Ärger um Microsoft 365 an Schulen in Baden-Württemberg

Aktuell gibt es ziemlichen Ärger im Hinblick auf die Digitalisierung im Bildungswesen. Deutschland ist da Entwicklungsland und die IT-Strategen des Kultusministeriums von  Baden-Württembergs suchen nun ihr Heil in Microsoft 365, welches dort an Schulen eingeführt werden soll. Ziemlich engstirnig und auch ein Punkt, der ziemlichen Widerspruch diverser Verbände hervorruft. Von Datenschutzproblemen einmal ganz abgesehen.


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Seit den Schulschließungen wegen der Coronavirus-Pandemie wird es auch dem Letzten klar: In Sachen Digitalisierung ist das deutsche Bildungswesen nicht Spitze, sondern Entwicklungsland auf dem Stand von Burkina Faso. In den Medien wird zwar von der Politik ‚wir haben x Millionen Euro für Laptops in Schulen bereitgestellt‘ über die Medien transportiert. Aktuell ringt man aber damit, dass Lehrer erstmals eine dienstliche E-Mail-Adresse samt Dienst-Notebook bereitgestellt werden soll.

SPON berichtete kürzlich, das Bund und Länder es bislang nicht geschafft haben, die Vereinbarungen zur Anschaffung von Lehrer-Laptops zu unterzeichnen. Die Folge: Aus dem 500-Millionen-Euro-Paket, das für diesen Zweck bereitgestellt wurde, konnte noch kein roter Heller abgerufen werden. Zustände wie in einer Bananenrepublik.

Oft werden Projekte lokal von Schulämtern freifliegend etabliert, um wenigstens Home-Schooling zu ermöglichen. Endet damit, dass Lernplattformen durch Cyber-Angriffe attackiert werden. Ich bin die Tage auf diesen Artikel gestoßen, der über einen DDoS-Angriff auf ein kommunales Rechenzentrum berichtet, der dann die Schülerplattformen Moodle und Logineo außer Gefecht setzte.

Baden-Württemberg will Microsoft 365 an Schulen

Das Kultusministerium von Baden-Württemberg plant, breitflächig Microsoft 365 an Schulen dieses Bundeslands einzuführen. Von Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) wird argumentiert, dass einige Schulen bereits diese Lösung im Einsatz hätten und wegen der ‚intuitiven Bedienung‘ damit zufrieden seien. Um es mal auf der Zunge zergehen zu lassen: Da führen einige Schulämter freifliegend irgendwelche Microsoft Lösungen ein, obwohl sich die Datenschutzkonferenz der Länder (DSK) explizit wegen massiver Datenschutzprobleme gegen einen solchen Einsatz ausspricht. Und die Zuständigen in der Landesregierung berufen sich auf eine ‚intuitive Bedienung‘.

Gegen die Pläne laufen Verbände wie der Landesschülerbeirat, der Landeselternbeirat, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Philologenverband Sturm. Sie lehnen entsprechende Pläne des Kultusministeriums wegen mangelhaften Datenschutzes ab und sprechen sich dediziert gegen den Einsatz von Microsoft-Produkten auf der Digitalen Bildungsplattform für die Schulen im Südwesten aus. Eine gemeinsame Stellungnahme der Verbände zur Bereitstellung der Cloud-Software Microsoft 365 findet sich hier. Von Cornelia Tausch, Vorstand der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg liegt mir folgende Stellungnahmen dazu vor:

Als Teil des gesellschaftlichen Bündnisses „unsere Digitale Schule“ fordert die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, dass die Landesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlöst: Den Schulen die didaktisch sinnvolle und funktionierende Nutzung einer quell-offenen und datenschutzkonformen digitalen Infrastruktur zu ermöglichen.

Schülerorientierte Verbraucherbildung verträgt kein Monopol bei der digitalen Infrastruktur, wie es mit Produkten eines dominierenden kommerziellen Unternehmens gegeben wäre. Die Nutzung der ja bereits vorhandenen datenschutzkonformen und quell-offenen digitalen Infrastruktur für die Schulen in Baden-Württemberg ist wesentlich für die Umsetzung einer auf Mündigkeit und Selbstbestimmung ausgerichteten Medien- und Verbraucherbildung.

Heise hatte das ganze Thema bereits Mitte Januar 2021 in diesem Beitrag aufgegriffen. Dort wird eine Sprecherin von Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU)mit folgender Aussage zitiert.

Viele Schulen weisen darauf hin, dass sich diese Produkte intuitiv bedienen lassen und damit den schulischen Alltag einfach und pragmatisch unterstützen. Es ist verwunderlich, dass die Verbände in ihrer gemeinsamen Stellungnahme die Bedürfnisse der Schulen und Praktiker vor Ort offenbar nicht zur Kenntnis nehmen und die Realitäten des Alltags verkennen.

Finde ich ja erstaunlich, wenn Eltern- und Schülerbeiräte sich äußern und das Land auffordern müssen, die digitale Souveränität zu behalten – die Ressortsprecherin aber dümmlich auf eine intuitive Bedienung des Produkts verweist. Die Haltung der Verbände ist glasklar: Ein Land dürfe sich nicht abhängig machen von einem Angebot wie Microsoft 365, weil es vom Anbieter oder der Regierung des Landes, wo dieser seinen Firmensitz habe, eingeschränkt oder abgeschaltet werden könne.

Ein gewichtiges Argument ist auch, dass bei Microsoft 365 die Datenschutzkonformität nicht überprüfbar ist – ich verweise auf den heise-Beitrag von Oktober 2020, wo Datenschützer bekräftigen, dass Microsoft Office 365 (Bestandteil von Microsoft 365) nicht DSGVO-konform einsetzbar ist. Zitat aus dem Artikel:


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Die Datenschutzkonferenz des Bundes und der Länder (DSK) hat am 22. September mit knapper Mehrheit beschlossen, dass derzeit „kein datenschutzgerechter Einsatz von Microsoft Office 365 möglich ist“.

Der heise-Artikel geht auf die diversen Gesichtspunkte der DSK-Entscheidung ein. Der Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink meint, laut heise-Artikel, „Ich gehe davon aus, das Microsoft sich große Mühe geben wird, Datenschutzkonformität herzustellen.“  Das muss man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen: Nicht Wissen oder knallharte Testergebnisse, sondern ein Glaube, dass ein US-Konzern, der mit Software as a service sowohl sein Windows 10 als auch sein Office 365 immer weiter in die Cloud zerrt und ansonsten die Produkte zyklisch mit neuen/geänderten Funktionen vor seine Anwenderschaft kippt, das ‚in den Begriff bekommen wird‘. Wie war das mit dem Schwanz, der mit dem Hund wackelt? Interessant findet ich auch diverse Forenbeiträge wie hier zum heise-Beitrag, die zeigen, wie da was hingebogen wird.

Es ist in meinen Augen ein Skandal, dass von Seiten der Politik eine Lösung angeschoben werden soll, die auf eine weitere Abhängigkeit der Bildungseinrichtungen von einem US-Hersteller samt Sozialisierung einer ganzen Generation Schüler auf einer proprietären US-Software hinausläuft, statt endlich einen Open Source-Ansatz auf die Beine zu stellen.

Und nein, der Ansatz ‚wir machen jetzt ein bisschen Microsoft 365, um dann auf Open Source umzuschwenken‘ wird nicht funktionieren. Sobald der Leidensdruck weg ist, passiert nichts mehr. Ich denke, Microsoft hat die schon im Sack. Wie viele Jahre hat die CDU in Baden-Württemberg die Schulpolitik verantwortet?  Wie heißt es so schön ‚CDU, wir können nix‘, ups, ich glaube, ich war in der falschen Schublade. Es hieß ‚Baden-Württemberg, wir können alles, außer Hochdeutsch‘ – nun muss man wohl auch noch ‚und außer sinnvolle digitale Schulpolitik‘ ergänzen. Oder wie seht ihr das so. 

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81 Antworten zu Ärger um Microsoft 365 an Schulen in Baden-Württemberg

  1. janilis sagt:

    Es gibt ja auch kein Softmaker Office oder freies Libre Office kein Thunderbird usw.
    Inkompetenz ist doch was schönes… (Ironie)

    Allen einen schönen Sonntag.

    • 1ST1 sagt:

      Und Softmaker Libreoffice usw. sind im Tesm einsetzbar, so dass mehrere Schüler geichzeitig zusammen an der selben Datei arbeiten können? Sie beinhalten eine voll integrierte Videotelefonie-Funktion?

      Super!

      • Max sagt:

        LibreOffice = Collabora Office -> Online nutzbar mit mehreren Benutzern am gleichen Dokument.
        Integrierbar in Nextcloud und somit wäre auch über NC Talk Videotelefonie dabei.

  2. Clemens Müller sagt:

    Wow. Wer keine Ahnung hat und etwas nicht will, ruft wie üblich einfach ganz laut „DSGVO“ oder „Datenschutz“. Willkommen im Stasi-Denken von damals.

    Fakt ist: Es gibt unzählige deutsche Unternehmen, die kein Problem in der Nutzung von M365 sehen. Sogar große Konzerne, auch quasi staatliche wie die Bahn, nutzen nicht nur M365, sondern verlagern gleich ihr ganzes Rechenzentrum dorthin.

    Auf der anderen Seite stehen die Frickelbrüder ind Bedenkenträger. „Ich mach’s lieber selbst, wegen Datenschutz und so. ‚
    Interessanterweise, kann aber keiner, auch Ihr Artikel nicht, genau benennen, warum M365 nicht einsetzbar ist. Selbst die Berliner Datenschutzbeuaftragte wedelt zwar mit der Keule, hat aber keine wirklich substanziellen Punkte. Bei allen ist es immer nur so ein Glaube.

    Ich frage mich: Warum wird es defacto von unzähligen deutschen Unternehmen eingesetzt, deren Rechtsabteilungen bestimmt nicht auf den Kopf gefallen sind. Und auf der anderen Seite reden alle über ein Pseudo-Thema? So bringen wir Digitalisierung nicht voran.
    Wie wäre es, wenn mal jemand wirkliche, nutzbare und skalierbare Lösungen für unser Bildungssystem entwickelt, anstatt bestehende Lösungen mit Glaube und Bauchgefühl totzureden.

    • Clemens Müller sagt:

      P.S. Bei uns an der Schule darf M365 auch nicht genutzt werden. Das vorgegebene System hat weder letztes Jahr noch dieses Jahr stabil einen Distanzunterricht zugelassen. Bei der Nachbarschule läuft’s. Mit M365.
      Bei uns ist’s an den Eltern gescheitert. Die interessanterweise kein Provlem haben jeden zu WhatsApp zu verpflichten für die interne Kommunikation und ihr ganzes Leben auf Facebook teilen.

    • micha45 sagt:

      So schauts aus, absolute Zustimmung und deshalb beide Daumen hoch.

      Bashing ist heutzutage ähnlich einer olympischen Disziplin und obendrein effektiv für diejenigen, die ihre Brötchen damit verdienen.
      Konstruktiver Austausch über Sachthemen, eine differenzierte und objektive Bewertung im Detail, sowie ein zivilisierter Umgang in Diskussionen untereinander ist nicht mehr angesagt.

      Wenn es um Themen wie Windows 10 und MS-Office geht, wird jede klitzekleine vermeintliche Unzulänglichkeit in den Fokus gerückt und bei Sicherheitsaspekten meist mit subjektiver, eigener Wahrnehmung, oder mit hanebüchenen Verschwörungstheorien argumentiert. Stichhaltige Belege aus nachvollziehbaren Quellen liefert man nicht.

      Datenschutz ist sehr wichtig und man sollte das auch nicht beiseite schieben.
      Aber vor allem in Deutschland neigt man dazu, es hierbei maßlos zu übertreiben. Ein gesunder Mittelweg, der auf Kompromisse setzt, ist ausgeschlossen.
      Und genau das ist einer der Hauptgründe, warum es in Deutschland mit der digitalisierten Entwicklung so schleppend läuft und wir uns, im weltweiten Vergleich, im unteren Mittelfeld befinden.

      Das Ausmaß dieses ganzen Dilemmas sieht man sehr deutlich an der desaströsen Ausstattung unserer Bildungseinrichtungen. Das wird gerade in Krisenzeiten wie diesen sehr deutlich sichtbar und wirkt sich negativ in allen Belangen aus.

      • Heiko sagt:

        Das sehe ich exakt gleich. Die Alternative wäre für mich eine bundesweite Lösung die zentral von EINER Behörde entwickelt wird und hier scheitert es schon. Ich verstehe das Thema Datenschutz, ich verstehe es dass man Kindern nicht beibringen will – nur mit kommerzieller Software geht es. Aber seien wir am Ende des Tages doch mal ehrlich – wir brauchen Lösungen und MS hat nunmal zur Zeit eine funktionierende Lösung. Nur müsste auch das Land verstehen dass man pro Bezirk auch eigentlich ein IT Team benötigt. Damit meine ich nicht einen Lehrer der mal was mit IT gemacht hat.

      • Zocker sagt:

        Schön, dass sich wieder ein M$-Mitarbeiter mit einem hochqualifizierten Beitrag zu Wort meldet.

    • Zocker sagt:

      „Fakt ist: Es gibt unzählige deutsche Unternehmen, die kein Problem in der Nutzung von M365 sehen. Sogar große Konzerne, auch quasi staatliche wie die Bahn, nutzen nicht nur M365, sondern verlagern gleich ihr ganzes Rechenzentrum dorthin.“

      Die sehen aus 2 Gründen kein Problem:
      1. sie haben sich früher von MS abhängig gemacht
      2. es ist für sie bequemer
      Da blendet man dann gerne die Fakten aus.

      „Ich frage mich: Warum wird es defacto von unzähligen deutschen Unternehmen eingesetzt, deren Rechtsabteilungen bestimmt nicht auf den Kopf gefallen sind.“

      Wenn die EU oder der Staat nicht dagegen vorgeht und keine Konsequenzen drohen, der Staat sogar selbst trotz massiver Bedenken diese Dienste nutzt, dann machen das Unternehmen selbstverständlich auch.

    • 1ST1 sagt:

      Meine Tochter ist an einem hessischen Gymnasium, momentan in der 5. Klasse. Ein paar Eltern der Klasse kennen wir schon, lauter gebildete Leute, Ärtzte, Lehrer, Ingenieure, usw. und alle haben dem Einsatz von Microsoft 365 zugestimmt. Die Datenschutzbestimmungen wurden den Eltern ausgehändigt und sie sind auch online nachlesbar. Kinderaccounts werden von MS sogar besonders streng geschützt, das steht da eindeutig drin, nicht nur DSGVO sondern weiteres, was z.B. verspricht, dass Kindern auf garkeinen Fall Werbung eingeblendet wird. Wir sind hier in Europa, und solche Datenschutzbestimmungen sind Teil des Produkts, Zugesicherte Eigenschaften, nach europäischem Recht einklagbar. Und wir wissen außerdem, dass auch Opensource-Lösungen bei Fehlkonfigurtionen und Programmierfehler Schwachstellen haben, die von Hackern angegriffen werden, da ist die Privasphäre also auch nicht garantiert, sieht man an dem Typen, der nun Schülerinnen Pornobilder über solch einen Kanal präsentiert hat.

      Man sollte wirklich mal die Kirche im Dorf lassen. Microsoft verspricht den Schutz dieser Accounts schriftlich, und es funktioniert reibungslos. Etwas, was ich von den Bastelllösungen (Moodle, BBB, …) der badenwürttembergischen Schulen zum Schulstart diesen Januar nicht lesen konnte.

      Nicht zustimmen hätte übrigens mehr oder weniger den Ausschluss vom Onlineunterricht bedeutet.

      • Zocker sagt:

        „Man sollte wirklich mal die Kirche im Dorf lassen. Microsoft verspricht den Schutz dieser Accounts schriftlich, und es funktioniert reibungslos.“

        Und das kontrollierst du wie?

      • Paul sagt:

        1ST1 sagt: „Kinderaccounts werden von MS sogar besonders streng geschützt, das steht da eindeutig drin, nicht nur DSGVO sondern weiteres, was z.B. verspricht, dass Kindern auf garkeinen Fall Werbung eingeblendet wird. “

        Das meinst Du zynisch/ironisch oder so?
        Es wäre doch wohl der absolute Hammer, wenn ich MS für einen Dienst -sehr gut- bezahle und die mir ausserdem Werbung reindrücken wollen oder meine Adresse oder die meines Kindes an Dritte verkaufen?

        Das Problem ist, das Dritte auf die Daten der Kinder/Kunden zugreifen können und dürfen. Legal, in dem Staat wo MS her kommt ist das vollkommen legal und üblich.
        Die NSA&Co. darf auch Industrie/Wirtschaftsspionage machen.
        (Dem BND&Co. ist das nicht erlaubt) Wer glaubt, das sie, nur weil man seit Snowden nichts mehr grhört hat, Däumchen drehen und nicht aus ihren Fehlern gelernt haben?

    • User sagt:

      „Willkommen im Stasi-Denken von damals.“
      Was hat all dies mit Stasi-Denken von damals zu tun?

      „Fakt ist…“
      Wenn man nur ein einziges Unternehmen erwähnt, ist das also Fakt für die Mehrheit. Alles andere sind dann „Frickelbrüder ind Bedenkenträger“ (besser einmal die Rächtschraibprüfun einschalten).

      Auch die ständige Wiederholung von „Warum wird es defacto von unzähligen deutschen Unternehmen eingesetzt“ ist kein Argument.

  3. Boris sagt:

    „Es ist in meinen Augen ein Skandal, dass von Seiten der Politik eine Lösung angeschoben werden soll, die auf eine weitere Abhängigkeit der Bildungseinrichtungen von einem US-Hersteller samt Sozialisierung einer ganzen Generation Schüler auf einer proprietären US-Software hinausläuft, statt endlich einen Open Source-Ansatz auf die Beine zu stellen.“
    Volle Zustimmung, Herr Born. Ich finde diese Vorgehensweise unmöglich. Es kann doch nicht sein, dass „wir“ uns schon im Bildungsbereich so abhängig von solch einem Unternehmen machen. In Deutschland gibt es ebenso einige große Player in der IT Branche – da frage ich mich, warum setzt man sich nicht mit denen mal an einen Tisch und überlegt, wie man eine einheitliche „deutsche Bildungsplattform“ auf die Beine stellen kann bei der sich kein US Unternehmen bereichert.

    Aus meiner Sicht ist das allgemein eine sehr „gefährliche“ Entwicklung, dass sich Deutschland (egal ob Firmen oder im Bildungsbereich) immer mehr von diesen US-Anbietern abhängig macht (egal ob AWS, Microsoft, Google Cloud…. oder wie sie sonst alle so heißen). Das kann nur irgendwann „nach hinten“ losgehen. Ich kann diesen Trend absolut nicht nachvollziehen und käme nichtmal im Traum daran, IT Dienste unserer Firma in irgendwelche public Clouds von US Firmen zu legen.

    Vielen Dank für den Artikel, Herr Born. Schönen Sonntag allen zusammen.

  4. Michael K. sagt:

    Ich kotze auch mittlerweile bei diesem MS-Bashing.
    Wir haben auch in der Schule O365 eingerichtet, und via YouTube haben es auch alle Beteiligten Personen schnell „erlernt“

    • Zocker sagt:

      Sauber, da werden für MS die nächsten abhängigen Lemminge herangezüchtet. So muss das sein. Man sollte vielleicht noch einen Schritt weiter gehen und alles andere verbieten.

      • 1ST1 sagt:

        Viel schlimmer ist doch, dass die Kinder systemkonformen Geschichts- und Politikunterricht in der Schule bekommen, oder? Keiner der Lehrer leugnet mal den Holocoust um den Kindern mal eine andere Perspektive aufzuzeigen, kein Biologie erzählt den Kindern dass Evolution eine Lüge ist und nur in der Bibel die wahre Biologie steht, schlimm das! Es gibt nunmal nur eine Realität, und auch Microsoft 365 ist so eine Realität, wenn die Schulen und Länder keine eigene gleichwertige Plattform gebacken bekommen, zumal sie das dann später im Berufsleben höchstwahrscheinlich auch einsetzen. Und wie war das noch mal mit dem Sinn und Zweck von Schule? Auf das (Arbeits-)Leben vorbereiten.

        ps. Wer am Beitragsanfang keine Ironie findet, sei hiermit darauf hingewiesen, dass da welche ist.

        • Steter Tropfen sagt:

          Jetzt wird der Unsinn aber wirklich blitzblank!
          Es gibt historische Wahrheiten und wissenschaftlich belegte Modellvorstellungen. Aber die Produkte eines lobbystarken Beinahe-Monopolisten damit gleichzusetzen, ist eine bedenkliche Auffassung von „Realität“!

          Da sieht man, wie gut die Gehirnwäsche funktioniert hat. Nach dem Motto „Millionen Fliegen können nicht irren“, hat es M$ seit jeher geschafft, bessere Produkte vom Markt zu fegen bzw. deren Entwicklung unrentabel zu machen. Und nun darf daran um Himmels Willen nicht gerüttelt werden. Ob Krise oder nicht – man hat immer Wichtigeres zu tun als kritisch hinzuschauen. Lieber lässt man die Kinder was Falsches lernen.

        • Paul sagt:

          Auch Ironie ist ein Mittel des Rabulismus, des Versuchs der unfairen Diskusion.

          Deine Beispiele sind so etwas von daneben (nicht nur moralisch), das ich nur hoffe MS liest mit und entzieht Dir die Berechtigung für sie Wort zu ergreifen.
          So etwas schadet auch dem Image vom MS.

      • 1315148534 sagt:

        Lieber Zocker (sehr einfallsreicher Nickname übrigens…), sind Sie aus dem Adoleszenzalter raus? Ihre Argumentationsweise scheint mir bisweilen sehr pubertär… Vielleicht sollten Sie ja noch ein paar Jahre warten, bis Sie mit den Großen mitreden können… Das, was Sie hier im Chatverlauf tun kann man nur mit dem Gekläffe kleiner Hunde vergleichen, die sich beim Gassi gehen gerne groß aufspielen…

  5. JohnRipper sagt:

    Skandal ist eher, dass man es über den Sommer nicht geschafft hat eigene Lösungen zu entwickeln.

    Was jetzt datenschutzrechtlichen Bedenklich ist, dass MS weiß ob Max jetzt eine 4 oder 5 in Mathe hatte, weiß ich nicht.

    Aber klar ist besser Max sitzt vor einer 500 Gateway Timeout Website anstatt von MS Teams zu lernen.

    • Matthias sagt:

      Was ist denn das für eine Vorstellung? Über den Somme mal schnell eine eigene Lösung entwickeln. Da merkt man die Kompetenz bei der Software-Entwicklung in jeder Silbe.

      Fakt ist, das kann man positiv wie negativ sehen, sämtliche Versuche in Deutschland irgendwo linuxbasierte Systeme gestartet wurden um die Macht von Microsoft zu durchbrechen sind diese gescheitert. Das beste Beispiel bleibt hier immer noch LiMux.

      Ist das jetzt ein generelles Bashing gegen Open Source? In keinster Weise, es gibt die besten Open Source Produkte für sehr viele Anwendungsbereiche.
      Woran scheitert es dann aber? Am flächendeckenden Support. Es ist einfach was anderes immer wieder mal Versionen zu aktualisieren wenn die Produkte nicht im permanenten produktiven Einsatz bei tausenden Usern gleichzeitig sind. Sprich der professionelle Support ist meistens nicht so aufgestellt das er eine solch große Menge stemmen kann. Da hat Microsoft einfach einen riesigen Vorsprung, sowohl technisch (natürlich bedingt durch jahrelanges schmerzhaftes Lernen) und auch durch die enorme Verbreitung.

      Warum aber gibt es so wenig Software aus Deutschland bzw. Europa im allgemeinen? Dazu muss man sich nur mal ansehen wie das allgemeine Standing von IT in Deutschland ist. Neben SAP hat es keine Firma geschaft mit reinen Softwarelösungen einen Spitzenplatz in der Welt zu erringen, hier wird zwar immer viel von High Tech geredet aber gemacht wird nichts und somit erreicht man auch nichts. In der gleichen Zeit arbeiten bei AWS, Microsoft, Google und Apple Millionen an Entwickler daran die Marktposition weiter auszubauen.
      Und was tut Europa? Dort wird lieber vor Gericht geklagt als die Ärmel hochzukrempeln und eigene Softwarekompetenzen aufzubauen. Kann man so machen, ist dann aber halt scheiße.

      • Günter Born sagt:

        Mir fällt inzwischen auf, dass das Murren unter den Admins über Microsoft und Windows arg zugenommen hat – das kannte ich nicht. Kürzlich in einem Admin-Forum sogar einen Thread gesehen, wo jemand meinte „lasst uns mal drüber spinnen, wie wir von Microsoft weg kommen“ – der Thread hatte binnen kurzer Zeit einen Menge Kommentare erhalten, wo Admins ihre Ideen, was geht und was nicht, einbrachten. Ich habe mir nur verwundert die Augen gerieben – das hätte es vor 5 Jahren imho nicht gegeben.

        • micha45 sagt:

          Der Mensch neigt dazu, negative Dinge aus der Vergangenheit zu vergessen bzw. zu verdrängen.

          Dieses „Murren“ über Microsoft, vor allem in den Adminforen, gab es schon immer.
          Wer da jahrelang unterwegs war und das mitverfolgt hat, der wird das bestätigen.

          • Zocker sagt:

            Dieses Murren war noch nie so extrem wie heute. Und MS trägt daran die alleinige Schuld, da sie konsequent am Kunden vorbei entwickeln. Regelmäßige Probleme inklusive.

          • Günter Born sagt:

            Zwischen dem Grundrauschen an „Murren“ und einem „hey, lasst uns mal nachdenken …“ liegen aber schon Welten. Und ich bin schon die letzten Jahre in den Admin-Foren unterwegs gewesen. Meist ging es um konkrete Probleme oder lass uns von MS-Produkt A auf MS-Produkt B wechseln. Jetzt schlagen bei mir Leute auf, die die MS-Produkte als Konsultants vehement verteidigen (ist ja deren Kapital) und meinen „das und das ist sei x Monaten ungefixt, obwohl die Tickets längst offen sind, es ist zum …“.

            Und ja, die Beharrungskräfte sind auch bei Admins so, dass man beim Alten, was man kennt, bleiben will. Wenn da solche Stimmungen aufkommen, muss der Leidensdruck schon groß sein ;-).

          • micha45 sagt:

            @Zocker

            Konfuzius sagt:

            „Wer Menschen beurteilt, hüte sich vor billigem Tadel und vor billigem Lob.“

            „Der Edle geht gegen die eigenen Fehler an, nicht gegen die Fehler der anderen.“

            „Der höhere Mensch hat Seelenruhe und Gelassenheit, der gewöhnliche ist stets voller Unruhe und Aufregung.“

          • Zocker sagt:

            @micha45
            Kannst dir deinen K. sonstwo hinstecken und mal von ihm lernen. Aber dazu fehlt dir leider einfach die Intelligenz. Bei dir reicht es immer nur für Beleidigungen anderer.
            Aber wer weiß, vielleicht findest du auch eines Tages den Weg aus deiner M$-Traumwelt in die Realität. ;)

  6. Die-Gedanken-sind-frei sagt:

    … und Bayern will seine im Mai vom Kultusministerium bereit gestellten Teams- Lizenzen nicht verlängern. Wohl auch aus Datenschutzrechtlichen Gründen …

  7. Stephan sagt:

    Microsoft Office ist nur intuitiv, wenn man dran gewöhnt ist. Es ergibt bis heute keinen Sinn, dass Markdown (Überschriften, Absätze, Hervorhebungen, Listen, usw.) und Formatierung (Schriftgröße, Schriftart, usw.) so durcheinander gewürfelt werden.
    Wenn man in Word zum Beispiel «Formatierung löschen» klickt, um alles auf eine einheitliche Schriftgröße zubringen, dann werden alle Hervorhebungen (z.B. kursive Wörter), Aufzählungen, Einrückungen usw. gelöscht.
    Entsprechend schlimm sehen auch 99 % der Dokumente dann aus. Für ein Kündigungsschreiben kann das ja egal sein, aber für längere Texte, die jemand lesen soll, ist das einfach nur eine Katastrophe.
    Lustigerweise sehen Word-Dokumente, die mit LibreOffice geöffnet werden, im Ausdruck besser aus. LibreOffice beachtet nämlich die Regeln der Schriftarten für Buchstabenkombinationen, Abstände usw. Word stellt die Buchstaben einfach nur platt nebeneinander. Dummerweise kommen die meisten Nutzer mit Word wegen der obigen Punkte so schlecht zurecht, dass sie das Dokument an allen Ecken und Enden mit manuellen Leerzeichen und Zeilenumbrüchen tweaken. Und wenn man das dann in einem anderen Programm öffnet, das die Abstände anders (korrekt) macht, bricht die Formatierung zusammen.
    Das passiert übrigens auch schon beim offiziellen Microsoft Word für Mac, das weitgehend ein paralleles Projekt im Hause Microsoft ist.

    • 1ST1 sagt:

      Hervorhebungen (z.B. kursive Wörter), Aufzählungen, Einrückungen sind auch Formatierungen, passt also. Wenn man einheitliche Schriftarten will, drückt man STRG+A (alles markieren) und wählt die Schriftart aus, die man haben will und alles andere bleibt wie es ist.

      Klassische Fehlbedienung.

      • Stephan sagt:

        Danke, dass du meinen Beitrag bestätigst.

        Das ist genau, was man auf keinen Fall tun sollte. Stattdessen sollte man den «Style» auswählen (Text, Überschrift, Titel, …).

        • Steter Tropfen sagt:

          Heißt das in den neuen MS Offices jetzt tatsächlich „Style“? Ich kenne das noch als Formatvorlage Absatz vs. Formatvorlage Zeichen. Deutsch und anschaulich.
          Und dann noch „Markdown“ – geiiil! Die Mark passend zum Lock. Mit welchem nichtssagenden Wegwerf-Wort wird mir der nächste Trendsetter großspurig unter der Nase rumwedeln?

          Übrigens sind Formatvorlagen ein Bedienkonzept, das nicht auf dem Mist von MS gewachsen ist. Schon bei AmiPro (später Lotus WordPro von IBM) gab es das als Absatz-/Zeichenstile.
          Man muss sich eben einmal kurz mit dem Funktionsprinzip konsequenter Formatierung auseinandersetzen, anstatt „intuitiv“ auf ein Symbol im Ribbon zu tappen und sich hinterher zu beklagen, dass nicht das rauskommt, was man sich eingebildet hat.

  8. Michael sagt:

    Was mich an den ganzen Diskussionen stört – es gibt nur die Sicht – Open Source oder M$ – aber für die Funktion gibt es auf dem Markt auch andere Kommerzielle Produkte, die es sogar anbieten, den „Masterkey“ in einer Behörde zu speichern und 100% End 2 End verschlüsseln. Aber nein – es muss M$ sein – die sich immer und immer wieder nicht an die Vorgaben halten, was man mit Telemetriedaten machen darf.

    • Zocker sagt:

      Ich denke sofern der Sitz der Firma in der EU liegt, sollten auch andere kommerzielle Lösungen in Betracht gezogen werden. Der große Vorteil von Open Source ist halt die Unabhängigkeit von Anbietern. Macht ein kommerzieller Anbieter einen Kurswechsel oder geht pleite, dann hat man ein Problem, wenn man beispieslweise von dessen Dateiformaten abhängig ist.

      • Michael sagt:

        Da bin ich voll bei dir. Wenn man das Geld was man M$ für die Lizensen zahlt, einfach auch an einen Anbieter, der die Open Source oder ähliches hostet – dann kann der auch genügend Resourcen zur Verfügung stellen.

  9. Max sagt:

    Ich meine, in der Debatte zeigt sich, dass wir, also Deutschland, in Sachen Digitalpolitik kläglich versagen. Es ist schon armselig, dass 1 Land ganze 16 Schulgesetze braucht, um Wissen an die nächsten Generationen zu vermitteln. Entsprechend verderben 16 Köchinnen und Köche den Brei.

    Wir haben mit Dorothee Bär (CSU) eine sehr vernünftige Politikerin für Digitalisierung. Ja, man sollte ihr mal unvoreingenommen zuhören, um erkennen zu können, dass sie in der Sache sehr engagiert und bewandt ist. Sie sitzt allerdings in einem Amt, dass durch die Bundesregierung beschnitten ist. Sie hat somit kaum Freiräume, um die schleppende Digitalisierung voranzubringen.

    Wir haben einen deutschen Office-Hersteller, wir haben Open-Source-Lösungen, wir haben mit Sicherheit auch fähige Softwareentwickler/innen. Was zur Hölle ist also so schwer daran nach dem Prinzip „Kopieren“ (wie in der Wirtschaft mittlerweile üblich) ein an Teams angelehntes Produkt zu entwickeln, dass den Datenschutzstandards entspricht, die eine entsprechende Software auch gewährleisten kann?

    Wir wissen doch längst, dass Microsoft immer Wege sucht die Datenschutzstandards auszuhebeln.

    Bei meinem derzeitigen Arbeitgeber wird Teams ebenfalls eingesetzt. Weil ich mich weigere die Videokamera einzuschalten, wurde ich nach dem Grund gefragt. Ich habe dann gefragt, wo die Datenschutzerklärung bzw. die Nutzungsbedingungen von Microsoft Teams zu finden sind. Bis auf blöde Gesichter kam keine Reaktion. Ich meine, da dämmerte das erste Mal, dass man sich einem Produkt anvertraut hat, von dem man gar nicht so wirklich weiß, welche Daten es im Hintergrund sammelt. Aber jedes Jahr auf die Datenschutzschulung pochen. Das nennt man konsequente Digitalpolitik.

    • Zocker sagt:

      Ja, der Föderalismus war im Bildungssystem schon immer kontraproduktiv. Früher hatte es hauptsächlich zu Konkurrenzsituationen geführt, heute kann man sich immer noch nicht auf Standards einigen. Und zwar in mehrfacher Hinsicht. Der Föderalismus bringt hier immer mehr Probleme mit sich als dass er löst.

      Und ja, ein Handeln seitens der Regierung bez. Alternativen ist zwingend erforderlich. Aber solange den Ländern nichts präsentiert wird und jedes machen darf was es will, wird sich nichts ändern.

    • 1ST1 sagt:

      Zu faul zum Googeln nach Datenschutzbestimmungen? Ernsthaft?

      https://privacy.microsoft.com/de-de/privacystatement
      https://www.microsoft.com/de-CH/servicesagreement/

      Speziell für Schulen gibts außerdem das:

      https://www.microsoft.com/de-de/education/it-pro/security-solutions

      Und glaubt irgendjemand, bei Microsoft interessiert es irgendjemand, wie seine Nutzer in der Kamera aussehen? Konsequenterweise müsste so ein Bedenkenträger auch das Microfon ausschalten oder seine Stimme durch einen Verzerrer durchlaufen lassen. Denn aus der Stimme lässt sich schon viel mehr rauslesen, als sich manch einer vostellt.

      • Max sagt:

        Wenn du schon meinst, auf Mr. Dreimal-Schlau zu machen, geht es nicht um die Datenschutzerklärung von Microsoft, sondern um das Produkt „Microsoft Teams“, nicht Microsoft, nicht Microsoft Windows oder irgendwelche anderen Produkte desselben Konzerns. Microsoft Teams kann man auch als eigenständigen Dienst nutzen, für den es also eine Datenschutzerklärung geben sollte.

        Vielleicht liest du einfach mal hier:
        https://docs.microsoft.com/de-de/microsoftteams/teams-privacy

        Es geht nicht um Bedenkenträgertum, sondern um Vertrauen in Dienste transnational agierender Konzerne, die sich in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert haben.

        • 1ST1 sagt:

          Der Bedenkenträger darf weder Windows oder irgendeine andere Software aus den USA einsetzen. Versuche das mal umzusetzen. Ja, selbst Linuxs Torvald lebt in den USA.

          Und du solltest den von dir verlinkten Text mal genau lesen, insbesonders „Wie lange speichert Microsoft Teams personenbezogene Daten?“ alles soweit ich überblicke DSGVO-Konform.

          • Max sagt:

            Nur weil man etwas konstruktiv kritisiert, ist man gleich ein Bedenkenträger? Mit genau solchen Argumenten macht man sich keine Freunde.

            Übrigens: Linus Torvalds (ja, den Namen sollte man schon schreiben können, wenn man selbst auf Google verweist) ist ein Informatiker und Softwareentwickler. Er entwickelt den Linux-Kernel.

            Erklärt Microsoft freiwillig den Verzicht während der Dauer der Datenspeicherung weder Inhalte, noch Profile oder Anrufe auszuwerten? Ich jedenfalls lese dazu nichts.

            Wieder so ein schlauer Kommentar von dir… Bitte, du kannst gerne mit mir debattieren, aber bitte mit echten Argumenten und nicht mit gefährlichem Halbwissen.

          • 1ST1 sagt:

            Und was will MS auswerten, wenn die Daten kurz nach Verwendung wieder gelöscht werden?

            Das ist imho sauberer umgesetzt, als was Whatsapp macht.

    • 1ST1 sagt:

      Warum soll eigentlich jetzt nun ausgerechnet die bayrische Digitalisierungspolitikering für ganz Deutschland bestimmen? Wir hier in Hessen haben wir auch eine gute Digitalisierungspolitikerin in Wiesbaden. Warum nicht die? Warum nicht die aus Schleswigholstein? Bayrische Politiker richten schon genug Schaden auf Bundesebene an, und das bis zurück zu FJS.

      • Ralf S. sagt:

        Dorothee Bär ist BUNDESMINISTERIN für Digitalisierung und somit für ganz Deutschland zuständig…

      • Heiko Arndt sagt:

        Wenn man keine Ahnung hat, wer eigentlich unsere Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung ist, muss man mit schlauen Kommentaren reagieren. Aufwachen, bitte!

    • Paul sagt:

      „Ich meine, in der Debatte zeigt sich, dass wir, also Deutschland, in Sachen Digitalpolitik kläglich versagen. Es ist schon armselig, dass 1 Land ganze 16 Schulgesetze braucht, um Wissen an die nächsten Generationen zu vermitteln. Entsprechend verderben 16 Köchinnen und Köche den Brei.“

      Was hier vor 1990 und vor 1945 los war ist nicht bekannt?
      Und das man das auf keinen Fall wieder haben wollte und darum diese komplizierte Lösung mit voller Absicht gewählt hat?
      Das es Jahrzehnte gedauert hat bis man -durch die Hintertür- wieder ein zentrales Melderegister implementiert hat („Private“ dürfen die Daten der einzelnen Meldeämter zusammenfassen..)
      und inzwischen redet man wieder von einer zentralen Nummer für jeden Bürger. Allerdings noch nicht von tätowieren, vermutlich wird man das implantieren…

      Und klar:
      China kommt besser mit Corona klar.
      Ist ja seltsam.

      Was macht Dein Social-Score?
      Wann warst Du auf einer Demo, wenn denn überhaupt je?
      Was ist Dir, Deinem Job und Deiner Familie danach geschehen?
      Hast mal einen Witz über die Raute gemacht?

  10. Robert sagt:

    Man könnte den Eindruck gewinnen, eine Art Office-Paket und ein Video-Konferenzwerkzeug löst einen Großteil der Probleme für Lehrende, Lernende und deren Eltern, die schon vor Pandemie damit ausgelastet waren. Im Gegenteil ist es nur ein Flicken im Teppich. Wenn deren Zeit statt für Dreisatz, Satzbau und Vokabeln etc. für das Erlernen und Beherrschen dieses und anderer Flicken und deren Unzulänglichkeiten verloren geht, können wir m.E. eher von Sabotage als Unterstützung sprechen. Denn eine Unterrichtsstunde für ein Fach ist unwiederbringlich vorbei und das nächste Thema steht an.
    Der Nachwuchs soll in erster Linie lernen, einen Text zu verfassen und ein Ergebnis vorzutragen, etc.. Die Möglichkeiten und Funktionen umfangreicher Applikationen haben in der Grundbildung genauso viel zu suchen wie Photoshop als Tool für Screenshots. Sie lenken vom Wesentlichen ab, fressen Zeit und sind eher frustrierend statt motivierend.

    Open source in diesem Umfeld hat einen entscheidenden Vorteil: Lehrende können jedem Kind und allen Eltern sagen: „Wenn ihr außerhalb des Unterrichts damit weitermachen wollt, könnt ihr daheim laden und nutzen“. Anders sieht es aus, wenn Kind A dank Lizenz X von den Eltern gezeigt bekommt, wie man etwas mit Tool Y machen kann und danach zusammen mit Kind B im anderen Haushalt etwas erarbeiten soll, wo keine Lizenz X oder passende Version vorliegt. Wieder geht Zeit für „Schmuck am Nachthemd“ drauf statt für den Lerninhalt.

    • 1ST1 sagt:

      Aus dem Unterricht, den meine Tochter momentan mit Teams macht, sehe ich, dass es ganz gut funktioniert. Ganz so effektiv wie Präsenzunterricht ist es sicher nicht, aber auf jeden Fall besser als nichts.

      • Paul sagt:

        Ich sehe das Video mit einem Versuch:
        1) Eine Japenerin liest real einem Kind einen japanischen Text vorliest.
        2) Einem Kind wird das Video gezeigt, in dem eine Japenerin einen japanischen Text vorliest.

        Rate mal wo das Kind mehr/überhaupt etwas mitbekommen/behalten hat.
        (Zur Info: „Sprache“ nehmen Kindergehirne -vor der Pubertät- wie Kekse die Milch/den Kaffee auf (übertrieben dargestellt))

  11. voko sagt:

    Danke für diesen Artikel, Herr Born. Sie haben damit den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Vorschlag an die Regierenden: Bitte besetzen Sie Posten, wo es um jegliche Art von Entscheidungen über den Ausbau der Digitalisierung geht, mit Fachleuten. Ich denke, dies trifft auch auf viele andere Resorts zu.

    • Paul sagt:

      Und woher bekommst Du diese Fachleute?

      Schon mal gefragt, warum es so viele Lehrer und Beamte im Bundestag gibt, warum soviele Jursisten?
      Alles verkappte Narzisten oder Leute, deren Karriere mit der Wahl des Studiums zuende war?

  12. Doc WP sagt:

    Als jemand, der aus seiner Familie die Probleme hautnah mitbekommt, sehe ich das so, dass die temporäre Einführung von MS Office 365 + Teams in vielen Fällen eine pragmatische Notlösung ist.
    Es gibt leider keine bundes- und nicht einmal landes-einheitlichen stabilen Platformen sondern eine Vielfalt von unterschiedlichsten unterschiedlich ausgereiften Lösungen, von denen sehr viele jetzt unter dem plötzlichen Ansturm zusammenbrechen.
    Natürlich kann man argumentieren, dass da ja 10 Monate Zeit waren, um so etwas zu schaffen, aber das ist in einem föderalistischen System offenbar viel zu kurz.
    MS Teams läuft jedenfalls trotz des Andrangs stabil und ist für Distanzunterricht eigentlich recht gut eingerichtet.
    Vielerorts ist aktuell die Alternative, dass es keinen vernünftigen Distanzunterricht gibt, Aufgaben per Mail oder Messenger hin und her sind auch keine bessere Lösung.
    Daher bin ich auch trotz der datenschutzrechtlichen Bedenken, dafür, das in der aktuellen Lage temporär zu nutzen.
    Ähnlich gute Alternativen, die auf alle Fälle besser DSGVO konform sind, lassen leider noch auf sich warten. Es gibt auch aktuell zumindest in NRW keine rechtssichere Liste von Programmen, die bedenkenlos nutzbar sind. An Bedenkenträgern ist allerdings – wie üblich – keinerlei Mangel

    • Max sagt:

      Wenn man bedenkt, dass wir seit JAHREN(!) über Datenschutz debattieren, ist es geradezu grotesk, dass wir jetzt wieder anfangen zu debattieren, wo doch seit Jahren(!) genug Zeit war eine bundesweit einheitliche Lösung zu entwickeln oder Alternativen mit Kapital und ggf. Personal zu unterstützen, damit die Abhängigkeit zu Microsoft und Co. nicht noch größer wird.

      Warum? Man darf durchaus bezweifeln, dass die Bildungseinrichtungen nach der temporären Verwendung von M365 und Teams dazu übergehen tatsächlich eine Lösung zu entwickeln oder zu etablieren, die M365 und Teams ersetzt. Warum zweimal investieren? Man wird sich dann „aus wirtschaftlichen Gründen“ für Microsoft entscheiden, wie so oft.

    • Ralf Lindemann sagt:

      „Pragmatische Notlösung“ beschreibt die Situation sehr gut, mehr ist es nicht. – Generell dürfte allen klar sein: Software im Schulunterricht und digitale Lernplattformen, vor allem für die Primarstufe und für die unteren Klassen der Sekundarstufe I, sollten unter pädagogischen und didaktischen Gesichtspunkten für die Bedürfnisse von Kindern konzipiert sein. Microsoft 365 als Teil der MS-Office-Produktpalette ist im Kern Erwachsenen-Software, die auf die Nutzungserfordernisse von Erwachsenen zugeschnitten ist: Unabhängig von der Datenschutzproblematik ist der Einsatz im Schulunterricht vor diesem Hintergrund suboptimal und eigentlich nicht wünschenswert. Ich denke, das wissen auch alle, die fachlich nah am Thema dran sind: Pädagogen, Didaktiker, Bildungsforscher, Bildungspolitiker, Software-Entwickler (die als Anbieter in diesem Feld aktiv sind.) Aber was soll man in der aktuellen Pandemie-Situation machen? Man muss die Werkzeuge nutzen, die jetzt zur Verfügung stehen. Es funktioniert irgendwie, mal besser, mal schlechter, aber frustrierend ist es am Ende für alle, nicht zuletzt für die Kinder und Jugendlichen:

      „Alles was Spaß gemacht hat (Sport, mit Freunden treffen, Feiern gehen, entspannt in der Schule mit netten Leuten sein) wurde mir verboten und auch wenn ich verstehe, dass das nötig ist fühle ich mich dadurch sehr einsam.“

      Das Zitat stammt aus einer aktuellen Jugend-Studie der Universität Hildesheim: „Die Corona-Pandemie hat mir wertvolle Zeit genommen. Jugendalltag 2020“. Bei Interesse lässt sie sich hier abrufen: https://doi.org/10.18442/163

  13. GW sagt:

    Aus meinem Umfeld sehe ich, dass es mit O365 funktioniert. Der Fernunterricht leidet nicht unter eingeschränkten Möglichen oder technischen Störungen. Die Schüler und Lehrer können sich auf das „Lernen“ konzentrieren.

    Dort wo andere Plattformen eingesetzt werden, klemmt es oft gewaltig.

    Muss man Microsoft deswegen mögen? Nein. Muss man den Datenschutz für überflüssig halten? Nein. Nur was sind die funktionierenden und jetzt verfügbaren Alternativen? Eine Universallösung die bestens funktioniert UND den hiesigen Datenschutzansprüchen genügt gibt es meines Erachtens derzeit nicht. Dann lieber in den sauren Apfel beim Datenschutz beißen und die Schüler zu guten Abschlüssen führen.

    PS:
    Ob wir hier in DE oder der EU jemals eine „passende“ Lösung hinbekommen, wage ich zu bezweifeln.
    Ähnliche Projekte sich unabhängig zu machen sind krachend gescheitert. Wer erinnert sich an den
    Versuch Google Paroli zu bieten? Quaero und Theseus kennt kein Mensch mehr. Für den Versuch sich von Microsoft unabhängig zu machen, war das Münchener Limux-Projekt ein Paradespiel. Ebenfalls gescheitert. Den gleichen Weg dürfte die Cloud-Alternative Gaia-X beschreiten, nachdem man nun
    genau die Unternehmen aufgenommen hat, von denen man such „eigentlich“ unabhängig machen wollte-Microsoft, Amazon und Google. Datenschutz adieu.

    • Max sagt:

      An der Stelle sollte man allerdings nicht unerwähnt lassen, dass Limux nicht wegen der Software, sondern wegen extrem starken Lobbying von M$ aus dem Weg geräumt wurde.

      Und hier sieht man auch wie aggressiv Microsoft vorgeht. Da geht es nicht darum, welches Produkt das „Bessere“ ist, sondern schlichtweg um das Halten der Monopolstellung.
      Wäre Limux erfolgreich gewesen, wär das ein Leuchtturm-Projekt, welches andere Städte Richtung Open-Source gezogen hätte.

      Es ist sonst auch nicht zu erklären, wie Ballmer und Gates persönlich mit Christian Ude das Gespräch gesucht und ihm gesagt haben, er würde da eine katastrophale Entscheidung treffen.
      https://www.linux-magazin.de/ausgaben/2019/10/interview-2/

      Und solche Sachen, sollte man auch bei der Entscheidung zu MS für Schulen bedenken.
      Es geht hier um ein aggressives amerikanische Softwaremonopol. Das hat im öffentlichen Rahmen einfach nichts verloren.

      Public Money -> Public Code !

      • Knusper sagt:

        Hallo Max,
        ich habe seinerzeit mit Limux-Benutzern zu tun gehabt. Um die Sache zu kippen war wirklich kein „aggressives“ Vorgehen nötig.

        Ja, vielleicht hätte Limux besser eingeführt werden können. Vielleicht hätte man ein gutes Beispiel schaffen können. Vielleicht…

  14. Günter Born sagt:

    Gerade den interessanten Gast-Artikel auf Netzpolitik.org eines Schülers zum Thema gelesen. Ich glaube, besser kann man es wohl nicht darstellen.

    • micha45 sagt:

      In dem geschilderten Fall hatte aber die Schulleitung falsch gehandelt und der Schüler hatte den Schneid, sich dagegen zu wehren.
      Da kann man nur sagen: Respekt.

      Microsoft 365 und die enthaltenen Dienste sind nun mal cloudbasierend. Die Daten, die für die Nutzung der Dienste notwendig sind, werden auf Servern von MS gespeichert.
      Microsoft versichert, dass diese Daten nur für die Verwendung besagter Dienste erhoben und gespeichert werden. Der Datenschutzbeauftrage glaubt es nicht und erklärt diese Art der Datenerhebung für nicht datenschutzkonform.

      Jetzt gibt es eigentlich nur zwei Optionen: Entweder man vertraut der Versicherung des Anbieters, oder man vertraut ihr nicht und darf demzufolge die Dienste nicht nutzen.

      Beweise, dass MS mit den Daten Missbrauch betreibt, liefert man nicht. Man verlangt andererseits von MS, den Beweis dafür zu erbringen, dass kein rechtswidriger Missbrauch der Daten vorgenommen wird.
      Das ist nach unserer Rechtslage vollkommen absurd, denn es gilt auch hier die Unschuldsvermutung und die Bringschuld liegt eindeutig beim Bedenkenträger.

      Was spricht übrigens dagegen, Office 2019 Professional Plus zu nutzen? Keine Cloudanbindung und mit der hat man alle Möglichkeiten, die Erhebung jeglicher Daten zu unterbinden.
      Oder auf alternative Software wie Linux, LibreOffice usw. setzen.
      Da müsste man seitens der Schulen allerdings kompetente IT’ler mit ins Boot holen. Aber dafür ist ja bekanntlich keine Kohle da, wie immer behauptet wird.
      Das ist ein leidiges Thema und die Diskussionen darüber drehen sich immer im Kreis. Was aber niemanden weiter hilft.

      Seit vielen Jahren, schon vor Corona, hat man es in den Bundesländern verpennt, bzw. nicht die erforderlichen Prioritäten gesetzt. Jetzt legt uns diese Pandemie die Versäumnisse unverblümt offen.
      Findet den Fehler.

      • Paul sagt:

        „Beweise, dass MS mit den Daten Missbrauch betreibt, liefert man nicht. Man verlangt andererseits von MS, den Beweis dafür zu erbringen, dass kein rechtswidriger Missbrauch der Daten vorgenommen wird.“

        Woher kenne ich eine deratige „Argumentation“? :-)

        Beweise das der Geheimdienst die Daten abschnorchelt wirst Du nicht finden, die verstehen ihr Handwerk und haben aus Snowden gelernt.

        Es gibt in USA ein Urteil das amerkanische Firmen die „Ermittlungsbehörden“ geheimen Zugriff auf sämtliche Daten geben müssen, egal wo die in der Welt liegen. Das ist unbestreitbar und geht definitiv nicht mit unseren Gesetzen und Freiheitsrechten konform.

        Da der Zugriff geheim erfolgt, darf MS solche nicht offen legen und wird auch alles tun, das davon nichts raussickern kann. Nicht nur wegen der Strafen, sondern auch wegen des Rufes. Daher ist deine obige Argumentation höchst unfair.
        Niveau: „Beweise mir doch das es keine UFOs gibt“

        • micha45 sagt:

          Na ja, über fair oder unfair brauchen wir hier nicht zu diskutieren.
          Dann noch der Vergleich mit den UFOs, oh je ….

          Die Produkte und Dienste von Microsoft, Apple und Google werden weltweit gekauft und genutzt. Von Privatpersonen, Unternehmen und Behörden.
          Gäbe es konkrete Beweise, dass mit der Nutzung massive Rechtsverletzungen einher gehen würden, wäre die Nutzung nicht erlaubt.
          Es geht hier um stichhaltige Nachweise, nicht um Vermutungen, Bauchgefühl oder wilde Verschwörungstheorien.

          Die genannten Unternehmen sind privatbetriebene Unternehmen, die ihre Produkte und Dienste auf dem freien (Welt)Markt anbieten. Es steht jedem frei, ob er die Angebote wahrnimmt oder nicht.

          Kurioserweise haben viele, die Bedenken in Sachen Datensicherheit gegenüber US-Unternehmen hegen, keine Probleme damit, die Produkte von Staatsunternehmen aus China zu kaufen und zu nutzen.

          Die rotzen dann ihren Frust im Internet ab, geschrieben von einem Smartphone der Marke Huawei oder Xiaomi.

          • Anonymous2 sagt:

            Beide Argumente sind valide und unbestreitbar.

            Klar kann Microsoft von NSA und CO gezwungen werden Daten „abzuschnorcheln“. Was die NSA mit den Daten eines Teenagers will, erschließt sich mir aber nicht ganz. Und ob der Schüler in drei Jahren noch auf seine alte Klassenarbeit zugreifen kann, scheint mir auch nur nachgelagert wichtig zu sein.

            Im Gegensatz dazu ist wahrscheinlich schlecht konfigurierte und nicht gepatchte open source Software ohne (hoch)verfügbarkeit an einer schwachen Schul-Internetleitung ein viel größeres Risiko.

  15. Bernard sagt:

    Diese Beamten mit ihren HOHEN Gehältern sollen gefälligst selbst einen Laptop kaufen!!!

    Mit dem gesparten Geld kauft man dann Laptops für sozial schwache Familien.

    • Anonymous2 sagt:

      Der Arbeitgeber stellt die Arbeitsmittel.
      Oder kauft der angestellte Maler selbst die Farbrolle oder der Sachbearbeiter auch selbst seinen PC?
      Die Höhe des Lohns ist hierbei absolut irrelevant.

      Das Sozial Schwache Familien ein Anrecht auf ein Laptop haben sollten steht auf einem ganz anderen Blatt.
      Auch hier schläft die Regierung wieder gewaltig.
      Zum Glück gibt es zumindest bei Harz4 jetzt ein Präzedenzurteil.

      • Zocker sagt:

        Kann denn beim Lehrer die private Nutzung ausgeschlossen werden? Beim Maler und Sachbearbeiter ist das der Fall.
        Außerdem kann man das Geld besser in Bildung investieren.

  16. Stefan Beck sagt:

    Hallo,
    an unserer Schule hier in BW wird leider auch MS Teams genutzt.

    Ich möchte nur auf 2 Dinge hinweisen.

    1. Es wird immer davon ausgegangen jeder nutzt MS-Windows. Wir nutzen es im Browser, da auf meine Rechner nicht jede Software installiert wird, nur weil jemand das so möchte (in diesem Fall Schule/Kultusministerium). Aber Videokonferenz funktioniert bei uns damit nicht. Also gibt es jetzt ein Ipad von der Schule das zudem in unserem Gast-WLAN läuft.
    Weiterhin ist unser Haushalt MS-Free.

    2. Von intuitiver Bedienung kann man nicht wirklich sprechen. Selbst MS hat jetzt Lernvideos für Teams zur Verfügung gestellt.

    Viele Grüße,
    Stefan

  17. Paul sagt:

    Wenn etwas kostenlos ist, bist Du Ware, und nicht Kunde.

    Ein Schüler ist hier jämmerlich an Crack verreckt.
    Der erste Schuß war kostenlos „Probier mal“.

    Schon mal aufgefallen?
    Nur Dealer und Software-Hersteller nennen ihre Kunden „User“.

  18. Paul sagt:

    Bei Telekom und Microsoft fällt mir wieder ein, das die Telekom (nach der Aktieneinführung?), seine Mitarbeiter aufforderte in Ortsbeiräten und Vereinen usw. zu schauen, was die Telekom da noch machen könne und das den Vorgesetzten zu erzählen.
    Die Aktion wurde allerdings abgebrochen als sie bekannt wurde.
    Die Telekommitarbeiter wollten sich nicht als Spitzel mißbrauchen lassen.
    Genauso wie die Aktion der Gelben Post, brei der die Briefträger zu den Adressen „wertschätzende“ Informationen sammeln sollten, wenn sie im Haus waren. (Die Postboten laufen hier mit dicken Schlüsselbünden herum da die Briefkästen oft nicht von Aussen zu erreichen sind.) Auch diese Aktion wurde abgeblasen als sie bekannt wurde.
    Es zeigt aber dennoch welch Geistes Kind da Regie zu führen scheint.

  19. Blubmann sagt:

    Naja was will man tun. Solange es kein rechtskräftiges Urteil gibt (was den Einsatz von Teams explizit verbietet – Schrems-2 tut das nämlich so gesehen auch nicht – gerne Gegenstimmen, falls ich was übersehen habe), besteht auch so gesehen kein Handlungsbedarf…Siehe die Firmen, die Teams einsetzen. Ein ganz schwieriges Thema. Zumal Microsoft da natürlich als Quasimonopol (und ja das ist so, ich kenne einige Software, die nur mit Microsoft funktioniert, und auch viele Programme der lieben Anwälte brauchen zwingend Office) die ganze Sache sehr geschickt macht. Die Firmen rennen gerade zu ihren Systemhäusern und wollen das ganze Paket. Alles in die Cloud und gut ist.

    Die Berliner Aufsichtsbehörde hat gar nicht die technischen Aspekte von Teams angeschaut. Lediglich die organisatorischen Regelungen waren ausschlaggebend. Wobei hier Microsoft schon nachgebessert hat. Aber wir wissen ja durch die Auswertung vom BSI, dass alles unter Enterprise (was ja nochmal etwas mehr kostet und auch nicht einfach für Privatpersonen verfügbar ist) eh für die Katz ist. Deshalb gehe ich mal davon aus, dass viele die gegen Teams schießen dennoch Windows 10 Home oder Pro im Einsatz haben, also so gesehen eh schon alles abgegeben haben – by the way. Hut ab, an die, die mit Linux unterwegs sind.

    Es ist halt ein Witz, Microsoft lacht sich über Punkte wie privacy-by-default und privacy-by-design den Ast ab und gefühlt macht keiner was. Ich bin mir sicher man könnte das Regeln, aber da ist sich Microsoft zu fein und unsere Behörden zu unfähig bzw. zu klein/schwach. Gleiches Spiel mit Facebook und Konsorten. Unsere Aufsichtsbehörden dürfen nicht wirklich eingreifen, weil die Irische sagt man solle den Ball flach halten. Man möchte ja nicht auf die Steuern verzichten (wenn Facebook in Irland dicht macht, weil die Behörden schräg kommen), die abgeworfen werden.

    Ein Dilemma auf vielen Ebenen, die nur noch verwirrt, verunsichert und letztlich für Chaos sorgt.

  20. Anonymous2 sagt:

    Sofern diese Lösungen nicht Zentral mindestens auf Bundeslandebene gehostet/koordiniert und betrieben werden ist das Wunschdenken. Ich glaube nicht, dass in es überhaupt irgendwann mal ausreichend Zeit und Know-How auf Sprengel oder Schulebene geben wird. Und ich kenne jetzt kein Bundesland, dass sich dort jetzt schon hervor getan hätte.

    Ich kann jede Schule verstehen die auf MS365, Zoom etc. setzt. Wir brauchen die Lösungen jetzt und nicht in 5 Jahren.

    Bis man auf höherer Ebene mal begriffen hat, dass Umsetzungen auf Schulebene keinen Sinn machen, und zentral Lösungen evaluiert, geprüft und gehostet werden müssen, haben die Schüler von heute Ihre Ausbildung oder ihr Studium schon abgeschlossen…

    • Andreas Terveen sagt:

      …oder sind bereits in frührente (wegen Streß mit den eigenen Frickellösungen!!) ;-))

      Die aktuelle „höhere Ebene“ ist nach dem „Peter“-Prinzip dort hingekommen. Daher ist von denen – außer Corona-Blödsinn und Verboten – nichts, aber auch rein gar nichts zu erwarten.
      Die fangen – wenn überhaupt – erst dann mit dem Denken an, wenn das Kind (in dem Fall: die Schulen) in den Brunnen gefallen und vollständig vom aktuellen Stand der Technik angehängt sind!
      Beispiel gefällig: Der Digitalpakt: Milliarden Euro vorhanden, aber nur für Hadrware und Software zu verwenden. Und wer macht bitte die Betreuung dieser HW & SW? Wer installiert, wartet und betreut die Lösungen? Wer erstellt und relaisiert die Sicherheitskonzepte? Lehrer in ihrer Freizeit vielleicht?? – Gelächter im Schießkino! Für Personalkosten (egal ob Festanstellung oder Projektbeauftragung) ist natürlich kein Geld vorgesehen. Wo soll das bitte herkommen, wo manche Schulen nicht mal Geld dafür haben, SchülerInnen Arbeitsblätter zur Verfügung zu stellen.
      „Dilletanten an der Macht“ – die Lösung von Grönemeyer erscheint im Nachhinein erheblich durchdachter!!

  21. Marco sagt:

    Ich sehe nebst dem Datenschutz das Hauptproblem darin, dass man sich mit Office 365 zu 100% von Microsoft abhängig macht, respektive eine bereits vorhandene Abhängigkeit durch eine Neue ersetzt.

  22. Günter Born sagt:

    In Baden-Württemberg laufen ja Koalitionsverhandlungen zwischen Grün und Schwarz. Man erinnert die Koalitionäre an das alte Open Source-Versprechen und
    fordert … den Wandel.

    Open Source in Baden-Württembergs Schulen

  23. bb sagt:

    Werft mal einen Blick nach Estland. Da schafft der Staat einheitliche Lösungen die funktionieren und ziemlich oft sogar den Hackerangriffen des östlichen Nachbarn standhalten. Onlineunterricht ist denen dort auch nicht erst mit Covid eingefallen…

    Zum Thema Microsoft:
    Wenn es auch hierzulande gebräuchliche, leistungsfähige und günstige Alternativen gibt, gerne was anderes. Das Ökosystem aus Redmond funktioniert zumindest im Arbeitsumfeld derzeit gut, stabil, hat einen halbwegs vernünftigen Support und wird auch in 5 Jahren noch da sein. Im Schulbereich sehe ich einen ähnlich potenten Anbieter mit einer halbwegs langen Überlebensdauer nur gegen Münzeinwurf oder von ganz oben unterstützt.

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