Die Phone-Farmer und der Click-Betrug in den USA

Man kennt es aus China: Ganze Wände mit Smartphones, die benutzt werden, um Apps mit Werbung abzurufen oder durch Social Media-Seiten zu scrollen. Ziel ist es, über die Werbung Geld zu verdienen. In den USA gibt es dies wohl auch.


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Nachfolgendes Video zeigt eine solche chinesische Click-Farm, die hunderte Smartphones enthält.

(Quelle: YouTube)

Die Seite Vice berichtet in diesem deutschsprachigen Artikel über eine solche Click-Farm in Thailand, die ausgehoben wurde. Dort wurden Handys benutzt, um Likes im chinesischen WeChat zu verteilen. Der englischsprachige Wikipedia-Beitrag hier und dieser Artikel aus dem Mirror befassen sich ebenfalls mit dem Thema. Auf Click-Farmen verdienen die Betreiber sich ‘ein paar Mark’, in dem sie viele Smartphones bedienen und Inhalte abrufen. Bezahlt werden die Leute meist von Auftraggebern – und Click-Farmen findet man bevorzugt in Asien (Thailand, China etc.).

Die Woche habe ich über diesen Artikel gelernt, dass es so etwas auch in den USA gibt. Ganz gewöhnliche Amerikaner legen sich mehrere Handys zu, um eigene Click-Farmen aufzubauen. Motherboard hat mit acht Leuten gesprochen, die Click-Farmen verschiedener Größe betreiben. Die meisten sind in den USA ansässig. “Die Telefonfarmen haben mich gerade in ihren Bann gezogen”, sagte der Betreiber mit dem Nick Goat_City. Er betreibt eine Click-Farm mit etwas 100 Telefone in Virginia.

Normalerweise werden Leute nicht dafür bezahlt, eine Anzeige im Internet anzusehen oder zu lesen. Aber ein Ökosystem aus Websites und Apps stellt diese Idee auf den Kopf. Mit einer Marketingstrategie namens “Incentivierter Traffic” bieten App-Entwickler Werbung oder andere Inhalte an und bezahlen Leute um diese Inhalte zu beobachten oder mit ihnen zu interagieren.

Die Betreiber dieser Click-Farmen, mit denen Motherboard gesprochen hat, nutzen immer noch die Vorteile dieses Ökosystems. Anstatt tatsächlich Anzeigen abzurufen, verwenden sie bis zu hundert Telefone und automatisieren manchmal den Prozess, damit es so aussieht, als würde jemand die Anzeigen beobachten. Ziel ist es, mit diesen Aktionen um Einkommen zu generieren. Einer dieser Click-Farm-Betreiber verdiente fast 2.000 Dollar im Monat im Jahr 2017. Also durchaus ein einträglicher Nebenjob.


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3 Antworten zu Die Phone-Farmer und der Click-Betrug in den USA


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  2. Steter Tropfen sagt:

    Gute Sache. Wenn Werbung derart groteske Ausmaße angenommen hat wie im Internet, verdient sie es, durch Trittbrettfahrer ausgenommen zu werden. Die ganzen Ad-Systeme sind doch längst ein „Geschäft mit der Hoffnung“, hinter dem gar keine reale Umsatzsteigerung zu stehen braucht.
    Offenbar sind die Honorare verglichen mit den Durchschnittslöhnen vor Ort tatsächlich hoch genug, dass sich die Investition rentiert. Wundert mich nur, dass es dazu reale Smartphones braucht und sich das nicht einfach per PC simulieren lässt.

  3. Martin sagt:

    Ich finde es ernüchternd, wie wiedereinmal die IT dafür verantwortlich ist, dass sinnlos Strom verschwendet wird. Bitcoin lässt grüssen…

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  5. Bernard sagt:

    Die vielen roten Kommentare bei Heise haben ihren Ursprung ebenfalls in solchen Klick-Farmen.

    Die Redakteure dort tun allerdings so, als ob es das gar nicht gäbe.

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