Windows 10 V1903: Einstellungen/Apps öffnen nicht mehr nach Windows 7 Upgrade

[English]Beim Upgrade von Windows 7 SP1 auf Windows 10 Version 1903 (dürfte bei Version 1909 das Gleiche sein), kann es anschließend zu Problemen kommen. Die Einstellungen-Seite sowie die Windows-Apps können nicht mehr geöffnet werden. Im Internet gibt es viele Vorschläge, die aber wohl selten funktionieren. Ein Blog-Leser hat mir seine Erkenntnisse geschickt, die vielleicht weiter helfen.


Anzeige

Blog-Leser Markus B. hatte mich schon Mitte August 2018 auf das Thema hingewiesen, ich habe es aber verbaselt. Beim Bereinigen meines Posteingangs bin ich dann erneut auf den Hinweis gestoßen (es geht nix verloren). Daher heute nachgereicht, denn ich gehe davon aus, dass bald eine Reihe Firmenrechner mit genau dieser Konstellation auf Windows 10 aktualisiert werden müssen.

Worum geht es genau?

Das Szenario betrifft Rechner, auf denen Windows 7 SP1 installiert ist, die dann aber möglichst per Inplace Upgrade auf Windows 10 Version 1903 (oder 1909) hochgerüstet werden sollen. Inplace Upgrade, um die Einstellungen und Programme zu behalten. Markus schreibt dazu:

Im Zuge meiner aktuellen Inplace Upgrades von vielen Win7 > Win10 Firmenrechnern bin ich erneut auf ein Problem gestoßen, über das ich im Internet auf keine passende Lösung gestoßen bin.

Zu den Details der zu aktualisierenden Firmenrechner mit Windows 7 SP1 hat mir Markus noch folgende Informationen gegeben:

Vorgabe sind div. Windows 7 Systeme die kein Auffälligkeiten zeigen. [Das]  Inplace Upgrade wird mit aktuellen ISOs 1903 durchgeführt [und die Upgrades] scheinen auch problemlos zu klappen.

Eigentlich ein gängiger Vorgang in Firmen. Da es keine Fehlermeldungen gibt, muss ein Administrator davon ausgehen, dass daher auch alles mit dem installierten Windows 10 in Ordnung ist. Aber weit gefehlt, wie Markus schreibt.

Nach Fertigstellung der Win 10 Installation können die Windows Einstellungen (WIN+I, oder auch über Startmenü) nicht mehr geöffnet werden. Shortcuts (ms-settings:display etc…) klappen auch nicht.

So können z. B. auch die Anzeige-Einstellungen über Rechts-Klick Desktop  > Anzeigeeinstellungen nicht geöffnet werden.

Die Windows 10-Shell ist also ziemlich kaputt, nachdem das Inplace Upgrade ausgeführt ist. Mit den Patchday-Problemen beim Startmenü kann das auch nicht zusammen hängen, da diese erst nach August 2019 auftraten und die Info von Markus sich auf frühere Zeitpunkte beziehen. Was noch seltsamer ist: Je nachdem welche Methode vom Benutzer gewählt wird, äußert sich das Ergebnis anders:

  • WIN + I: Im Einstellungen-Fenster ist als Rahmen kurz zu sehen, aber das Fenster schließt sofort wieder.
  • Anzeige-Einstellungen über Desktop: Popup Meldung: „Dateisystemfehler (-2147163901)“ (siehe auch hier).
  • WIN+R und „ms-settings:display“: Der Datei ist kein Programm zum Ausführen dieser Aktion zugeordnet

Das zeigt einerseits, dass in der GUI der Windows 10-Shell intern wohl in so manchem Code-Teil keine saubere Fehlerprüfung erfolgt, sonst müssten konsistente Fehlermeldungen angezeigt werden.

Viele Fundstellen im Web, Lösungen helfen nicht

Markus wies in seiner Mail darauf hin, dass der Fehler auf verschiedenen Webseiten beschrieben wird. In diesem Microsoft Answers-Forenthread (English) wird das Ganze durch viele Nutzer diskutiert. Einen deutschsprachigen Thread aus Microsoft Answers gibt es hier sowie hier. In beiden Fällen haben sich die Leute damit beholfen, dass sie sich ein zweites Administratorkonto angelegt haben (sollte per Systemsteuerung oder netplwiz aus einem Administratorkonto gehen). Die Lösungsansätze die teilweise helfen sollen:

  • Mit wsreset.exe (in der Eingabeaufforderung oder im Dialogfeld Ausführen eingeben) die Windows-Apps zurücksetzen.
  • Eine Reparatur des Systems mit Dism ausführen lassen (siehe meinen Blog-Beitrag Windows 8: Komponentenstore reparieren).
  • In der Windows PowerShell-Konsole den nachfolgenden Add-AppxPackage-Befehl ausführen lassen.

Anzeige

Der PowerShell-Befehl zum Reparieren der Einstellungen ist in einer administrativen Konsole (Rechtsklick auf die Start-Schaltfläche und Kontextmenübefehl wählen) folgendermaßen einzugeben (siehe):

powershell -ExecutionPolicy Unrestricted Add-AppxPackage -DisableDevelopmentMode -Register $Env:SystemRoot\ImmersiveControlPanel\AppxManifest.xml

Bleibt zu hoffen, dass das funktioniert und nicht mehr kaputt macht als es repariert. Falls der Store klemmt, den Befehl:

PowerShell -ExecutionPolicy Unrestricted -Command “& {$manifest = (Get-AppxPackage Microsoft.WindowsStore).InstallLocation + ‘\AppxManifest.xml’ ; Add-AppxPackage -DisableDevelopmentMode -Register $manifest}”

ausführen lassen. Dann den ersten PowerShell-Befehl wiederholen. Blog-Leser Markus schreibt aber, dass bei ihm diese Ansätze bisher nicht geholfen haben. Das gilt wohl auch für diesen Praxistipp. Nach seiner Erklärung ist es auch logisch, dass die obigen Ansätze (außer ein neues Konto anlegen) i.d.R. nicht weiter führen.

Ursache und Lösung

Markus kam es seltsam vor, dass wenn ein Benutzer neu angelegt wird, klappt es mit dem Aufruf der Einstellungen-Seite und den Apps, beim ursprünglichen Konto treten dagegen die Fehler auf. Es muss also ein Benutzer-bezogenes Problem sein, irgend etwas wird nicht sauber beim Upgrade aufgesetzt. Da die Standardantwort ‘Neuinstallation’ in seiner Firmenumgebung nicht praktikabel ist, hat er sich auf Lösungssuche gemacht. Dabei hat er auch den Progmon von den Sysinternals verwendet. Er schreibt, dass er schon ein paar Stunden brauchte, aber schlussendlich die Lösung finden konnte.

Markus schreibt, dass beim Inplace Upgrade ein Unterschlüssel im Zweig HKCU der Registrierung scheinbar nicht korrekt nachbearbeitet wird (was auch erklärt, warum es bei einem neuen Benutzer funktioniert). Es geht um diesen Registrierungszweig:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\
CurrentVersion\Policies\Explorer

Der ProzessMonitor meldet beim Initialisieren der SystemSettings.exe (C:\Windows\ImmersiveControlPanel): ACCESS DENIED. Der Prozess der Shell zum Aufrufen der Einstellungen-App kann also nicht auf den Schlüssel zugreifen. Ein zum Test hinzugefügtes “Vollzugriff – Jeder“ des Registierungsschlüssels hat das Problem sofort und rekonstruierbar beseitigt, die Einstellungen konnten problemlos geöffnet werden. Vielleicht hilft das Betroffenen weiter. Danke an Markus für den Hinweis.

Ähnliche Artikel
Windows 7 Reparatur, Inplace Upgrade bei SP1
Windows 10: Langsame (Inplace-)Upgrade-Installation beschleunigen
Windows 8: Komponentenstore reparieren
Windows 10 V 1511: Vorsicht vor Add-AppxPackage
Windows 10 V1709: Workaround für fehlende Apps …
Windows 10: Keine De- und Re-Installation des Microsoft Store
Fix: Microsoft Edge funktioniert nicht mehr oder stürzt ab
Windows 10: Sie benötigen eine neue App zum Öffnen von ms-windows-store
Windows 10: “Klasse nicht registriert” beim Öffnen von Fotos
Windows 10-Fix: Store startet / funktioniert nicht mehr


Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Update, Windows 10 abgelegt und mit Problem, Upgrade, Windows 10, Windows 7 verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Windows 10 V1903: Einstellungen/Apps öffnen nicht mehr nach Windows 7 Upgrade


  1. Anzeige
  2. Uwe sagt:

    W10 ist die kippeligste Software der Menschheit. Hoch empfindlich … Ich rate jeden, das nur sauber zu installieren. Alles andere ist Murks!

  3. riedenthied sagt:

    Ok, mal vom W10-Bashing zurück zum eigentlichen Thema: Bei uns tritt das Problem exakt so auf. Wir werden das mal ausprobieren, danke schön.

  4. Anzeige

  5. ralf sagt:

    Trifft dies wirklich nur bei Rechnern zu die in einer D0main sind ?
    Mit welchem User wurde das Update denn initiiert ? Domain Admin ? Localer Admin ?
    War der Virenscanner während des Updates noch installiert und aktiv ?
    Wurden unter WIN7 vom DC Policies verteilt und dieser erst einmal bereinigt/zurückgesetzt um Problem zu vermeiden ? Wurde versucht das Gerät einmal aus der Domain zu nehmen, das Inplace-Update durchzuführen und dann wieder in die Domäne aufzunehmen ?

  6. Gerd sagt:

    Wer von Win7 auf Win10 umsteigt, installiert ein völlig neues Betriebssystem, auch wenn es Gemeinsamkeiten bei der Codebasis gibt und beides unter der Marke “Windows” läuft. Das heißt erstens, dass das neue Betriebssystem am besten von Grund auf sauber installiert werden muss und dass sich zweitens die Frage stellt, für *welches* neue Betriebssystem man sich entscheidet, wenn ein Umstieg schon nicht zu vermeiden ist. Markentreue ist kein zweckdienliches Argument, sondern nur Bequemlichkeit, die den Zwecken des Anbieters dient.

    Bei mir war es der Umstieg von Win7 auf Linux Mint; bei anderen mag es Win10 sein. Wer mit seinem OS nur privat unterwegs ist und keine Kundendaten zu schützen hat, kann in Win10 eine Option sehen, aber vielleicht nicht die einzige. Die gefühlt 1000 Geschmacksrichtungen von Linux, das stark vereinheitlichtes MacOS und das serverfreundliche BSD bieten zahlreiche Optionen über Win10 hinaus.

  7. Manfred Wiggers sagt:

    Hallo,
    ich habe das gleiche Problem, würde gerne die Lösung von Markus ausprobieren,
    habe aber keine Ahnung, wie das geht, bräuchte genaue Anweisung, wie und wo.
    Bei einem anderen Konto auf dem Rechner funktioniert es nämlich reibungslos.

    • Gerd sagt:

      Öffne den Registrierungseditor (regedit) als Administrator, während Du am Rechner in dem betroffenen Account angemeldet bist.

      Navigiere zu dem angegebenen Schlüssel

      HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\
      CurrentVersion\Policies\Explorer

      Rechtsklick auf Zugriffsrechte, und der Gruppe “JEDER” den “Vollzugriff” einräumen.

Schreibe einen Kommentar zu Manfred Wiggers Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.