Windows 10: Weitere UI-Verbesserungen für 2021 geplant

[English]Neueste Gerüchte besagen, dass Microsoft weitere Verschlimmbesserungen an der Benutzeroberfläche (User Interface, UI) von Windows 10 für das Jahr 2021 plane. Kleiner Überblick über das unendliche Thema ‘schrauben an der Benutzeroberfläche von Windows 10’.


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Sun Valley: Neue GUI-Gimmicks

Zac Bowden berichtet auf Windows Central in diesem Artikel, was er von seinen Quellen bei Microsoft bezüglich Windows 10 in Bezug auf Änderungen an der Benutzeroberfläche (User Interface, UI) erfahren haben will. Laut Bowden soll es 2021 ein ‘größeres Update der Benutzeroberfläche’ von Windows 10 geben.

Bowden bezeichnet das Ganze als ‘Design Refresh’, welches intern bei Microsoft unter dem Code Namen “Sun Valley” läuft. Bowdens Quelle zufolge plant Microsoft, viele Teile der Benutzeroberfläche wie das Startmenü, das Aktionszentrum und sogar den Datei-Explorer mit moderneren Designs, besseren Animationen und neuen Funktionen zu aktualisieren.

Laut Bowden ist es für Details noch zu früh. Aber von seinen Quellen wurde er diesbezüglich so angefüttert, das man im Startmenü und im Benachrichtigungscenter einige optische Überarbeitungen erwarten darf. Diese sollen sich an die Erfahrungen mit Windows 10X anlehnen. Microsoft arbeite auch an einer aktualisierten Taskleiste und einer verbesserten Benutzeroberfläche für den Datei-Explorer, so Bowden.

Für Tablet-Benutzer werden dass bessere Animationen und ein “flüssigeres Erlebnis” in Aussicht gestellt. Microsoft werde auch seine Eskapade der abgerundeten Ecken in der gesamten Benutzeroberfläche, einschließlich der App-Fenster und anderer Shell-Bereiche, fortsetzen, so Bowden. Und er schreibt, dass der Dark-Mode von mehr älteren UI-Bereichen unterstützt werde. Insgesamt ist der Tenor: Es soll sich alles irgendwie ändern, aber nichts genaues weiß man nicht.

Das Sun Valley-Projekt ist unter der Leitung des Chief Product Officer Panos Panay im Windows Devices and Experiences-Team angesiedelt. Microsoft hatte im Mai 2020 angekündigt, in 2021 in Windows 10 “reinvestieren” zu wollen. Bowden schreibt, dass seine Quellen sagen, dass Sun Valley das Ergebnis dieser Reinvestition ist.

Kommt wohl im Herbst 2021

Im Blog-Beitrag Windows 10: Ein Funktionsupdate im Jahr wird wahrscheinlich hatte ich bereits im Jul 2020 angedeutet, dass Microsoft von den zwei Funktionsupdates pro Jahr verabschiedet. Im Frühjahr 2021 will Microsoft statt einer Aktualisierung von Windows 10 21H1 seine erste Version des Betriebssystems Windows 10X ausliefern. Das könnte hin kommen, habe ich doch gerade auf MSPU gelesen, dass Windows 10X gerüchteweise im Dezember 2020 den ‘RTM-Status’ erreiche, wobei diese Version keinen Win32-App-Support habe. Windows 10X ist ja die abgespeckte Dual-Screen-Variante von Windows 10.

In meinem Blog-Beitrag schrieb ich auch, dass Microsoft im Herbst 2021 (laut Mary Foleys) ein Feature-Update für reguläre Windows 10-SKUs herausbringen wolle. Dies wird das 21H2-Update sein, wenn Microsoft an seiner aktuellen Nomenklatur festhält. Zac Bowden schreibt in seinem Artikel, dass die Windows 10-Variante mit überarbeiteter UI unter dem Projektnamen ‘Cobalt’ entwickelt werde und zu Weihnachten 2021 verfügbar sein solle. Wäre dann das Herbst-Update für 2021, also Windows 10 21H2.

Interne Vorstellungen


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Laut Zac Bowden wird das Projekt in der internen Dokumentation bei Microsoft als “Neubelebung” und Modernisierung der Windows-Desktop-Erfahrung beschrieben, um mit den Kundenerwartungen in einer von anderen modernen und leichtgewichtigen Plattformen getriebenen Welt Schritt zu halten. Bowden schreibt, dass Windows 10 in den letzten Jahren weitgehend gleich geblieben sei. Es habe nur wenige bis gar keinen Änderungen im Design (Einführung von Fluent Design) oder im Funktionsumfang des Betriebssystems gegeben.

Bowden schreibt, dass viele andere Plattformen auf dem Markt in den letzten fünf Jahren ein komplettes Redesign oder eine Aktualisierung der Benutzeroberfläche durchlaufen hätten. Da will Microsoft irgendwie mithalten können, so mein Eindruck. Da ist sie wieder, der Glaube, dem Zeitgeist hinterher hecheln zu müssen. Wenn Smartphones so was wie eine Spielwiese für Geeks ist, gehört Windows 10 für mich immer noch als Betriebssystem-Plattform in die Kategorie: Da sollen Leute mit arbeiten können.

Ich mag mich täuschen, aber diese Klientel auf der Ebene der Sachbearbeiter hasst nach meinem Eindruck Änderungen an der Bedienoberfläche. Das bringt keinen Deut Produktivitätsgewinn, sondern nur Reibungsverluste. Zweite Erfahrung meinerseits, die ich bei der testweisen Aktualisierung einer VM auf Windows 10 2004 auf 20H2 gemacht habe: Plötzlich konnte die Benutzeroberfläche nicht mehr gelesen werden – alles war transparent und wurde fehlerhaft gerendert. Also habe ich optische Gimmicks abgeschaltet und konnte wieder arbeiten.

Bauchgefühl: Da wird wieder in Gimmicks investiert, wo es am Ende des Tages an allen Ecken und Enden mit Bugs klemmt. Es werden Zeit und Ressourcen verbraten, ohne dass es sich für den Anwender wirklich auszahlt. Mit den obigen Gimmicks dürften dann zudem wieder eine Reihe Maschinen wegen Inkompatibilitäten in der Grafikebene unbrauchbar werden. Oder wie ist eure Einschätzung?


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18 Antworten zu Windows 10: Weitere UI-Verbesserungen für 2021 geplant


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  2. Georg S. sagt:

    Dem stimme ich zu 100% zu und arbeite mich wegen der Bugs & Gimmicks verstärkt in Linux ein.

    Wo sind sie geblieben, die Zeiten mit CP/M, DOS, Windows 2.0 ff, Sinix, OS/2?

  3. Joe_Gerhard sagt:

    Stimme ebenso zu. Manche meinen, das Rad immer und immer wieder neu erfinden zu müssen. Dass es dabei eher eckig wird, merken, oder wollen diese Leute nicht merken.

    • 1ST1 sagt:

      Ein VW Golf V sieht auch anders aus wie ein VIII. Sowas aber auch! Warum verkauft VW nicht mehr den Golf I als “Erdbeerkörbchen” Neuwagen?

      • User007 sagt:

        Weil das i-welche besonders schlaue “hochstudierte” Marketing-Manager mal so entschieden haben – Interessenten und Abnehmer gäbe es für sinnvoll mit aktueller Technik ergänztes “Erdbeerkörbchen” jedenfalls genug!
        Und nicht alles was neu bzw. neuer ist, ist auch besser…siehe Windoof. ;-)

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  5. PierreH sagt:

    Dem Stimme ich auch zu.
    Anstatt dafür zu sorgen dass Win10 mal problemlos läuft werden wieder garantiert neue Fehler auftreten. Win 10 “as a ewige Baustelle”
    Ich flirte immer noch mit Linux…muss aber gestehen dass mir die Zeit fehlt. Es gibt auch ein Leben ausserhalb PC und Co und diesem bin ich seit über 20 Jahren fern geblieben!

    • 1ST1 sagt:

      Bei Linux ändert sich auch alle Nase lang das Aussehen der Oberfläche. Wenn ich nur dran denke, wie sich KDE und Gnome über die Jahre verändert haben. Und heute nehmen die Leute ganz andere Desktops, und auch die verändern sich laufend. Manche eifern sogar dem Windows-Design nach.

  6. janil sagt:

    Fahre nach wie vor ein Dreiergespann im Multiboot, Win 10, Manjaro und Linux Mint. Je nachdem was ich machen will, boot ich entsprechend. Es hat auch den Vorteil, das ohne es aufwendig zu betreiben, man Linux immer besser kennenlernt.

  7. Administratoor sagt:

    Mit dem UI von Windows 7 waren Anwender überwiegend sehr zufrieden. Warum musste das MS seit Windows 8 immer wieder neu erfinden und dabei seine User vergraulen? Klar, für reine Tablets war das nichts, aber für die ist das klassische Windows eh kaum geeignet und MS hätte in 2012 gut daran getan, ein gemeinsames Smartphone/Tablet OS auf ARM Basis in Ruhe zu entwickeln (z.B. Surface OS), statt darauf zu beharren EIN Windows für alle Geräteklassen zu haben.

    • 1ST1 sagt:

      Von Windows 1.0 bis 10 hat sich die Oberfläche laufend geändert, und es gab immer welche die anfangen zu heulen. Auch der Apple Desktop hat sich seit den klassischen 129K Knubbelmacs massiv verändert. Und unter Linux ist es sogar noch schlimmer, da hast du mehr als ein Dutzend verschiedene Desktops zur Auswahl, von Distribution zu Distribution sehen die nochmal anders aus obwohl es eigentlich das gleiche ist und mit jedem Update ändert sich dann auch nochmal das Design. Sogar der Desktop auf dem Atari ST (GEM) und auf dem Amiga haben sich über die Jahre verändert. Ist also völlig normal.

  8. weeeheee sagt:

    Wenn MS es schafft mit diesem Update mal wieder alle Ihre Programme/UI-Frameworks einheitlich aussehen zu lassen: Nur zu! Mein Segen haben sie. Das Fluent-Design ist ja nun nicht wirklich ein Augenschmaus. Es ist ja auch nicht so, dass die UX-Designer stattdessen z.B. im Kernel Bugs fixen würden. Aber ich denke, dass da jetzt wieder nur ein Teil überarbeitet wird und wir dann beispielsweise die 4. oder 5. Designvariante eines Kontextmenüs oder Dateiauswahldialogs im gleichen OS sehen werden.
    MS entwickelt ja aktuell auch noch an WinUI 3.0 herum, welches ja (soweit ich das am Rande mitbekommen habe) solche Inkonsistenzen lösen kann/soll/darf. Vielleicht kann das Designteam damit ja auch ihren Kollegen helfen die alten W32-Applikationen auf eine neues Design zu bekommen.

    • 1ST1 sagt:

      Ich finde das aktuelle Aussehen eigentlich ganz Ok, aber offensiochtlich ist das Patent von Apple auf “Runde Ecken” jetzt ausgelaufen und man kann alles wieder abrunden. Das hatten wir bei XP und Vista auch schonmal. Und bei XP haben alle panisch auf das 2000er Design zurück geschaltet und das andere als Klickbunti abgetan. Und selbst als das über den grünen Klee gelobte Win 7 da war wollten die Leute noch an XP festhalten, sogar mit Klickbunti-Design. Ich wollte schon von Windows 8 nicht mehr auf 7 zurück (zumindestens mit installierter Classic-Shell).

      Em einen seine Eule ist dem anderen seine Nachtigall. Von daher, bitte neue Designs der Windows-Oberfläche ohne sie mal auszuprobieren nicht von vorneherein als “Verschlimmbesserungen” verunglimpfen, sondern erstmal abwarten und testen, erst dann Meinung abgeben.

      • User007 sagt:

        Das geht doch grundlegend gar nicht um “Verschlimmbesserungen” des Designs.
        Mit W7 (und sogar noch W8.1) ist einfach ein zu fast 90% fehlerbefreites Arbeiten und somit Produktivität möglich – das ist mit W10 definitiv nicht hinzubekommen!

        • Michael Bickel sagt:

          … da macht halt jeder seine eigenen Erfahrungen und kommt zu anderen Schlüssen. Deswegen sollte man das Wort “Definitiv” zumindest nicht auf jeden Anwender übertragen.

          Windows 10 läuft bei mir zum Beispiel deutlich besser und stabiler als jede frühere Windows Version und so reibungslos waren meine Erfahrungen mit Windows 7 nun wirklich nicht. Ich persönlich arbeite auf jeden Fall sehr produktiv mit Windows 10. Andere machen andere Erfahrungen.

          Ansonsten spricht für mich auch nichts gegen Auffrischungen beim Design, schließlich schätzen die meisten ja auch ab und an eine neue Optik in den eigenen Räumen. Hier und da braucht man einfach mal etwas Neues, sonst könnten wir uns ja immer noch mit einem Windows 3.1 Look zufriedengeben.

          Solange man natürlich andere Aspekte wie Stabilität nicht vernachlässigt.

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  10. Robert sagt:

    Schmuck am Nachthemd, wenn es überhaupt zu mehr als einer Ankündigung kommt. Wie weeeheee halte auch ich eine konsistenten, technischen Unterbau der Oberfläche für erforderlich. Von “unter der Haube” ganz zu schweigen. Angesichts der bisherigen Entwicklungsgeschwindigkeit und des Reifegrades bei Veröffentlichungen halte ich eine Verkehrswende mit ausschließlich fliegenden Fahrzeugen für eher wahrscheinlich.

  11. Micha sagt:

    “Mit den obigen Gimmicks dürften dann zudem wieder eine Reihe Maschinen wegen Inkompatibilitäten in der Grafikebene unbrauchbar werden.”

    Das würde ich erst für Herbst 2022 erwarten. Dann steht das Ende des Windows 8.1 und Windows 7 ESU Supports an. Das wäre dann ein guter Zeitpunkt um viele ältere PCs “unbrauchbar” zu machen da das Betriebssystem mit dem sie ausgeliefert wurden ja auch kurz vor dem Support ende steht.

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