Neues von Microsofts AI-Lösungen wie Copilot; Preise (3-30 US $/Monat) bekannt gegeben

Windows[English]In einem Feuerwerk von Ankündigungen hat Microsoft auf seinem Inspire Partner Event seine AI-Lösungen wie Bing Chat  für Unternehmen, Copilot für Windows, Vector Search in Azure, Microsoft Sales Copilot, Copilot in Teams etc. angekündigt. Es gibt Previews  diverser AI-Lösungen. Im Rahmen der Veranstaltungen wurden auch erstmals Preise genannt, die bei Bing Chat für Unternehmen bis zu 30 US Dollar im Monat pro Nutzer betragen. Hier ein kurzer Überblick über diese neuen Informationen.


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Im März 2023 waren ja Pläne für Microsofts AI-Lösungen bekannt geworden. Microsoft 365 Copilot soll die AI-Lösung der Zukunft in Produkten aus Redmond sein. Die auf Chat GPT-4 aufsetzende Lösung soll in Windows Einzug halten, in Office 365-Anwendungen das Erstellen von Texten verbessern, in PowerPoint Präsentationen entwerfen oder bei Excel-Tabellen helfen. Auch in Outlook sollen Antworten auf Mails durch Copilot unterstützt werden. Die AI-Lösung Copilot verwendet dazu Geschäftsdaten, die aus Dokumenten, E-Mails, Kalendern, Chats, Besprechungen und Kontakten herausgezogen werden und stellt diese für den aktuellen Kontext zur Erzeugung von Inhalten bereit.

Ich hatte in diversen Beiträgen über diese Ideen berichtet (siehe Links am Artikelende). Windows 11 Insider konnten einen ersten Eindruck von Copilot erhalten, ChatGPT stand in Bing für Tests zur Verfügung und Microsoft hat wohl auch Texts mit großen Unternehmenskunden gestartet. Nun wurden weitere Details auf der Inspire Partner-Konferenz bekannt, unter anderem wurden Preise für die Lösungen genannt.

Preise für Copilot / Bing Chat Enterprise

Bisher war ja noch wenig über Preise für AI-Lösungen wie Copilot bekannt. Ich bin auf Twitter über eine Ankündigung von Microsoft Chef Satya Nadella auf dieses Thema aufmerksam geworden.

Bing Chat Enterprise

Im Beitrag Furthering our AI ambitions – Announcing Bing Chat Enterprise and Microsoft 365 Copilot pricing werden Bing Chat Enterprise und Microsoft 365 Copilot angekündigt und Preise genannt.  Microsoft arbeite ja daran, einen Copiloten für jeden Menschen in seinem Leben und bei der Arbeit zu schaffen, heißt es prosaisch in diesem Beitrag. Die Produktivität soll auf eine gänzlich neue Stufe gestellt werden, so das Versprechen aus Redmond. Rückmeldungen von Kunden, die am Microsoft 365 Copilot Early Access Programm teilnehmen, sollen laut Microsoft zeigen, dass Copilot die Produktivität entscheidend verändern wird. Die Ankündigungen umfassen folgendes:

  • Die Suchmaschine Bing soll erheblich erweitert werden, um neue Zielgruppen mit Bing Chat Enterprise zu erreichen. Die Erweiterung bietet einen KI-gestützten Chat für die Arbeit und die Lösung steht ab sofort als Vorschau bereit.
  • Um gewerblichen Kunden die Planung zu erleichtern, kann Microsoft 365 Copilot für Microsoft 365 E3-, E5-, Business Standard- und Business Premium-Kunden für 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat gebucht werden. Aktuell ist dieses Feature noch nicht verfügbar; Microsoft will in den kommenden Monaten mehr über den Zeitplan mitteilen.
  • Neben der Ausweitung auf weitere Zielgruppen kündigt Microsoft die visuelle Suche in Bing Chat an, die jetzt auf breiter Basis im Bing Chat eingeführt werde.

Im oben verlinkten Beitrag werden die Funktionen von Bing Chat Enterprise kurz erwähnt und es steht ein Video mit einer Demo bereit. Bing Chat Enterprise ist ab sofort in einer Preview verfügbar und ist in Microsoft 365 E3, E5, Business Standard und Business Premium-Abos ohne zusätzliche Kosten enthalten. In Zukunft soll die Lösung auch als eigenständiges Angebot für 5 US-Dollar pro Benutzer und Monat erhältlich sein.

Microsoft 365 Copilot Preise

Das oben erwähnte Microsoft 365 Copilot soll ja in Windows und Office-Anwendungen Einzug halten und eine völlig neue Art des Arbeitens bieten, indem alle Geschäftsdaten im Kontext des Unternehmens betrachtet und einbezogen werden. Nutzer sollen die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und Antworten aus dem Internet zu erhalten. Microsoft 365 Copilot bietet alle Funktionen von Bing Chat Enterprise und noch viel mehr, heißt es in der Ankündigung.

Microsoft 365 Copilot soll auf Microsofts Ansatz für Sicherheit, Datenschutz, Identität, Compliance basieren, heißt es und es wird eine verantwortungsbewusste künstliche Intelligenz (KI) in Unternehmensqualität versprochen (in meinen Augen ein Oxymoron). Microsoft schreibt dazu:


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  • Copilot erbt bestehenden Microsoft 365 Sicherheits-, Datenschutz-, Identitäts- und Compliance-Richtlinien.
  • Daten sollen innerhalb des jeweiligen Microsoft 365-Mandanten logisch isoliert und geschützt sein, und immer unter Kontrolle des Unternehmens bleiben.
  • Auf Tenant-Ebene soll Copilot individuelle und gruppenbezogene Berechtigungsrichtlinien respektieren.

Relevant sind dabei aber auch die Kosten, die nun klar sind. Microsoft 365 Copilot wird für gewerbliche Kunden für 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat für Microsoft 365 E3, E5, Business Standard und Business Premium Kunden nach der allgemeinen Freigabe verfügbar sein.

Bezüglich Copilot in Windows habe ich die Tage hier gelesen, dass diese mit Windows 11 Version 23H2 kommen soll. Diese Windows 11-Version wird ja für das 4. Quartal 2023 erwartet (siehe Windows 11 23H2 kommt 4. Q. 2023; Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 ab 1. August 2023). Ende Juni 2023 hat Windows Central in diesem Artikel erste Eindrücke aus der Insider Preview von Windows 11 wiedergegeben. Das Ganze las sich dann doch ernüchternd:  Es ist mehr oder weniger Edge, das in einer Seitenleiste auf dem Desktop aufpoppt und dort dem Benutzer bei Fragen helfen soll. Es ist also noch ein weiter Weg, bei "AI" wirklich in Windows einzieht, schätze ich mal.

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15 Antworten zu Neues von Microsofts AI-Lösungen wie Copilot; Preise (3-30 US $/Monat) bekannt gegeben

  1. Uwe sagt:

    Die KI soll über das Wissen der Welt verfügen und dabei alle Daten innerhalb des Mandanten isolieren?

    Witzige Idee.
    Ich mußte erst mal googlen, was ein Oxymoron ist, aber das trifft es.

  2. michael sagt:

    Ich dachte erst an den Flugsimulator.

    Aber wenn der Hauptpilot schon einen Copiloten benötigt, ist er ggf im falschen Job.

  3. Phadda sagt:

    Die Umsetzung ist doch recht einfach zu verstehen. Es gibt keine Verbindung zwischen M365 Tenant CoPilot (OpenAI) und dem Public ChatGPT lernendes Modell. Es wird ein gekapseltes OpenAI System im Tenant bereit gestellt, welches Inhalte im Tenant benutzen kann. Jegliche Learnings verbleiben im Tenant, da es keine direkte Verbindung zum Public/ChatGPT gibt. Die Azure AI (https://azure.microsoft.com/de-de/products/cognitive-services) machen genau das gleiche, da diese gekapselt in einer Subscription laufen.

    • Günter Born sagt:

      Das ist das, was Microsoft aktuell verspricht – das habe ich schon gelesen. Als kritischer Mensch habe ich a) zur Kenntnis genommen, dass man aber "aus dem Internet Informationen ziehen will", b) irgendwann gehört, dass man bei dem Hersteller mit Telemetrie arbeitet und c) lüge ich hier im Blog ja ständig, dass die Entwickler Bugs fabrizieren (was natürlich nicht stimmt), die dann plötzlich doch Informationen – gänzlich ungeplant – nach "draußen" schieben.

      Für mich ergeben sich dann – außerhalb der shiney happy bubble – sofort die nachfolgenden Fragen:

      a) Lässt sich unter diesem Aspekt ein DSGVO-Konformitätsnachweis durch den Datenschutzverantwortlichen führen?
      b) Wie lange dauert es, bis in der Entwicklung doch (natürlich ungeplant) etwas schief läuft und die "chinese wall" perforiert wird?

      I need to confess, I'm sceptical. In diesem Kontext habe ich heute zu a) einen interessanten One-Pager zum EU DTF-Angemessenheitsbeschluss von reuschlaw gelesen. Das sind die, die eigentlich "Office 365 ist im Hinblick auf Datenschutzkonformität kein Problem" predigen (siehe auch MS 365 DSGVO-Konformität: Merkwürdiger "Meinungsartikel" bei heise). Ich kam ja aus dem Staunen nicht heraus, denn dort hieß es, dass es nur mit US-Unternehmen ginge, die sich zertifizieren gelassen hätten (wird MS tun), und beim Punkt "Rechtssicherheit" las ich, dass Firmen, die Rechtssicherheit wollen, lieber auf europäische Anbieter und Firmen mit Server-Standort EU setzen sollten.

      Insgesamt sehe ich die Copilot-Geschichte in Microsoft 365 aktuell bei den Preisen gelassen. Wo es knallen könnte: Wenn Microsoft da Bing und Copilot in Windows 11 integriert und das nicht getrennt sowie per GPO sicher deaktivierbar ist. Werden wir abwarten müssen …

      • Phadda sagt:

        Absolut gute Einwände und gerechtfertigt, Danke!

        Bing und Edge sind schon vor CoPilot "verzahnt", da im Edge schon M365 Content mit gesucht wird bzw. via SharePoint Search sogar lokale APIs angezapft werden können (Enterprise Search?).

        Mich nervt immer dieses MS Bashing, während es in anderen Branchen/Firmen auch nicht besser zugeht, Thema "Vertrauen".
        Wie sicher ist denn eine IP Telefonie innerhalb von DE mit einem global Carrier?
        Wie sicher ist der Austausch von Bremsscheiben/Beläge beim Auto?
        Wie sicher ist die Kameraüberwachung in Lebensmittelmärkte?
        Von Cashback/Treusesystem bis hin zu Oracle und und und … ka wo man Anfangen soll oder akzeptieren soll das es halt so ist, da der Otto Normalo es nicht ändern kann etc. Bitte nicht falsch verstehen, wenn ich Verallgemeinere und Nein ich arbeite nicht bei MS ;-)
        btw "Preise", sind zwar UVP, jedoch kommt es auf die individuelle Verhandlung an, so kann zb eine E3 schonmal 9€/Monat/Person kosten anstatt UVP 38€, daher sehe ich CoPilot als nächster Step des anfixen, wie es auch mit Teams > Premium passiert ist. Aber gut, VMware Jährlich die Verrechnungsmodelle und andere auch…

        • Heiko A. sagt:

          Zwischen "Bashing" und konstruktive Kritik liegen allerdings Welten. Und wenn man den Blog von Günter schon seit vielen Jahren mitverfolgt, dann weiß man auch, dass er konstruktiv kritisiert, aber stets sachlich bleibt.

          Auch Oracle und Konsorten kriegen konstruktiv ihr Fett weg. Es gibt allerdings einen großen Unterschied: Microsoft ist mit seinen Produkten und Diensten ein leibhaftiger Gatekeeper und für das wirtschaftliche Agieren vieler Akteure hat es großen Einfluss.

          Die Kritik wäre weitaus leiser, würde Microsoft seine Kundschaft mit diversen Produkten und Diensten nicht zwangsbeglücken, sondern diese optional anbieten. Windows ist aufgebläht, die Home- und Pro-Editionen wurden über die Jahre immer stärker kastriert, Funktionen zu "exklusiven Features" alias "Cloud only"-Features verschoben und, und, und. In der B2B-Welt sieht es nicht viel besser aus. Beschwerden von Geschäftskunden haben deutlich zugenommen. Da musste die "Flexibilität in der Cloud" schon mal flexiblen Preiserhöhungen weichen.

          Die anhaltenden Diskussionen um die Datenschutzkonformität diverser Microsoft-Produkte ist da nur eine von vielen Baustellen. Und glaube mir, bei der Konkurrenz sieht es nicht viel besser aus. Meta lässt grüßen.

          Und by the way: Selbst im Heimatmarkt USA bekommen Microsoft und Co. allmählich, wenn auch etwas langsamer und zögerlicher, Gegenwind zu spüren. Selbst US-Behörden haben erkannt, dass die Tech-Riesen ein Problem sind, auch für die heimische Wirtschaft.

  4. Ralph D. Kärner sagt:

    Ich lege dann schon mal 5 Euro in den Wettopf (alte Rechtschreibung regelt) und lehne mich mit Popcorn zurück. Es wird knallen.

    • Story Saver sagt:

      Jup, selbst hier im Blog wird es sicher noch lustig mit den Kommentaren…..

      Auf der einen Seite die User, die ohnehin gleich alles negativ sehen, wenn Microsoft beteiligt ist und gerne kindische Schlagworte wie Winzigweich usw. als Synonym für Microsoft verwenden.

      Auf der anderen Seite die User, die alles ohnehin immer weniger kritisch sehen und oder verharmlosen.

      Und die dritte Gruppe, die versucht einen Mittelweg zu finden und das ganze versucht objektiv zu betrachten….. aber dann oft als Microsoft Fanboy tituliert werden.

  5. R.S. sagt:

    Nicht mal geschenkt wollte ich den Kram haben.
    Und wenn es zwangsweise in Windows kommt, dann hoffentlich mit einer Möglichkeit, es zu deaktivieren.

  6. Kai sagt:

    Erst jammern alle und dann später nutzen es alle, ist immer das gleiche Game. ppp schade das 12 mit .net9 doch erst im Mai24 kommt.NET release cadence source: https://dotnet.microsoft.com/en-us/platform/support/policy/dotnet-core#cadence

  7. janil sagt:

    Die Mehrheit der einfachen User wird es nicht merken, wenn ihnen die KI und damit die aktive Weiterleitung ihrer Daten mit der Erklärung von Produktivität untergeschoben wird. Die etwas aufmerksameren User, die auch hier im Blog lesen, werden einen Weg der Deaktivierung oder Einkapselung der KI finden oder im Extremfall ein Backup installieren und nicht mehr updaten oder eine Enterprise LTSC Version installieren. Oder noch radikaler, das OS wechseln.

    • Anonymous sagt:

      Die einfachen User werden solange "cool, mehr davon" schreien, bis ihr Job dadurch wegrationalisiert wird. Und nicht jeder von diesen Leuten ist fähig, die "daraus entstehen neue Jobs" intellektuell zu stemmen.

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