Vor 20 Jahren: Windows ME erscheint

Mal wieder ein nostalgischer Rückblick. Vor genau 20 Jahren (wie habe ich das bloß errechnet), genau am 14. September 2000, hat Microsoft sein neues Betriebssystem Windows Millennium Edition (kurz Windows ME) auf die Menschheit losgelassen. Windows ME ist quasi als ‚Unfall‘ in die Annalen der IT-Geschichte eingegangen. Zeit für einige Erinnerungen aus der Mottenkiste der IT und die Frage, wie und wo ihr so dieses Windows erlitten habt.


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Ich gestehe, ich erinnere mich nicht wirklich an viele Details im Vorfeld der Windows ME-Entwicklung, hatte das Betriebssystem auf einer Testmaschine sowie später kurzzeitig auf einem Rechner vom Discounter (habe ich mir immer mal wieder geholt, weil ich wissen wollte, was so beim Volk werkelt).

Windows ME: Ein Unfall der IT-Geschichte?

Die Windows Millennium Edition (kurz Windows ME) hätte es eigentlich nicht geben sollen, wie ich beim Nachlesen in der Wikipedia festgestellt habe. Es gab Ende der 90er Jahr die Windows 9x-Schiene für Konsumenten und Windows NT für das Firmenumfeld. Eigentlich sollte Windows 98 (damals in der 2nd Edition) das letzte Betriebssystem in  Windows 9x-Reihe sein. Denn Microsoft plante, Windows 9x und Windows NT zu einem Produktstrang mit Varianten für Konsumenten und Firmen zu vereinen.

Aber wie man das bei Microsoft so kennt, plant man in Redmond und macht und tut. Und wenn man dann lange genug wartet, kommt etwas gänzlich anderes heraus, als das, was angekündigt war und man erwarten konnte. War auch bei Windows ME nicht anders, denn alle Welt wartete auf ein ‚Windows 2000‘ als Ablösung von Windows NT. Intern muss es aber wohl zu massiven Verzögerungen gekommen sein, so dass man im Management zum Schluss kam: Das Jahr 2000 ist ja schon in weniger als einem Jahr, wir schaffen es nicht, rechtzeitig ein Consumer-Windows 2000 aus dem Bode zu stampfen.

Flugs wurde ein Teil der Windows 2000-Entwickler abgezogen und zu einer neuen Gruppe vereint. Deren Ziel: Binnen wenigen Monaten ein ‚Consumer Windows 2000‘ aus dem Boden zu stampfen. Das war mit Windows 2000 nicht zu machen – ich erinnere mich, dass die Hardware-Unterstützung doch dürftig war. Das Ergebnis ist bekannt: Statt Windows 2000 haben wir den Windows 98-Nachfolger Windows Millennium mit ein bisschen Oberfläche von Windows 2000 bekommen (der Papierkorb war im Symbol mit Windows 2000 identisch, wie ich mich zu erinnern glaube).

Windows ME-Desktop
(Windows ME-Desktop, Quelle: Wikimedia,  von unbekannt – selbstgemacht in VMware, PD-Schöpfungshöhe zu niedrig für Schutz)

Die Ankündigung erfolgte am 7. April 1999 (wenigstens haben sie nicht den 1. April genommen), und bereits im September sowie November 1999 gab es zwei Betas. Während Windows 2000 bereits am 17. Februar 2000 veröffentlicht wurde, folgte von Windows ME am 11. April 2000 ein dritter Betatest. Wegen Verzögerungen wurde das Betriebssystem nicht im Mai sondern erst am 19. Juni 2000 fertig. Die Veröffentlichung von Windows ME folgte am 14. September 2000, der Preis lag bei 209 US-Dollar (es gab aber vergünstigte Upgrade-Angebote). Die tollen Neuerungen und Features von Windows ME könnt ihr in der Wikipedia nachlesen.

Ein schmutziges Geständnis

Ich glaube, nach 20 Jahren ist das jetzt alles irgendwie verjährt, so dass ich folgenlos ein Geständnis machen kann. Ich habe seinerzeit nicht nur für Markt+Technik, sondern auch für Microsoft Press Bücher geschrieben. Daher wurde ich aus den USA auch mit Betas von Windows 2000 sowie Windows Millennium versorgt. Und als Beta-Tester bekam ich später auch eine Windows ME-Version umsonst.

Es heißt zwar: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Aber bei Windows ME lief es anders – ich hatte das auf einer Windows 98 Maschine installiert, um die Bücher schreiben zu können. Weil das Zeugs aber niemals stabil lief, sondern ständig mit Blue-Screens glänzte, ist Windows Millennium eines der Microsoft-Betriebssysteme, welches ich freiwillig nicht produktiv genutzt habe. Als die Bücher geschrieben waren, habe ich Windows ME gelöscht (vorher hatte Windows 98 SE dieses Los erlitten).


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Windows ME kam später zwar durch die Hintertür wieder auf einem Medion PC in mein Büro. Aber dieser Rechner dümpelte als Testmaschine für Buchprojekte, wo ich was zu Windows ME machen musste, herum.  Als Windows XP dann am 25. Oktober 2001 heraus kam, wurden die Windows 98- und ME-Rechner nach einer kurzen Wartezeit auf dieses Betriebssystem aktualisiert. War das erste Windows, mit dem man arbeiten konnte. Später bin ich zu Windows 7 gewechselt (und zwar wenige Tage nach dessen Freigabe, Vista wurde dagegen auch nur wenig genutzt).

Windows ME ist für mich quasi so etwas wie ein ‚Nicht-Betriebssystem‘, ein Totalausfall – obwohl sich die Bücher dazu nicht schlecht verkauft haben.  Und wie ist eure Erinnerung an Windows ME?

Ergänzung: Bei heise ist jetzt auch mein Artikel zu Windows ME mit einigen zusätzlichen Informationen online gegangen. Verdammt, wenn mir vor 20 Jahren einer erzählt hätte: ‚Born, warte mal 2 Jahrzehnte, dann schreibst Du wieder über das Zeug‘, ich glaube, ich hätte ihm den Vogel gezeigt …

PS: Heute ist das alles besser, die alte Garde bei Microsoft wurde gegangen und hat, so wird von bösen Zungen kolportiert, bei BER in Berlin angeheuert. Die neuen Entwickler bei Microsoft waren es leid, immer auf solche ‚Deadlines‘ bei einer neuen Windows-Version festgenagelt zu werden. Die haben einfach Windows as a Service (WaaS) erfunden. Da gibt es keine Deadlines mehr, nur ein Windows 10, welches seit 5 Jahren nie fertig wurde, sondern als Dauerbaustelle im Chaos brilliert.


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39 Antworten zu Vor 20 Jahren: Windows ME erscheint

  1. Anonymous sagt:

    Ja, war eine totale Totgeburt.
    Haben nur einige OEM genutzt (war vermutlich billiger)
    Durch Win 2000 waren alle 9x (und ME) obsolet, da Win2000 die Vorteile von 9x und NT vereinte.

  2. G_U sagt:

    “ Und als Beta-Tester bekam ich später auch eine Windows ME-Version umsonst.“

    Punktlandung: „UMSONST“ , nicht nur kostenlos … ;-)

    • Günter Born sagt:

      Die Lizenz war umsonst, im beiderseitigen Sinne des Wortes: Kostenlos auf der einen Seite – und genutzt hat es MS am Ende des Tages auch nicht viel – ich habe zwar ein paar Bücher mit Windows ME gemacht, aber nie für gebrannt. Das fing erst mit Windows XP an, wo viele Titel drum gestrickt wurden.

      Und was hat Microsoft aus meiner Episode gelernt? Schreibe einfach keine Dokumentation zu dem Zeugs mehr, dann kann man einen Bug als Feature verkaufen … ;-).

      PS: 2000 war übrigens die Zeit, wo die berühmte Chinese Wall bei Microsoft in den USA zwischen die Windows- und die Office-Entwickler eingezogen wurde (Auflage der US-Wettbewerbsbehörde, andernfalls wäre MS zerschlagen worden). Hat mich als deutscher Microsoft Press (USA) Autor arg gebeutelt – alle 6 Wochen ein neuer Lektor und ein neuer Ukas, wie Bücher auszusehen hätten. Hab dann die Reißleine gezogen und die Schreibe für MS Press USA aufgesteckt – bei MS Press Deutschland lief das erinnerungsmäßig bis kurz vor Vista, wo ich zu Pearson umgeschwenkt bin. Ist jetzt alles längst Geschichte. Aber an 9/11 und die Terroranschläge erinnere ich mich – saß am Rechner und schrieb an einem Buchprojekt, als die ersten Nachrichten zum Flugzeugabsturz in ein Hochhaus in New York im Radio kamen. Hatte per Internet die Bilder aus USA und einige Monate später sah die Welt anders aus.

  3. Aegis sagt:

    Ach herrje, Windows ME, von mir auch liebevoll „Müll Edition“ genannt war um 2000 herum nur ganz kurz im Einsatz. Das Teil wollte auf meinem damaligen System einfach nichtig laufen und wurde rasch durch ein Dualboot mit Windows 2000 und 98SE ersetzt. Meist kam 2000 zum Einsatz und 98SE für ein paar alte Dos Spiele.
    Microsoft hätte damals besser getan und ME einfach wegzulassen und bis zur Fertigstellung von XP zu warten.

  4. Sansor sagt:

    Hatte ich nie im Einsatz und ging fast spurlos an mir vorbei, ähnlich wie Vista.

  5. Ärgere das Böse! sagt:

    Bei mir ist Windows ME ca. 4 oder 5 Jahre problemlos gelaufen. Ich glaube es war ein Pentium 3 mit 665 MHz von Targa und anfänglich 128 MB Arbeitsspeicher. Später habe ich dann auf 512 MB aufgerüstet.
    verwendet habe ich ihn zum Surfen und für Office XP Small Business.

  6. StefanP sagt:

    Ziemliche Zeitreise!
    Windows ME fand in meinem Umfeld eigentlich gar nicht statt.

    In der Firma war Windows 98SE auf „normalen“ Arbeitsplatzrechnern installiert und lief relativ stabil. Die anderen bekamen Windows 2000, obwohl das – wenn ich mich recht erinnere – sauteuer war. Später gab es XP für alle.
    Ich habe noch heute ein WIN2000 System als VM. Darin ein Entwicklungssystem für DOS Software (Borland Pascal mit Turbo Vision, kennt das noch jemand?). Alle paar Jahre starte ich es mal…

    Zuhause hatte ich bis XP kein (echtes) Windows. Nach der Atari ST Zeit kam IBM mit OS/2. Da lief dann auch ein Großteil an Windows Software. IIRC, lange her.

    • Günter Born sagt:

      Turbo Pascal ist mir schon ein Begriff, mein viertes Buch handelte davon. 2000 war das Programmieren aber ‚aus dem Scope‘, musste damals als Freiberufler bereits im siebten Jahr ackern. Daher sagte mir Turbo Vision als objektorientiertes Framework erst einmal nichts. 2003 hat es bei mit dann einen ‚Rückfall‘ mit einem Buch zu .NET Framework gegeben – wo die Compiler der .NET-Laufzeitumgebung zur Übersetzung genutzt wurden.

  7. Sebastian sagt:

    „Während Windows 2000 bereits am 17. Februar 2020 veröffentlicht wurde…“ :-)

    Hatte Windows ME … und irgendwie keine schlechte Erinnerung dran.
    Keine Ahnung – oder ich habs schon verdrängt.

    • Günter Born sagt:

      Hast Recht – mir war, als wäre es erst ‚gestern‘ gewesen, wo ich vorab die Final von Microsoft bekommen habe. Hab mal nachgesehen – Asche auf mein Haupt, die 2020 musste ich doch tatsächlich um 20 Jahre zurück datieren. Danke für den Hinweis.

  8. Bernhardt sagt:

    Also seinerzeit gab es bei mir ein paar Sprichwörter zu den ganzen Kürzeln von M$:
    SE -> Some Errors
    ME -> More Errors
    CE -> Critical Errors
    oder auch der Klassiker: Microsoft macht nun in der Baubranche: CE-ME-NT ;)
    Fairer weiße muss ich zugeben, dass ich mit ME erst Jahre nach dem XP Release in Berührung kam, ich selbst hatte es genauso wenig wie Vista. Bei einem Onkel auf seinem Business PC lief ME. Ich muss zugeben ich war positiv überrascht, dass es im Ereignisprotokoll keinen vermeldeten Bluescreen in 4 Jahren Nutzung gab. Damals hatte mein Onkel aber Probleme mit dem „Internet“ *hust*… was so ne falsche IP doch alles auslösen kann :D ;) Auch auf Nachfragen hatte mein Onkel damals keine Beschwerden zu melden zu ME, er meinte sogar, er hätte seitdem weniger Probleme und Ausfälle als zuvor mit 98 (ohne SE). Ich glaube er verstand meinen ungläubigen & zweifelnden Blick damals nicht :)

  9. Seita sagt:

    Wenn es sauber installiert war, funktionierte alles.
    Konnte nicht meckern.
    Aber wehe es schlich sich ein Fehler ein, durch unpassende Treiber oder anderes, dann war Schluß mit Lustig.
    Half nur noch komplette Neuinstallation.
    Die guten alten Zeiten….

  10. Don Omerta sagt:

    Mit 3.11 ging meine Reise bei MS los und ich kann mich noch gut an ME erinnern.
    Um die 2000’er fing ich an meine Rechner selber zu bauen und ME lief auf einen Rechner mit unglaublichen 256 MB Ram. Auch ich wurde nicht von Blue-Screen verschont, war schon nervig. In einer damaligen PC-Zeitschrift hatte ich gelesen das ME besser mit 512 MB Ram laufen soll. Ich habe mir dann 256 MB Ram dazugekauft (Ram-Preise waren damals nicht gerade günstig) und ME lief dann ohne Probleme. War damals eine spannende Zeit, was da innerhalb eines Jahres an Hard/Software auf den Markt kam, einfach klasse. Seit der Dauerbaustelle W10 habe ich mich immer weiter von MS zurückgezogen. Auf beiden Rechner im Heim läuft W10 im Dualboot mit Linux und ich bin zu ca. 90% nur noch auf den Linux-Desktop. W10 starte ich nur noch für ein Simu-Game das auf Linux nicht läuft.

  11. Tom sagt:

    Privat erfolgte der Umstieg von Windows98(SE) über Windows2000 hin zu WindowsXP.
    Die Existenz von WindowsME habe ich erst (viel)später erfahren und das war die Unterstützung zusammen mit Windows98 bereits ausgelaufen – zumal es unter Windows2000 und WindowsXP(ab Servicepack 2) nie zu großen Ausfällen oder Abstürzen kam.
    Jetzt habe ich noch eine ME-Installation auf einem Retro-Rechner laufen, der aber nicht an das INTERNET geht und der auch nur noch sporadisch und aus Nostalgie hin und wieder mal eingeschaltet wird.
    Über Langzeitwirkungen von WindowsME kann ich somit nicht viel schreiben…

  12. RaBe sagt:

    Drei Windows- Versionen, welche ich privat nie genutzt und beruflich nie betreut habe:

    Win ME, Win Vista, Win 10…

    Also alles richtig gemacht!

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Vista hat seinen schlechten Ruf völlig zu Unrecht gehabt. Spätestens mit SP1 lief es verdammt gut. Ich mochte Vista.

      Windows 10… naja, das ist ein anderes Thema. Man merkt, daß es überall nur mit der heissen Nadel gestrickt ist, einerseits schon in Ordnung, andererseits einfach nur unstimmig.

      Und Me… ich denke, es gibt nur sehr wenige Leute, die dieses OS toll fanden. ^^ Ich zog da ebenfalls Windows 2000 vor.

      • Anton_B sagt:

        Win ME war im privaten Bereich meist auf den fertig gekauften PCs vorinstalliert und lief auch tatsächlich relativ stabil in meinem Bekanntenkreis, z.T. über 5 Jahre ohne gravierende Probleme (und mit Internetnutzung!), die eine Neuinstallation erfordert hätten. Es gab aber auch „Kunden“, die haben es geschafft, das OS innerhalb von 14 Tagen zu crashen …
        Bei mir hielt ME höchstens 24 Monate, da durch häufige Hardwareumbauten auch Treiberprobleme mitkamen.
        Spätestens mit dem Wegfall von Firewiretreibern für ME bei neuere Epson-Flachbettscanner musste ich auf XP wechseln.
        ME wurde aber im Firmenumfeld nicht eingesetzt, da war NT4 und Win2000 berechtigterweise im Einsatz, auch wenn die Performance naja war …
        MS Vista hatte damals technisch sicherlich viele Vorteile gegenüber ME & XP, aber die Performance auf den damaligen PCs (Single/Dualcore mit bestenfalls 1 oder 2 GB RAM) und mit HDDs … :-( grottenschlecht.
        Da lieber XP SP3 (32bit) oder XP x64.

        Ich kann mich dunkel an einen Web-Artikel eines Callcenters o.ä. in den USA erinnern, die 15-30min vor Arbeitsbeginn die Rechner einschalten mussten, damit Vista die Updates installiert & fertig gebootet hat und die Leute arbeiten konnten (das gilt übrigens in den USA nicht als Arbeitszeit). Vielleicht findet ja jemanden noch den Artikel … ?

        Wir können froh sein, das die SSDs nicht 7 Jahre früher gekommen sind, sonst hätten wir Vista noch länger „ertragen“ müssen und MS hätte W7 vermutlich später eingeführt.

      • 1ST1 sagt:

        Stimmt, mit SP1 und 4 GB RAM lief Vista ordentlich. Trotzdem war dann Win 7 eine Offenbahrung.

  13. Sam sagt:

    Hallo Hr. Born, Ihr abschließendes PS im Artikel finde ich derart köstlich, daß ich es hier einfach nochmal wiederhole:

    PS: Heute ist das alles besser, die alte Garde bei Microsoft wurde gegangen und hat, so wird von bösen Zungen kolportiert, bei BER in Berlin angeheuert. Die neuen Entwickler bei Microsoft waren es leid, immer auf solche ‘Deadlines’ bei einer neuen Windows-Version festgenagelt zu werden. Die haben einfach Windows as a Service (WaaS) erfunden. Da gibt es keine Deadlines mehr, nur ein Windows 10, welches seit 5 Jahren nie fertig wurde, sondern als Dauerbaustelle im Chaos brilliert.

    Vollste Zustimmung meinerseits was W10 angeht! In der Tat ist das nichts als eine chaotische 5 Jahres Dauerbaustelle und somit ein absolut inakzeptables Betriebssystem.

    Grüße verfaßt von meinem Mac, bei dem ich nach 25 Jahren Windows, von Windows 95b über Windows XP und Windows 7 letztendlich gelandet bin. Das dolle „Windows as a Service“ hatte mich zu macOS getrieben und nach einigen Anlaufschwierigkeiten habe ich es bis heute nicht bereut. Daneben schnurrt auch noch mein gutes altes Windows 7 -Notebook für alle Fälle (dieses natürlich nur noch offline).

    • 1ST1 sagt:

      Seien wir doch froh, dass andauernd kostenlos neue Funktionen und Entwicklungen in das Betriebssystem einfließen, ohne dass wir was dafür bezahlen müssen. Wer das nicht will, kann ja zur LTS-Version wechseln, die aktuelle soll Suport bis zum Jahr 2029 haben, und daran wird es garantiert keine Funktionsänderungen geben! So wird jeder bedient.

      Besser als ein Wechsel auf Linux ist es allemal.

      • Günter Born sagt:

        Ich gestehe, dass ich so gewisse Schwierigkeiten habe, mich über Funktionen zu freuen, die die Welt nicht braucht und die oft genug buggy bis zum Abwinken sind und dann plötzlich klanglos verschwinden (man denke an Peoples App, Cortana, die Apps samt App-Store und, und, und).

        Muss möglicherweise damit zusammen hängen, dass ich im Grunde meines Herzens kein Informatiker sondern Ingenieur bin und in der Industrie, wo Anlagen mit Lebensdauern von 25 bis 40 Jahren projektiert wurden, auch IT-technisch geprägt wurde. Das Letzte, was unsere Anwender wollten, waren ständig neue Funktionen. Und es war einer der Gründe, warum ich Schreiberling geworden bin: Ohne vernünftige Dokumentation waren unsere prozessnahen IT-Projekte weder für Anwender noch für die Wartungsleute handhabbar.

        Ich mache täglich drei Kreuze, dass ich da heute nicht mehr für Entwicklergruppen oder für Projekte in diesem Umfeld verantwortlich bin und auf Windows 10 bauen müsste … aber ich bin da ja auch Old School und darf in Rente. Vielleicht heißt es ja auch bald ‚Born sitzt auf Wolke 7, schreit Halleluja und schaut vergnügt den Admins zu, die da in den irdischen Niederungen sich mit ‚Mist‘ Ausrufen über die ständig neuen Features in ihren Windows-Installationen freuen‘ *) …

        *) war zumindest die naive Vorstellung unserer Altvorderen. Nur die haben seinerzeit schon rantende Blogger als Kandidaten für’s Fegefeuer – ab in die Hölle mit dir – verortet. In diesem Fall schaue ich in der Vorstellungswelt unserer Ahnen halt ‚von unten zu‘, wie auf der Oberfläche mit den neuen Features gekämpft wird und stelle ad hoc die Frage: Wie viele der MS-Entwickler mir da wohl begegnen werden und was passiert, wenn es einen gefrusteten Admin nach dem Exitus in die Hölle verschlägt ;-)

      • Ulf sagt:

        LTSB/LTSC-Version schön und gut, da haben wir uns hier auch für entschieden und fahren sehr gut damit. Wir sind aber auch in der glücklichen Lage, das überhaupt lizenzieren zu können.

        Da LTSC/LTSC als Enterprise-Version gilt und einen Volumenlizenzvertrag voraussetzt, schaust Du als Privatkunde oder kleiner Betrieb an der Stelle mit dem Ofenrohr in’s Gebirge.

        Und was die neuen Funktionen des Windows 10 SAC angeht, so finde ich dass die zu 99% nicht nur kostenlos, sondern sogar umsonst waren. Man könnte auch sagen, was seit 1607 funktional dazu gekommen ist, war zu 99% unnützer Blödsinn. Aber dafür gibt es nach fünf Jahren Windows 10 immer noch keine einheitliche Systemsteuerung an einem Ort, sondern deren zwei.

        Noch was zum eigentlichen Thema: Windows ME war in der Tat die einzige Windows-Version seit 3.11, die ich nie selbst auf einem Rechner hatte. Aber vielleicht kommen in Zukunft ja noch weitere dazu, jedenfalls im privaten Bereich.

  14. Micha sagt:

    Ob nun wirklich Windows ME das ursächliche übel war wird man heute nicht mehr herausfinden können. Von 1999 bis 2007 gab es auch häufig Probleme mit dem Elektrolytkondensatoren. Des weiteren waren die ATX Netzteile noch nicht so zuverlässig. Günstige Modelle hatten häufig Probleme die Nennspannungen +/- 5% einzuhalten. Eine gute Restwelligkeitsunterdrückung (Ripple reduktion) gab es auch nicht immer.

    Windows ME ist bei mir auf einen Lifetec PC damals auch immer sporadisch abgestürzt. War ein Intel Pentium III 900MHz, GeForce 2 MX MX400 32MB VRAM und 128MB RAM.

    Auf dem nachfolge PC war dann Windows XP drauf. Es war ein HP Pavilion K525. Nach mehren Jahren Betrieb fingen dann auch Bluescreenorgien an. Ursache waren defekte Kondensatoren auf dem Motherboard. Zusätzlich heizte sich der PC auch immer sehr stark auf.

    • Gustav sagt:

      Ja, die leidige ELKO-Problematik … :-(

      Hatten um die Nuller herum viele Hersteller, damalige Billighersteller (wie z.B. MSI & Chaintech (gibts noch?)) wie auch Markenhersteller (Servermainboards in IBM-Servern).

      Ich hatte damals eine Charge PCs (ca. 25 Stk.) mit MSI-Boards. Wenn ich mich recht erinnere, haben davon 5 Stk. 3 Betriebs-Jahre ohne Defekt geschafft. Bei den anderen PCs sind die Mainboard-Elkos meist im 12 bis 18 Betriebsmonat leise (erkennbar an Bluescreens des OS) oder laut mittels Explosion hoch gegangen, was die Kollegen am Rechner entsprechend sehr erschrocken hat. Dementsprechend schnell war auch das Betriebssystem „heruntergefahren“ … ;-)
      Das Elektrolyt war dann im ganzen Gehäuse verteilt …

      Etwas ähnliches hatte ich auch Anfang der Nuller mit ATX-Netzteilen, wo von ca. 110 Stk. ca. 25 Stk. innerhalb kürzester Zeit hochgegangen sind, manche einfach nur leise kaputt (ohne Folgeschäden), viele aber haben die 230V auf Hauptplatine und GraKa geleitet … was die entsprechend schlecht vertragen haben. :-(

      Reklamation und Chargenwechsel beim Netzteilhersteller … Ein unschöner zeitlicher und logischer Aufwand, da die Rechner auf 3 Standorte im Umkreis von 200km verteilt waren.

      • Günter Born sagt:

        Die ganze Elko-Problematik, die ich nicht bestreiten mag, erklärt aber nicht, warum Windows 2000 und Windows XP auf den gleichen Maschinen problemlos liefen.

        • 1ST1 sagt:

          Das waren Treiber-Probleme. Unter 9x taugten vielfach die Treiber noch nicht so sehr, die kamen z.B. vielfach nicht gescheit mit IRQ-Sharing zurecht. Bei NT/2000/XP war die Treiberqualität eindeutig höher.

      • 1ST1 sagt:

        MSI war eindeutig kein Billighersteller, sondern eher Mittelklasse bis Highend für die Zielgruppe, die ihren PC selber bauten oder ihn vom Systemhaus herstellen ließen, auf dem selben Niveau wie ASUS. Billig war eher ECS und Asrock. Mit kaputten Elkos hatten alle Hersteller damals ein Problem. Ich erinnere mich z.B. an ein Rudel von ca. 200 blauen Dell Optiplex-PCs, die ich damals bei einem Automobilhersteller als Admin betreut habe, die starben in den heißen Sommern 2006 und 2007 nacheinander wie die Fliegen, die Dell-Techniker waren damals Dauerbesucher bei uns und haben überall die Mainboards getauscht. wenn ich bei den Service-Fällen dabei war, sah ich überall die aufgeblähten Elkos, aus denen teilweise der dunkle Saft rauslief. Das selbe war auch bei MSI und ASUS zu beobachten, und den ganzen anderen heiligen Herstellern. Übrigens hat MSI teilweise auch für IBM Rechner produziert, ich erinnere mich da z.B. an ein kleines Thinkcenter was bis auf die Frontblende identisch mit dem MSI Hermes 845 war, oder den ersten AMD-Opteron-1HE-Server, den es fast baugleich auch bei MSI als Barebone gab.

  15. Martin W. sagt:

    Ich hatte Windows ME einige Jahre im Einsatz und auf meinem System lief es stabil, was wohl ziemliche Glückssache war. Mit dem Umstieg auf XP habe ich lange gewartet: Die grünblaue Optik hat mich abgeschreckt.

  16. Mira Bellenbaum sagt:

    Mein erster Rechner mit, …. MS-DOS 3.2.
    Es ging dann weiter bis MS-DOS 6.22.
    Danach kamen Windows 3.1 und später dann Windows für Workgroups 3.11 zum Einsatz.
    Weiter ging es mit Windows 95, a, b, und c,
    und wurden abgelöst durch Windows 98 und 98 SE.
    Soweit ich mich erinnere, werkelte dann irgendwann Windows XP auf meinem Rechner
    und zwar verdammt lang! XP wurde gepacht und leistete bis vor ca. 3, 4 Jahre so ganz ohne Probleme gute Dienste.
    Als es so gar nicht mehr ging, weil es keine Patches mehr gab, wechselte ich zu Windows 7,
    was auch weit bis übers Supportende seinen Dienst auf einem meiner Rechner seinen Dienst tat.
    Nun habe ich seit einiger Zeit einen neuen Rechner, auf dem ich Windows 10 Ver. 1809 installierte und gefühlt eine Ewigkeit gebraucht habe, mit den Widrigkeiten dieses Systems zurechtzukommen.
    Auch habe ich einige Anpassungen vorgenommen, damit ich so einigermaßen mit diesem System produktiv arbeiten konnte.
    Nun steht wieder einmal ein Systemwechsel bevor und ich bin mir nicht so sicher,
    ob es die 1909 oder eine der nachfolgenden Versionen werden soll.
    Die 1909 scheint mir etwas gereifter zu sein. Die 2004 etwas aktueller und dem entsprechend auch länger „haltbar“.
    Ich werde ziemlich Sicher bis in den Januar warten und dann erst entscheiden.
    Lieber ein ungepatchtes System, als ein Kaputtes.

    • 1ST1 sagt:

      „Lieber ein ungepatchtes System, als ein Kaputtes.“ Falscher Grundsatz, denn das System ist dann nicht mehr sicher vor Viren. Viel Spaß beim Entschlüsseln der Platte!

      Wenn es um den Supportzeitraum geht, besser 1909 nehmen, als 2004, das ist ein paar Monate länger im Support, und es wird damit auch weniger experimentiert.

      Wer nicht mit dem Startmenü umgehen kann, installiert sich OpenShell und hat dann wieder faktisch das selbe Startmenü wie unter Win 7, inklusive schnellem Zugang zur „alten“ Systemsteuerung. So habe ich auch den Umstieg meiner Eltern (70+74) auf Win 10 erleichtert, und sie kommen damit prima zurecht.

      • Mira Bellenbaum sagt:

        Ich schrieb doch, dass ich einige Anpassungen durchgeführt habe! Dies und noch einige andere Dinge. Den Explorer angepasst, Corona oder wie der Assi auch immer heißt, verbannt. Und noch so einiges mehr, was auch mit Datenschutz zu tun hat.

        Was den Supportzeitraum angeht, irrst Du und meine Überlegung erst im Januar zu 1909 zu wechseln, ergibt auch nicht wirklich Sinn, der Support endet 11.05.2021! Das Supportende für 2004 ist aber erst der 14.12.2021.
        Ich muss mir das also noch Mal überlegen.

        Was Deinen Einwand mit dem „falschem Grundsatz“ angeht, bin ich gegenteiliger Meinung!
        Es gehört halt immer auch ein Konzept dazu, z.B. regelmäßiges Backup, ein Mal der Daten, wöchentlich, ein Mal des Systems, monatlich, und so kann man, so denke ich, schon Mal zwei, drei Monate überbrücken. Der Aufwand soll ja nicht von Dauer sein.
        Natürlich gehört auch WIE die „Daten“ gespeichert werden dazu! Auf so ’ne DVD RAM geht schon ein bisschen was.

  17. Bernhardt sagt:

    Ich gebe zu, ich bin zwar auch jemand der über Windows 10 schimpft und meckert, aber ich muss hier mal dennoch ne kleine Lanze dafür brechen. Bis etwa Build 1706 war Windows 10 ein durchaus gut funktionierendes OS. Stabiler und zuverlässiger war selbst Windwos 7 nicht. Und hat man sich erstmal an das „Profi Menü“ (rechtsklick auf das Windows Symbol) gewöhnt, tut man sich, wenn man dann mal wieder an ein W7 ran muss, schwer sich wieder an die Systemsteuerung zu erinnern.
    Erst als M$ das Dev Team komplett ausgewechselt hat und die Flachzangen, die schon Windows Mobile bzw. 8 verbockt haben, da ran gelassen hat, ging es imho stetig bergab. Aktueller Tiefstand ist dann 2004… und man fühlt sich an ME und frühe XP Zeiten erinnert, wo Treiber Probleme und BlueScreens an der Tagesordnung waren.
    Auf meinen bisherigen privaten Computern hatte ich folgende Betriebsysteme im Einsatz:
    TOS 1.62 (nein kein Schreibfehler, Atari User wissen was gemeint ist ;) ), Dos 5.x, Dos 6.22 & Win 3.11, 95, 98 SE, 2000, XP, Ubuntu, 7, Knoppix, 8.1, 10, Mint.

    Vom Elko Trauma wurde ich privat glücklicherweise nur einmal heimgesucht, als mir ein per lautem Knall sterbendes Tagan oder BeQuiet Netzteil ein fast brandneues Abit NF7-S V2.0 Board für meinen damaligen Athlon 3200+ mit in den Tod riss. Beruflich hatte ich mit MSI und ASRock Boards und der Problematik einiges erlebt, selbst Asus Boards waren davor nicht gefeit. Damals sah ich das Problem aber schon daran, dass die Hersteller einfach zu billige Kondensatoren einkauften.
    Witziger weiße hatte ich dann später bei meinem 2. TFT Monitor nochmal so ein Problem, da waren die Elkos des internen Netzteils aber „nur“ gewölbt.

    • 1ST1 sagt:

      Ich habe aktuell mit 2004 keinerlei Bluescreens, und ich betreibe privat in der Familie 6 PCs damit. Im Bereich Mai-Update bis August-Update, da hatte ich sie tatsächlich regelmäßig, und zwar immer ziemlich exakt eine Stunde nach Systemstart, aber das insgesamt auch nur 1x am Tag. Im Bluescreen war was zu lesen von IRQ_NOT_LESS_OR_EQUAL und gelegentlich ein Fehler im Treiber meiner DVBS-S2-TV-Karte. Durch Ausbau der Karte war der Fehler reproduzierbar weg. Ich ließ sie aber drin und machte lieber Fehlersuche im Eventlog um Ereignisse im Zusammenhang mit dem Treiber der Karte zu finden. Und ich habe damit den Feedback-Hub ausgefüllt, habe Telemetriedaten (oh, wie Böse…) mitgeschickt, und aber nie ein Feedback auf meine Eingebungen bekommen. Aber siehe da, der August-Patchday kam, und seit dem läuft der Rechner wieder wie am Schnürchen. In der Firma werden wir aber 2004 überspringen, da läuft alles auf 1909. Mit 2004 werden nach meinem Geschmack zu viele Experimente getrieben, außerdem ist der Supportzeitraum kürzer als bei 1909.

  18. 1ST1 sagt:

    ME ist besser als sein Ruf. Wenn es nicht stabil ief, lag das mit Sicherheit nicht an ME selbst, denn das war ja nur ein um einige 2000 Features aufgebohrtes 98SE. Um die Zeit herum gab es auch hardwareseitig einige Neuerungen, und die, bzw. die mangelnde Erfahrung damit, waren das eigentliche Problem. Ich will da insbesondere mal zu schwache Netzteile gerade mit den brandneuen AMD Athlon-CPUs nennen, oder diverse Schwierigkeiten von Mainboards, die Speicherriegel automatisch zu erkennen und das Timing richtig einzustellen. All das sind sehr gute Gründe für Systemabstürze. Windows ME lief auf vernünftig eingerichteter Hardware genauso stabil, wie auch 98SE. Und 98SE stürzte auf schlecht dimenionierter Hardware genauso gerne ab. Ich selbst hatte damals einen PC im Wohnzimmer, im Hifi-Format mit Verstärker, CD/DVD-Player, Tapedeck und Videorekorder zu einem Turm gestapelt, und da lief Win ME drauf. Der PC hatte eine Hauppauge WinTV DVBs und machte TV-Aufnahmen von der Sat-Antenne, der wachte rechtzeitig vor Sendebeginn auf, machte seine Aufnahme und ging danach wieder in den Ruhezustand. Dank einer 3D-Grafikkarte und 3DNow! Befehlserweierung im Prozessor (AMD K6-II/III) war er auch spieletauglich, sprich eine echte Multimedia-Zentrale, wie sie es damals nirgends zu kaufen gab. Und der Rechner lief mit ME, bis zur Ablösung durch einen kompakten Pentium 4 PC, der dann aber XP MCE bekam.

    Zur Ehrenrettung von ME muss man noch hinzufügen, dass es für viele Leute die einzige Möglichkeit war, ihre teure Spezialhardware weiter zu verwenden, es gab damals viele teure Erweiterungskarten für den Videoschnitt (Miro/Pinnacle, und co.) oder auch Highend-Soundkarten (z.B. Guillemot Maxistudio ISIS), selbst bei Verfügbarkeit von Win 2000 dafür keine Treiber aufwiesen, die gab es sogar nie, denn der Aufwand dafür nochmal Treiber zu schreiben, war diesen Herstellern zu hoch, die haben lieber Nachfolgeprodukte dann mit 2K Treibern entwickelt. Gerade aber auch im Bereich Musikproduktion und Videoschnitt blieben viele gerne bei 9x/ME, statt zu Win 2000 zu wechseln, weil unter letzterem die Latenzzeiten noch zu hoch war, im Extremfall spielten am PC angeschlossene Midi-Synthesizer oder integrierte Software-Syntehsizer (Wie „Reactor“) nicht genau im Takt.

  19. Blupp sagt:

    Mein erster Kontakt mit Me erfolgte über MSDN. Musste ich damals unbedingt testen und es machte einen garnicht so schlechten Eindruck. Auf dem PC in der Firma lief es super und auch extrem stabil. Auf anderen PCs jedoch nicht so gut. Oft genug war es die Harware bzw. die ME-Treiber manches Herstellers die Me ins wanken brachten. Me konnte mit Treibern von 98 umgehen, was manchem Hersteller wohl als zu schön erschien und es wurden einfach 98-Treiber für Me geliefert, was durchaus zum Bluescreen führen konnte. Mit vernünftigen Treibern lief Me meist recht gut, aber auch da nicht immer. Mein Eindruck von Me war daher sehr durchwachsen.

    In der Firma haben wir letztlich auf 2000 umgestellt, die Probleme waren da weniger.

  20. Peter Kredelbach sagt:

    Hallo Herr Born!

    Am 14.09.2020 veröffentlichten Sie anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Windows ME einen kleinen Rückblick, auf den einige Leserreaktionen erfolgten. Erst jetzt habe ich mitbekommen, dass in Ihrem Blog dieser Artikel erschienen war und erlaube mir, trotz der inzwischen verstrichenen knappen drei Monate auch meinen Senf noch dazu zu geben. Vielleicht auch, weil die Herangehensweise von meiner Seite an ältere Hard- und Software eine andere ist als bei den meisten anderen Menschen.

    Ich bin mit meinen jetzt 62 Jahren im Hinblick auf die Computernutzung ein Spätberufener. Ziemlich genau zum Erscheinungsdatum von Windows ME (also erst mit 42) bekam ich meinen ersten Computer, eine bessere Schreibmaschine mit Internetanbindung auf der Basis des ersten (!) Medion-PC, der eine Cyrix M1sc 486er CPU und Windows 95A hatte. Etwa ein Jahr später wurde dieser durch ein System mit Windows ME ersetzt, welches zu dem Zeitpunkt immer noch das aktuellste war, weil XP erst im Oktober 2001 mit wenig Brimborium veröffentlicht wurde.

    Dieses System lief auf der Basis eines ASUS P3-BF Mainboards, einer Pentium III 500 MGH- Slot 1- CPU und mit 256 Megabyte Arbeitsspeicher absolut stabil und performant und war etwas mehr als ein Jahr später auch in der Lage, ein Update vom Modem auf DSL über USB 1 zu überstehen. Abstürze oder größere Probleme gab es mit dieser Maschine nicht, so daß meine Erfahrungen mit Windows ME im produktiven Bereich nur als gut zu bezeichnen sind.

    Inzwischen habe ich mir jede Menge Fach- und Detailwissen im Bereich Hardware und Windows- Betriebssysteme angeeignet, weshalb ich bereits ab dem 45ten Lebensjahr meine Computer grundsätzlich selbst zusammenbaue. Nachdem ich nach Windows ME Windows 98SE und Windows 7 genutzt habe, bin ich seit 2014 konsequent auf Linux für den produktiven Bereich umgestiegen. Schon Windows 8, aber erst recht das seit 2015 aktuelle Windows 10 sind für mich ein absolutes No Go. Windows 10 ist mit Sicherheit das Microsoft-Betriebssystem, was seine Nutzer am schamlosesten ausspioniert, und ich gehe davon aus, dass die spionierten Daten nicht nur in den USA, sondern auch von hiesigen Überwachungsbehörden genutzt werden. Zudem hat man unter Windows 10 als Privatnutzer kaum noch Eingriffsmöglichkeiten, insbesondere was die Zwangsupdates anbelangt. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die zahllosen Probleme mit dem aktuellen Update 2010, was sich als offenbar noch einmal schlimmer als das 2004er erwies.

    Seit 2014 laufen meine Rechner mit Linux Mint, und das stabil und performant, wie ich es seit den Tagen von Windows ME (sic!) nicht mehr erlebt habe. Keine Abstürze, keine inkompatible Hardware (diese ist bei mir in der Regel allerdings gut abgehangen) und keine sonstigen negativen Überraschungen.

    Aber: Was mich heute, aber auch schon seit einigen Jahren interessiert ist die Frage, wie gut sich ein älteres Betriebssystem, und hier vor allen Dingen Windows, auch nach Ablauf seines Support- Zeitraumes noch im täglichen Betrieb nutzen lassen würde. Und, noch wichtiger, wie weit lässt sich hierdurch ältere bis alte Hardware, insbesondere Notebooks, mit weiteren Leben erfüllen. Die einschlägigen Computerzeitschriften raten zumeist dazu, die alten Geräte entweder zu schrotten oder mit einem leichtgewichtigen Linux zu bestücken. Letzteres tue ich auch, allerdings zeigt sich hier, dass die eingebauten Browser doch in der Regel so „fett“ sind, daß eine halbwegs flotte Internetnutzung nicht möglich ist. Und auch die eingebauten Mediaplayer geben Filme von DVD zumeist nur ruckelnd wieder.

    Daher bin ich hingegangen und habe in 2019 und 2020 einfach mal das Experiment gewagt, Windows ME auf zwei alten Notebooks zu installieren. Beim ersten Versuch in 2019 wählte ich ganz bewusst ein Gerät, welches um 2004 in den wenigen Tests, die es zu diesem gab, als eines der schlechtesten und langsamsten bewertet wurde: Ein Elitegroup G320 mit VIA C3- CPU, 1,2 GHZ und 1 GB DDR- Arbeitsspeicher. Auf der zugehörigen Installations- CD hatte Elitegroup seinerzeit die Treiber auch für Windows 98SE und ME mit beigepackt. Nach der Installation des Betriebssystems und sämtlicher Treiber lief das Gerät zunächst auch ohne jegliches Update absolut stabil und erzeugt nicht ein einziges Mal einen Bluescreen. Inzwischen mit allen offiziellen Updates, inoffiziellen Updates und Programmen/ Browsern in der jeweils letzten noch nutzbaren Version ausgestattet läuft dieses Gerät wie Schmitz‘ Katze. Während ich DVDs über den VLC in seiner aktuellsten Version nur ruckelnd abgespielt bekomme, laufen diese mit der von Elitegroup mitgelieferten WIN- DVD- Version wie geschmiert. Schon alleine deswegen hat sich dieses Experiment gelohnt, weil man so das Gerät nicht nur als Schreibmaschine, sondern auch als DVD-Player benutzen kann. Aber auch sonstige Dinge sind möglich: Fotos anschauen und bearbeiten mit IrfanView oder XNView, E-Mails schreiben und empfangen mit Pegasus- Mail oder Thunderbird 2, im Internet stöbern und lesen mit dem K-Meleon-Browser in einer älteren Variante, sich mit Opera 12 praktisch alle Internetseiten, wenn auch langsamer, anzeigen lassen: Es funktioniert alles tadellos.

    Meine Hardware- Firewall im Router schützt das System schon an der technischen Basis, die ältere Version 6 von ZoneAlarm lässt mich jeden Internetzugriff einzelnen autorisieren. Der einzige Wermutstropfen ist, daß CLAM AV inzwischen nicht mehr aktuell für ME verfügbar ist, mit der aktuellen Version hat man den Support für dieses Betriebssystem eingestellt. Zusammen mit CLAM Sentinel bot dieser Virenscanner bis vor kurzem auch einen gewissen aktuellen Virenschutz für ME. Da dieses Betriebssystem auch nativ USB- Sticks unterstützt, lassen sich diese als Datenspeicher nutzen, wodurch man Schriftstücke oder anderes auf andere aktuelle PCs übertragen und ausdrucken kann. Was will man mehr?

    Das gleiche Experiment vollziehe ich derzeit auf einem Notebook von HP mit der Bezeichnung NX9105. Dieses stammt aus einer Zeit, zu der von HP wirklich noch gute Geräte gebaut wurden. In der Solidität der Verarbeitung toppt dieses Gerät von etwa 2005 zusammen mit seinen Geschwistern zv/zx 5000 und Compaq R3000 jedes heutige Thinkpad von Lenovo. Die Geräte sind problemlos bis auf die letzte Schraube zu zerlegen, gut zu reinigen und anschließend auch wieder zusammen zu bauen. Nur der Austausch der eingebauten BIOS-Batterie erfordert etwas mehr Aufwand, da man löten muss.

    Auch hier ließ sich Windows ME gut aufspielen und läuft im Gegensatz zu Windows 98SE (Shutdown- Problem) völlig problemlos. Da HP allerdings hier die Treiber nicht über die offizielle Homepage veröffentlichte, muss man sie sich von den Herstellern der verbauten Hardware einzeln über deren Homepages zusammensuchen. Hier bin ich noch nicht fertig, aber bislang läuft das Gerät ohne Treiber, jedoch mit allen Updates ebenfalls wie die oben genannte Katze. Da das Gerät zudem eine Athlon XP-M Dublin CPU mit 1,6 GHZ und 2GB DDR- Ram eingebaut hat, verspreche ich mir gegenüber dem oben genannten G320 nach Installation aller Programme und Treiber nochmals eine bessere Performance.

    Was will ich hiermit am Beispiel der Nutzung von Windows ME zum Ausdruck bringen?

    Wenn man sorgfältig arbeitet, sorgfältig installiert und sich ebenso sorgfältig wie umsichtig im Internet bewegt, kann man mit einem älteren Betriebssystem im allgemeinen und mit Windows ME im speziellen unter Inkaufnahme gewisser Einschränkungen auch heute noch gut arbeiten. Und etwas fällt noch auf: Windows ME ist meiner Meinung das Microsoft Betriebssystem, welches mit der schönsten Farbgebung und den angenehmsten Farbkontrasten gearbeitet hat. Es ist schlicht und ergreifend im Vergleich insbesondere zu Windows 10 sehr augenschonend. Da die Icons der Programme farbenfroher sind, verwechselt man sie untereinander auch nicht so leicht wie unter Windows 10. Und zuletzt finde ich einfach das Design von ME gerade auch unter heutigen ästhetischen Gesichtspunkten noch super gut gelungen. Dagegen ist Windows 10 eine absolute Katastrophe, es sei denn, man legt sehr stark selber Hand an, aber auch dann bekommt man es nicht so gut hin wie ME.

    Ich könnte noch Weiteres ausführen, will es aber hierbei belassen. Ich hoffe, dass Sie meine Ausführungen trotz ihrer Länge nicht langweilten. Wenn Sie, Herr Born, als inzwischen Rentner mal Zeit und Lust haben, schießen Sie sich bei eBay doch einfach mal ein qualitativ hochwertiges Notebook, welches so um 2003 hergestellt wurde, und machen das gleiche wie ich. Tip: Dualboot von Windows ME mit Linux Q4OS. Vielleicht werden Sie staunen!

    Es grüßt Sie aus Köln

    P. Kredelbach

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