HP CEO über Tintendrucker und Fremdpatronen

[English]HP CEO Enrique Lores hat sich kürzlich über die lästigen „unprofitablen Kunden“ ausgelassen, die Fremdpatronen in den guten HP Tintendruckern verwenden. Er legt dar, wie sich die Vorlaufkosten für Drucker erhöhen, die Fremdpatronen verwenden. HP habe Maßnahmen ergriffen, um das Geschäft zu optimieren, indem die Zahl der unprofitablen Kunden reduziert werde.


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Im Laufe der Jahre wurden durch das Tinten- und Tonergeschäft von HP Gewinne in Milliardenhöhe erwirtschaftet. Doch dann ging es 2019 bergab: Immer mehr Kunden wurden durch billigere Alternativen von Drittanbietern (Kopien oder Wiederbefüllungen) angelockt. HP musste mehr als 100 Millionen Pfund aus überzähligen Beständen an Toner und Tinte abschreiben.

Da musste ein Riegel vorgeschoben werden. HP will offenbar keine Kunden mehr, die HP-Tintendrucker mit Fremdpatronen betreiben. The Register hat hier einige Insights offen gelegt. Die Lösung bestand darin, den Vorabpreis für Druckerhardware für Kunden zu erhöhen, die keine Verbrauchsmaterialien der Marke HP verwenden wollten. Und für diejenigen Kunden, die dies wünschten, sei Hardware entwickelt worden, die die Verwendung von Nicht-HP-Tinte oder Toner ausschloss.

Im November 2020 hat HP mit der Einführung von HP+ begonnen, was als „End-to-End-Plattformstrategie“ beschrieben wird, die Kunden daran bindet, ausschließlich HP-Tinte zu verwenden. HP+ umfasst mit dem Internet verbundene „Standarddruckhardware“, die laut HP „Konnektivitätsprobleme automatisch erkennt und behebt“, das Überwachungssystem Smart Security, natives Drucken im Betriebssystem und eine Forest First-Funktion, bei der jede gedruckte Seite „mit Investitionen ausgeglichen wird, um Wälder gleichermaßen zu schützen und wiederherzustellen“.

Die Anforderungen von HP+ sind ein HP-Konto, eine Internetverbindung und die „Verwendung von Original HP-Tinte oder Toner für die gesamte Lebensdauer des Druckers“. HP+ wird ohne Abonnement angeboten, aber HP bietet eine sechsmonatige Testversion von Instant-Tinte an, dem Service, der vor kurzem für einige Verärgerung sorgte, als HP den Vertrag über den kostenlosen Druck auf Lebenszeit beendete und ihn durch einen monatlichen Zahlungsplan ersetzte (siehe Falle: HP Instant Ink).

HP versucht die Kunden mit allen Mitteln am Gängelband zu führen, damit diese die teure Tinte und den teuren Toner kaufen. Kürzlich hatte ich im Blog-Beitrag HP-Firmware-Update für Tinten-/Laserdrucker blockt Fremd-Kartuschen (Nov. 2020) berichtet, dass ein Firmware-Update die Drucker für Fremd-Kartuschen blockierte.

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8 Antworten zu HP CEO über Tintendrucker und Fremdpatronen

  1. Dat Bundesferkel sagt:

    Ach, der arme CEO… ich kam ihm doch schon entgegen und habe nach langer Zeit den HP-Consumer Produkten abgeschworen. Ich möchte ihm nicht mehr lästig erscheinen, der LaserJet 8150dn war bei Einführung wohl nicht kostspielig genug…

    Fühle mich bei der ach so bösen Konkurrenz sehr viel wohler. Scanner funktionieren sogar, wenn der / die Toner / Patronen leer sind – im Gegensatz zu den neueren HP OfficeJet-Geräten. Und Hintertürchen habe ich in deren Treibern auch nicht, ebenso wenig wie eine Blinke-Blinke-Reklametafel im Treiber, die eine Standleitung zum HP-Headquarter hat.

    Also danke, lieber CEO… und ob nun HP oder HP+… behalte Deinen Müll. Die Umwelt wird es Dir danken.

  2. voko sagt:

    Eben aus diesem Grund habe ich schon vor vielen Jahren HP von meiner Liste gestrichen. Wer sich Tinte zum ml-Preis von Gold bezahlen lässt ist es nicht wert beachtet zu werden. Ade‘ HP.

  3. Triceratops sagt:

    Was hier der Geldgeile CEO vergisst, Kunden die das nicht mitmachen möchten können durchaus zu anderen Herstellern wechseln wie z.B.: Canon (Nutze ich schon seit Jahren), Lexmark & Epson. Wobei Epson sich ja auch alle möglichen Schikanen einfallen läst (Kleine Elektronische Chips an den Patronen), um nutzer daran zu hindern Drittanbieter Patronen zu nutzen. Ich hoffe das HP mit dieser masche irgendwann auf die Klappe fällt.

  4. Georg S. sagt:

    „HP habe Maßnahmen ergriffen, um das Geschäft zu optimieren, indem die Zahl der unprofitablen Kunden reduziert werde.“

    Und potentielle Kunden werden sich von sie unprofitablen Hardwarefirmen trennen.

    Dell, HP und Lenovo habe ich wegen deren im BIOS/UEFI intergrierten White-lists auf meine persönliche Index-Liste gesetzt.
    Diese Whitelists können nur durch BIOS/UEFI-Mods umgangen werden, z.B. https://www.bios-mods.com/

  5. Bernhardt sagt:

    Tja ja… der CEO hats schon schwer mit den Kunden. Kaufen die einfach nicht die überteuerte HP Tinte oder HP Toner. Schön das mein alter LaserJet Color 2600N nach über 10 Jahren mit Fremdtoner immer noch funktioniert. Danke, dass das Gerät nach einem Jahr bereits keine Firmware Updates bekam und mir der ganze Schickane Mist erspart blieb.

    Auf der anderen Seite versteh ich Leute nicht, die immer noch Canon und Epson Tintenpisser kaufen, die Dinger haben immer noch eine geplante Obsoleszenz nach ca. 3-3,5 Jahren und wenn man wenig druckt, ist der Tintenkopf immer dann eingetrocknet, wenn man den Drucker tatsächlich mal dringend benötig. War für mich damals der Grund einen Laser Drucker zu kaufen. Nie wieder eingetrocknete Tinte! Und damals besseres Druckbild als die meisten Tinten Drucker.

    Und mal Hand auf’s Herz: HP baut schon seit Jahren keine eigenen Consumer-Tintendrucker (OfficeJets bauen sie soweit ich weiß noch selbst, werden ja nicht als Consumer Produkt geführt), dass haben sie schön brav an Canon outgesourced. Aber das haben sie auch schon mit Laser Druckern im unteren Segment gemacht. Meinen eigenen z. B. gibt es auch als Canon Modell ohne die Netzwerkschnittstelle und oh Wunder -> Canon Toner passen wie angegossen in den Drucker.

  6. Art sagt:

    „…indem die Zahl der unprofitablen Kunden reduziert werde“

    Hat funktioniert: ich habe mir vor 1+ Jahr einen Brother MFC-L2750DW als Ersatz für meinen OfficeJet 8600 Plus gekauft und zähle dies zu den Top10 Entscheidungen in 50+ Jahren.
    Die HP Kiste wollte 1x pro Jahr neue Patronen – auch wenn meine Jahresdruckleistung bei <60 Seiten lag, Duplexscan funktioniert bei Briefpost mit Falz sehr bescheiden. Die 'Schnauze voll' hatte ich, als der Drucker dann irgendwann behauptete er sei so kaputt, dass ich unbedingt beim HP anrufen solle -> nach 2 h Rumgehampel mit Resets/stromlos ging es irgendwann dann doch wieder. Den ewigen Kampf HP-Firmware vs Fremdtinte habe ich schon früh unterbunden, indem ich dem Drucker den Internetzugang entzogen habe.

    Der Brother ist bisher angenehm unauffällig – einzig die ControlCenter Windows Software ist seltsam: muss ich zwingend vor einem LibreOffice Update beenden, sonst hagelt es Zugriffsfehler (https://ask.libreoffice.org/en/question/63659/windows-10-wants-administrator-privilege-to-install-update-how-do-i-do-this/)

  7. Micha sagt:

    „HP musste mehr als 100 Millionen Pfund aus überzähligen Beständen an Toner und Tinte abschreiben.“

    Tinte abschreiben ist ja in Ordnung. Eine eingetrocknete Tonerkartusche habe ich noch nicht gesehen. Die kann man auch noch mehre Jahre nach der Produktion verkaufen/ verwenden.

    Das mit dem ganzen rumpfuschen an der Firmware können sie sein lassen. Wenn sie nur kritische Sicherheitslücken beheben würden reicht das aus.

    Hatte letztens auf Arbeit das Erlebnis das ein HP Drucker niedrigen Toner stand anzeigte. Der Windows 10 PC von dem ich drucken wollte ningelte sofort rum das ich eine APP installieren soll und irgendwelche Daten mit HP teilen soll. Im Anschluss am besten noch eine neue Tonerkartusche über den HP Online Shop zu bestellen. Am Arbeitsplatz interessieren mich irgend welche HP Apps nicht. Solange der Ausdruck ausreichend gut lesbar ist, ist im Drucker genug Toner vorhanden. Somit besteht kein bedarf zu handeln und eine neue Tonerkartusche einzubauen.

    Insgesamt ist mir so ein verhalten noch auf keinen anderen Betriebssystem als Windows 10 aufgefallen. Windows 7 Druckt klaglos und meldet nur das der Toner bald leer ist.

  8. Christoph Benz sagt:

    Ist doch eigentlich ein geniales Geschäftsmodell, das andere nachmachen könnten: Mercedes fährt nur mit Mercedes-Sprit, und der ist nur 4mal so teuer wie anderer Sprit, Bosch-Geschirrspüler laufen nur noch mit Boschtabs, nur 3mal so teuer wie andere.
    Schade, früher war HP innovativ bei den Produkten, heute nur noch beim Abzocken.

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