Neues zur Corona-Warn-App (7.7.2020)

Die deutsche Corona-Warn-App steht ja seit 3 Wochen zur Verfügung. Ich hatte im Blog-Beitrag Die (deutsche) Corona Warn-App des RKI ausführlich darüber berichtet und dort auch die Voraussetzungen sowie die Download-Links in die Stores von Apple und Google angegeben. Und es wurden erste Warnungen an Nutzer verschickt, die die App verwenden. Heute ein kleines Update zur Corona-Warn-App.


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Die Corona Warn-App wurde vom Robert-Koch-Institut für Android und iOS in den jeweiligen App-Stores freigegeben. Die App wurde im Auftrag der Bundesregierung entwickelt und soll in Deutschland Infektionsketten mit Coronavirus-Infektionen nachvollziehbarer machen.

Corona Warn-App des RKI
(Corona Warn-App des RKI für Android)

Die App war im Vorfeld der Freigabe durch den TÜV und den Chaos Computer Club (CCC) geprüft worden. heise hatte den Artikel TÜV-Prüfung der Corona-App: Lücken gefunden, Kritik am Veröffentlichungstermin dazu online gestellt, und den weiteren Beitrag TÜV-Prüfung der Corona-App: App soll stabil und sicher laufen nachgeschoben.

15 Millionen Downloads erreicht

Es sieht so aus, als ob die für 20 Millionen Euro entwickelte App ein Erfolg wird. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht täglich den Status zu SARS-CoV-2 und gibt auch die aktuellen Download-Zahlen der App an. In nachfolgendem Tweet wird der Stand mit 15 Millionen Downloads zum 6. Juli 2020 angegeben.

Laut Bericht soll die App in den EU-Stores angeboten werden und lässt sich offiziell in Ländern wie Großbritannien, der Schweiz oder Norwegen herunterladen.


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Spannend ist, wie viele Leute die App einsetzen und wie diese App wirkt. Aktuell wurden ja erst wenige hundert Leute über potentielle Kontakte mit Covid-19-Trägern informiert. Ich hatte im Blog-Beitrag 40% der Isländer verwenden Coronavirus-App, Nutzen nahe 0 die Situation in Island erwähnt, wo eine Stimme den Nutzen der App doch arg relativierte. Und Golem berichtet hier von einer 20%-Fehlquote in der Kontaktbestimmung, auf Grund der verwendeten Bluetooth-Standards. Hier schlage ich abwarten vor.

Häufig wird eine Durchdringung von 60% der Bevölkerung durch die App genannt. Im Blog-Beitrag Corona-App: Auch weniger als 60% Nutzer hilft hatte ich dann aber neue Erkenntnisse angesprochen. Denn die 60% sind wohl ein großes Missverständnis, das auf eine falsche Interpretation einer Studie zurück geht. Die Studienautoren haben dieses Missverständnis jetzt aufgeklärt. Die Autoren der Oxford-Studie schätzen, dass pro zwei bis drei Nutzer der Corona-Warn-App eine Coronavirus-Infektion vermieden wird. Selbst wenn nur wenige Prozent der Bevölkerung die App einsetzt, kann dies, in Kombination mit anderen Maßnahmen, Infektionsketten unterbrechen und das Infektionsrisiko senken. Die Kollegen von heise haben hier einen Artikel zu diesem Thema publiziert.

Update und Probleme

Generell scheint es, dass der praktizierte Datenschutz und die persönliche Betroffenheit die Akzeptanz der App erhöhen. heise berichtet hier aber, dass viele Mitarbeiter in Ressorts der Bundesregierung die Corona-Warn-App nicht verwenden können, da ihre dienstlichen Mobiltelefone nicht dafür geeignet sind.

Die erste Version der App hat einen Bug, der das Weiterzählen der Infizierten nach 14 Tagen einstellt. SAP hat daher die neue Version 1.0.3 (Android) und 1.0.4 (iOS)  freigegeben. Die Zeit hat hier einige Details dazu veröffentlicht. Golem berichtet hier ebenfalls über dieses Thema und auch über auftretende Fehlermeldungen.

Chancen und Risiken der App

Mir ist Mitte Juni 2020 noch eine Analyse der Chancen und Risiken der Corona-Warn-App zugegangen. Ich stelle den Text hier einfach mal ein.

Chancen und Risiken der Corona-App

Ein Q&A mit Dr. Stefan Ried (Principal Analyst und IoT Practice Lead bei Cloudflight) und Dr. Berndt Pilgram (Senior Manager Advanced Analytics bei Infineon Technologies)

Die Entwicklung einer Corona-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten ist derzeit in aller Munde. Google und Apple arbeiten daran, in ihre Smartphone-Betriebssysteme Android und iOS eine passende Schnittstelle einzubauen. Im Rahmen der von Cloudflight ins Leben gerufenen Webinar-Reihe Digital Leader Weekly erläutern die beiden Experten Dr. Berndt Pilgram, Senior Manager Advanced Analytics bei Infineon Technologies, und Dr. Stefan Ried, Principal Analyst und IoT Practice Lead bei Cloudflight, Chancen und Risiken der App hinsichtlich Technologie, Verbreitung und Sicherheit.

Welche Arten von Corona-Apps gibt es derzeit?

Dr. Stefan Ried: Grundsätzlich unterscheidet man drei Typen von Corona-Apps. Die Tracing-App gibt Aufschlüsse zu Infektionsketten, die Datenspende-App analysiert Statistiken über den Gesundheitszustand der Bevölkerung vollkommen anonym und die sogenannte Quarantäne-App unterstützt Menschen dabei, in der Quarantäne zurechtzukommen. Wir konzentrieren uns in diesem Gespräch auf die Tracing-App, weil sie die Infektion am aktivsten vermeidet und datenschutztechnisch am heikelsten ist.

Das klingt so, als könnte es für die Nutzer schwierig werden, herauszufinden, welche App die richtige für sie ist. Wäre es nicht sinnvoll, alle Funktionen in einer einzigen App zu konsolidieren?

Dr. Stefan Ried: Auf den ersten Blick wäre das natürlich bequem. Ich würde aber gerade das nicht empfehlen, denn die drei genannten App-Typen machen sehr unterschiedliche Dinge. Während viele Bürger vollkommen anonym und nicht nachverfolgbar beispielsweise ihre Körpertemperatur täglich dem Robert-Koch-Institut zur Verfügung stellen möchten, würde die fehlende Rückverfolgbarkeit dem Sinn einer Tracing-App komplett widersprechen.

Dr. Berndt Pilgram: Ich kann Stefan nur zustimmen und möchte noch hinzufügen, dass es bei einer Tracing-App sehr wichtig ist, den Nutzern Anonymität und Datensicherheit zu gewährleisten. Die Tracing-App übermittelt überhaupt keine Daten an zentrale Stellen, was sie wirklich sehr sicher macht. Es wird nur eine einzige offizielle Tracing-App für jedes Land geben. Für Deutschland ist die offizielle Seite www.coronawarn.app. Dort findet man die Links in die jeweiligen App-Stores.

Herr Dr. Pilgram, Sie haben sich die verschiedenen technischen Ansätze genauer angeschaut, um Infineon auf den Einsatz der App vorzubereiten. Würden Sie uns bitte erläutern, was es mit der Terminologie PEPP-PT und DP-3T auf sich hat?

Dr. Berndt Pilgram: PEPP-PT steht für Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing und ist zur Entwicklung einer europäischen Software-Architektur für Corona-Contact-Tracing-Apps ins Leben gerufen worden. Im Gegensatz zum DP-3T, dem offenen Decentralised Privacy-Preserving Proximity Tracing mit dezentraler Datenspeicherung direkt auf dem Smartphone, werden beim PEPP-PT die Tracing-Kontakte zentral gespeichert. Die Architektur der deutschen Corona-App verarbeitet zentral lediglich Keys beziehungsweise TANs. Die gesamte Tracing-Information, also mit welchen anderen Personen beziehungsweise Keys man eine räumliche Nähe hatte, befindet sich nur auf dem Smartphone. Geo-Positionen werden weder benötigt noch gespeichert.

(Details siehe: https://github.com/corona-warn-app/cwa-documentation/blob/master/solution_architecture.md#introduction)

Warum kommen diese Standards erst jetzt? Hätte man die Notwendigkeit einer solchen App nicht bereits früher vorhersehen können?

Dr. Stefan Ried: Zunächst bin ich sehr froh, dass wir auch im Gesundheitsministerium eine Diskussion zum Thema Technologie hatten und der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die zentralen Ansätze, die anfangs sogar GPS-Tracing namentlich bekannter Personen vorsahen, komplett aufgegeben hat. Dieses Konzept hätte voraussichtlich keine flächendeckende Akzeptanz gefunden. Leider haben wir insgesamt viel Zeit verloren. Wir hätten auch schon vor Jahren auf Experten, beispielsweise aus Singapur, die bereits 2003 nach dem SARS-Virus Erkenntnisse gewonnen hatten, oder auf die Bill & Melinda-Gates-Stiftung hören können, die eine weltweite Pandemie als eine der größten Bedrohungen der Menschheit vorhergesagt hat. Dann hätte man die Tracing-App schon lange in der Schublade liegen. 2012 gab es von der Bundesregierung mit Unterstützung des Robert-Koch-Instituts schon eine Modellrechnung zu einem ausgedachten Modi-SARS-Virus. Leider hatte daraus niemand eine digitale Konsequenz gezogen. Die Gesellschaft geht hoffentlich aus der Corona-Pandemie mit einem ganz anderen Verständnis für Digitalisierung heraus.

Google und Apple geben also neue APIs in ihren Betriebssystemen vor. Wird es dann viele verschiedene Apps zum Tracen geben?

Dr. Stefan Ried: Nein, jeder Nutzer kann pro Land nur einer offiziellen App die Erlaubnis zum COVID-Bluetooth-Tracing geben. Die beiden Hersteller gehen davon aus, dass jedes Land genau deshalb nur eine einzige offizielle Tracing-App baut. Die Bundesregierung hat die Entwicklung einer Corona-Tracing-App an SAP und die Deutsche Telekom vergeben. Die Telekom, als einer der weltweit größten Abnehmer von Apple-Geräten sowie verschiedener Android-Smartphones, hat einen guten Draht zu Google und Apple. SAP hat jedoch hauptsächlich Erfahrung in B2B-Backend-Prozessen und weniger Expertise im Bereich mobiler Consumer-Apps. SAP hat aber inzwischen erfahrene Mobile-App-Developer agiler Partnerunternehmen in die Entwicklung einbezogen. Glücklicherweise legt man einen großen Wert auf Usability und Aufklärung im Funktionsablauf, um eine große Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung zu schaffen.

Usability ist bekanntermaßen keine der Stärken der offiziellen Corona-App in Österreich. Neben der Entscheidung eines jeden Bürgers, die offizielle Tracing-App zu nutzen oder nicht, wird ein großes Unternehmen wie Infineon so eine App aktiv an seine Mitarbeiter empfehlen oder während der Arbeitszeit sogar verpflichtend vorschreiben?

Dr. Berndt Pilgram: Bezüglich der mangelnden Usability muss ich Ihnen leider Recht geben. Österreichs Stopp-Corona-App, die auch das dezentrale DP-3T-Protokoll unterstützt, wird aber glücklicherweise laufend weiterentwickelt und verbessert. Insbesondere werden dabei die Betriebssystem-Updates von iOS und Android berücksichtigt, die eine sichere Bluetooth-Low-Energy-Datenverbindung für Proximity Tracing garantieren. Mit dem Zweck, korrekte Exposure Notifications zu ermöglichen, haben Google und Apple derzeit gemeinsam eine Schnittstelle – kurz API – für ihre Betriebssysteme iOS und Android definiert. Dadurch wird die Stopp-Corona-App richtig praxistauglich und kann hinsichtlich Datensicherheit, Anonymität und Datenschutz ohne Bedenken Mitarbeitern empfohlen werden.

Wird es Enterprise-Versionen der App geben?

Dr. Stefan Ried: Nein, Apple und Google sehen vor, dass Nutzer lediglich eine Corona-Tracing-App ausführen können. Das ganze Tracing ist auch nur sinnvoll, wenn alle Bürger eines Landes die selbe App nutzen. Deshalb sollten Unternehmen die Möglichkeit nutzen, die Consumer-App auf “Corporate Smartphones” automatisch zu installieren und gegebenenfalls einzuschalten oder zu konfigurieren. Die Tracing-App trägt nur dann erheblich zur Unterbrechung der Infektionsketten bei, wenn sie sich schnell und flächendeckend verbreitet. Im Idealfall hat ein Nutzer die Möglichkeit, seinem Umfeld die App persönlich zu empfehlen. Alternativ können Geschäfte am Eingang mit einem QR-Code auf die App hinweisen. Nur wenn es eine große Kampagne gibt, entsteht ein gesellschaftlicher Imperativ, diese App tatsächlich zu nutzen. Auch das Weiterempfehlen und Weitergeben über soziale Netze oder andere Proximity-Dienste, beispielsweise Apple Airdrop, sollte bald unterstützt werden. Der Kampf gegen eine zweite Welle kann nur gewonnen werden, wenn sich die App schneller ausbreitet als das Virus.

Ist das Ganze denn auch sicher? Wo sehen Sie die Risiken?

Dr. Berndt Pilgram: Auch wenn Datensicherheit, Anonymität und Datenschutz für den App-User gewährleistet sind, gibt es natürlich noch andere Aspekte, die die App völlig nutzlos machen könnten. So können Fehlalarme, sogenannte False Positives, dem Benutzer einer Tracing-App eine Warnung melden, obwohl es keinen echten Kontakt mit einer infizierten Person gab. Ein anderer Aspekt ist die Meldung eines False Negatives, bei dem die Tracing-App einen Kontakt zu einer tatsächlich infizierten Person per Bluetooth nicht identifizieren kann. Ich bin mir aber sicher, dass in beiden Fällen bei entsprechender Datenlage über eine längere Nutzungsdauer eine Optimierung der Bluetooth-Kontakt-Kriterien “Dauer” und “Abstand” erreicht werden kann, um somit das Auftreten von False Positives und False Negatives zu vermeiden. Zudem ermöglicht uns der Open-Source-Ansatz Einblick in die Implementierung, sodass Verbesserungen selbst beigetragen werden können. Auch die serverseitige Software ist vollkommen transparent.

Über Cloudflight

Cloudflight ist Anbieter von Digitalisierungslösungen innerhalb Europas. Mehr als 400 visionäre und qualifizierte IT-Strategen, Softwarearchitekten, Datenwissenschaftler, Cloud-Spezialisten und Berater arbeiten gemeinsam daran, die digitale Transformation voranzutreiben. Das Unternehmen wurde 2019 durch den Zusammenschluss von Catalysts, einem wegweisenden Lösungsanbieter für kundenspezifische Software und Künstliche Intelligenz, und dem renommierten IT-Beratungs- und Analystenhaus Crisp Research gegründet. Durch die Kombination dieser Expertise bietet Cloudflight seinen Kunden ein ganzheitliches End-to-End-Serviceportfolio –  von Individualsoftware-Entwicklung über strategische Beratung bis hin zum Cloud-Betrieb. Weitere Informationen finden Sie unter www.cloudflight.io.

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20 Antworten zu Neues zur Corona-Warn-App (7.7.2020)


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  2. stupidsheep sagt:

    Das Frankfurter Gesundheitsamt glaubt nicht an eine zweite Welle, ich auch nicht.
    Die jetzt anstehenden Lockerungen könnten maximal zu einem „Hubbel“ bei den Infektionszahlen führen.

    Das Gesundheitsamt Frankfurt lehnt die Corona-App ab, ich auch.
    Eine Idee, die nur am Schreibtisch entstanden sein könne, mutmaßt Frankfurts Gesundheitsamtleiter René Gottschalk: „Diese App wird viele unbegründete Ängste schüren und uns mehr Arbeit machen.“

    https://www.fr.de/frankfurt/corona-frankfurt-gesundheitsamt-glaubt-nicht-zweite-welle-zr-13758969.html

    Corona-Wahn-App?
    Danke – aber danke, nein.

    • 1ST1 sagt:

      Die Installation dieser App tut nun wirklich nicht weh, sie läuft absolut unbemerkt in Hintergrund, die Akkulaufzeit wird nicht spürbar (wenn überhaupt) verringert, sofern man Bluetooth sowieso immer eingeschaltet hat. Was ist daran falsch? Und als Bonus bekomme ich eine Info, wenn ich in den letzten 14 Tagen jemandem zu nahe gekommen bin, der inzwischen als Corona-Infiziert erkannt wurde. Perfekt.

      Ist es die Angst, selbst unbemerkt “erkrankt” zu sein? Die Angst, “zu früh” zum Doc zu rennen, bevor, wenn überhaupt, Symptome auftreten? Könnte aber doch lebensrettend sein…

      Wenn die App sich bei mir mal meldet, habe ich vielleicht sogar Grund zur Freude, weil bei dem dann endlich anstehenden Test erfahre ich dann vielleicht, dass ich schon (seit März) Antikörper habe.

      • Andreas K. sagt:

        Die App ist ungefähr so sinnvoll, wie 1/2 Jahr später darüber informiert zu werden, man habe im Lotto gewonnen.

    • Steter Tropfen sagt:

      Der zitierte Artikel ist nun wirklich alles andere als aktuell: Am 12. Mai sah noch manches anders aus. Da waren die Zügel noch relativ stramm angezogen, fast alle machten brav mit und freuten sich über erste Lockerungen – alle waren euphorisch, weil die Infektionszahlen nicht explodiert waren, sondern zurückgingen.

      Nichts ist älter als solche Nachrichten. Außerdem haben sich schon weitaus klügere Leute als dieser selbstgefällige Frankfurter Gesundheitsamtsleiter übel verschätzt, wenn es um diese Pandemie ging.
      Schon um solchen Geistern Arbeit zu machen, sollte man diese App nutzen.

      • Bolko sagt:

        Zitat Deutscher Bundestag am 16.Juni 2020:

        Nach § 5 Absatz 1 Satz 2 IfSG hebt der Bundestag die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite wieder auf, wenn die Voraussetzungen für
        ihre Feststellung nicht mehr vorliegen. Dies ist inzwischen der Fall.

        https://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/200/1920042.pdf

        nochmal:
        “Dies ist inzwischen der Fall.”

        Also: Die Epidemie ist offiziell beendet seit 16.Juni, sogar amtlich festgestellt im Deutschen Bundestag.

        Das wird durch das Robert-Koch-Institut im Wochenbericht 2020-24 bestätigt, wo drin steht, dass es seit Mitte April keinen einzigen SARS-CoV-2-Nachweis in den Sentinelproben gab:

        Zitat:
        Seit der 16. KW 2020 gab es keine Nachweise mehr von SARS-CoV-2 im Sentinel.«

        Quelle: Influenza-Monatsbericht des RKI, KW 21-24
        influenza.rki.de/Wochenberichte/2019_2020/2020-24.pdf

        Obendrein sind die Tests nicht 100-prozentig genau, sondern sie produzieren auch ein paar falsch-positive Resultate von etwa einem halben Prozent.
        Angesichts der Testmenge sind die ca 300 neuen “Fälle” pro Tag auch mit diesen falsch-positiven zu erklären.

        Die Coronamaßnahmen werden aber trotzdem weiterhin aufrecht erhalten und sind von jedem tatsächlichen epidemischen Geschehen entkoppelt.

        Zeitlich kommt Corona auch auffällig passend, denn so kann man den Wirtschaftszusammenbruch kaschieren, der ja schon vorher begann.

        Man könnte sogar von einem Putsch von oben reden, denn so kann man hunderte Milliarden umverteilen (veruntreuen), was ohne Maulkorb (MNS) nicht so leicht ginge.

        • Frank T. sagt:

          Wenn Bundestagsabgeordnete, noch dazu wenige, ihre Meinung dazu äußern es gäbe keine Epidemische Lage, so ist dies keine offizielle Feststellung des Bundestages. Bei dem Influenza-Sentinel handelt es sich um Influenza-Proben und nicht um Coronavirus-Testproben. Die Ergebnisse sind im Vergleich zu den aktuellen Infektionszahlen verhältnismäßig. Auch wenn wir die Epidemie eindämmen konnten, ist das Virus noch da.

  3. HV sagt:

    Für Android habe ich aktuell die V1.0.4 – scheint wohl ein Tippfehler im Artikel zu sein ?

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  5. Gerold sagt:

    Schreibfehler im Artikel, die Version für iOS wurde auf 1.0.3 aktualisiert, die Version für Android auf 1.0.4

  6. Gerold sagt:

    Hat nicht direkt mit App zu tun, aber ihr erinnert euch sicher an die Klopapier Panikkäufe zu Beginn des Corona Ausbruchs.
    Das wurde wissenschaftlich untersucht:

    https://infekt.ch/2020/06/klopapier-und-die-menschheit/

    • Bolko sagt:

      Durch den partiellen Lockdown und verstärktes Home-Office ist doch klar, dass Toilettenpapier an einem anderen Ort verbraucht wird. Vor dem Lockdown in der Firma und im Lockdown wird dieser Anteil zusätzlich zu Hause verbraucht.
      Während eine Packung reicht, um 16 Toiletten in einer Firma zu bestücken, braucht man für die eine Toilette zu Hause aber auch eine 16er-Packung, denn es gibt ja keine kleineren Packungen.
      Die Lieferketten sind auch verschiedene, wenn man Firma und Privatperson vergleicht. Während also die Lager und Lieferketten der vorher verbrauchenden Firmen ungenutzt sind, erhöht sich der Bedarf bei den Discountern plötzlich drastisch. Lieferketten müssen umgestellt werden und wenn das nicht innerhalb von Tagen passiert, dann gibt es leere Regale und als Folge davon noch mehr Hamsterkäufe.
      Wenn jeder im Home-Office nur eine Packung zusätzlich kauft, dann kommt es bereits zu einem Engpass.
      Die Maschinen zur Herstellung des Papiers sind 40 Jahre alt und können die Kapazitäten nicht beliebig erhöhen. Zusätzliche Maschinen sind unrentabel, denn die werden nach wenigen Wochen nicht mehr gebraucht.
      Filialleiter der Discounter berichteten, dass ihre Bestellungen nicht ausgeführt wurden, sondern nur ein Drittel tatsächlich bei ihnen ankam.
      Es nützt auch nichts, wenn Julia Klöckner im scheinbar vollen Zentrallager posiert, denn real sind die Regale vor Ort ja weiterhin leer. Die Ware im Zentrallager muss schließlich auf 2000 Filialen verteilt werden und dann schrumpfen diese prominent abgelichteten Mengen im Zentrallager zu einem kümmerlichen Rest in den Filialen zusammen.
      Das Problem betraf nicht nur Toilettenpapier, sondern bei Hefe besteht offensichtlich immer noch ein Engpass.
      Da im November die normale Influenza-Grippesaison wieder beginnt und es bis da hin noch keinen Impfstoff geben wird, könnte die Politik evtl auf den Gedanken kommen, den partiellen Lockdown nochmal zu praktizieren und dann sollte man Vorräte bis April, also für 6 Monate besser zu Hause haben.

      • 1ST1 sagt:

        Mega-Unsinn. Wie oft am Tag braucht man Klopapier, egal wo man ist? Das würde bedeuten, dass man bei 8-10 Stunden am Tag auf der Arbeit, rein rechnerich 30% dieses Bedarfs dort hat. Würde bedeuten, dass man privat 30% mehr kaufen müsste, weil man diese “Geschäfte” nun daheim macht. Diese Leute haben aber nicht 3 statt 2 Klopapierpackungen gekauft, sondern Einkaufswagen-weise.

  7. Bolko sagt:

    Seit 20.Juni ist 1.0.4 für Android aktuell.
    Die 1.0.3 gab es am 19.Juni.

    siehe Release-Ordner im offiziellen github-Projekt:
    https://github.com/corona-warn-app/cwa-app-android/releases

  8. Uwe sagt:

    Es ist egal, wann man zum Arzt geht, da es Schicksal ist, wie der Verlauf sein wird. Es gibt keine Medikamente, zur Beeinflussung des Verlaufes und nur sehr schlechte Vorhersagemöglichkeiten. Sehe in der App keinen Sinn, nutze sie nicht. 20 Millionen hätten in der Obdachlosenhilfe 10 Winter gereicht, allen Obdachlosen im Winter täglich eine warme Mahlzeit zuzubereiten. Gewinner sind SAP und Co. Nutzer unter der Bevölkerung keiner, Ängste werden geschürt!

    • Frank T. sagt:

      Ziel der App ist es, dass du zu Hause bleibst und niemanden ansteckst. Insoweit gilt es dann Anstrengungen zu vermeiden, sich warm halten und viel trinken.

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  10. Hans sagt:

    Vielen Dank für den recht ausführlichen und sehr interessanten Beitrag zur Corona Warn App. Ich begrüße diese App, denn sie tut wirklich nicht weh und jeder kann diese dann nutzen, für sich und um andere zu schützen. Corona ist in aller Munde und daher finde ich es wichtig, dass man gewarnt wird, wenn Gefahr besteht. Wir müssen diesen schlimmen Virus in den Griff bekommen.
    LG Hans

  11. oli sagt:

    Hatte ja meinen Senf hier schon abgegeben: https://www.borncity.com/blog/2020/06/28/der-bund-klrt-die-5-irrtmer-zur-corona-warn-app/#comment-91492

    Aber vielleicht haben die App-Skeptiker ja keine Ü60-Eltern oder -Freunde oder ihnen ist das Schicksal derjenigen einfach egal.

  12. Knusper sagt:

    Boxcryptor hat die App untersucht und in ihrem Blog eine solide Meinung dazu geäußert. Darum bin ich seit heute auch dabei :-)

    Corona-Warn-App: Statement und Grünes Licht für den Datenschutz
    https://www.boxcryptor.com/de/blog/post/corona-warn-app-data-protection/

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