Debian 10 freigegeben

Die Entwickler der Linux Debian-Distribution haben bereits am 6. Juli 2019 die Version 10 (Codename Buster) freigegeben. Es ist noch eine Linux-Distribution, die sowohl 32- als auch 64-Bit-Systeme unterstützt und sich nicht nur auf die 64-Bit-Plattformen fokussiert.


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Die Freigabemeldung findet sich auf dieser Debian-Seite. Debian 10 Buster wird mit mehreren Desktop-Anwendungen und -Umgebungen ausgeliefert. Sie umfasst nun unter anderem auch die Desktop-Umgebungen:

  • Cinnamon 3.8,
  • GNOME 3.30,
  • KDE Plasma 5.14,
  • LXDE 0.99.2,
  • LXQt 0.14,
  • MATE 1.20,
  • Xfce 4.12.

In dieser Version verwendet GNOME standardmäßig den Wayland Display Server anstelle von Xorg. Wayland hat ein einfacheres und moderneres Design, das Vorteile für die Sicherheit bietet. Der Xorg-Anzeigeserver ist jedoch weiterhin standardmäßig installiert, und der Standard-Anzeigenmanager ermöglicht es Benutzern, Xorg als Anzeigeserver für ihre nächste Sitzung auszuwählen.

Für Personen in sicherheitsrelevanten Umgebungen ist AppArmor, ein obligatorisches Zugriffskontroll-Framework zur Einschränkung der Fähigkeiten von Programmen, standardmäßig installiert und aktiviert. Darüber hinaus können alle von APT bereitgestellten Methoden (außer cdrom, gpgv und rsh) optional das seccomp-BPF Sandboxing nutzen. Die https-Methode für APT ist im apt-Paket enthalten und muss nicht separat installiert werden.

Die Netzwerkfilterung (Firewall) basiert standardmäßig auf dem nftables-Framework in Debian 10 buster. Ab iptables v1.8.2 enthält das Binärpaket iptables-nft und iptables-legacy, zwei Varianten der Befehlszeilenschnittstelle iptables. Die nftables-basierte Variante verwendet das Subsystem nf_tables Linux-Kernel. Das Alternativsystem kann zur Auswahl zwischen den Varianten verwendet werden.

Die UEFI-Unterstützung (Unified Extensible Firmware Interface), die erstmals in Debian 7 eingeführt wurde, wird in Debian 10 buster weiterhin stark verbessert. Die Secure Boot-Unterstützung ist in dieser Version für amd64-, i386und arm64-Architekturen enthalten und sollte auf den meisten Secure Boot-fähigen Computern sofort nach dem Auspacken funktionieren. Das bedeutet, dass Benutzer die Secure Boot-Unterstützung in der Firmware-Konfiguration nicht mehr deaktivieren müssen.

Die Pakete cups und cups-filters sind standardmäßig in Debian 10 buster installiert und bieten den Benutzern alles, was sie benötigen, um die Vorteile des treiberlosen Druckens zu nutzen. Netzwerk-Druckwarteschlangen und IPP-Drucker werden automatisch eingerichtet und von Cups verwaltet, und auf die Verwendung von unfreien Druckertreibern und Plugins kann verzichtet werden.

Debian 10 buster enthält zahlreiche aktualisierte Softwarepakete (über 62% aller Pakete in der vorherigen Version), wie z.B.:

  • Apache 2.4.38
  • BIND DNS Server 9.11
  • Chromium 73.0
  • Emacs 26.1
  • Firefox 60.7 (in the firefox-esr package)
  • GIMP 2.10.8
  • GNU Compiler Collection 7.4 and 8.3
  • GnuPG 2.2
  • Golang 1.11
  • Inkscape 0.92.4
  • LibreOffice 6.1
  • Linux 4.19 series
  • MariaDB 10.3
  • OpenJDK 11
  • Perl 5.28
  • PHP 7.3
  • PostgreSQL 11
  • Python 3 3.7.2
  • Ruby 2.5.1
  • Rustc 1.34
  • Samba 4.9
  • systemd 241
  • Thunderbird 60.7.2
  • Vim 8.1

Sowie mehr als 59.000 andere gebrauchsfertige Softwarepakete, die aus fast 29.000 Quellpaketen aufgebaut sind. Mit dieser breiten Auswahl an Paketen und seiner traditionellen Unterstützung für eine breite Architektur bleibt Debian ein universelles Betriebssystem. Es eignet sich für viele verschiedene Anwendungsfälle: von Desktop-Systemen bis hin zu Netbooks, von Entwicklungs-Servern bis hin zu Clustersystemen sowie für Datenbank-, Web- und Speicherserver. Gleichzeitig stellen zusätzliche Qualitätssicherungsmaßnahmen wie automatische Installation und Upgrade-Tests für alle Pakete im Debian-Archiv sicher, dass die Version 10 die Erwartungen der Benutzer an eine stabile Debian-Version erfüllt.


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Wenn Sie Debian 10 buster einfach ausprobieren wollen, ohne es zu installieren, können Sie eines der verfügbaren Live-Images verwenden. Eine Liste der Spiegel-Server findet sich auf dieser Webseite. Mehr Informationen gibt es in den Release Notes, die Debian Webseite findet sich hier. Bei heise gibt es diesen deutschsprachigen Artikel zum Thema.


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3 Antworten zu Debian 10 freigegeben

  1. RUTZ-AhA sagt:

    Für den Ein- oder Umsteiger ist das aber nicht wirklich ein optimales Betriebssystem, weil doch für etliche Dinge Grundwissen benötigt wird. Der Umgang mit dem Terminal und seinen zig Kommandos sollte schon geläufig sein.
    Dann ist etliches nicht auf neuestem Stand. Und die Standard ISO in einiger Hinsicht überfrachtet.
    Leichter und einfacher, als mit Linux Mint geht 's nicht. Von vornherein den gewünschten Desktop auswählen und dann installieren.
    Und im Dualboot sofort Zugriff von Linux Mint auch auf das installierte Windows mit allen Ordnern und Dateien, ohne Neustart. Nur in umgekehrter Richtung geht nicht.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Ich für meinen Teil muß zugeben, daß mich absolut kein Linux-Betriebssystem als Desktop-Ersatz reizt.

      Nein, nein, bitte nicht falsch verstehen: Ich liebe Linux-Distributionen und ihre Vielfalt. Bei mir kommen sie aber tatsächlich nur headless und in virtuellen Maschinen (oder RasPi's) zum Einsatz.

      Daher kenne ich praktisch nur noch das Terminal und würde aus genau diesem Grunde nichts Anderes, als Debian, Arch Linux und Fedora/CentOS einsetzen. Wobei Fedora/CentOS durch den Aufkauf der Mami RedHat durch Microsoft bei mir ausgedient haben (fast alles läuft atm auf Debian).

      Wie Du siehst: So unterschiedlich sind Geschmächer. Apropo, Mint hatte auch ich mal ausprobiert. Ja, es ist einem Windows XP ähnlich. Habe es auch erfolgreich einem Bekannten weiterempfohlen. Aber ich mag den den Desktop nicht. Die reizen mich alle nicht, weil sie optisch "bäh" sind und eine usability von… "igitt" haben.

    • Al CiD sagt:

      Debian ist als "Master-Distribution", als Basis, mit einer der umfangreichsten Betriebssysteme (für die verschiedensten Plattformen erhältlich) in der unixoiden Welt und haben sich dafür entschieden eher stabil als aktuell zu sein…

      Für Ein- und Umsteiger sind die verschiedensten Derivate, je nach Gusto und Anwendungsbereich, definitiv angepasster und eher gedacht als Debian… oder auch Arch, Slackware, RedHat/Fedora, Mandriva, Suse und Gentoo…
      Alle hier aufgeführten sind Master-Distributionen.

      Nebenbei, Ubuntu ist auch ein Debian-Derivat und dient selbst als Basis für einige weitere Distributionen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Linux-Distributionen#Debian-Derivate

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