Indien geht gegen Tech-Support-Betrüger vor

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Ob die Betrugsanrufe "Hallo, ich bin von Microsoft, ihr Computer hat einen Virus" aus Indien weniger werden? Es sind Banden von Tech-Support-Betrügern, die aus Callcentern in Indien weltweit gutgläubige Kunden mit Fake-Anrufen um ihr Geld bringen wollen und nur noch nerven. Die Woche gab es die Meldung, dass Indien gegen diese Mafia vorgehen will bzw. in Razzien gegen die Betrüger vorgegangen ist. 


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Es sind Fake-Anrufe, die eigentlich nur noch nerven. Die Betrüger geben vor, von Microsoft zu sein und einen Virus auf dem Computer entdeckt zu haben. Gegen Geld wollen sie diesen säubern – oder installieren sogar Schadsoftware auf den Systemen. Ich hatte im Beitrag Achtung: Falsche Microsoft-Anrufe einen solchen Fall geschildert, wo ich mir den Spaß gemacht habe, einen Anrufer ob seiner schlechten Aussprache in English eine viertel Stunde zu beschäftigen, weil mein "puter in the garden" sei. Selbst den Chef hatte ich am Apparat und der war angepisst, als ich irgendwann meinte, statt Windows wäre ein angebissener Apfel auf dem Gehäuse zu sehen.

Aktion gegen Betrüger

Bleeping Computer berichtete in diesem Artikel über die Aktion des indischen Central Bureau of Investigation (CBI). Im Rahmen einer landesweiten Razzia gegen Cyberkriminelle, die hinter Betrügereien mit technischem Support und Kryptowährungen stecken,  hat das CBI 76 Orte durchsuchen lassen.

India Express schreibt hier, dass aus den Call-Centern in Indien mehr als 2.000 Kunden von Amazon und Microsoft, vorwiegend in den USA, auch in anderen Ländern wie Australien, Kanada, Deutschland, Spanien und dem Vereinigten Königreich, betrogen worden seien. Nun sei es das erste Mal gewesen, dass sich die Unternehmen Amazon und Microsoft mit den indischen Strafverfolgern zusammen getan hätten, um gegen diese Betrüger vorzugehen. Allerdings sind mir bereits aus 2016 Fälle bekannt, wo Betrüger in Indien verhaftet wurden (siehe Links am Artikelende).

Die Polizeiaktion ist Teil der Operation Chakra-II und zielt auf die Zerschlagung der Verbrecherringe, die es auf Finanzbetrug abgesehen haben. Das Ganze läuft wohl als gemeinsame Anstrengung, an der internationale Strafverfolgungsbehörden und Technologieunternehmen wie Microsoft und Amazon beteiligt sind. Der Druck durch die internationalen Firmen ist wohl so groß geworden, dass die indischen Bundesbehörden mit den US-Unternehmen zur Bekämpfung der Cyberkriminalität zusammenarbeiten.

Laut einer CBI-Mitteilung haben Amazon und Microsoft mit dem Central Bureau Investigation (CBI), Indiens wichtigster Ermittlungsbehörde, zusammengearbeitet, um gegen die Betrüger vorzugehen. Das CBI gab am 19. Oktober 2023 bekannt, dass es in mehreren Städten Indiens Razzien durchgeführt und gefälschte Callcenter auffliegen lassen hat, die sich als Microsoft- und Amazon-Kundenservice ausgaben.

Amazon gibt an, dass diese Operation auf einer gemeinsamen Strafanzeige mit Microsoft basierte. Diese wurde im Rahmen gemeinsamer Strafverfolgungsabkommen in den USA und Indien gestellt. Beide Unternehmen stellten dem CBI Beweise und Informationen zur Verfügung, um die Wirksamkeit dieser Operation zu erhöhen.

Bei Razzien in mehreren indischen Bundesstaaten, darunter Tamil Nadu, Punjab, Bihar, Delhi und Westbengalen, beschlagnahmte das Central Bureau of Investigation (CBI) 32 Handys, 48 Laptops und Festplatten sowie 33 SIM-Karten, schreibt Bleeping Computer. Die genannten Zahlen erscheinen mir aber recht "mager", sind das doch oft Banden, die aus Callcentern agieren und hunderte von Operatoren dafür einsetzen.

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6 Antworten zu Indien geht gegen Tech-Support-Betrüger vor

  1. Holger sagt:

    Vor mehr als fünf Jahren hat einmal eine indische Telefonnummer über mehrere Wochen hin wochentags, während ich aus dem Haus war, versucht, mich auf meiner Festnetznummer jeden Tag um die gleiche Zeit zu erreichen. Nach Recherche war die Nummer einem Ort in einem indischen Bundeststaat zugeordnet, der als einer der Bundesstaaten mit dem geringsten Pro-Kopf-Einkommen gilt.
    Ich habe die Nummer in meiner Fritzbox gesperrt und danach war dann schnell Ruhe.

    Meiner Ansicht nach gedeiht organisierte Kriminalität vor allem dort gut, wo die Hoffnungslosigkeit viele Menschen in Jobs mit zweifelhafter Tätigkeit treibt.

    • Luzifer sagt:

      Nö ned wirklich… da wo the Big Money verdient wird sitzen die schlimmsten Ganoven die tragen dann sogar Anzug / Titel / Ämter.
      Nur traut sich da keiner Ganove zu zu sagen… Korrupte Bänker Wirtschaftsbosse Politiker sind da weitaus schlimmer als son Telefonfuzzie der sein erbärmliches Überleben sichert.

  2. ich bin´s sagt:

    So etwas habe ich auch schon erlebt. Hatte mir auch mal den Spaß erlaubt, mit so einem "Microsoft-Mitarbeiter" zu plaudern, bis er genervt aufgegeben hat.
    Ein Bekannter ist leider auf die Masche reingefallen. Er hat den Zugriff auf seinen PC erlaubt. Man hat sein Kennwort geändert und alle Daten gelöscht. Dann wurde behauptet, dass sei der vorher beschriebene Virus gewesen und gegen Zahlung einer Gebühr würde man mit der Datenrettung beginnen. Nach der Überweisung kam natürlich kein Kontakt mehr zustande und die Nummer des Anrufers war nicht mehr erreichbar.
    Zum Glück waren die Daten nur gelöscht und nicht überschrieben. So konnte ich nach Einbau eines neuen Datenträgers und Neuinstallation des Systems den größten Teil der Daten von dem alten Datenträger wiederherstellen.
    Die Sache mit den täglichen Anrufen immer um die gleiche oder ähnliche Zeit gibt es immernoch. Nur sind es deutsche Mobilfunk- oder Festnetznummern.

  3. HiltiHome sagt:

    2000 Betrugsfälle…pro Tag?

    48 Laptops und Festplatten beschlagnahmt….
    Diese Zahl erscheint mir extrem mager.

    In den letzten 5 Jahren, meiner Tätigkeit als Service Techniker, hatte ich jede Woche mindesten einen Fall auf dem Tisch und das in einer Kleinstadt.

  4. Pau1 sagt:

    Guck Mal.
    Ich weis nicht was das ständige Gebashe unserer wahren Freunde soll.
    Was wären wir kleinen Rumpelstilzchen doch ohne die selbstlose riesige Hilfe durch Amazon und Microsoft?
    Völlig hilflos!

    Hm, Moment…
    hätten wir diese Anrufe denn überhaupt, wenn es MS und seine unsäglich schlechten Produktqualität nicht gäbe?
    Könnte diese "tolle" Straf-Aktion nicht ganz profanes Marketing- Geblubber sein? "Schaut her, WIR sind die Guten! "

    Geht man in Indien nur dann gegen Straftäter vor, wenn das Geld von Microsoft ins Land kommt? Weil man auch kriminelles Einkommen zum BIP zählt? Geld stinkt nicht.

  5. Pau1 sagt:

    Mich hat noch keiner angerufen.
    Nur neulich ein wohl höchst seriöser Meinungs-Umfrager. Seriös, weil er zur Sicherheit zwei mal dieselbe Rufnummer probierte.
    So etwas ist bestimmt gut für repräsentativ und so.
    Als ISDN Kunde werden ich öfters mit solchen Umfragen mehrfach gefragt…
    Denen gehen wohl die Festnetznummern aus?
    Vielleicht sollten die mit dem Indern kooperieren?

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