Smartphone-Hersteller dürfen in Mexiko Smartphones nicht mehr remote deaktivieren

Ich hole mal eine Information nach, auf die mich Leser letzte Woche hingewiesen haben. In Mexiko eskaliert momentan die Situation, dass Geräte diverser Hersteller über den grauen Markt unter die Leute gebracht werden. Smartphone-Hersteller wie Motorola und Samsung und wohl auch ZTE haben die Möglichkeit, Smartphones remote zu deaktivieren. Dies wird durchaus bei "Re-Importen" solcher Geräte vom grauen Markt gemacht (Region Lock). Mexiko ist gegen diese Praxis vorgegangen und hat den Herstellern diese Praxis untersagt. Man versucht nun das Problem der Grauimporte auf anderen Wegen beizukommen.


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Blog-Leser Norddeutsch hatte im Diskussionsbereich auf den Sachverhalt hingewiesen: "Ein Smartphone "darf" man heutzutage nur von korrekter Quelle erwerben. Wenn nicht? Graumarktkauf? Reimport nicht für das Land? Samsung oder Motorola schalten das z.B. in Mexiko auch mal remote ab." Das Thema war zum 26. Oktober 2023 von der Seite Silicon in diesem Beitrag aufgegriffen worden. Der Sachverhalt ist recht schnell umschrieben.

Das Problem der Grau-Importe

Smartphone-Hersteller vertreiben ihre Geräte in verschiedenen Märkten zu unterschiedlichen Konditionen und Preisen. Natürlich möchten die Hersteller nicht, dass diese Geräte über den "grauen Markt" zwischen Ländern mit unterschiedlichen Preisen verschoben werden. Denn Händler könnte durch Re-Importe großer Mengen das Preisgefüge für den eigenen Profit ausnutzen, während der Hersteller keinen Einfluss auf die Folgen (z.B. Gewährleistung, Haftung etc.) hat.

Zudem gibt es durchaus schon mal technische Gründe, den Verkauf eines bestimmten Modells auf spezielle Märkte zu begrenzen. Dazu gehören beispielsweise Frequenzbänder im Mobilfunk, die von bestimmten Modellen abgedeckt werden und dann in anderen Ländern u.U. nicht funktionieren – was dem Hersteller dann durchaus negativ angelastet werden könnte.

Praxis ist daher, dass die Gerätehersteller die Smartphones mit einem Region-Lock versehen, so dass das Gerät nur in der vorgesehenen Region funktioniert. Neu ist das nicht, ich hatte 2013 im Blog-Beitrag Neue Info vom Samsung Region-Lock über dieses Thema berichtet. Bei solchen Geräten kann man nur SIM-Karten von Providern verwenden, die aus der Region kommen, in der das Samsung-Smartphone gekauft wurde. Nimmt man das Smartphone in eine andere Region mit, funktionieren lokale SIM-Karten nicht.

Aber Hersteller haben eine Remote-Abschaltung noch aus einem anderen Grund in ihrem Geräten implementiert: Bei einem Diebstahl ganzer Geräte-Chargen lassen sich diese unbrauchbar machen. Ich hatte das Thema 2021 schon mal im Blog-Beitrag Samsung kann mit TV Block seine TV-Geräte remote deaktivieren angesprochen.

Mexiko untersagt Deaktivierung

Der Video Blogger Louis Rossmann hat in in diesem YouTube-Video einen Artikel des mexikanischen Journalisten Juan Zago zum Thema "Remote Smartphone-Deaktivierung durch Gerätehersteller" aufgegriffen. Juan Zago berichtete, dass Firmen wie Samsung, Motorola und Oppo Mobiltelefone, die über nicht von der lokalen Regulierungsbehörde oder dem Telefonhersteller zugelassene Kanäle nach Mexiko importiert wurden, remote von den Herstellern blockiert und teilweise gesperrt wurden. Dieses Vorgehen ist umstritten.

Fakt ist wohl, dass die Geräten aus dem grauen Markt und damit als nicht zugelassenen Kanälen stammen. Die Leute haben dann in Mexiko diese Geräte angeblich von lokalen Anbietern, Online-Shops und Importeuren erworben, mussten aber feststellen, die Smartphones nicht funktionieren.

Laut dem Artikel ist der graue Markt für Mobiltelefone in Mexiko sehr umfangreich, angeblich soll eines von fünf Handys in Mexiko aus diesen inoffiziellen Kanälen stammen. Juan Zago schreibt, dass ZTE der erste Anbieter war, der im Oktober 2022 damit begann, seinen Nutzern Benachrichtigungen zu schicken, dass ihre Mobiltelefone in Mexiko nicht ordnungsgemäß funktionieren würden, da die Geräte nicht für die lokalen Mobilfunknetze zugelassen seien.


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Mitte 2023 begann Motorola Mexiko dann mit Warnungen und Sicherheitshinweisen gegen die Grauimporte vorzugehen. Anschließend kündigte das Unternehmen an, dass ab dem 27. Juli 2023 alle nicht zugelassenen Motorola-Geräte im Land blockiert würden, wobei das Mobiltelefon vollständig deaktiviert würde (außer für Notrufe). Motorola bot den Nutzern offenbar einen 30-prozentigen Preisnachlass an, wenn sie in Mexiko ein zugelassenes Motorola-Gerät erwerben.

Kurz darauf kündigte Oppo an, nicht zugelassene Handys im Land zu sperren, wobei der CEO von Oppo Mexiko behauptete, die Grauimporte seien Betrug am Unternehmen. Laut Juan Zago schloss sich auch Samsung der Aktion zum Sperren nicht autorisierter Telefone ab dem 11. Oktober 2023 an, bot aber auch einen 30-prozentigen Rabatt beim Kauf eines neuen Geräts über den offiziellen Store an. Der Hersteller Xiaomi begann, die Nutzer zu benachrichtigen, führte aber Berichten zufolge keine Deaktivierung durch.

Die Smartphone-Hersteller haben Berichten zufolge die IMEI-Nummer des Telefons verwendet, um die betroffenen Handys zu identifizieren und zu deaktivieren.

Die mexikanische Regulierungsbehörde, das Bundesinstitut für Telekommunikation, schaltete sich zunächst nicht in diese Thematik ein, sondern warnte lediglich vor den Gefahren des Erwerbs von Mobiltelefonen auf dem grauen Markt. Am 19. Oktober 2023 forderten die mexikanischen Behörden jedoch die sofortige Aussetzung aller von den Herstellern verhängten Maßnahmen zur Sperrung irregulärer Mobilfunkgeräte und begründeten dies mit der Verletzung der Rechte der Verbraucher und Endnutzer.

Die Behörden forderten stattdessen die Bildung einer Arbeitsgruppe, die Maßnahmen gegen den Markt der Grauimporte planen und umsetzen soll, ohne dabei den Verbraucher zu vernachlässigen. Samsung hat inzwischen wohl es die Sperrung solcher Smartphones aufgehoben und soll der Regierung und den Behörden an einer Lösung arbeiten.


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20 Antworten zu Smartphone-Hersteller dürfen in Mexiko Smartphones nicht mehr remote deaktivieren

  1. John Doe sagt:

    Probleme welche ich mit der Sache habe:

    1.)
    Mobilfunkmodems werden i.d.R. nur per Firmware auf lokale Standards angepasst. So etwas sollte also per OTA Firmware-Upgrade zu klären sein.
    Es gibt nicht viele Hersteller solcher Modems, und die lokalen Provider liefern sowieso OTA Upgrades für Smartphones inkl. Modem-Firmware aus – IMHO ist das Problem also lösbar, ohne den Hersteller einzuschalten.

    2.)
    Halte ich die regulatorischen Gründe für vorgeschoben: Wenn es um Mobilfunk- oder Wifi-Regulatorien gehen würde, wäre es "simpel" nur die jeweilige Komponente abzuschalten (insbesondere beim Mobilfunk-Modem, das fährt eine eigene Firmware und ist für das Smartphone eine Black Box).
    Statt dessen wurden die Masse der Geräte vollumfänglich unbrauchbar gemacht, d.h. man kommt weder an seine Apps noch Daten.

    Somit komme ich für mich zu dem Schluss, dass es nur ums Geld geht, uns sehe mich durch die geschilderten Rabattaktionen noch bestärkt darin.

    Die Frage die ich mir stelle: Wie kommt der Hersteller eines Smartphones, welches er selbst in einen Ziegelstein verwandelt hat, auf den schmalen Pfad dass ich noch einmal Geld in ein Gerät der Marke investieren würde?

  2. mw sagt:

    Die ganze Diskussion um sog. Grauimporte ist fehl am Platz. Es sind rein protektionistische Maßnahmen und mit einem freien Welthandel nicht zu vereinbaren. Auch technische Gründe, wie z. B. Frequnezbänder, sind nicht wirklich relevant, da diese in allen Geräten per Software eingestellt werden können, wohlgemerkt eben nicht vom Benutzer. So sichern sich die Hersteller exorbitante Gewinne.

    • Günter Born sagt:

      Abseits der pauschalen Aussage würde ich dies doch arg differenzierter sehen wollen. Erstens kann es durchaus sein, dass es für den Hersteller aus Lizenzierungsgründen relevant ist, welche Geräte in welchen Märkten zu welchem Preis eingeführt werden. Zum Zweiten gibt es durchaus regulatorische Maßnahmen (in der EU zum Beispiel CE-Zertifizierung), die dann nur durch offiziell vertriebene Geräte wirklich erfüllt werden – da haftet der Hersteller ja dafür.

      Der Weg, den Mexiko geht, ist das schon sinnvoll. Unklar ist mir allerdings, wie wirksam die möglichen Maßnahmen der Arbeitsgruppe irgendwann sind.

      • Ärgere das Böse! sagt:

        Der Hersteller hat keinen Vertrag mit dem Rechtsstaat, der irgendjemandem den Grau-Import verbietet.
        Das unbrauchbar machen grau importierter Stupid-Phones ist mindestens 1. vorsätzliche Sachbeschädigung und 2. Nötigung.

        Wenn ein Zertifikat fehlt, was ja auch ein "Vetrag" zwischen Rechtsstaat und Hersteller ist, sieht es aus meiner Sicht anders aus.

        • John Doe sagt:

          Deutsches Recht != MX Recht.

          Aber abgesehen davon hat glaube ich kein Staat der Welt Verträge mit dem Binnenmarkt notwendig. Regularien haben oftmals Gesetzescharakter, d.h. a) du bist automatisch dabei und b) wenn du dich nicht daran hältst verstößt du und der Gesetzgeber kann einschreiten (oder die Konkurrenz dich verpfeifen und selbst aktiv gegen dich vorgehen).

          Praktisch sind Telefonmärkte aber eigentlich International (ITU, GSM,…) standardisiert, um den globalen Markt zu ermöglichen.
          Wenn dem Staat durch Grauimporte Einnahmen entgehen (Steuern, etc.) hätte er sich schon gemeldet.

          Ich denke es geht eher um die TK-Anbieter selbst, die i.d.R. ein Oligopol in dem Land haben und durch Netzgebundene Geräte in eigenen Shops sowie "Typprüfungen" der Hersteller/Firmware gut verdienen – oder auch nicht, im Falle von Grauimporten.

          Letztendlich sind diese es auch, die die Regularien im Land erstinstanzlich durchsetzen (müssen), in dem Sie bestimmte Geräte aus Ihren Netzen ausschließen.

          Da die Geräte hier aber komplett unbrauchbar werden (auch offline), halte ich das Argument in diesem Falle für wenig stichhaltig, es sei denn jemand hat beim Telco sein Gehirn komplett ausgeschaltet[1].

          Das ist durchaus auf anderen Märkten anders da gibt es gute Gründe, z.B. KFZ: Linkslenker vs. Rechtslenker, Farben/Helligkeit/Lichtkegel der Lampen, da greift der Staat dann aber auch direkt durch wenn es Ihn wirklich interessiert.

          [1]
          Ich vermute eher, das lief ungefähr so:

          Telco: Uns fehlt Kohle wegen Grauimporten die nicht über uns verkauft/lizensiert wurden, lieber Hersteller mach was, sonst regulatorische Keule!
          Hersteller: OK, mehr Geld durch neue Geräte schadet nicht, Begründung regulatorische Keule ist immer Gut.
          Hersteller Technik: Sollen wir die Dinger bloß vom Netz nehmen oder etwas anderes?
          Hersteller Erbsenzähler: Nee, macht Ziegelsteine daraus. Wir geben den Kunden einfach Rabatt und zeigen auf die Regulierungsbehörde als Schuldigen, dann kaufen die Kunden schon wieder bei uns.
          Ergebnis:
          Alle Gewinnen und die Regulierungsbehörde hat den schwarzen Peter.

          • Ärgere das Böse! sagt:

            Der Hersteller kann und darf nichts gegen Grau-Importe unternehmen, solange diese Grau-Importe von Gesetzes wegen legal sind.
            In einem funktionierenden Rechtsstaat kann der Hersteller vor Gericht gezerrt werden, sollte der Hersteller etwas gegen von Gesetzes wegen legale Grau-Importe unternehmen.

            • John Doe sagt:

              Nochmal: DE=EU != MX.
              Ich kann mich bei Spekulationen über die mexikanische Rechtslage nicht so weit aus dem Fenster lehnen, ich weiß schlichtweg nicht, ob "Grauimporte" dort legal sind oder nicht.
              Keine Ahnung, ob Sie Anwalt in Mexiko sind.

              Innerhalb der EU ist die Sachlage unzweifelhaft so wie von Ihnen geschildert.

      • John Doe sagt:

        CE ist auch keine Zertifizierung per se, sondern eine Selbsterklärung des Herstellers, mit allen europäischen Regularien konform zu sein.
        Deswegen auch als "China Export" verschrien, Papier ist geduldig und alles was es braucht ist ein selbstgedrucktes Zertifikat mit Stempel und Unterschrift einer europäischen Briefkastenfirma, die die offizielle Herstellervertretung für diesen Markt ist.

        Da die Masse der Modems von Qualcomm ist, und die globale Zulassungen haben, ist das alles IMHO nicht stichhaltig, zumal Hardware identisch ist und Software OTA angepasst werden könnte.
        Abgesehen von Wechselkursen und Spesen gibt es keinen Grund für derart schwankende Preise am Weltmarkt, schon gar nicht wenn der Hersteller einem "großzügig" 30%! Rabatt einräumen kann (und immer noch Plus macht). Das ist wie die Marge von 4x% von Intel, reine Preistreiberei weil man halt ein Oligopol am Markt hat und der Markt halt nix regelt, was positiv für den Kunden wäre.

    • Bernd Bachmann sagt:

      Dem kann ich mich nur anschließen. Schon das Wort „Grauimport" oder „Graumarkt" ist geschickt gewählt und soll suggerieren, dass es sich dabei um etwas halb Illegales handelt. Tut es nicht. „Eigenimport" z.B. wäre eine korrektere Bezeichnung. Und natürlich ist nicht der Hersteller, sondern der Importeur für regulatorische Konformität verantwortlich.

      Diese regionenspezifische Preisgestaltung, von Herstellern notabene, die selbst weltweit zum günstigsten Preis einkaufen, ist einfach nur eine Maßnahme zur Gewinnmaximierung. Grundsätzlich legal und legitim. Aber jeder Versuch der Hersteller, Parallelimporte zu unterbinden, sollte wiederum vom Gesetzgeber unterbunden werden.

  3. R.S. sagt:

    Was das Frequenzband angeht:
    Bei Mobilfunk werden doch eh weltweit nur 4 Frequenzbänder benutzt.

    Mir ist kein aktuelles Smartphone bekannt, das nicht alle 4 Frequenzen unterstützt.
    Anders wäre z.B. Roaming überhaupt nicht möglich.
    Und ob ich ein Gerät benutze, das auf den lokalen Markt gar nicht angeboten wird oder aus einem anderen Land stammt ist im Prinzip keine andere Situation als Roaming. Ich kann in Mexico auch mein in Deutschland gekauftes Smartphone problemlos benutzen.

    Und Geld verdienen die Hersteller auch mit Geräten die per Grau-Import ins Land kommen.
    Die Hersteller versuchen immer, regional höhere Preise zum Schaden der Kunden durchzudrücken.
    Gabs ja auch bei z.B. Autos. Da haben dann die Hersteller schlicht die Garantie von Importfahrzeugen oder den Service an diesen Fahrzeugen verweigert, um die Kunden vom Kauf von Importfahrzeugen abzuhalten.
    Bis dann die EU diesem Treiben einen Riegel vorgeschoben hat.

  4. q sagt:

    Komplett richtig von Mexico! Ich habe ein A03 bei einem deutschen Händler gekauft und es stelle sich heraus das die Version aus den Niederlande kommt. Wie soll das der Ottonormalendverbraucher merken?

    • R.S. sagt:

      Gar nicht.
      Aber in deinem Fall ist das anders, denn die Niederlande sind Mitglied in der EU und da gelten die EU-Regeln.
      Die die sagen: Freier Handel zwischen allen EU-Ländern.
      Den Unternehmen ist es schlicht verboten, den Handel zwischen EU-Ländern zu behindern. Beispielsweise ein deutsche SIM-Karte in einem in den Niederlanden gekauften Smartphone zu blockieren oder den Service in Deutschland abzulehnen.
      Tun die das, haben die ganz schnell ein Wettbewerbsverfahren der EU am Hals.
      Die können sich auch nicht mit "Das Gerät ist nicht für Deutschland gedacht" herausreden. Ein in der EU angebotenes Gerät ist lt. EU-Recht für alle Länder der EU gedacht, egal, wie der Hersteller das sieht.

      • q sagt:

        Und wenn Samsung XY bei einer Weltreise zu lange keine EU IP hat wird halt gesperrt? Du hälst dich zu wenig in der EU auf, selbst Schuld! Lass halt die Weltreise, ist eh billger.

  5. Hans van Aken sagt:

    War denn der "Grauimport" nicht
    zeitgleich ein "Grauexport"? Diese
    Scheinheiligkeit der Hersteller geht
    mir erheblich auf den Senkel.
    Da wird dann mal eben behauptet,
    die gerade in Mexiko eingetroffene
    und bereits vertriebene Schiffsladung
    aus Südkorea (oder Vietnam, wo
    Samsung ja eine Smartphone-
    produktion hat, im eigenen Land
    wär's ja zu teuer…) sei von der
    Herkunft her völlig unbekannt,
    man hat sie nur produziert und
    jemandem verkauft und also Geld
    damit verdient. Jetzt kommt man
    auf die glorreiche Idee, die Dinger
    kurzerhand ferngesteuert unbrauch-
    bar zu machen und bietet den
    Endkunden großherzig an, genau
    das gleiche Gerät nochmal zu
    kaufen. 30% Rabatt sind ja in diesem
    Zusammenhang ein Hohn, der Kunde
    hat ja damit 170% bezahlt!
    Vom entstandenen Elektroschrott
    ganz zu schweigen, auch vom
    erlittenen Ärger, der Lauferei,
    womöglich Rechtsanwaltsberatung
    ( wozu ich übrigens dringend raten
    würde). Es geht einfach nicht an,
    daß sich ein Großkonzern in
    aller Öffentlichkeit so aufführt und
    meint, Kläger und Richter in einer
    Person sein zu können.
    Die Sache gehört vor Gericht, und zwar – da es kein Kollektivrecht gibt –
    individuell in jedem Einzelfall.
    Das wird hübsch teuer…
    Und was die Endkunden angeht:
    es gilt die Unschuldsvermutung, d.h.
    jeder gilt so lange als unschuldig,
    bis ihm gerichtlich eine Schuld
    nachgewiesen wird.
    Leute, die solch mittelalterliches
    Gebaren von einer Tech-Firma
    erlebt haben kaufen sicher dort
    nichts mehr, das verunsichert ALLE.

    • R.S. sagt:

      Es geht hier um Mexico.
      Da ist die Rechtslage komplett anders als in Deutschland.
      Und in vielen Ländern gibt es durchaus so etwas wie Kollektivrecht.

      • Hans van Aken sagt:

        @R.S.
        Schon recht. Hatte auch nicht im Sinn, Mexikanern Ratschläge zu
        erteilen (glaube auch nicht, daß es
        allzu viele dort gibt, die der deutschen Sprache mächtig sind).
        War eher so gedacht: wenn Dir,
        verehrter Leser hier in Europa,
        Ähnliches widerfahren sollte, dann
        bedenke doch…
        Ob die beiden Rechtssysteme
        allerdings so grundverschieden
        sind, wie Du insinuierst, möchte
        ich bezweifeln. Der größte Teil
        Süd- u. Mittelamerikas (mit Ausnahme
        der portugiesischen Eroberungen
        wie etwa Brasiliens) und Teile
        Nordamerikas (Mexiko, Kalifornien)
        sind ja spanische Eroberungen,
        die auf Karl V., der wie alle Kaiser des
        Heiligen Römischen Reichs in
        Aachen gekrönt wurde, zurückgehen.
        Karl war Habsburger von der
        spanischen Linie, residierte allerdings
        nicht in Wien, sondern in Gent
        (daher "Spanische Niederlande" für
        Flandern).
        Da Rechtssysteme ja bekanntlich
        ein beharrendes Wesen haben,
        halte ich dafür zu vermuten, daß
        das mexikanische keineswegs
        unendlich weit von europäischen
        entfernt ist, ist doch nur schlappe
        500 Jahre her…

  6. Micha sagt:

    Ich finde es problematisch das es in der Software von Smartphones einen "Not Aus" gibt. Sollte diese Funktion durch Dritte missbraucht werden kann keiner mehr Telefonieren und Benutzerdaten sind wahrscheinlich (unwiderruflich) verloren.

    Um Telefone an Netzbetreiber zu binden gibt es die Funktion Simlock. So wie sie halt für durch den Netzbetreiber Subventionierte Telefone in Deutschland genutzt wird.

    Alle Simlock freien Geräte, sollten überall funktionieren wo es eine entsprechende Netzkompatibilität gibt. Ob dem Hersteller Gewinnmarge verloren geht, muss den Endverbraucher nicht interessieren. Das ist halt Globalisierung. Für eventuelle Reklamationen oder Serviceleistungen ist der Verkäufer zuständig.

    Wenn man im Urlaub ein neues Smartphone kaufen muss, da das alte einen defekt hat, sollte das dort erworbene Gerät, dauerhaft in Deutschland funktionieren.

    Gegebenenfalls muss man das Gerät am Flughafen beim Zoll anmelden, um keinen Gesetzesverstoß zu begehen.

  7. squat0001 sagt:

    Naja, es kommt hier wirklich auf die Zulassungsbedinungen an in MX. Könnte mir vorstellen, dass diese Verlangen dass der Hersteller nur zugelassene Produkte im Land betreiben darf. Eventuell ist es auch eine Auflage der Netzbetreiber.
    Und der Hersteller sich in der Pflicht sieht hier aktiv zu werden, weil er ansonsten die Zulassung für andere Geräte verliert oder sogar eine Strafe riskiert.
    Auch in Deutschland/Österreich ist es sehr streng geregelt Geräte mit Funk in den Markt zu lassen.
    Von Urheber/Lizenz/Patent Abgaben vollkommen zu schweigen.

    Alles das hat nichts mit eventuellen technischen Problemen zu tun.

  8. Norddeutsch - my OS is my castle sagt:

    @ALL – bin überrascht – ein "argloser" Kommentar erzeugt so viel Diskussion.

    @ Günter – Dem Artikel fehlt ein "Bruch" – siehe Text oben: "angeblich soll eines von für Handys in Mexiko aus…". Iche rate: 1/für = 1/fünf. Habs in Quellen nicht gefunden oder übersehen.

    @Marc Uwe Klings Känguru Keen Wunder wenn die opportunistische Wirtschaftsmacht zukünftig in der WG deine Zahnbürste mit Cloudconnect wegem falschem Wlan-Kanal nach Emailwarnung einfach remote brickt – weil Du die bei Ebay reimportiert hast und ein subversiver Konsument bist.

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