Microsoft verspricht das Blaue für den Streaming-Dienst Mixer

Die Zukunft für den Streaming-Dienst Mixer wird strahlend, hat Microsoft gerade angekündigt. Aber mir müssen ‘Mixer Create’ leider abschalten. und andere Baustelle: Remix 3D muss auch schließen. Kleine Nachrichtenrunde vom Brexit …


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Ups, da ist mir Siggi Freud mal wieder durchgegangen. Ich war noch in Gedanken bei BoJo (Boris Johnson), der jetzt Premierminister in Großbritannien ist und sich dadurch auszeichnet, dass er die Leute nach Strich und Faden belügt und das Blaue vom Himmel verspricht. Und da gibt es noch die andere Baustelle, die mir so gar nichts gibt: Microsofts Streaming-Dienst Mixer.

Ankündigungen für die Community

Chad Gibson, General Manager, für den Mixer-Dienst hat gestern ein Statement auf dieser Microsoft-Seite veröffentlicht, wo er auf die kommenden Änderungen eingehen will. Unter dem Slogan ‘Unsere Verpflichtung Ihnen gegenüber’ erfährt der erstaunte Benutzer, dass es Mixer wohl schon zwei Jahre gibt.

Ein Anliegen ist es, den Umgang der Community-Mitglieder untereinander zu verbessern. Streamer sollten sich auf auf Mixer auf die Erstellung Inhalten konzentrieren können. Daher die Botschaft, dass die Aktiven sich bei Streams unter Kontrolle haben sollen. Streams sollen frei von Trollen, Hassreden, Fanatismus und Belästigung (Cybermobbing) sein. Sprich: Hasskommentare, Störungen oder Belästigungen anderen Community-Mitglieder sollen unterbunden werden.

Hintergrund ist wohl, dass dass bestehende Funktionen wie CatBot, Benachrichtigungen über die Gesundheit von Streamern und Microsofts Regeln für das Nutzerverhalten nicht immer funktionieren. Es gibt Cybermobbing und es gibt gibt Nutzer, die darunter leiden. Microsoft bekräftigt daher sein Engagement für die digitale Sicherheit und den Erhalt einer starken Mixer-Community. Die vielen Details lassen sich hier in Englisch nachlesen. Der Kernpunkt, den Martin Geuß in seinem deutschsprachigen Artikel hier herausgearbeitet hat:

Über die Webseite ist es nun leichter, entsprechende Verstöße zu melden und die Verhaltensregeln wurden angepasst. Am 29. August tritt das neue Streamer Review System in Kraft, mit dem neue Accounts unter besondere Beobachtung gestellt werden. Die Anmeldung mit einem Microsoft-Konto zur Freischaltung zusätzlicher Features wird dann zwingend, außerdem können neue Accounts erst nach einer Wartezeit von 24 Stunden Inhalte per Webcam übertragen.

Schlachtfest bei Mixer Create

In Martins Artikel findet sich der Hinweis, dass der Dienst Mixer kürzlich auf dem Prüfstand gehoben wurden. Es wurden Leute entlassen, die Inhalte für Mixer bereitstellen sollten. Martin hatte seinerzeit diesen Beitrag dazu veröffentlicht. Durch die Entlassungen wird nun kein Content mehr angeboten, so dass das Angebot Mixer Create nun eingestellt wird.  Bei Microsoft liest es sich dann so:

To help focus on these investments in new programs and capabilities, we will occasionally need to make changes to existing capabilities and will always strive to share these changes with you in advance. At the end of August, we will be removing the Mixer Create app from mobile application stores and removing the ability to stream from that app. This does not affect the main Mixer Mobile app for viewers; and streamers can continue to use the main Mixer Mobile app as a companion experience to monitor chat during their broadcasts. This change is based both on feedback and analysis of actual usage across the Mixer community. For streamers who want to continue broadcasting directly from their mobile device, we recommend checking out the great mobile app offered from the team at Streamlabs.

Ende August 2019 wird daher die Mixer Create-App aus den Stores für mobile Geräte entfernt und der Letzte macht dort das Licht aus. Ob das Ganze bei gekürztem Budget und reduzierter Mannschaft so richtig zum Fliegen kommt, oder ob es bald heißt ‘Schön gestorben, dieses Microsoft Mixer’, wird man sehen müssen.

Gut, hat bei mir den Stellenwert eines Sack Reis in China, der gerade umgefallen ist. Aber möglicherweise gibt es ja Blog-Leser/innen, die echte Mixer-Freaks sind.

Remix 3D muss auch schließen

Und weil wir so schön beim Streichen und Einstellen sind: Hat zwar nix mit Streaming zu tun, aber Remix 3D muss auch schließen. Das ist der Ansatz, den Microsoft mit dick aufgeblasenen Backen als ultimative Neuerung bei Windows 10 Creators Update (V1703) vorgestellt hatte. Leute konnten dann mit Paint 3D und einigen 3D-Vorlagen irgendwelche 3D-Modelle basteln. Und ganz cool: Das Zeugs konnte man auf der Webseite remix3d.com veröffentlichen. Nutzer konnten die 3D-Modelle dann in Paint 3D oder mit Mixed Reality-Equipment abrufen.


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Die Kollegen von deskmodder.de haben bereits Anfang Juli 2019 berichtet, dass da jetzt wohl bald Schluss mit lustig sein wird. Das Ganze Angebot wurde so gut von den Leuten angenommen, dass bei Microsoft die Server-Kosten explodiert sind. Arbeitgeber in den USA erlitten Millionen-Verluste, weil Angestellte einen Großteil der Arbeitszeit damit verbracht haben, unter Windows 10 Sachen mit Paint 3D zu modellieren. Es gab mal kurzzeitig bei Microsoft die Idee, ein etwas besseres Tool, welches die Modellierung von 3D-Objekten besser unterstützt, bereitzustellen.

Aber letztendlich hat mach sich aus sozialer Verantwortung für Amerikas Unternehmer dazu entschlossen, die Webseite remix3d.com zum 10. Januar 2020 einzustellen. Wer sich die Frage stellt, wie man auf so ein krudes Datum kommt? Auch diese Frage kann ich beantworten: 1.1.2020 wäre schlecht gewesen, dann hätte niemand das mitbekommen. Der 10. Januar 2020 ist in den USA ein Freitag. Dann könnten sich die dortigen Arbeitnehmer am Wochenende von dem Schock erholen, dass 3D-Paint plötzlich schwächelt. Zudem braucht Microsoft etwas Zeit, denn am darauffolgenden Dienstag ist Patchday und dann wird der Support für Windows 7 SP1 abgeknipst. Das alles kann man der Anwenderschaft schließlich nur in homöopathischen Dosen verabreichen.

Anwendungshinweis: Der Artikel kann Spuren von Ironie enthalten – also Vorsicht bei der Anwendung. Bei Unklarheiten fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker oder schauen bei der IT vorbei.


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