Preiserhöhung bei Netflix – Basis-Abo wird ab 23. Oktober 2023 für Neuanmeldungen abgeschafft

Der Streaming-Anbieter Netflix scheint die nächste Maßnahme zur Erhöhung der Einnahmen einzuleiten, nachdem der Kampf um geteilte Konten wohl erfolgreich verläuft. Zum 18. Oktober 2023 habe ich gelesen, dass Netflix auch in Deutschland das günstige Basis-Abonnement für Neukunden ab kommende abschaffen wird. Das geht aus dem gerade vorgelegten Quartalsbericht hervor.


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Aktuell läuft es bei den Streaming-Anbietern auf Preiserhöhungen hinaus. Gerade noch im Beitrag Streaming-Dienst Disney+ wird wohl teurer über eine Preiserhöhung bei Disney+ gelesen. Zum 18. Oktober 2023 hat Netflix die Geschäftszahlen für das 3. Quartal 2023 vorgelegt, die einen satten Gewinn sowie eine Zunahme der Nutzerzahl ausweisen. Netflix hat im 2. Quartal 2023 insgesamt 5,9 Millionen Kunden dazu gewonnen, was auf die Maßnahmen gegen Konten-Sharing zurückzuführen sei, schreibt man z.B. auf tagesschau.de. Vom zweiten auf das dritte Quartal kamen 8,75 Millionen bezahlte Streaming-Abos bei 247 Millionen zahlende Abonnenten hinzu, wird hier analysiert.

Netflix-Gewinne

Statista zeigt, dass die Gewinne bei Netflix in den bisherigen Quartalen 2023 gestiegen sind. Nun leitet der Anbieter den nächsten Schritt ein und will die Umsätze durch Abos erhöhen. Im Geschäftsbericht für das 3. Quartal 2023 heißt es, dazu:

Our immediate priority is building our ad membership so that Netflix becomes an essential buy for advertisers, which is key for advertising to become material to our business. In Q3'23, our ads membership increased nearly 70% quarter-over-quarter and now accounts for ~30% of all new sign-ups in our 12 ads countries. This growth has been driven by improvements to our offering — including two streams, higher quality video and a programming slate that's now essentially on par with our other plans — as well as the phasing out of our Basic plan for new and rejoining members in the US, the UK, Italy and Canada. This change boosted adoption of our ads and Standard plans and we'll be making the same change in Germany, Spain, Japan, Mexico, Australia and Brazil next week. Going forward, we'll continue to improve the feature set, for example next month we're introducing downloads, while also working to include the ads plan in device and ISP partner bundles.

Erste Priorität ist es, die Plattform für Werbetreibende als "unverzichtbar" zu etablieren. Im 3. Quartal 2023 stiegen die geschalteten Anzeigen um 70% gegenüber dem vorherigen Quartal, heißt es. Um die 30% davon sind Neuanmeldungen von Werbekunden. Das soll auf Verbesserungen des Netflix Angebots zurückzuführen sein. Dazu zählt das Unternehmen auch zwei Streams, qualitativ hochwertigere Videos und ein Programmangebot, das nun im Wesentlichen mit den anderen Netzflix Plänen gleichauf sei, heißt es.

Weiterhin schreibt Netflix im Geschäftsbericht, dass die schrittweise Abschaffung des Basic-Tarifs für neue und erneut zurückkehrende Mitglieder in den USA, Großbritannien, Italien und Kanada zu dieser Entwicklung beigetragen habe. Diese Änderung habe die Akzeptanz der Werbe- und Standardtarife erhöht. Nächste Woche will Netflix die gleiche Änderung in Deutschland, Spanien, Japan, Mexiko, Australien und Brasilien vornehmen.

Netflix Basis-Abo stirbt

Heise hatte bei Netflix wegen des Basis-Abos nachgefragt und erhielt die Bestätigung, dass das günstige Basis-Abo ab dem 23. Oktober 2023 für Neukunden und zurückkehrende Altkunden nicht mehr angeboten wird. Also in Kurzfassung: Es wird für Neukunden teurer und alle bekommen bei Abos mit Werbeunterbrechung wohl mehr Werbung angezeigt. Netflix will nächsten Monat Downloads einführen und gleichzeitig daran arbeiten, den Werbeplan (Abos mit Werbung) in Geräte- und ISP-Partnerpakete aufzunehmen. Golem hat hier noch einige Preise für Abos in verschiedenen Ländern aufgeführt. Ich bin ja gespannt, wie diese Schritte bei den Abonnenten und potentiellen Kunden ankommen.

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6 Antworten zu Preiserhöhung bei Netflix – Basis-Abo wird ab 23. Oktober 2023 für Neuanmeldungen abgeschafft

  1. Anonymous sagt:

    Gier erschafft Gier…erschafft Gier…erschafft Gier…erschafft Gier…

    "The grabing hands grab all they can – EVERYTHING COUNTS IN LARGE AMOUNT"

  2. Matze sagt:

    "Ich bin ja gespannt, wie diese Schritte bei den Abonnenten und potentiellen Kunden ankommen."
    Schlecht! Ich oute mich mal als Abonnent der ersten Stunde. Mich stört weniger der Preis (wird ja alles teurer), wenn denn die Qualität stimmt.
    Was mich viel mehr stört ist die unsägliche Wokeness bei neueren Produktionen. Da wird schon mal bei einer Buchverfilmung eine Figur (PoC, lesbisch) geschaffen, die so in der Vorlage gar nicht existiert und in der Handlung überhaupt keine Rolle spielt.
    Hauptsache, man hat ja dem gängigem Narrativ entsprochen.
    Kennt man eigentlich nur von deutschen (Tatort-) Produktionen…

    • Anonymous sagt:

      go woke – go broke! Hoffentlich…

    • chw9999 sagt:

      Ist doch gar nicht unüblich, dass künstliche Charaktere in Verfilmungen eingefügt werden – gabs auch schon dunnemols bei Agatha Christie: "Miss Marple wird in den Filmen begleitet von dem Bibliothekar Mr. Stringer (…), der in den literarischen Vorlagen jedoch nicht vorkommt." Quelle Wikipedia

  3. JohnRipper sagt:

    Schon ok, die türkische Lira hat ja auch wieder mächtig an Wert verloren seit der letzten Preiserhöhung :)

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