Windows 3.0 wird 30–und Solitär auch

Heute vor 30 Jahren hat Microsoft sein Produkt Windows 3.0 für die Nutzer freigegeben. Auch das Kartenspiel Solitär kann wohl auf sein 30 jähriges Jubiläum zurückblicken.


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30 Jahre Windows 3.0

Es wäre an mir vorbei gegangen, wenn die Kollegen von deskmodder.de nicht in diesem Beitrag auf das 30 jährige Jubiläum von Windows 3.0 hingewiesen hätten. Microsoft hat diesen Jubiläumsartikel zum Thema veröffentlicht. Dieses Betriebssystem wurde am 22. Mai 1990 als Aufsatz für MS-DOS durch Microsoft freigegeben, wie man auf Wikipedia nachlesen kann.

Entstanden ist Windows 3.0 quasi als Unfall, denn der Microsoft-Entwickler Murray Sargent sollte einen 80286 kompatiblen DOS-Extender zu schreiben. Dieser sollte dazu dienen, Microsofts Debugger CodeView außerhalb des konventionellen Speichers von MS-DOS laufen zu lassen.

Die Wikipedia weiß auch, dass der Entwickler Murray Sargent und der Windows-Entwickler David Weise, der hinzugezogen wurde, das Projekt ca. einen Monat geheim hielten. Grund war, dass Microsoft damals auf OS/2 (gesprochen OS-Halbe) von IBM fokussiert war. Ein leistungsfähiger DOS-Extender als Konkurrenz zu OS/2 war damals nicht so erwünscht. Als es aber mit IBM bei OS/2 knirschte, stellte der Windows-Entwickler David Weise die ersten Fragmente von Windows 3.0 Steve Ballmer vor.  Ballmer gab dann den Startschuss zur offiziellen Entwickler von Windows 3.0.

Windows 3.0
(Windows 3.0, Quelle: Microsoft)

Die Oberfläche wurde gegenüber Windows 2.0 komplett überarbeitet, es gab einen Programmmanager zum Starten von Programmen sowie den Presentation Manager und den Datei-Explorer zur Anzeige von Dateien. Die Wikipedia hält viele Details dazu bereit. Ich selbst erinnere mich, dass ich Windows 3.0 auf einem IBM-PC-kompatiblen PC unter MS-DOS laufen ließ. Der große Durchbruch für Windows kam aber mit Windows 3.1, welches 1992 erschien.

Solitär: Vor 30 Jahren geschrieben

Auf meinem Twitter-Stream bin ich auch noch darauf aufmerksam geworden, dass das Kartenspiel Solitär ebenfalls 30 wird. Tom Warren weist in folgendem Tweet darauf hin.


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Das Kartenspiel ist extrem populär und wird von 35 Millionen Nutzern monatlich gespielt. Microsoft Solitaire war ursprünglich 1990 in Windows 3.0 enthalten. Das Kartenspiel wurde seinerzeit speziell dafür entwickelt, Benutzern den Umgang mit einer Maus beizubringen. Durch das Greifen und Ablegen virtueller Karten wurden die Grundlagen von Drag-and-Drop in Windows vermittelt. Das ist auch heute eine Technik, die in vielen Teilen des Betriebssystems und in mancher Software verwendet wird.


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9 Antworten zu Windows 3.0 wird 30–und Solitär auch


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  2. Dekre sagt:

    Ja, das war toll.
    Ich habe sogar noch irgendwo die Installationsdisketten liegen haben, aber das für Version 3.1. wohl einmal mit 5,25 Zoll und dann 3,5 Zoll.
    Mal eine Frage = Wie funktionieren die Spielprogramme von win7 unter win10 und zwar:
    # Solitär
    # Minen
    Das Ganze ohne Online-Einbindung.

  3. Ralf Lindemann sagt:

    Solitär ist ein Spiele-Klassiker, ähnlich wie Tetris. Kennt jeder. Hat jeder schon gespielt. Wenn ich einen der beiden Klassiker spiele, was selten genug vorkommt, dann bevorzuge ich die „historischen“ Versionen: Bei Solitär die Version, die 1992 mit Windows 3.1 veröffentlicht wurde. Bei Tetris die Version, die Spectrum Holobyte 1987 herausgebracht hat. Beide Spiele laufen in der DOSBox auf aktuellen Rechnern. Für Solitär benötigt man zusätzlich Windows 3.1, das in der DOSBox installiert wird.

    Tetris-1987 ist ein DOS-Programm und lässt sich ohne zusätzlichen Schnickschnack in der DOSBox direkt von der Kommandozeile starten. Man versucht es am besten mit etetris.exe: Nach Programmstart bestätigt man die Nachfrage „DO YOU WANT TO USE A JOYSTICK (Y OR N)?“ mit N, dann erscheint, begleitet von einem knatternden Geräusch, die grobkörnige Pixelgrafik der Startscreen, gezeigt wird eine stilisierte Silhouette des Moskauer Kremls. Am unteren Bildrand läuft eine Texteinblendung, die den Gründungsmythos von Tetris erzählt:

    „TETRIS WAS INVENTED BY A 30-YEAR-OLD SOVIET RESEARCHER NAME ALEXI PASZITNOV WHO CURRENTLY WORKS AT THE COMPUTER CENTRE (ACADEMY SOFT) OF USSR ACADEMY OF SCIENTISTS IN MOSCOW. THE ORIGINAL PROGRAMMER WAS 18-YEAR-OLD VAGIM GERASIMOV, A STUDENT STUDYING COMPUTER INFORMATICS AT MOSCOW UNIVERSITY. NOW YOU CAN ENJOY TETRIS BECAUSE OF THE JOINT EFFORTS OF ACADEMY SOFT, MOSCOW, ANDROMEDA SOFTWARE LTD., LONDON, AND SECTRUM HOLOBYTE, USA.“ – Mit Return bestätigen, dann geht’s los.

    Tetris-1987 ist im Internet Archive in der Software Library hinterlegt und kann auf der Website im DOSBox-Emulator sogar gespielt werden (https://archive.org/details/msdos_Tetris_1987).

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  5. Bernard sagt:

    OS Zwei.

    Das beste OS für PCs.

    • Günter Born sagt:

      Ich habe eigentlich nur in Erinnerung, ein Buch über OS Halbe als Herausgeber betreut zu haben. Mir ist da spontan die Mail an den damaligen Autor herausgerutscht ‘was schreibst Du da für einen Mist’. Darauf kam die Antwort: Das ist original das, was IBM da von sich gibt. Hab das Buch dann ordentlich fertig gestellt, aber OS/2 war ab da für mich durch. Bei anderen hat die Erkenntnis länger gebraucht – auch wenn Win später nicht das gelobte Land war.

    • _RGTech sagt:

      Das ist jetzt aber auch hauptsächlich verklärte Erinnerung…
      Vor Warp 3 war es eher ein Krampf (und da war Windows 3.1 schon verfügbar!). 1994 war es tatsächlich für eine kurze Periode die beste Möglichkeit für den Anwender: stabiles Multitasking, Anwendungen für OS/2 oder Windows oder DOS nutzbar (es brauchte nur stärkere Rechner als 3.1!). Ausgerechnet dann versagte aber das IBM Marketing – lediglich Vobis bündelte es mit seinen Rechnern. Und spätestens mit dem Raketenstart von Windows 95 war OS/2 tot: Unübersichtlich und teils unlogisch zu konfigurieren (Netzwerk!), keine der (massenhaften) Win95-Anwendungen nutzbar, keine breite Userbasis und wenige Killeranwendungen (es reichte den Entwicklern ja, Windows-Anwendungen zu schreiben, wenn die eh auch unter OS/2 liefen). Die bis dahin erfolgreiche Business-Schiene wurde dann noch vom damals neuen NT 4 vereinnahmt, das zwar nicht besser war, aber auch nicht schlechter (und gut mit Win95 harmonierte).
      Folge: nach Warp 4 blieb die Entwicklung halbherzig stecken, weil’s keine Chance mehr hatte. Ein relativ modernes eCS 2.1 fühlt sich immer noch nach 90er Jahren an.

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