WhatsApp-AGB-Änderung zum 15. Mai 2021

Am heutigen 15. Mai 2021 treten die geänderten AGB von Facebook/WhatsApp in Kraft. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Nutzer dieser Änderung zugestimmt haben, um den Dienst von WhatsApp weiter nutzen zu können. Aber was passiert, wenn man nicht zustimmt und welche Alternativen gibt es? Hier ein kurzer Überblick, falls jemand noch betroffen ist.


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Das WhatsApp-AGB-Problem

Ich hatte im Januar 2021 im Blog-Beitrag WhatsApp aktualisiert Datenschutzbedingungen, Daten werden mit Facebook geteilt berichtet, dass der zu Facebook gehörende Messenger-Dienst WhatsApp seine Datenschutzbedingungen geändert hat. Und zwar geht es um die Weitergabe der Benutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook, der beim WhatsApp-Kauf durch Facebook ausgeschlossen worden war. Seit diesem Zeitpunkt gab es immer wieder Versuche Facebooks diese Datenübernahme doch noch durchzuführen. Jetzt also wieder ein neuer Versuch.  WhatsApp-Nutzer erhielten einen In-App-Hinweis zu den neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien des Dienstes.

Nutzer sollten ursprünglich bereits bis zum 8. Februar 2021 dieser Änderung zustimmen, oder sie würden gesperrt, hieß es. Es kam zu einer massiven Abwanderung zu anderen Diensten/Messengern wie Signal, Threema, Telegram (ich habe gerade diesen Beitrag zu den Anmeldezahlen bei alternativen Messenger-Diensten gefunden). Bewog Facebook dazu, diese Änderung um 3 Monate zu verzögern (siehe Rückzieher: WhatsApp verzögert neue Regeln um 3 Monate).

Inzwischen hat die Hamburger Datenschutzbehörde unter dem Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar eine Anordnung gegen Facebook erlassen, die eine Datenübernahme untersagt. Die entsprechende Information findet sich hier.

15. Mai: Es ist so weit, was passiert?

Aber zum 15. Mai 2021 ist es soweit, die AGB müssen akzeptiert werden, um alle Funktionen weiter verwenden zu können. WhatsApp hat das Ganze in seinem Hilfebereich aufgeführt.  WhatsApp schreibt dazu:

Es werden aufgrund der Aktualisierung am 15. Mai weder Accounts gelöscht, noch die Funktionalität von WhatsApp eingeschränkt.

In den vergangenen paar Wochen hast du in WhatsApp eine Benachrichtigung mit weiteren Informationen zur Aktualisierung erhalten. Nachdem wir allen ausreichend Zeit gegeben haben, sich in Ruhe mit den Änderungen zu befassen, erinnern wir diejenigen, die es noch nicht getan haben, daran, sie zu lesen und zu akzeptieren. Nach Ablauf einiger Wochen wird diese Erinnerung permanent angezeigt.

Was passiert, wenn ich eine permanente Erinnerung erhalte?

Sobald du eine permanente Erinnerung bekommst, wird deine Funktionalität von WhatsApp eingeschränkt, bis du die Änderungen akzeptierst. Das passiert nicht bei allen Benutzern gleichzeitig.

  • Du kannst dann zwar nicht auf deine Chatliste zugreifen, aber trotzdem eingehende Sprach- und Videoanrufe entgegennehmen. Wenn du Benachrichtigungen aktiviert hast, kannst du darauf tippen, um eine Nachricht zu lesen oder zu beantworten. Du kannst über die Benachrichtigungen auch zurückrufen, wenn du einen Sprach- oder Videoanruf verpasst hast.
  • Nach ein paar Wochen eingeschränkter Funktionalität wirst du keine Anrufe oder Benachrichtigungen mehr erhalten. WhatsApp schickt dann keine Nachrichten oder Anrufe mehr an dein Handy.

[…]WhatsApp löscht deinen Account nicht, wenn du die Änderungen nicht akzeptierst.

Im Grunde kann man also zuwarten, was passiert, wenn man WhatsApp keine Zustimmung erteilt. Die Kollegen von heise haben das Ganze in diesem Artikel nochmals zusammen gefasst und wer es nochmals genau wissen möchte, findet sogar eine komplette FAQ bei heise.

Sag doch einfach Servus

Ich selbst kann zum WhatsApp-Zirkus nichts praktisches mehr beitragen, da ich die App sowie den Dienst im Mai 2018 aus Datenschutzgründen (DSGVO) gekündigt habe und nicht mehr nutze. Vorher hatte ich die App weitgehend für Tests auf einem Smartphone. Nach dem großen Exit im Januar 2021 scheinen auch viele Nutzer einfach die Zustimmung zu der AGB-Änderung verweigert zu haben und nutzen den Dienst weniger oder gar nicht mehr – wie ich dem Golem-Beitrag Jeder Dritte nutzt Whatsapp weniger oder gar nicht mehr entnehme.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob man sich wirklich auf den Hickhack mit Facebook einlässt, oder gleich auf eine Datenschutz-freundlichere Alternative einlässt. Threema (kostenpflichtig) sowie die kostenlosen Apps Signal und Telegram sind die Whatsapp-Alternativen. RND gibt in diesem Artikel einen Überblick über die drei Apps. Am populärsten ist wohl die Signal-App, die ich hier ebenfalls (neben Telegram) gelegentlich nutze (Signal unterstützt auch den Empfang/Versand von SMS-Nachrichten, so dass man keine separate Android SMS-App mehr braucht). Wer sich über Signal informieren möchte, findet in diesem RND-Artikel eine kurze Einschätzung. Fazit: Es geht auch ohne WhatsApp und ich habe den Dienst seit 2018 nicht vermisst.

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29 Antworten zu WhatsApp-AGB-Änderung zum 15. Mai 2021

  1. Stefan seidl sagt:

    Hmm du verwendest android und hast ein Problem mit Apps die dem Datenschutz nicht so treu sind? Ist ja wie wenn ich ein Elektro Auto fahre und das dann mit Atom/Kohle/gas-Strom lade !? Wie passt das zusammen? Oder hat android und deren x-Apps nun kein Problem mehr mit Datenschutz ?? Und Google wertet die Daten nicht mehr aus? ;)

    • Andreas sagt:

      Google Play Dienste: deaktiviert
      Google Play: deaktiviert
      Apps Chrome, Gmail, Google, YouTube: deaktiviert
      ..
      Dann geht dies und das nicht? Dafür gibt es dann zB. Firefoc

    • Anonymous sagt:

      Das ist ein Vergleich der meiner Meinung nach etwas hinkt. Das ist eher so als würde ich kein Auto haben aber leider Kohlestrom für den Haushalt nutzen müssen weil es nur den oder eben Atomstrom gibt!

      Es ist leider so das es neben Andoid und iOS eigentlich keine Alternativen gibt. Ich sage eigentlich weil es schon Alternativen gibt aber die möchte man eher nicht nutzen. Android geht übrigens auch ohne Google, mit AOSP, ist aber schon auch gewöhnungsbedürftig. Es gibt auch noch ein zwei Linux Versionen, die Altagstauglichkeit ist hier aber leider eher nicht gegeben :)

    • David sagt:

      Du erlaubst doch, dass ich deinen Text mal in eine andere Form bringe? Ist dann besser lesbar:

      Hmm, du verwendest Apple und hast Kein Problem mit dem Datenschutz?
      – Hin wie her – oder?

      Ist ja, wie wenn ich ein Elektroauto fahre und das dann mit Atom/Kohle/Gas-Strom lade !?
      – das machen 95% aller E-Autos-Nutzer. Hier gibt es, außer vom eigenem Dach, nämlich nur den „Drittelmix“. Alles Öko ist umgerubelt. Oder hast du eine grüne, gelbe und schwarze Steckdose Zuhause?

      Oder hat Apple und deren x-Apps nun kein Problem mehr mit Datenschutz ?? Und Apple wertet die Daten nicht mehr aus?
      – Hin wie her – oder?

    • Thomas sagt:

      Der Vergleich mit dem Elektro Auto ist doch absoluter Käse.
      Ich hab mir z.B. ein E-Auto gekauft, weil es 10.000 Euro Boni gab und ich selbst mit Kohlestrom / Atomstrom wesentlich günstiger fahre wie mit Benzin.
      Will damit Sagen, das jeder seine eigene Strategie hat, um damit umzugehen.

  2. Bolko sagt:

    Telefonnummernzwang oder zentraler Server oder Server in den USA oder fehlender Quellcode sind Ausschlusskriterien.

    Telegram braucht eine Telefonnummer und die Chats sind normalerweise nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt, sondern der zentrale Server kann die Nachrichten entschlüsseln und er speichert auch alle Chatverläufe, die anhand der Telefonummer auch einem konkreten Namen zugeordnet werden können.
    BKA und ZIT haben schonmal mehrere Drogenmarktplätze übernommen, die über Telegram organisiert wurden, und deren User hops genommen. Daran alleine kann man schon sehen, dass Telegram nicht sicher ist, sondern auf Behördenanfragen die Klardaten zur Verfügung gestellt werden.

    Signal hat einen zentralen Server in den USA und musste auch schon mal Userdaten an Behörden herausgeben. Der Source-Code des aktuell benutzten Server-Programms wird nicht immer veröffentlicht.

    Da Threema nicht kostenlos ist, kann es auch nicht anonym sein, da man ja die Bezahlung dem Käufer zuordnen kann.

    Besser sind Blabber.im oder Conversations, die beide das XMPP Protokoll benutzen, keine zentrale Server und keine Telefonnummer brauchen, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Source-Code verfügbar, Sprach- und Videonachrichten möglich.

    • Anonymous sagt:

      „Da Threema nicht kostenlos ist, kann es auch nicht anonym sein, da man ja die Bezahlung dem Käufer zuordnen kann.“
      Dafür gibt es Gutscheinkarten die man offline mit Bargeld kaufen kann.

    • Zocker sagt:

      Wie schon angemerkt kann man im Playstore auch mit Guthabenkarten zahlen. Wenn man bei Threema direkt kauft, kann man auch per Bitcoin zahlen.
      Außerdem ist fraglich wie Daten beispielsweise an Geheimdienste gelangen können. Kannst du das genauer erläutern?

      „Besser sind Blabber.im oder Conversations“
      Besser sind Dienste, die niemand nutzt? Schau dir mal die Zahlen im Playstore an. Blabber 5000+, Conversations 100k+. Zum Vergleich: Threema 1m+.

      • Dat Bundesferkel sagt:

        Nana, Conversations und Blabber sind nur Frontends für XMPP – nicht mit Threema verwechseln. Threema ist Threema. XMPP ist Pidgin, Gajim, Blabber, Conversations, Pixelart Messenger u.v.m.

        Daniel Gultsch (Conversations) hat verdammt viel Zuarbeit geleistet zum XMPP-Protokoll, welches sich mittlerweile keinem anderen Dienst mehr unterordnen muß.

        Während die einen auf Mobilnummern schwören (WhatsApp) bin ich ein Freund der LDAP/AD Authentifizierung – letzteres klappt beim Einsatz von ejabberd (Server) bspw. hervorragend.

        • Zocker sagt:

          Und da hast du wieder direkt das nächste Problem: Duzende Clients anstatt einem einheitlichen. Dieselbe Problematik wie bei Linux. Bei einem Messenger blickt der Laie dann gar nicht erst durch und zieht falsche Schlüsse. Hilfe kann er eher auch nicht erwarten, denn dazu muss der Helfende denselben Client haben. Abgesehen davon ist die Verbreitung und der Bekanntheitsgrad von XMPP so gering, dass man sagen kann, es hat keine Relevanz. Selbst Threema kämpft leider damit, weil mit Telegram und Signal die deutlich schlechteren Alternativen verbreiteter und bekannter sind. XMPP ist einfach nicht massentauglich. Und das ist ein hausgemachtes Problem. Selbes gilt für Matrix.

          • User007 sagt:

            Zocker sagt: „Und das ist ein hausgemachtes Problem.“
            War, ist und wird es eher seitens der Nutzer sein!
            Gab’s schon vor 30-40 Jahren – man denke da z. B. an die Videosysteme VHS, beta und Video 2000.
            Das Letztgenannte war zwar technisch das Beste, von der Industrie wurde aber doch VHS als Konsumgünstigstes etabliert. Und alle User stürzten sich begeistert drauf – auch dort schon, ohne Hirn und Gedanke auf Nachhaltigkeit (und somit langfristige Haltbarkeiten) zu verwenden, folgend dem allmächtigen „Geiz-ist-geil“-Credo.
            Dumme, dumme Menschheit… 😤

          • Zocker sagt:

            @User007
            Ich stimme dir zu, die Dummheit der Nutzer spielt hier eine tragende Rolle. Abgesehen vom Preis gab es damals nichts, was für VHS sprach, dessen Nachteile gravierend waren.
            Bei Messengern ist das nicht viel anders, der Nutzer greift zur bequemen Möglichkeit. Und genau das war vorhersehbar und hier liegt der Fehler der Entwickler, die das nicht bedenken und somit am Bedarf vorbei entwickeln. Der Masse musst du damit nicht kommen mit so „komplizierten“ Verschacheltungen. Wie Dat Bundesferkel treffend sagte: Threema ist Threema. Einfach zu kapieren.

            Das ist auch das, was mMn Linux das Genick bricht. Es gibt einen Kernel aber 100 Distributionen. Wofür soll sich der eigentlich willige Umsteiger denn da entscheiden ohne langwierig alle auszuprobieren? Computerbase zeigt die Problematik sehr eindrücklich. Jede Woche wird min. eine Nischendistribution per copy&paste vorgestellt. Warum man ausgerechnet diese nutzen sollte, geht daraus nicht hervor. 2 bis 3 vorinstallierte Programme sind jedenfalls kein Grund. Und so bleiben die Leser jedes Mal ratlos zurück. Bis auf ein paar Nerds, die irgendwas zum spielen brauchen, ohne es ernsthaft und langfristig zu verwenden. Von einer Übersicht über die ganzen Distributionen und Vergleiche reden wir erst gar nicht. Ebenso die mögliche Langlebigkeit solcher Distributionen. Was gestern erst auf den Markt geworfen wurde, kann morgen schon wieder weg vom Fenster sein.

          • Dat Bundesferkel sagt:

            Mit der Vielzahl der Clients wollte ich Dir eigentlich eher aufzeigen, daß Deine Zahlen, aus denen Du den Verbreitungsgrad herleitest, unvollständig sind, da Du Dich „nur“ auf Conversations gestützt hast.

            Ja, WhatsApp ist in der breiten Masse verbreiteter, da muß man nicht diskutieren. Aber XMPP (auch als Jabber bekannt) ist auch nicht ohne und darum ging es mir bei der Aussage.

            XMPP kannst Du systemübergreifend mit OMEMO-E2E-Verschlüsselung nutzen: iOS (ChatSecure), Android (Conversations), Windows (Gajim), Linux (Gajim), so daß die Verbreitung bedeutend größer ist, als man sich vorstellen mag. Auch wenn Oma Erna davon selbst nie gehört hat.

          • Zocker sagt:

            @Dat Bundesferkel
            Hatte ich schon verstanden. Ich hatte jedoch 2 Clients aufgezählt. ;) Eine davon ist Blabber (ebenfalls von Bolko erwähnt). Und wenn es noch 10 Clients mit je 10.000 Installationen gibt, macht es die Sache nicht entscheidend besser. Eine gewisse Verbreitung ist natürlich da, jedoch eher nicht in der „normalen“ Bevölkerung. Wo ich das Hauptproblem sehe, habe ich ja erläutert.
            Ich möchte auch nicht wissen, wie viele Nutzer gar nicht wissen, dass sie mit gewissen anderen Nutzern über ihre App kommunizieren können.
            Ein weiteres Problem bei vielen Clients ist es, dass die Funktionsvielfalt gänzlich unterschiedlich sein kann.
            XMPP ist mMn mehr Wissenschaft als praktischer Nutzen. :)
            Die Zugänglichkeit halte ich jedenfalls für katastrophal. Daher wird sich das auch nie in der Masse durchsetzen.

            Es geht auch gar nicht um WA, sondern die Alternativen.

    • Christian Schmitz sagt:

      Ich kann mich in diesem Zusammenhang nur an ein Interview mit dem CEO von Signal erinnern. Ermittlungsbehörden musste bereits der Zugang zu den Signal-Servern gewährt werden. Außer einer Signal-ID und der verbundenen IP-Adresse vom letzten Einschalten des Smartphones, bzw. (Neu)start der Signal gibt es wohl keine verwertbaren Daten. Das scheint mir nicht mal für grobes Tracking zu reichen.
      Oder hat da jemand von Euch andere Infos?

  3. Blupp sagt:

    Man droht mit Entzug wenn man nicht deren Bedingungen auf Gedeih und Verderb anerkennt. – Nötigung Made in USA.
    Blöd ist nur, dass noch zu viele nicht klug genug sind den Stecker zu ziehen. Alternativen gibt es und wurden schon genannt. Ergänzen könnte man die Alternativen noch mit Matrix.

  4. Tim sagt:

    >>Da Threema nicht kostenlos ist, kann es auch nicht anonym sein<<

    Was ist im Netz schon wirklich anonym, ohne entsprechendes Wissen und entsprechenden Aufwand, oder entsprechend kriminelle Energie?

    Die Formel : bezahlter Dienst = gläserner Mensch ist vielleicht etwas zu hart. Dann kann man auch gleich behaupten: bezahlter Zugang = nicht anonym! Das gilt dann auch für VPN Dienste… Die Alternative wäre dann was? Ja, genau!

  5. Sibu sagt:

    Das ist hier so ein abgehobener Mist. Allein dass der Verschwörungskanal „Telegram“ als mögliche „Alternative“ zu Whatsapp genannt wird, ist eine Frechheit.
    Jeder Nutzer und Kommentator dieses und anderer Foren lässt mehr Daten von sich im Netz, als alle Whatsapp-Nachrichten dies tun.
    Wo will jemand spionieren, wenn wir in unserer Biker-Gruppe die nächste Fahrt terminieren oder die Pferdemädchen bei uns auf dem Reiterhof ihre Nachrichten austauschen?
    Seit über 30 Jahren kenne, beobachte und liebe ich die IT-Szene. Aber ich bin immer wieder erstaunt, wie „IT-Experten“ sich so über angebliche „Datenkontrolle“ echauffieren können. Jede Kreditkarte gibt mehr Daten preis – zahlt ihr nur noch bar?

    • Günter Born sagt:

      Empfehle, vom Ast abzusteigen, sich erst mal schlau zu machen und dann zu posten. Vom Sprachduktus wertest Du dich nämlich schlicht ab. Und Telegram pauschal als Verschwörungskanal zu klassifizieren, ist schlicht nur noch doof – sorry. Nach dieser Lesart müssten Messer, Autos, Facebook, Twitter und was auch immer auf den Index, weil dort Missbrauch getrieben werden kann – sogar Handys lassen sich für „Verschwörungen“ missbrauchen.

      Dass keine der genannten Alternativen „das Gelbe vom Ei ist“, ist jedem, der sich mit der Materie befasst, klar.

      Zu deinem Thema „spionieren“. Es geht bei der WhatsApp-Diskussion darum, dass beim Kauf durch Facebook – auch gegenüber Wettbewerbsbehörden – explizit ausgeführt wurde, dass keine Datentransfers zwischen WhatsApp und Facebook erfolgen. Datentransfers wurden 2018 von den Datenschutzbeauftragten Hamburgs explizit untersagt, fielen aber in den Wirrungen der DSGVO-Einführung plötzlich in den Zuständigkeitsbereich der irischen Datenschutzbehörden.

      Der Haupt-Kritikpunkt ist aber, dass WhatsApp die Kontakte ausliest und diese Daten weiter gibt. Nach DSGVO ist damit der WhatsApp-Einsatz im Business-Umfeld passé.

      Abschließende Bemerkung: Wer was nutzt, wird wohl jeder Nutzer selbst entscheiden dürfen/müssen. Da brauche ich keine Händchen zu halten. Damit bin ich hier aus dieser Diskussion wieder raus.

      • Chris sagt:

        Zitat:“Es geht bei der WhatsApp-Diskussion darum, dass beim Kauf durch Facebook – auch gegenüber Wettbewerbsbehörden – explizit ausgeführt wurde, dass keine Datentransfers zwischen WhatsApp und Facebook erfolgen. “

        Meiner Erfahrung nach wurde das aber noch nie beherzigt. Nicht einmal am Anfang. Ob der Datenaustausch intensiviert wurde, weiß ich nicht.

        Ich habe jedenfalls in meinem Telefonbuch einige Karteileichen. Die sind ca. 25 Jahre alt und wurden seit 15-20 Jahren nicht mehr benutzt. Ich hatte mir mal einen Facebook Account erstellt (Phantasie Name), den ich aber nicht benutze. Ich schaue vielleicht 1 x im Jahr rein.
        Trotzdem habe ich einen Freundschaftvorschlag bekommen, den Facebook nur aus meinem Telefonbuch haben kann. Einen Kontakt, den ich wie geschrieben lange vor Whatsapp nicht mehr benutzt habe und auch sonst keine Verbindung zu diesem Kontakt besteht.

    • Zocker sagt:

      „Jede Kreditkarte gibt mehr Daten preis – zahlt ihr nur noch bar?“

      Ja klar! Kreditkarte habe ich gar keine. Wir sind hier schließlich nicht im Amiland.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Herrlich, wenn man nur von hier bis zur nächsten Ecke denkt. Die „Nachrichten“-Schnüffelei in WhatsApp ist so ziemlich das kleinste aller Probleme.
      Datenverknüpfung, Metadaten… da wird ein Schuh draus. Und nun belies Dich mal, welche Unternehmen alle mit WA zusammenarbeiten und was da für eine Datenflut generiert wird.
      Mal in die Runde geworfen: Facebook weiß mehr über Dich und Deine Gewohnheiten, als Deine besten Freunde und Du selbst. Mit diesen Informationen bist Du bestens manipulierbar. Du denkst bei einem Einkauf/einer Wahl, Du würdest aus Deinen eigenen Motiven heraus eine Entscheidung treffen. Träume weiter… Du machst brav das, was man von Dir wollte. Ohne es zu merken. Nur aufgrund dieser umfangreichen Datensammelei.

      Aber gut, was soll’s… manche rennen halt gerne mit Scheuklappen durch die Welt. Sei ihnen gegönnt, solange sie nicht zu meinem Umfeld zählen.

  6. nook sagt:

    Das Perfide an der Kontakteweitergabe, meine Daten, mehr oder weniger umfangreich gespeichert, landen auch in den clouds.
    „UNGEFRAGT!“, die liegen ja auf dem Smartphone des Kollegen der den Mist nutzt!

    Von Signal gibt es eine degoogled Version, läuft anscheinend ohne Play Services.
    https://forum.f-droid.org/t/ive-degoogled-signal-messenger/10443

    Telegram FOSS findet sich auch auf F-droid.

    Ich nutze keinen davon, mir reicht Tel + SMS

  7. Gerold sagt:

    Neuer Aerger für WhatsApp:

    Nun droht WhatsApp vielleicht der Rauschmiss aus dem Apple App Store

    Mit den angekündigten Einschränkungen für Nutzer, die die neuen AGB von WhatsApp nicht annehmen wollen, könnte dem Messenger der Rauswurf aus dem Apple App Store drohen. Laut einem Medienbericht verstößt WhatsApp damit gegen die Store-Richtlinien.

    https://winfuture.de/news,123039.html

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Leider wird sich Apple dies nicht trauen. So ein Schmarrn wie Epic ist eine Sache, aber WA wird von (zu vielen!) Menschen als Quasi-Standard gesehen.

      Das bedeutet im Umkehrschluß: Kein WhatsApp = weniger iPhone-Verkäufe, weil die Kunden dann definitiv wechseln werden (WhatsApp >= alles andere – in deren Augen).

      Ich mein’… ich bin nicht böse drum, wenn es so käme. Diese Bananenware raus zu schmeißen wäre der erste wichtige Schritt, diese abartige Datenschleuder in die Schranken zu verweisen. Aber es ist äußerst unwahrscheinlich, daß da was geschehen wird.

  8. Gerold sagt:

    Rückzieher (zumindest vorläufig) von WhatsApp:

    WhatsApp: Datenschutz-Richtlinien müssen nicht akzeptiert werden

    Nachdem Facebook angekündigt hatte, neue Datenschutz-Richtlinien für WhatsApp einführen zu wollen, wurde das Unternehmen massiv kritisiert. Nun hat der Konzern eingelenkt. Wer die neuen Regeln nicht akzeptiert, kann die App trotzdem vorerst noch ohne Einschränkungen nutzen.

    https://winfuture.de/news,123189.html

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