Ich stelle mal eine Beobachtung aus der Leserschaft hier als Artikel in den Blog, in der Hoffnung, auf weitere Rückmeldungen. Die Frage richtet sich an Nutzer von Windows 11-Systemen und lautet, ob seit "einigen Tagen" plötzlich vermehrt Abstürze (Desktop eingefroren, schwarzer Desktop-Hintergrund etc.) beobachtet wurden.
Eine Lesermeldung zu Windows 11-Abstürzen
Ein Blog-Leser hat mich gestern in einer privaten Nachricht auf Facebook kontaktiert. Er ist als IT-Dienstleister tätig und hat in seinem Umfeld verschiedene Kunden mit Windows 11 PCs. Modell und Version sind mir derzeit nicht bekannt – es dürften aber Systeme mit Windows 11 24H2 oder 25H2 von verschiedenen Herstellern sein.
Das Fehlerbild zusammengefasst
Der Leser schrieb mir, dass sich zum 27. November 2025 verschiedenste Kunden bei seinem Unternehmen gemeldet haben. Diese schilderten unsio das gleich Problem, dass sich PC-Systeme mit Windows 11 am 26. und 27. November 2025 mehrfach am Tag "abgestürzt seien". Pro Kunde waren es immer 2 – 4 PC-Systeme, die betroffen waren.
Das Fehlerbild, was mir beschrieben wurde, ist, dass der Desktop auf betroffenen Rechnern eingefroren ist. Der Hintergrund des Desktop wurde schwarzer angezeigt und es ließ sich kein Programm mehr öffnen ließ.
Die aktuell laufenden Programme sind teilweise mit Fehlermeldungen abgestürzt. Auch ein Öffnen des Task-Managers in dieser Situation war nicht mehr möglich. Das lässt auf einen hängenden Windows Desktop-Manager dwm schließen.
Lösen ließ sich das Problem nur, indem der Rechner durch längeres Drücken des Einschalttasters zum Abschalten gezwungen wurde. Danach lief Windows 11 wieder, bis zum nächsten Hänger.
Gibt es weitere Betroffene?
Der Leser fragte, ob ich bereits weitere Meldungen erhalten habe, was ich vermeinen musste. Der Leser hatte daraufhin bei IT Kollegen nachgefragt und bisher nur eine Rückmeldung erhalten. Bei einem der Kollegen sei der Fall der Windows 11-Abstürze in seiner Kundschaft ebenfalls aufgetreten, hieß es.
Kein Zusammenhang mit Updates
Ich hatte kürzlich im Blog-Beitrag Windows 11 24H2: Microsoft bestätigt "broken by design" durch Update KB5062553 über ein Probleme mit Update KB5062553 berichtet. Laut Microsoft gibt es bei verschiedenen Apps wie StartMenuExperiencehost, Search, SystemSettings, Taskbar oder Explorer diverse Probleme in Windows 11 24H2, nachdem das kumulative Sicherheitsupdate KB5062553 vom 8. Juli 2025 installiert wurde. Auch die Folgeupdates für Windows 11 24H2 der nächsten Monate (und damit für Windows 11 25H2 und möglicherweise auch Windows Server 2025) enthalten den für die Fehler verantwortlichen Programm-Code.
Diese Ursache sollte aber in obigem Fall nicht zutreffen, da das Problem laut Microsoft nur bei der ersten Benutzeranmeldung nach der Installation eines kumulativen Updates oder bei nicht persistenten VDI-Umgebungen, die sich den Zustand nicht merken, auftreten soll. Eher trifft das im Blog-Beitrag Windows 11 25H2: Desktop-Icons nicht mehr anklickbar; Langsamer Explorer-Start erwähnte Fehlerbild die obigen Symptome – wobei dort kein Rechner-Neustart erforderlich wurde.
Der Blog-Leser schrieb, dass die Updates aus November 2025 auf diesen PC-Systemen noch gar nicht installiert gewesen sind. Auch der befragte IT-Kollege hatte die November 2025-Updates erst am Vortag installiert, die Probleme traten wohl bereits vorher auf. Beim Leser wurden zuletzt am 18. November 2025 Updates installiert – die Patches werden jeweils verzögert bei den Kunden ausgeliefert.
Auf den Systemen wird wohl noch ESET Antivirus als Sicherheitslösung ausgeführt. Nach Rücksprache mit ESET ist dort aber auch kein Vorfall bekannt. Aktuell geht die Vermutung dahin, dass ein Fehler im Grafikkartentreiber verantwortlich sein könnte. Der Leser gibt an, dass in den letzten Tagen nichts aktualisiert wurde.
Der Leser gibt aktuell noch an, dass er als Workaround den Fix von Microsoft, der DLL- Dateien neu registriert, angewendet habe. Gemeint ist wohl, der im Blog-Beitrag Windows 11 24H2: Microsoft bestätigt "broken by design" durch Update KB5062553 beschriebene Workaround zur Re-Registrierung diverser Appx-Pakete.
Dazu hat der Leser ein Skript geschrieben, welches im Nachgang eine DISM-Prüfung auf dem PC Systemen durchführt, in der Hoffnung, dass das Problem dadurch behoben wird.
Add-AppxPackage -Register -Path 'C:\Windows\SystemApps\MicrosoftWindows.Client.CBS_cw5n1h2txyewy\appxmanifest.xml' -DisableDevelopmentMode Add-AppxPackage -Register -Path 'C:\Windows\SystemApps\Microsoft.UI.Xaml.CBS_8wekyb3d8bbwe\appxmanifest.xml' -DisableDevelopmentMode Add-AppxPackage -Register -Path 'C:\Windows\SystemApps\MicrosoftWindows.Client.Core_cw5n1h2txyewy\appxmanifest.xml' -DisableDevelopmentMode
Obige PowerShell-Anweisungen wurden auf den betroffenen Systemen ausgeführt.
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MVP: 2013 – 2016




Zitat:
"Windows 11 24H2/25H2: Gibt es seit ca. 25.11.2025 plötzlich Abstürze?"
… kann ich bei meinen Customer-Versionen nicht nachvollziehen.
Von fatalen Fehlern oder Abstürzen kann ich nicht berichten, aber es gibt viele kleine Unstimmigkeiten und nervige Situationen, die Nutzer fast in den Wahnsinn treiben.
Da wären:
a) Fehler im Explorer bei "schwebenden" Kontextmenüs, die aufklappen aber nicht ohne weiteres wieder verschwinden.
b) unerwartet auftretende Gedenksekunden des Explorers bei unterschiedlichsten Aktionen.
c) Mauscursor, die beim Schließen von Dialogfenstern gleich mit verschwinden bzw. unsichtbar werden und nach geraumer Zeit plötzlich wieder auftauchen (wo der Cursor ist, kann man anhand der reagierenden Elemente beim Überfahren erkennen). Manchmal ist der Cursor auch nur auf einem Bildschirm unsichtbar, während er auf dem zweiten sichtbar bleibt.
d) Makros in Excel, die neuerdings bei einer Copy-Paste-Aktion mit einem Objekt-Fehler beim Paste abbrechen. Manchmal läuft das Makro fehlerlos durch, in anderen Fällen klappt es es erst beim zweiten, dritten oder fünften Aufruf.
e) Mischung aus deutschen und englischen Kontext-Menüs.
f) – zzzz) …
Ich werde den Verdacht nicht los, dass die da mit Hilfe von KI am grundlegenden Code Optimierungen durchgeführt haben und der optimierte Code subtile Fehler enthält. Vielleicht spielen auch bereits aktive KI-Applikationen, die im Hintergrund laufen, eine Rolle.
Jedenfalls gleicht das Arbeiten mit diesem System einem spannenden Abenteuer, man weiß nie so genau, welche Überraschung einen bei der nächsten Aktion erwartet. Es ist aber noch nicht so schlimm, dass man in Jubelstürme ausbricht, wenn exakt das eintritt, was man erwartet hat. Die Fehlersituationen sind noch in der Minderheit. Noch.
Was ich berichten kann ist das der aktuelle Explorer in Windows 11 25H2 einen Rekursions-Bug in der Suche hat. Sobald man etwas in %AppData% sucht werden bestimmte Unterordner bis ins Unendliche immer wieder durchsucht bis man es abbricht oder der Explorer crasht.
Kann ich gerne mal nen Screenshot von liefern wenn benötigt.
Gruß,
G.
Erste Schritte zum Eingrenzen der zugänglichen Ordner? Wait and see! In einem zukünftigen MS 365 Cloud OS wird es nichts mehr ausser "Eigene Dateien" o.ä. geben, was zugreifbar wäre?
Screenshot wäre hilfreich – danke.
Ich kann ein ähnliches, vielleicht sogar gleiches Verhalten bestätigen: Ein in Virtualbox virtualisiertes Windows 11 Education Englisch (noch nicht das 25H2, dieses Update wird seltsamerweise nicht angeboten, obwohl die Schwester-VM (Win11Edu auf Deutsch) es bekommen hat) hängt sich nach 1-2 Tagen Laufzeit bei voller CPU-Last so auf, dass es nicht mehr auf Externes reagiert: kein Remote Desktop, keine (virtuelle) Tastatureingabe, kein ACPI-Shutdown-Befehl, … Da ich diese beiden virtuellen Maschinen selten brauche (höchstens mal, um was zu demonstrieren), habe ich die Englischsprachige jetzt ausgeschaltet und warte auf Updates.
Ja, ich gehe auch davon aus, dass dies eine direkte Folge vom "Programmieren mithilfe von KI" ist. Ist auch irgendwie logisch für Menschen, die noch des unbetreuten Denkens (also ausserhalb einer Asocial-Media-Bubble) fähig sind. Aber meine Interpretation ist, dass es Microsoft schon seit Jahren nicht mehr darum geht, ein gutes Produkt zu verkaufen, sondern kurzfristig Geld zu machen. Und es gibt noch genügend Schafe, die bereitwillig folgen.
Kann der Leser nach dem Neustart etwas im "Zuverlässigkeitsverlauf" erkennen?
Bei uns friert das gesamte MS Office 365 ein, wenn es zu Störungen der Netzwerkverbindung kommt und Office nicht mehr nach Hause telefonieren kann. Besonders Excel graut sich dann minutenlang nach Copy & Paste-Aktionen aus und meldet keine Rückmeldung. Chrome bläht sich auch gerne mal nach langer Laufzeit so auf, dass der Rechner unbenutzbar wird.
Ich hatte den IT-Dienstleister nachgefragt – normalerweise schaut man in die Ereignisanzeige rein. Die Aussage war, dass in den logs nichts zu erkennen sei. Da der Zuverlässigkeitsverlauf aus den Events gespeist wird, dürfte es dort auch mau ausschauen (wenn das System friert, wird auch nichts mehr im Journal eingetragen). Aber der Leser liest sicherlich hier mit und dürfte ggf. die Informationen nachtragen, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben. Danke für den Hinweis auf MS Office 365 und die Netzwerkverbindung.
Moin,
bei Abstürzen liefert mir der Zuverlässigkeitsverlauf oder die Ereignisanzeige schon viele Infos. Da es bei uns auch nicht auftritt, ist ein Drittprogramm, das stört eher wahrscheinlich (AV Definitionsupdate, Store App aktualisiert,…).
MfG,
Blackii
Edit: Da war ich aber sehr langsam beim Lesen und Kommentieren :D
Sorry, das liest sich immer noch wie bei den Beta-Testern.
Wir konnten das Verhalten auch beobachten. Wir führen gerade einen großen Hardwaretausch aus und haben dieses Verhalten bei bisher vier Geräten gesehen. Die Notebooks werden plötzlich extrem langsam bis nicht mehr steuerbar. Bei zwei Geräten hatten wir dann einen schwarzen Bildschirm. Teilweise nutzte dann auch ein Neustart nichts.
Im Taskmanager sind ca. 40 – 50% CPU Auslastung zu sehen, die meinst mit Teams oder Edge zu tun haben.
Wir haben das Verhalten zuerst auf evtl. Probleme in unserem Netzwerk zurückgeführt, aber die alten Client (noch Win10) laufen ohne Probleme.
bei mir häufen sich seit kurzem auch die Tickets bezüglich "Gedenksekunden" in verschiedenen Situationen (Adobe Acrobat, Office 365) und immer mal wieder eingefrorene Windows Explorer Fenster mit eingeschalteter Vorschau.
Die betroffenen PC's laufen mit 25H2. Es handelt sich also um jene, die ich wegen EoL von Windows 10 neu installiert oder ausgetauscht habe und direkt mit 25H2 installiert habe. Es sind aber bei weitem nicht alle betroffen. Vlt. 5-10%.
Testweise habe ich einen betroffenen Laptop neu installiert und warte nun mal das Fazit des Mitarbeiter ab.