Profile von Millionen Ausländern von chinesischer Firma gesammelt

Noch ein Informationsschnipsel in Punkto: Wir werden alle irgendwo erfasst und jemand legt Datensammlungen über uns an. Jetzt ist eine Datensammlung bekannt geworden, die eine chinesischer Firma über Millionen von Ausländern angelegt hat. Sicherheitsexperten sehen dies kritisch.


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Das Thema ist mir bereits Anfang letzter Woche unter die Augen gekommen. Der US-Wissenschaftler Christopher Balding und der australische Sicherheitsexperte Robert Potter haben diesen Fall am 13. September 2020 öffentlich gemacht. Die chinesische Firma Shenzhen Zhenhua Data Technology hat in einer Datenbank detaillierte Informationen zu Millionen von Ausländern gesammelt.

Golem schreibt hier, dass darunter auch Politiker, Wissenschaftler, Diplomaten, Militärs, Geschäftsleute, Ingenieure und Journalisten sein sollen. Zudem gehörten auch viele Namen im Bereich Organisierte Kriminalität zum Personenkreis. Die Datenbank umfasst weltweit 2,4 Millionen Personen aus Sektoren erfasst, die China als Ziele für eine Vielzahl von Zwecken ansieht, die von politischer Einflussnahme bis hin zur Verfolgung des geistigen Eigentums reichen.

Dies sind Open-Source-Daten, die zwar frei verfügbar sind. Die Firma trägt diese aber zu Profilen zusammen, die sie dann an staatliche Institutionen verkauft. Die Datensätze werden offenbar zur Unterstützung chinesischer Geheimdienst-, Militär-, Sicherheits- und staatlicher Operationen gesammelt, um den Informationskrieg zu führen. Die Daten dienen auch zur Einflussnahme auf Ziele im Ausland.

Die Daten umfassen ein breites Spektrum öffentlicher und nicht-öffentlicher Daten mit Klassifizierungen und Rangfolgen von Personen und Institutionen, die chinesischen Analysten helfen sollen. Das Unternehmen bietet auch umfangreiche Datenanalysen sowie andere Funktionen zur Unterstützung chinesischer Militär- und Geheimdienstanalysten.


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4 Antworten zu Profile von Millionen Ausländern von chinesischer Firma gesammelt


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  2. hans sagt:

    Ich möchte dich bitten auch deutlich zu machen, ob du
    in deiner Überschrift von einer Firma aus der Volksrepublik China
    oder von einer Firma aus der Republik China (Taiwan) schreiben tust.

    • Günter Born sagt:

      Die Zeiten von Chiang Kai-shek und Kuomintang sind vorbei – und ich möchte politische Haarspaltereien hier im Blog raushalten.

      Wenn es eine Firma auf Taiwan gewesen wäre, die Daten gesammelt hat, hätte dort eine ‘eine taiwanesische Firma’ … gestanden.

      Der durchschnittliche Mitteleuropäer kann das dann schon auseinander halten. Danke für dein Verständnis.

  3. Dekre sagt:

    Nur mal so:
    Die Aussspionierdinger werden deshalb öffentlich bekannt, damit die USA von ihrem Ausspionierdinger ablenken kann. Das hat doch alles Methode.

    Jeder sammelt und sammelt und wertet aus und wertet aus. Es gibt ja sonst nichts zu tun. Das menschliche Besitzsyndorm macht die Erde kaputt. Man sollte das Ganze bei Olympia zulassen. E-Sport ist ja schon angedacht. Dann kann man auch Medaillen und Orden offiziell verteilen.

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  5. Dat Bundesferkel sagt:

    Naja, “von chinesischer Firma gesammelt”… die Daten sind größtenteils öffentlich und ja, sie werden selbstverständlich gesammelt. Egal ob privat oder wichtig (denn auch die Bekannten, der Freunde von wichtigen Personen sind wichtig).

    Es spielt hier auch gar keine Rolle, ob das nun China, Japan, England oder Amerika veranstaltet. Deutschland würde vermutlich auch gerne, aber hier klappt’s ja nicht mal mit dem Online-Unterricht – selbst primitive Dinge wie Telekolleg gerieten in Vergessenheit.

    Was ich sehr viel spannender, als das dumpfe Sammeln frei verfügbarer Daten, finde ist folgendes: Die “Verkettung” eben dieser Daten (Merkel-Abhörskandal, Meta-Daten, ihr Umfeld – bereits wieder vergessen?).

    Siehe hierzu auch: https://www.youtube.com/watch?v=-YpwsdRKt8Q
    (SpiegelMining – Reverse Engineering von Spiegel-Online (33c3))

    Da bekommt man einen kleinen Eindruck davon, was man mit Informationsfragmenten alles herausfinden kann. Und nun hat man etwas mehr, als nur Dateifragmente. Die Betroffenen Personen dürften jetzt so transparent, wie ein Glascontainer sein. Für mich persönlich eigentlich schon gar nicht mehr tragbar in “delikaten” Bereichen und Posten.

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