Warntag 2020, ein Desaster mit Ansage?

Das war ja ein Satz mit X, war wohl nix. Das ist auf einen ganz kurzen Nenner gebracht die Bilanz des Warntags 2020, bei denen die Alarmierung der Bevölkerung geprobt werden sollte.


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Worum geht es beim Warntag 2020 genau?

Am heutigen Donnerstag, den 10. September 2020 fand erstmals der ‘Warntag 2020’ statt. Ab 11:00 Uhr sollten in ganz Deutschland sämtliche Warnmittel (z.B. Sirenen, Warn-Apps, Radiodurchsagen etc.) erprobt werden. Ich hatte einige Details zum Warntag 2020 drüben im 50 Plus-Blog im Artikel Am 10. September 2020 ist Warntag 2020 zusammen getragen. Auch auf der Webseite warnung-der-bevoelkerung.de findet man einige Informationen.

Warntag 2020

Heute früh habe ich im Radio noch ein Interview mit dem obersten Katastrophenschützer gehört. Man habe die Probealarmierung der Bevölkerung außerhalb der Urlaubszeit geplant, damit die Leute etwas mit Sirenen- und anderen Benachrichtigungen anfangen können. Und alles soll pünktlich um 11:00 Uhr auf allen Warnkanälen (Sirenen, Rundfunk, Warn-Apps etc.) losgehen.

So weit so gut – da ich schon etwas älter bin und auch eine Zeit lang in der Großchemie gearbeitet habe, kenne ich sowohl die Probeläufe des Katastrophschutzes aus den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts als auch die Tests der Werksfeuerwehr in einem Chemiewerk.

Und hier bei mir im Ort gibt es funktionierende Sirenen, die jeden Mittwoch, Punkt 12:00 Uhr zur Probe laufen. Bei Alarmierung der Feuerwehr gibt es dann wohl ein zweistufiges Verfahren: Bei kleineren Vorkommnissen läuft ein stiller Alarm, wo die in Bereitschaft stehenden Leute per Pager informiert werden. Größere Ereignisse werden dagegen per Sirene signalisiert, so dass die Feuerwehrkräfte aktiviert werden können.

Auf dem Papier war alles ganz einfach – die Kanäle zur Signalisierung haben die regionalen Behörden festgelegt. So ähnlich wie bei Corona, da macht auch jeder Landlord – äh Ministerpräsident  – seine eigenen Corona-Regeln.

Es hat wohl eher nicht geklappt

Mir wäre es nicht aufgefallen, aber kurz nach 11:00 Uhr meinte meine Frau ‚Hast Du eine Sirene gehört? Heute sollte doch die Warnung kommen …‘. Erst knapp 10 Minuten später heulte dann hier eine Sirene, allerdings gefühlt deutlich leiser als sonst beim wöchentlichen Probealarm. Und den zweiten Alarm durch die Sirene habe ich auch nicht mitbekommen.

Ich habe dann im Blog-Beitrag Warntag 2020: Haben bei euch die Sirenen funktioniert? das Ganze thematisiert und mal herum gefragt. Der Tenor in den Kommentaren war überwiegend: Wir haben nix gehört. Die NINA-Warn-App und andere Kanäle zur Benachrichtigung waren deutlich überlastet. Hier ein typischer Kommentar:

Warnsirene: nichts
Entwarnung: nichts
NINA: nichts, nach mehr als 30 Minuten beim Aufruf der App dann doch Warnhinweis
KATWARN: nichts, nach mehr als 30 Minuten beim Aufruf der App dann doch Warnhinweis

Sehen wir es positiv. Jetzt wissen die Verantwortlichen, an welchen Schrauben gedreht werden muss.

Nur Hamm scheint mustergültig funktioniert zu haben. Blog-Leser Dekre wies in diesem Kommentar auf die Situation in Berlin bezüglich Sirenen hin – ist bei RBB beschrieben, wie man sich das im Idealfall im Detail vorgestellt hatte. Bei der digitalen Benachrichtigung per App scheint es wohl einen Totalausfall durch Überlastung gegeben zu haben. An einigen Orten waren die Sirenen zudem abgebaut, also keine Alarmierung möglich.

Auch in sozialen Netzwerken wie auf Twitter oder Facebook bekam ich die Rückmeldung, dass der Probealarm an vielen Orten ausfiel oder verspätet statt fand. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gibt in diesem Artikel das Twitter-Echo als ‚In die Hose gegangen‘ an. In der Theorie haben am ersten bundesweiten Probealarm seit der Wiedervereinigung um 11:00 Uhr landesweit in Deutschland die Sirenen geheult. In der Praxis fehlten an einigen Stellen die Sirenen, an anderen Stellen blieben die Dinger stumm. Der Artikel spießt eine Reihe an Nutzer-Tweets zum Thema auf. Und Inside-Digital stuft das Ganze in diesem Artikel als Desaster ein.


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Ergänzung: Auch heise widmet sich in diesem Artikel der Thematik. Dort konstatiert man zahlreiche Pannen, die belegen, wie wichtig ein solcher Testlauf sei. Heise schreibt, dass in Berlin und München die Siren vor Jahren bis Jahrzehnten abgebaut wurden. Aber dort, wo es Sirenen gibt, blieben diese teilweise still. Im heise-Beitrag heißt es (unter Bezug auf dpa), dass das Bundesinnenministerium den landesweiten Probealarm vom Donnerstagvormittag inzwischen wegen aufgetretener technischer Probleme als „fehlgeschlagen“ bezeichnet habe.

Es hat wohl konkret auch Probleme mit dem Warnsystem gegeben, welches die Warn-Apps NINA und Katwarn beliefert. Eine Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wird von dpa so zitiert: „Wir wissen, dass es teilweise geklappt hat.“ Es ist partiell zu einer Überlastung des modularen Warnsystems gekommen, was die Verzögerungen bei der Auslösung bewirkte. Bei manchen Nutzern hat die NINA-Warnapp keine Meldung angezeigt, andere Nutzer sahen den Hinweis, wenn sie die App geöffnet haben. Es gibt auch Nutzer, die die Meldung mit einer halben Stunde Verzögerung erhalten haben. Es wird aber behauptet, dass die Entwarnung pünktlich eingegangen sein – was ich nicht bestätigen oder widerlegen kann.

Desaster mit Ansage?

An dieser Stelle stelle ich mir schon die Frage: War das ein Desaster mit Ansage? Hand auf’s Herz: In Deutschlands Digitalien klappt doch nix – egal ob Mobilfunk- oder Breitband-Ausbau oder elektronische Gesundheitskarte (eKG). Trotzdem schalten die Verantwortlichen seit Jahren die bewährten Analog-Medien wie KW- und MW-Empfang und irgendwann auch UKW-Rundfunk ab, um digitalen Medien mit all ihren Unwägbarkeiten den Vorrang zu geben.

Ein Gutes dürfte die Aktion, die nächstes Jahr am zweiten Donnerstag im September wiederholt werden soll, aber haben. Die Verantwortlichen habe jetzt hoffentlich gemerkt, wie viel doch in Bezug auf Katastrophenwarnung der Bevölkerung im Argen liegt. Statt auf irgendwelche verplitschten Apps, die theoretisch zwar genau mitteilen können, welche Katastrophe droht, aber im Zweifelsfall wegen Server-Überlastung, fehlendem Datenzugriff oder leerem Akku nichts anzeigen, sollte man wieder auf bewährte Medien wie Sirenen setzen. Diese stellen speziell nachts ein profundes Mittel dar, um die Leute aus dem Schlaf aufzuwecken und eine Katastrophenwarnung auszugeben. Hat über hundert Jahre bestens funktioniert, nur heute glaubt man, schlauer als unsere Altvorderen zu sein – und im entscheidenden Moment bricht alles zusammen, weil (Windows) ein dringendes Sicherheitsupdate installiert …


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24 Antworten zu Warntag 2020, ein Desaster mit Ansage?

  1. Onkel Hotte sagt:

    Wenn schon der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe kein Plan hat kann das Ganze auch nicht funktionieren.
    http://blog.fefe.de/?ts=a1a72533

    • Paul sagt:

      http://blog.fefe.de/?ts=a1a72533

      Der Spiegel (besser bekannt als „das ehemalige Nachrichtenmagazin“)
      hat den Inhalt(!), das was Unger angeblich wörtlich sagte,“korrigiert“.
      Fefe hat den Orignal-Text zitiert, wie ich hier unten auch.

      Ich finde schon sehr interssant, wie leicht man ein Interview im Spiegel „korrigieren“ kann wenn man eine Bundesbehörde ist dessen Präsident sich „gerade öffentlich zum Brot gemacht hat“, wie Fefe so schön sagte.
      Haben die das nicht zum Korrekturlesen bekommen bevor das Online ging?

  2. Matschmeer sagt:

    Sirenen pünktlich um 11 Uhr, WarnApp kurz nach 12 und danach Entwarnung. Wenn Gemeinden die Dinger nicht warten oder ganz einsparen, was will man da erwarten? Einsparen macht weniger Kopfschmerzen als Nachdenken.

  3. Anonymous sagt:

    … Nur mal angenommen, also rein theoretisch!
    Hier in Berlin hätte alles gepasst.
    Gehen wir mal von einem chemischen Angriff aus. Also eine Gas Wolke die die Haut und Augen verätzt. Was würde Bürger als nächstes tun?

    Ich bin in der DDR mit Katastrophen Übungen groß geworden und war wie alle in der DDR in der GST. Auch wenn mein Wissen gut 30 Jahre her ist, wüsste ich, was ich bei einem chemischen, biologischen, oder atomaren Angriff tun müsste.

    Was wissen unsere westdeutschen Bürger?

    • Steter Tropfen sagt:

      Wir wissen genug, um gar nicht erst zu glauben, dass wir bei einem atomaren Angriff mit „Fenster zu und unter den Tisch kriechen“ eine Überlebenschance hätten. Bei der Bundeswehr haben wir ABC-Alarm spielen müssen: In 50 Sekunden Tasche aufreißen, Poncho überwerfen, Gasmaske aufsetzen, Kapuze zu- und Handschuhe anziehen. „Und wo tue ich meine Brille hin?“ – „Die schmeißen Sie auf den Boden, die brauchen Sie dann sowieso nicht mehr.“

      Zu entlarven, dass ein mit solchen Methoden geführter Krieg keinen Sieger haben wird, gehörte zum friedenspolitischen Handwerkszeug der 80er. Die Freiheit, dies offen sagen zu können, hatten wir dem Osten voraus.

      • Ralf S. sagt:

        „Zu entlarven, dass ein mit solchen Methoden geführter Krieg keinen Sieger haben wird, gehörte zum friedenspolitischen Handwerkszeug der 80er.“

        Genau SO ist (war) es! Und genau diese Tatsache hat wohl auch dafür gesorgt, dass es zum Glück bis heute „ruhig“ geblieben ist…! Und hoffentlich funktioniert das auch weiterhin. Allerdings: Bei so manchem, der heutigen sog. Staatenlenkern, bin ich mir da leider ab und zu nicht mehr ganz so sicher…

    • Paul sagt:

      du wärest in den Bunker gegangen. Leider sind die meisten Bunker geheim da privat…und die Tür sind so dick, damit man die Menschen die draußen bleiben mußten nicht hören muß….
      Und wenn Du nach 3 Wochen wieder raus kannst, fragst Du Dich, warum Du nicht draußen geblieben warst…

  4. Ralf S. sagt:

    „und im entscheidenden Moment bricht alles zusammen, weil (Windows) ein dringendes Sicherheitsupdate installiert …“

    :-) Danke für diesen wirklich guten Witz, der ja leider eher sogar der Wahrheit entspricht… Und sehr richtig: Altes, Erprobtes und Bewährtes muss nicht schlecht(er) sein! Bei den alten Sirenen“pilzen“ auf den Dächern, war wirklich jeder nachts wach, wenn die Dinger mal loslegten…! Und die legten bei jedem Brand sehr zuverlässig los! (Ich spreche aus Erfahrung, da fast 51 Jahre alt) Aber es ist seit Jahren das gleiche Lied: Digitalisierung always and everywhere – und alles ist (ähm, wird) gut… Nee, die Probleme verlagern sich nur. Der Ärger bleibt im Grunde der gleiche. Nur eben anderer, neuerer Ärger. Scheint aber irgendwie keiner zu kapieren, oder zumindest zu interessieren, denke ich immer öfters.

  5. Hans Brender sagt:

    50 Minuten nach dem Alarm schlug Katwarn dann an.

  6. Ralf Lindemann sagt:

    Desaster? … Davon habe ich nichts gehört. Hier war alles mucks­mäus­chen­still … ;-)

  7. Stefan sagt:

    Bevor jeder (auch Herr Born) von Desaster spricht,

    Das war ein Test… und der hat nun viele Schwachstellen aufgezeigt, die es abzustellen gilt.
    Mit dem nächsten Test sollte man nun halt nicht wieder 30 Jahre warten.

    Und zum Thema früher alles besser mit „Pilz-Siren“…
    Ja, die signalisieren cut en den Alarmfall. Davor muss diesen aber auch auslösen. Und wenn dann wegen Nachwuchsmangel keiner von den sehr oft freiwilligen Feuerwehren ausrückt, brennt die Hütte trotzdem ab.

    Wir sollte also nicht vorschnell Fingerpointing betreiben. Lieber überlegen was man selber für die Gemeinschaft tut bzw. leisten kann/will.

    • Dekre sagt:

      Fast richtig, Günter hat nicht von einem Desaster gesprochen. Bitte genau lesen und auch das davor.

      Das Gute ist, dass getestet wird.
      Das Schlechte, dass es nach 1990 erstmals ist. Das Schlechte, dass insbesondere Berlin auf eine sog. „APP“ setzen. Bei Stromausfall funktioniert das nicht.

      Das andere ist, dass UKW von öR mehr und mehr abgeschaltet wird. DAB macht auch in diesem Bereich wenig Sinn.

      Die entscheidende Frage ist:
      Was wurde eigentlich getestet?

      Stromaggregate etc. für die entscheidende Versorgung wohl nicht.

      Das was funtioniert ist wohl in Dörfern und Kleinstädten. Alles Größere ist wohl mächtig „in die Hose gegangen“.

      • Schwarzes_Einhorn sagt:

        Endlch traut sich mal einer, zu erwähnen, daß DAB beim Ausfall der Digitalsysteme mit ausfällt. Ist ja schön und recht, das Radio ohne Rauschen, aber die UKW-Masten würde ich lieber noch stehenlassen. Wenn alles digital ist und genau das ausfällt – und zwar als erstes – dann wirds finster.

    • Henner sagt:

      Sehe ich anders!
      Hier in NRW ist das der dritte Warntag seit 2018. Da die Sirenen in „meiner“ Großstadt als Friedensdividende abgebaut wurden, habe ich 2018 und 2019 nichts mitbekommen, und die 30min verspätete Meldung von NINA diesmal auch nur, weil das Handy aus Neugierde nicht stumm im Spind, sondern laut am Mann war.
      Konsequenzen aus den bekannten Schwachstellen gab es in den letzten 2 Jahren keine.

      • Steter Tropfen sagt:

        Sieht auch jetzt nicht nach Konsequenzen aus:
        Gestern hatte ich mich an das NINA-Ministerium gewandt und moniert, dass man ohne Smartphone von dem Ganzen nichts hat (Katwarn kann ja schließlich auch Mail und SMS, warum nicht NINA).
        Eigentlich hätte ich damit gerechnet, dass die nach dem gestrigen Flop mit Anfragen überhäuft werden. So rechnete ich mit einer späten, dann aber einigermaßen durchdachten Antwort auf meine Anregung.

        Denkste: Bereits heute um 10:49 stellte mir ein Herr Tuttenuj ein paar Textbausteine zusammen – und verwies mich auf Rundfunk, Lautsprecherwagen und Sirenen.
        Punkt. Abgewimmelt. Fertig. Die ziehen ihr Schauspiel durch und wollen keine Zwischenrufe aus dem Publikum!

        Rundfunk: seit der Analog-Abschaltung höre ich Internetradio aus aller Welt
        Sirene: die hat die Feuerwehr vor Monaten brachial stillgelegt, nachdem sie grundlos einen Vormittag lang durchheulte. Bis heute nicht instand gesetzt.
        Lautsprecherwagen: Im März fuhr einer durch die Straßen, um den Corona-Lockdown zu verkünden. Bei geschlossenem Fenster hörte man fast nichts, bei offenem Fenster verstand man Wortfetzen, und wenn man auf die Straße lief, um zu erfahren, was passiert ist, hörte man „Bleiben Sie zuhause!“
        – Geniales System.

  8. ToWa sagt:

    Gott sei dank hatte ich das Fenster auf Kipp, habe es dann mal spaßeshalber geschlossen, dann war die Sirene weg…
    Aber gut, wenn man am Ortsrand wohnt kann das schon mal passieren.

    Die liebe NINA hat sich gar nicht gemuckt und zeigt nach manuellem Aufruf auch jetzt noch den Probewarntag also keine Entwarnung. ;)

    Übrigens, auch Windows lässt sich entsprechend betreiben, man sollte eben die primären und sekundären Systeme nicht parallel mit Sicherheitsupdates versorgen. :D
    Fraglich ob es überhaupt sekundäre Systeme gibt…

  9. VGem-e sagt:

    Servus,

    ich hatte hier unter https://www.borncity.com/blog/2020/09/10/warntag-2020-haben-bei-euch-die-sirenen-funktioniert/#comments als Nachtrag mitgeteilt, dass bei uns, wohl deutlich verspätet, der Warntag 2020 zumindest akustisch teilweise erfolgreich war.
    Aber Pustekuchen, da ich inzwischen aus der Onlinepresse erfahren habe, dass unsere Feuerwehren wegen eines Brandes auf der Autobahn zu diesem Zeitpunkt ausrücken mussten.

    Also, wohl kein erfolgreicher Warntag 2020 bei uns…

    • Triceratops sagt:

      Die Sirenen der Feuerwehren sind nicht darauf ausgelegt, einen Katastrophenwarnton aus zu geben. Bei uns im Ort gibt es keine Sirene, die so einen Warnton ausgeben kann. Die Sirene unserer Ortsfeuerwehr ist dafür nicht ausgelegt, so einen Warnton aus zu geben (Das können meist nur die Alten Sirenen aus dem 2 WK, die es aber fast nicht mehr gibt). Von daher dürfte es auch bei dir der fall sein, das die Sirene von eurer Ortsfeuerwehr dafür nicht ausgelegt ist.

      Fazit.: Sirenen der Feuerwehren sind Technisch bedingt nicht in der Lage einen entsprechenden Warnton aus zu geben.

  10. Paul sagt:

    Spiegel.de schreibt in einem Interview:
    Unger: „Ja, die Niederlande zum Beispiel setzen auf dieses Cell-Broadcast-System.
    Wir haben davon Abstand genommen, weil die Mobilfunknetze – wie man etwa an Silvester sieht – im Fall der Fälle nicht ausreichen. Hinzu kommt ein datenschutzrechtliches Problem. Wenn man direkt die Handys ansteuert, werden auch Bewegungsdaten erfasst.
    Wir setzen daher auf die App…“

    Emm, wie bitte?
    Die App steuert jedes Handy einzeln, braucht das Internet. Deshalb waren wohl auch Heute um 11:00 die Server platt, als Bayern eigenmächtig bundeweit waren wollte.
    CBS ist ein „broadcast“, geht also an alle Handies in der Nähe dieses Funkturmes,
    ohne auch nur eine Nummer zu kennen, kostet, da nur eine Nachricht keine Bandbreite und geht an allen anderem Trafic vorbei.. Sogar an das alte Notfall-Handy im Nachttisch, das hoffentlich geladen und eingeschaltet ist, und auch an das Handy des Besuchs aus den Niederlanden…

    In der App muß ich meinen Standort eingeben und ohne aktives Google Locstions services funktioniert die App nicht, weil sie ihren aktuellen Standort ja nicht feststellen/melden kann…
    Zu dem muß eine Meldung an alle Handies gehen, da nur diese wissen, wo sie sich befinden. Oder sie haben ihre Position samt Rufnummer an den Server gemeldet…das sind dann keine „personene spezifischen Bewegungsdaten“

  11. Arboretum sagt:

    Bei mir im Ort hat die Warnung per Sirene beinahe funktioniert. Im Detail:
    11:00:00 Uhr ging die Sirene los. Aber das Singal war ziemlich seltsam. Es entsprach dem Signal für die Feuerwehr, hatte aber im mittleren Teil einen an- und abschwellenden Heulton statt Dauerton. Im ersten und dritten Teil war es der Dauerton wie für die Alarmierung der Feuerwehr. Das Signal ist mir so nicht bekannt und konnte ich auch nicht im Internet finden. Da ich in NRW wohne, habe ich das Signal für Warnung erwartet, wie es auf https://www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/warnung-und-sirenen/sirenen beschrieben ist.
    Entwarnung ist dann ausgefallen.

    Hoffen wir auf den Warntag 2021 :-)

  12. Holger sagt:

    Ich habe keine Warnapp installiert und auch keine Sirenen gehört. Konnte auch nicht gut sein, da ich in einem Meeting war und da konzentriert man sich auf andere Dinge als Sirenengeheul.

    Ich weiß auch nicht, ob ich in einem echten Katastrophenfall zu den Überlebenden gehören möchte. Wenn schon die Corona-Krise manche richtig mürbe macht, was ist dann erst einmal, wenn eine absolut bedrohliche Situation eintritt, wo viele Menschen verrückt spielen und man dann diesen Menschen hilflos ausgeliefert wird. Statt an der Katastrophe stirbt man dann einen qualvollen Tod durch die Amok laufenden Mitbürger.

    Dann lieber den schnellen Tod durch die Katastrophe, die man nicht bemerkt hat.

    Schwarzhumorige Grüße

    Holger

    • Tom sagt:

      Ich sehe es ähnlich wie Holger:
      Durch das (lineare)Fernsehen am morgen etwas von dem s.g. „Warntag 2020“ erfahren – um 11 Uhr schon wieder vergessen und jetzt erst wieder hier davon gelesen.
      Ob sich in meinem Umkreis (schreiben wir mal 1km) Warnsirenen befinden und ob diese um 11 Uhr funktioniert haben oder auch schon abgebaut wurden – keine Ahnung und auch ehrlich geschrieben kein Interesse daran.
      Aufgewachsen bin ich in den 1980ern und kann mich zumindestens an zwei Probealarme und an die Warnsirenen erinnern, wie man sie auch aus dem 2.Weltkrieg kennt und gesehen hat.
      Ich nutze nur ein Notfallhandy und kann somit nicht auf „Äbbs“ zugreifen, daß das Netz aufgrund der vielen Anfragen ausfällt oder zumindestens verzögert, hätte man sich in „Neuland“ doch eigentlich nicht denken können.
      Es ist wichtig und richtig, vorhandene Warnsysteme auf Schwachstellen zu überprüfen – wenn mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln großflächige Angriffe gefahren werden, scheint es mir egal ob mich dieses Warnsystem sofort oder erst nach 30 Minuten informiert.

  13. Micha sagt:

    Habe um 11:00 nichts gehört. Die regelmäßigen Probealarme sind auch immer schlecht zu hören.

    Zum telefonieren nutze ich ein Nokia 6030.
    Würde solche Warnungen wahrscheinlich über das Radio mitbekommen.
    Alternativ könnte man noch eine SMS versenden. Das Netz ist ja schließlich in den vergangenen Jahren zu Silvester nicht mehr zusammengebrochen.

  14. Bpmz_294 sagt:

    Die Sirenen der FW hier in der Stadt Siegen sind sehr wohl in der Lage, die Kat Signale ertönen zu lassen. Hat auch geklappt.
    Was nicht bzw. mit Verzögerung klappte, waren die „Wunderapps“ NINA und KATWARN.

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