GitHub archiviert Inhalte in Kohlemine in der Arktis

Das Softwarearchiv GitHub hat einen großen Teil des Open Source Codes der Plattform für die nächsten 1.000 Jahre in einer ehemaligen Kohlemine in der Arktis eingelagert und so archiviert. Dort finden sich neben dem MS-DOS-Quellcode auch die Quellcodes von WordPress und weiteren Projekten.


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Worum geht es?

Im November 2019 hatte der GitHub CEO Nat Friedman das GitHub Archive Program angekündigt: Das Ziel des Projektes ist es, die Open Source Software die auf GitHub gehostet ist, für die Nachwelt zu sichern und zu archivieren. Die Archivierung geschieht durch Mikrofilmrollen, auf die der Code geschrieben wurde. Diese Filmrollen wurden jetzt in einer stillgelegten Kohlemine auf Spitzbergen eingelagert. Das Material soll da für die nächsten 1.000 Jahre sicher verbleiben – es sei denn, das taut alles auf.

GitHub-Filmrollen
(GitHub-Filmrollen, Quelle: GitHub)

Die Einlagerung der Filmrollen auf Spitzbergen (21 TB an Code gespeichert auf 186 Rollen Mikrofilm) fand am 8. Juli statt und wurde auf dem GitHub-Blog kommuniziert (Englisch).
Hier noch mal ein genauerer Überblick über den Ablauf des Projekts:

  • Im November 2019 wurde das GitHub Archive Program von GitHub CEO Nat Friedman angekündigt. 
  • Der 2. Februar 2020 war der Stichtag für die Sicherung der Open Source Software – an diesem Tag erstellte GitHub einen Snapshot aller auf der Plattform aktiven öffentlichen Repositories.
  • Dieser Code wurde dann in den letzten Monaten von dem Archiv-Spezialisten Piql auf 186 Rollen Mikrofilm geschrieben. Insgesamt wurden so 21 TB an Code gespeichert.
  • Der Code wurde am 8. Juli 2020 erfolgreich im Arctic Code Vault archiviert und befindet sich somit nun im Arctic World Archiv unter Permafrost in einer stillgelegten Kohlemine auf Spitzbergen.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier. Wer das Ganze lieber auf Deutsch liest, wird hier fündig.


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8 Antworten zu GitHub archiviert Inhalte in Kohlemine in der Arktis

  1. chriscrosser sagt:

    …schön zu wissen, wer da als erster rankommt! (spitzbergen) ;-)))

  2. Dat Bundesferkel sagt:

    Macht es wirklich Sinn ein Archiv für solch einen Zeitraum auf diese Art zu sichern?

    Schon in kürzeren Abständen ist es den Menschen nicht wirklich gelungen, „altes“ Wissen, welches keine tausend Jahre verschollen ist, wieder zu „reaktivieren“ (mittelalterlicher Gebäudebau, Erzgewinnung und -verarbeitung, Bronzegiessen etc.), hochwertige Stahlschmiedekunst – und das sind vergleichsweise(!) primitive Tätigkeiten.

    Wer weiß, ob man später überhaupt imstande ist, diese Mikrofilme nicht nur zu lesen, sondern auch deren Inhalt zu verstehen. Gerade bei alten Dingen ist immer verdammt viel Vermutung und Interpretation vorhanden.

    Aber gut, solange sie sich dabei gut fühlen, was soll’s. :D

  3. Micha sagt:

    Um sie Langzeit zu archivieren ist das wahrscheinlich gar nicht so günstig.

    Datenträger sollte man regelmäßig auf ein aktuelles Format um kopieren. Wenn es in 50 Jahren kein Kompatibles Lesegerät mehr gibt bringt das Backup nichts mehr.

    Am besten wäre es wahrscheinlich wenn das ganze weltweit in unterschiedlichen Rechenzentren archiviert wird.

  4. Mance sagt:

    Das bis jetzt dauerhafteste, unverwüstlichste und am einfachsten lesbare Speichermedium ist eigentlich Stein. Da gab’s doch ein Projekt mit den Keramikfliesen.

    https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/zurueck-in-die-zukunft-4/

    https://www.planet-wissen.de/technik/computer_und_roboter/das_internet/archivierung-barbarastollen-kulturelles-erbe-100.html

  5. Schrägar der Heckliche sagt:

    Hihi!
    Der olle Theodor Fontane hat mal geschrieben: »Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand.«

    Nicht, daß dieser unmögliche Vogel womöglich recht hätte – undenkbar!! *g*

    SCNR :-P

  6. Bernard sagt:

    Ich mache mir jetzt eine Notiz, dass wir uns in tausend Jahren noch einmal treffen und diskutieren, wie das Projekt jetzt tatsächlich ausgegangen ist.

    Wer macht noch mit?

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