS Deluxe v3.14.00 (benötigt Java) und Dexcom Clarity Uploader.

    Meine SQL Datenbankenanbindungen mit den dazugehörigen Anwendungsprogrammen, laufen über einen anderen Rechner mit win7.

    Was läuft bei mir anders? Keine Ahnung. Eventuell hat mir ASUS die Treiber und mein Bios besser vorbereitet auf v1809?

    (1)
    Asus ASUS VIVO UN68U-M007Z MINI PC Mini-PC (HTPC)
    Intel Core i5 i5-8250U (4 x 1.6 GHz)
    8 GB RAM
    256 GB M.2
    OS: Windows® 10 Home 64Bit v1809
    (2)
    MS-Office 2016 pro plus
    (3)
    MagentaCLOUD, Google Drive, OneDrive

  2. Mirko Heilmann sagt:

    Die Probleme mit den Anzeigeeinstellungen sind aber nun wirklich hausgemacht. Seit Windows 8 verfügt das System über sehr gute Skalierungseigenschaften. Einen LCD betreibt man normalerweise immer mit seiner nativen Auflösung. Denn nur dort hat man eine exzellente Bildschärfe. Dreht man an der Auflösung wird das Bild unscharf, denn der LCD kann nicht wie ein Röhrenmonitor stufenlos skalieren. Bei zu geringer Auflösung entspricht das Pixel nicht mehr dem Pixel, sondern es werden künstlich mehr Pixel als eins angezeigt. Ist jetzt etwas holprig formuliert, ich hoffe man versteht den Sinn trotzdem. Deshalb kommt eine leichte Unschärfe hinzu.
    Das konnte man bis Windows 7 so gut wie nie vernünftig benutzen. Hatte man Full-HD Auflösung nativ auf 13 Zoll war die Schrift sehr klein und die Systemskalierung nur rudimentär.
    Seit Windows 8 kann man die Auflösung nativ belassen und stellt die Skalierung auf einen Wert >100%.
    Und dort schraubt Microsoft in der Tat immer wieder daran rum, im positiven. War es am Anfang nur möglich feste Werte in engen Grenzen einzustellen kann man nun auch freie Werte in 1% Abstufung eingeben.
    Und das Ganze funktioniert tadellos systemweit. Nur wenn die Software (Dritthersteller) nicht angepasst ist kann man unter Umständen nichts lesen. Den Fall hatte ich mal bei einem Yoga 2 mit 4K Auflösung auf 13 Zoll und der McAffee-Deinstaller skalierte nicht mit. Da konnte man selbst die Schaltflächen kaum erkennen.
    Also einfach mal ausprobieren, Auflösung nativ und dann die Skalierung bis zum gewünschten Faktor hochdrehen.
    In diesem Sinne wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr.

  3. Aegis sagt:

    Ich nutzte zum Zeitsyncronisieren schon seit Jahren das Tool NetTime (http://www.timesynctool.com/), da die Windows eigene Funktion dazu einfach nur murks ist und bei mir schon öfters nicht die richtige Zeit angezeigt hatte.
    NetTime läuft unauffällig im Hintergrund und synced die Zeit immer zuverlässig.
    Man muß nur dran denken die Windows Timesync funktion abzuschalten, damit die sich nicht behaken.

  4. Sobald ich für mich einen PC einrichte stelle ich den Zeitserver auf die Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig “ptbtime1.Ptb.De” um und sobald es wieder so ein verflixtes Upgrade kommt steht das gleich mit auf meiner Überprüfen liste mit drauf.

    • wufuc_MaD sagt:

      ich bin mir nicht sicher ob sich herr born die mühe gemacht hat (oder jemand anderes).. doch mal nachzusehen ob sich unter “internetzeit” was getan hat (kein nerv mehr frei zählt auch!) als ich zuletzt nach voreinstellungen geschaut hab gabs dort ms.com und 4 nist.gov zeitserver.

      nettime ist gut aber unter windows 10 würde ich das garnicht erst versuchen!

      ___.pbt.de, ___.ntp.org u.s.w. im router eintragen und die clients per unter internetzeit eingetragener router-ip mit der aktuellen zeit zu versorgen halte ich für die beste lösung. die synchronisierung funzt auch nach zweitem klick auf “synchronisieren”

      zu nervigen treiberproblemen: uefi- oder misch-mode deaktivieren! da es wieder “zeitzonen-issues” und entsprechende “adressierungen” seitens microsoft sowie aktuelle “usb- und ethernet-usb treiber” von realtek (gehostet in azure) gibt, kommt das ganze nicht überraschend. das härteste was ich bis jetzt erlebt hab (altes frühes uefi bios) war ein deaktivierter hd-audio adapter. das war recht schwer zu diagnostizieren.

      bin gespannt welche neuen probleme und adressierungen einschlagen,
      wenn ich an vor einem jahr zurück denke wird mir unwohl.

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