Facebook-Nutzer verlieren Konten durch Auto-Liking

[English]Tausende Facebook-Nutzer schaffen es, ihre Facebook-Benutzerkonten zu verlieren, weil sie auf sogenannte Auto-Liking-Anbieter setzen und diesen die Kontrolle über das betreffende Konto gewähren. Betrifft vor allem Nutzer auf der Südhalbkugel der Erde (Süd-Amerika), die auf die Dienste zwielichtiger Mittelsmänner zurückgreifen. Diese Praxis korrumpiert den zivilen Diskurs auf der ganzen Welt.


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Das Ganze wurde von Whistleblowerin Sophie Zhang, die zweieinhalb Jahre bei Facebook an diesem Problem gearbeitet hat, offen gelegt. Ich bin über nachfolgenden Tweet auf das Thema aufmerksam geworden, welches hier beleuchtet wird.

Facebook-Nutzer verlieren Konten durch Auto-Liking

Sophie Zhang wurde im  September 2020 gefeuert, nachdem sie über zweieinhalb Jahre lang als Mitglied des Fake-Engagement-Teams gearbeitet hatte. Über ihre Arbeit bei Facebook zum Schutz von Wahlen und des zivilen Diskurses sei viel berichtet worden, schreibt sie. Aber diese Arbeit hatte sich in ihrer Freizeit durchgeführt. Ihr eigentlicher Job und ihres Team konzentrierten sich darauf, die Verwendung von nicht authentischen Konten bei Facebook zu stoppen. Nicht authentisch bedeutet, dass diese Konten zwielichtige Methoden verwenden, um ein Engagement durch Likes, Kommentare, Shares, Fans und mehr zu erzeugen. Solche Konten sind in Nordamerika und in Europa selten, aber im globalen Süden (vor allem Südamerika) und Asien weit verbreitet.

Zhang schreibt, dass sie in ihrer Zeit bei Facebook gesehen habe, wie kompromittierte Konten in Lateinamerika, Asien und anderswo massenhaft funktionieren. Die meisten dieser Konten wurden über Autoliker requiriert: Online-Programme, die Nutzern automatische Likes und anderes Engagement für ihre Beiträge versprechen. Die Anmeldung beim Autoliker erfordert jedoch, dass der Benutzer den Zugriff auf sein Konto freigibt. Anschließend werden diese Konten einer Bot-Farm angeschlossen, wo ihre Likes und Kommentare an andere Autoliker-Nutzer weitergegeben oder massenhaft verkauft werden, auch wenn der ursprüngliche Nutzer weiterhin Eigentümer des Kontos bleibt.

Obwohl sie eher durch Geld als durch Politik motiviert sind – und weit weniger ausgeklügelt als von der Regierung betriebene menschliche Troll-Farmen – kann die schiere Menge dieser Autoliker-Programme gefährlich sein. Das Ganze wurde bei Facebook unter dem Begriff „Selbstkompromittierung“ geführt. Zhang schreibt, dass es während ihrer Zeit bei Facebook ein weit verbreitetes Problem war. Zhang vermutet, dass es möglicherweise die größte Einzelquelle für nicht authentische Aktivitäten auf Facebook darstellt.

Während Facebook gefälschte Konten sperrt, ist das Unternehmen laut Zhang nicht bereit, die Konten von echten Nutzern, die ihre Konten mit einer Bot-Farm teilen, zu deaktivieren. Solche Konten stellen ein erhebliches Risiko für den politischen Diskurs in den betroffenen Ländern dar. Zum Beispiel konnten politische Akteure in Brasilien während der Parlamentswahlen 2018 billig Aktivitäten auf solchen kompromittierten Konten echter Brasilianer erhalten. Zhang ließ während der Wahlen 2018 10,5 Millionen gefälschte Reaktionen und Fans von politischen Seiten sowohl in Brasilien als auch, in geringerem Maße, in den Vereinigten Staaten entfernten.

Lässt u.U. böses bei künftigen Wahlen befürchten, wenn regelrechte Troll-Armeen auch auf Facebook Stimmung machen und Fehlinformationen verbreiten. Weitere Details lassen sich hier nachlesen.


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