Polizei warnt vor neuen Erpresser-Mails (Feb. 2019)

Altes Thema neu aufgelegt. Aktuell laufen mal wieder Spam-Wellen, bei denen Erpressungs-Mails an die Empfänger verteilt werden. Nachdem ich von einem Blog-Leser eine solche Mail zugeschickt bekam und nachdem auch die Polizei Niedersachsen warnt, hier mal wieder ein entsprechender Blog-Beitrag.


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Ein Leser-Hinweis: Personalisierte Erpressungs-Mail

Die zahlreichen Hacks der letzten Jahre tragen wohl dergestalt ‘Früchte’, dass Cyber-Kriminelle die Mail-Adressen und Daten verwenden, um Mail-Kampagnen zu individualisieren. Blog-Leser Fred S. schickte mir vor einigen Tagen folgende Nachricht:

Habe heute morgen die im Anhang befindliche E-Mail gefunden. Dachte zuerst an ein Scherz unter dem Motto”schick dir mal selbst eine Mail”. Wäre das Thema nicht so ernst, hätte ich die Sache belächelt und gelöscht.

Da diese E-Mail-Seite Personalisierungen aufweist, konnte ich sofort erkennen, dass es sich nur um einen Fake handelt. Andere Betroffene bekommen wahrscheinlich sofort einen Herzkasper oder zumindest weiche Knie.

Da ich auch zu den Ü50 gehöre, könnte ich mir eine Notiz in diesem Blog vorstellen. Bei den Profis endet solche Mail ja sofort im Papierkorb. Ich stelle Ihnen dazu den Screenshot der Mail gern zur Verfügung. Leider kam der Gedanke erst, nach dem diese Mail im Papierkorb gelandet war.

Die Mail ist in nachfolgender Abbildung zu finden – die individuellen Informationen habe ich entfernt.

Erpressungs-Mail
(Zum Vergrößern klicken)

Die Masche ist bekannt: Mit einem angeblichen Tatbestand und dem Sachverhalt ‘ich habe dein E-Mail-Konto gehackt’ bluffen und dann Lösegeld fordern. Natürlich ist das t-online-Konto nicht gehackt, die Kriminellen haben schlicht die entsprechenden Angaben in der Mail in den betreffenden Fehlern gefälscht (das wird ja von Mail-Servern und –Clients nicht überprüft). Die Drohung, dass man kompromittierendes Material an die Öffentlichkeit gibt, soll die Empfänger einschüchtern. Hier gilt: Die Mail sofort löschen – das ist eine alte Betrugsmasche.

Warnung der Polizei Niedersachsen

Zum 26. Februar 2019 hat die Polizei Niedersachsen eine Warnung Wieder Erpressermails im Umlauf, jetzt in neuer Aufmachung herausgegeben. Laut dieser Warnung kursieren seit ein paar Tagen wohl vermehrt E-Mails, die als Mahnschreiben einer Anwaltskanzlei getarnt sind. In der Mail werden der Absender einer Anwaltskanzlei verwendet. Auch im Betreff wird versucht, den Eindruck zu erwecken, dass man ein Mahnschreiben dieser Kanzlei vor sich hat. Die Schreiben versuchen sogar mit Namens- und teilweise Adressnennung darüber täuschen, dass man es mit keiner echten Forderung zu tun hat.

Porno-Erpressungs-Mail
(Zum Vergrößern klicken)

Es gibt weitere Varianten der Mail, die vorgeblich von weiteren Anwälten stammen und durch ‘vergessene’ Platzhalter für Adressen auffallen.


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Porno-Erpressungs-Mail
(Zum Vergrößern klicken)

Auf der Webseite der Polizei werden sogar Mail-Beispiele gezeigt, in denen die komplette Anschrift des Empfängers enthalten ist. Diese stammen mutmaßlich aus Datensätzen, die bei Hacks erbeutet wurden. Auch hier versucht der Erpresser Druck auf die Empfänger aufzubauen, und fordert einen Betrag X als Gebühr. Da die Zahlung in ‘Bitcoin’ erwartet wird, ist das Ganze als Fälschung zu erkennen.

Einige Mails täuschen vor, von der Kanzlei Rose & Partner zu sein. Die Kanzlei warnt inzwischen auf ihrer Webseite vor diesen Betrugsfällen. Es sind aber auch diverse andere, gegebenenfalls erfundene oder missbräuchlich verwandte, (Kanzlei-) Namen als Absender in Erscheinung getreten. Der Rat der Kanzlei auf deren Webseite:

Reagieren Sie nicht auf diese E-Mails und informieren Sie gegebenenfalls die Polizei. Eine Weiterleitung der Nachricht an uns ist nicht geboten!

Auf der Seite onlinewarnungen.de sowie von der Verbraucherzentrale gibt es ähnliche Beispiele und Warnungen. Die Polizei Niedersachsen rät in ihrer Warnung: Wie auch die Male zuvor sind diese Mails nicht echt und Sie sollten nicht weiter darauf reagieren. Nach derzeitigem Stand gibt es eine solche Schadsoftware nicht! Man kann die E-Mails recht leicht an Rechtschreibfehlern und völlig unpassenden E-Mail-Absendern, wie z.B. eine Tischlerei, erkennen.

Sollten Sie dennoch schon Geld gezahlt haben oder bloß eine mögliche versuchte Erpressung anzeigen wollen, können Sie dazu die Onlinewache Ihres Bundeslandes (hier am Beispiel Niedersachsen) nutzen oder dies in einer Polizeidienststelle Ihrer Wahl tun.


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3 Antworten zu Polizei warnt vor neuen Erpresser-Mails (Feb. 2019)


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  2. Dekre sagt:

    Ich bin jetzt mal auch letzten Montag dran gewesen. mit den Bitcoin Forderungen.
    Habe nach Eingang innerhalb von 15 Minuten Strafanzeige erstattet und auch den Provider informiert.
    Mal sehen was passiert. Ich denke das ist der richtige Weg. Gibt wohl genug Leute, die aus Unkenntnis und Verzweiflung dann was zahlen. Man muss sich ein Handlungskonzept zurechtlegen um diesen Leuten das Handwerk zu legen.
    Na gut, wenn ich bei jedem Spam-Mail Anzeige erstatten würde, so wäre leichter Verwaltungsaufwand nötig. Aber mal sehen, was Staatsanwalt und Internetpolizei macht.
    Nachtrag: Der Provider hat übrigens geantwortet und wartet auf die Anfrage der Staatsanwaltschaft/ Polizei, um dann Unterstützung zu geben.

    • Dekre sagt:

      So, Post von der Staatsanwaltschaft gekommen.

      Resultat:
      # Verfahren eingestellt.
      # IP-Adresse sei Valencia, USA, jedoch nicht zu verfolgen, da Verschleierung.

      Also wenn die Polizei Niedersachsen zur Anzeige rät, so frage ich mich, was das soll. Es ist aber Berlin und da ist durch die linksradikalen militanten Frauen im Senat sowieso alles anders.

  3. Dekre sagt:

    Zur Info – nach Pressemitteilung des Bayerischen LKA von heute, 13.03.2019, gibt es einen Ermittlungserfolg. Danach soll es sich um einen 17-Jähringen aus Bremen handeln.

    Die Pressemitteilung ist hier abzurufen:
    https://www.polizei.bayern.de/lka/news/presse/aktuell/index.html/294009

    Grüße

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