Microsoft killt: … und auch HealthVault

GesundheitMicrosoft ist mal wieder auf dem Streich-Tripp und wird Apps sowie den Dienst HealtVault für Consumer einstellen. Hier ein kurzer Überblick, was gerade Sache ist und was sich so ändert.


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Ich finde es ja immer zum Piepen, wenn Microsoft einen neuen Dienst, ein neues Produkt oder eine neue App vorstellt, die Fans sich begierig drauf stürzen und dann verschwindet das Produkt sang- und klanglos vom Markt. Aktuell warte ich diesbezüglich auf eine Meldung zu Windows 10, da der 1. April 2019 aber vorbei ist, kommt diese heuer wohl nicht.

Aus für Facebook, Messenger und Instagram-Apps

Dafür dürfen sich Consumer auf Windows 10-Mobilgeräten Ende April 2019 darauf freuen, dass ein gewisser App-Plunder kollateralschadenfrei auf dieser Plattform entsorgt werden kann. Diesmal kann Microsoft aber nichts dafür, Facebook zieht die Reißleine und stelle seine Apps für Facebook, Messenger und Instagram für die Windows Mobilplattform ein. Martin Geuß, der näher an diesem Thema dran ist, arbeitete sich vor einigen Tagen im Artikel Chronistenpflicht: Facebook, Messenger und Instagram für Windows Smartphones werden eingestellt daran ab.

Aus für Microsoft HealtVault

HealtVault war Microsofts im Oktober 2007 gestarteter Versuch, im Gesundheitswesen Fuß zu fassen und die persönlichen Gesundheitsdaten der Nutzer zu verwalten. Jetzt lese ich bei MS Power User, dass Microsoft seinen HealthVault genannten Verbrauchergesundheitsdienst abschalten wird. Dürfte aber nur wenige Benutzer im deutschsprachigen Raum betreffen, so meine Einschätzung, auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Dienst auch in Deutsch angeboten wurde.

Das Ganze ist ein Abschied auf Raten, bei dem der Letzte das Licht ausschalten sollte – und ein Exit, der nicht einer gewissen Ironie entbehrt. Vor einigen Jahren schaltete Google seinen Gesundheitsdienst Google Health ab. Google empfahl seinen Nutzern, zum HealthVault-Service von Microsoft zu migrieren.

Hätte die Initialzündung für Microsofts HealtVault werden können, wann bekommt man schon ‘Kunden auf dem Silbertablett geschenkt’? Hätte, hätte Fahrradkette – es ist anders gekommen. Im vergangenen Monat kündigte Microsoft seine Pläne an, sowohl das Microsoft Health Web-Dashboard als auch die Mobile-Apps für das Microsoft Band (siehe Microsoft Band: Aus für Dienste und Apps am 31.5.2019) abzuschalten.

Nach einer Schamfrist kommt die nächste Meldung. Microsoft hat beschlossen, den HealthVault-Service vollständig zu deaktivieren. Dazu hat Microsoft eine E-Mail mit einer entsprechenden Nachricht an HealthVault-Benutzer verschickt. Der Mail zufolge wird der Dienst am 20. November eingestellt.

Die Benutzer müssen die Daten zu einem anderen Gesundheitsdienst migrieren, wenn sie die jahrelange gespeicherten Daten nicht verlieren wollen. Microsoft ist eine Partnerschaft mit Get Real Health eingegangen. Diese soll es HealthVault-Benutzern ermöglichen, ihre bestehenden Daten vor dem Abschalten von HealthVault zu übertragen. Dazu kann das HealthVault-Konto seine Daten die Daten auf die Lydia-Plattform von Get Real Health migrieren. HealthVault-Benutzer werden dafür in Lydia neben einer neuen Benutzeroberfläche unter anderem folgende Neuerungen versprochen:

  • Apple und Android werden über native Anwendungen (Apps) unterstützt
  • Unterstützung der Anbindung einer wachsenden Anzahl von Gesundheitsgeräten
  • Die Möglichkeit, Gesundheitsdaten von jedem Arzt oder Krankenhaus hochzuladen.
  • Die Gesundheitsdaten für Ihre gesamte Familie sicher weiter zugeben.
  • Einfacher Zugriff über Touch ID und (bevorstehende) Face ID

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Mal sehen, wann der nächste Datenskandal in dieser Richtung ruchbar wird, wenn die Speicherung und Weitergabe von Gesundheitsdaten zu einem Leak führt. Für Benutzer bleibt zu hoffen, dass der neue Lydia-Dienst etwas länger durchhält.


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4 Antworten zu Microsoft killt: … und auch HealthVault


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  2. Herr IngoW sagt:

    “HealtVault”
    Wuste garnicht das es das gibt da ich son Zeugs nicht nutze.
    Ja und die Sachen von “Facebook”?, mus nur noch von den anderen Plattformen verschwinden.

  3. Steter Tropfen sagt:

    Naja, früher haben die Leute Halstücher und weite Manschetten getragen oder Ausschläge unter Puder versteckt. Heute posten sie ihre Fotos davon in ‚sozialen‘ Netzwerken…

    Aber dass MS seinen Indiskretions-Dienst einstellt, hat für Deutschland keine großen Folgen. Wir haben bekanntlich einen sehr technik-affinen Gesundheitsminister, der lässt sich da sowieso gerade was einfallen (koste es, was es wolle.)

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  5. Charles sagt:

    Finde ich gut,dass Microsoft diesen Ramsch wie Facebook und Instagramm aus dem Store rausschmeisst.Es gäbe da wohl sicher noch viel mehr,was verschwinden dürfte.

  6. Sem sagt:

    Und Microsoft selbst stellt die hauseigene App “Übersetzer” für Windows 10 Mobile nun auch ein. Ein weiterer Schlag ins Gesicht für alle Lumia-Besitzer.

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