Microsofts Informationen zur Flash-Entfernung in Windows 8.1/Windows 10

Windows[English]Auch wenn Adobe Flash seit Anfang Januar 2021 in Windows 8.1 und Windows 10 deaktiviert wurde, steckt möglicherweise noch Code in den Betriebssysteminstallationen. Nun hat Microsoft still und leise seine Pläne zum Entfernen von Flash aus Windows aktualisiert. Ab Juni 2021 wird ein neuer Versuch unternommen, das Adobe Flash-Player aus Windows zu entfernen.


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Der lange Abschied von Flash

Einer der größten Fehler Microsofts war (zumindest in meinen Augen), den Adobe Flash-Player in Windows 8.1 sowie Windows 10 als Bestandteil des Betriebssystems auszuliefern. Damit muss Redmond jetzt Updates ausrollen, um den Flash-Player aus dem Betriebssystem zu entfernen. Allerdings ließ Adobe den Support für den Adobe Flash Player zum Jahresende 2020 geplant auslaufen. Das heißt, es gibt von Adobe keine Sicherheitsupdates mehr für dieses Produkt (siehe auch Adobe Flash erreicht Supportende).

Das kommt aber keinesfalls überraschend, denn Adobe hatte ja bereits im Juli 2017, zusammen mit Technologiepartnern wie Microsoft,  angekündigt, dass der Adobe Flash Player nach Dezember 2020 nicht mehr unterstützt wird. Ich hatte im Blog-Beitrag Flash ist tot! Ab 2020 geht’s zu Ende … über diese Ankündigung berichtet. Und Microsoft hatte seinerzeit den Fahrplan zum Ausstieg aus Flash skizziert. Adobe selbst hatte mit einem Update des Flash-Player einen Kill-Switch eingebaut, der diesen am 12. Januar 2021 deaktiviert.

Ende 2020 wurde die Möglichkeit, Adobe Flash in Microsoft Edge und im Internet Explorer auszuführen, in allen unterstützten Versionen von Microsoft Windows entfernt. Gleichzeitig haben die Browser-Entwickler den Adobe Flash Player bzw. die Flash-Unterstützung aus Produkten wie Chrome, Edge oder Firefox rausgeworfen.

Im Blog-Beitrag Microsoft: Flash Player ab Herbst entfernbar, ab 2021 Supportende hatte ich darauf hingewiesen, dass der Flash Player in 2021 durch kumulative Updates aus Windows entfernt werde (konkret gilt dies für Windows 8.1 bis Windows 10 samt den Server-Pendants und Windows Embedded 8 Standard). Die am Beitragsende verlinkten Blog-Beiträge gehen auf dieses Supportende und spezielle Aspekte noch detaillierter ein. Und mit den Hinweisen im Artikel Update entfernt Flash zwangsweise aus Windows 10 hielt ich das Thema eigentlich für abgeschlossen.

Microsoft legt neuen Fahrplan vor

Den Kollegen von Bleeping Computer ist aufgefallen, dass Microsoft den Artikel Update on Adobe Flash Player End of Support vom September 2020 stillschweigend im April 2021 nochmals aktualisiert haben. Dort finden sich nun Informationen über kommende Flash-Entfernen-Updates. Microsoft verwendet das Update KB4577586 „Update zur Entfernung von Adobe Flash Player“, um den Flash Player aus Windows entfernen.  Nun plant Microsoft dieses Update in kumulativen Updates zu integrieren und gibt folgende Zeitpläne bekannt.

  • Ab Juni 2021 wird Update KB4577586 im Vorschau-Update für Windows 10, Version 1809 und höhere Plattformen, enthalten sein. Es wird auch in jedem nachfolgenden Letzten Kumulativen Update enthalten sein.
  • Ab Juli 2021 wird Update KB4577586 im Letzten kumulativen Update für Windows 10, Version 1607 und Windows 10, Version 1507 enthalten sein. Das KB wird auch im monatlichen Rollup und dem Security Only Update für Windows 8.1, Windows Server 2012 und Windows Embedded 8 Standard enthalten sein.

Zudem wird in Windows 10 beim Upgrade auf Windows 10, Version 21H1 oder höher, Flash entfernt.  KB4577586 kann auch direkt aus dem Microsoft Update Catalog heruntergeladen und dann installiert werden, um Flash manuell zu entfernen. Das trifft vor allem Anwender, die sich eine alte Version des Flash Player aus obskuren Quellen besorgt haben, um diesen unter Windows 8.1/10 weiter nutzen zu können.

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15 Antworten zu Microsofts Informationen zur Flash-Entfernung in Windows 8.1/Windows 10

  1. Scyllo sagt:

    Checke das jetzt leider nicht so ganz….

    „Reichte“ KB4577586 nicht bzw. ist der Flash Player nun also doch noch nicht (restlos) entfernt worden?

    • Anonymous sagt:

      KB4577586 war ein optionales Einzelpatch.
      Im Juli ist die Flash-Entfernung dann mit im kumulativen monatlichen Securitypatch enthalten.

      • Scyllo sagt:

        Hmmm…danke.

        Kam mir so vor, als sei KB4577586 „damals“ automatisch installiert worden.

        So kann man sich täuschen.

        Aber mal blöd gefragt: weswegen haben nicht bereits alle KB4577586 optional installiert?

        Nutzen konnte man den Flash Player doch eh nicht mehr, oder irre ich da erneut?

    • Micha sagt:

      Nein hat das Update damals nicht geschafft. Habe damals KB4577586 am 30.10.2020 aus dem Update Catalog heruntergeladen und auf beiden PCs installiert.

      Auf einem meiner beiden Windows 8.1 PCs ist noch der „Flash Player Einstellungsmanager“ in der Systemsteuerung vorhanden. Bei dem anderen wurde er entfernt.

      Im „WinSxS“ Ordner sind auch noch verschiedene Flash Player Reste vorhanden. Beide PCs sind davon betroffen.

      • Scyllo sagt:

        Wird denn dann KB4577586 nochmals „überarbeitet“, um wirklich alle „Reste“ zu entfernen, oder wird lediglich die alte Version ab Juli in das kumulative Update „eingebaut“?

  2. Chris sagt:

    Klasse! Ganze 6 Monate um obsolente Software zu entfernen – ganz ohne die bekannte Timeline von Adobe zu berücksichtigen: Da könnte man ja schon davon sprechen, das Microsoft 1,5 Jahre verschlafen hat. Und „nur“ deinstallieren (wie bei Flash für Drittbrowser) funktioniert auch nicht?
    Das lässt in meinen Augen nur wenige Optionen offen:
    1. Die meisten Entwickler bei Microsoft sind Stümper.
    2.Die meisten Entwickler bei Microsoft sind keine Stümper, müssen Drittsoftware aber derart anpassen damit…
    2a) Daten an Microsoft weitergeleitet werden?
    2b) Regierungsorganisationen Daten ableiten können?
    2c) Amerikanische Arbeitsplätze gesichhert werden?
    2d) Flash doch noch eine Zukunft hat – und sei es nur schlummernd im Betriebssystem als Backdoor?
    Bitte Antworten, damit ich vom Holzweg runter komme. :-)

    • Matze95 sagt:

      Ich arbeite für einen IT-Dienstleister bei einem großen Deutschen Unternehmen im IT-Support.
      Eben jenes Unternehmen hat das Ende von Flash komplett verpennt, trotz ewig langer Vorlaufzeit. Z.B. funktionierten „auf einmal“ diverse Plattformen für interne webbased Trainings nicht mehr und niemand sah sich in der Verantwortung.
      Die betroffenen Intranetseiten wurden nur einer Ausnahme-Policy hinzugefügt und laufen teils heute noch.
      Ab Juli kommt dann die nächste Ticketwelle, wo Tool xy „auf einmal“ nicht mehr funktioniert.
      Das wird wahrscheinlich auch bei vielen anderen Unternehmen so gelaufen sein und Microsoft hat dem Druck der Business-Kunden nachgegeben. Das wäre zumindest meine Erklärung.

  3. Thorky sagt:

    Es könnte vielleicht hiermit zusammen hängen:
    https://www.deskmodder.de/blog/2020/11/16/windows-10-update-bereinigung-loescht-nicht-alles-flash-player-updates-koennen-die-ursache-sein/

    Bei mir lässt sich als einziges der früheren Updates das „Security Update for Adobe Flash Player“ vom 10.05.2020 nicht deinstallieren, bekomme die Funktion „Deinstallieren“ nach Rechtsklick auf die Zeile nicht angeboten.

  4. mw sagt:

    Das zeigt wo die Geschichte hingeht: Enteignung des eigenen Rechners. Microsoft hatte mir ein unbegrenztes Nutzungsrecht eingeräumt. Und jetzt betreiben sie Computersabotage, entfernen ungefragt Kode aaus dem System und widerrufen einseitig das Nutzungsrecht? Mal abgesehn von der Begründung, ob die moralisch angemessen ist oder nicht, die Entfernung von Flash ist keinesfalls rechtens. Und es gibt immer noch Gründe, warum man Flash benötigt. Das muß nicht unbedingt etwas mit dem Internet zu tun haben. Das Vorgehen zeigt aber ganz deutlich, daß die Rechte des Nutzers immer mehr eingeschränkt werden und die Anbieter bestimmen wollen, was der Mensch an Comuterprogrammen zu nutzen hat oder auch nicht. Es ist schon irre schwierig und bervig Firefox Zwangsupdates abzugewöhnen. Da ist mir meine Selbstbestimmung wichtiger und überall da wo es geht, schmeiße ich diese Gängelsoftware raus.

    • vizpan-d sagt:

      diese ewig gleiche Nölerei kann man, sorry, nicht mehr ernst nehmen. Fällt keine andere Litanei mehr ein? Dann ist ja hier der richtige Anlaufpunkt… :-D

      => Produkte der Fa. MS waren schon immer gängelnd, den User bestimmend, was er zu nutzen hat – oder besser soll. Das ist absolut keine neue Erscheinung!
      Linux auf der anderen Seite existiert ebenfalls seit vielen Jahren, das gut funktional.
      So what?!

      • Günter Born sagt:

        Zu deinem Kommentar fällt mir spontan eine kleine Geschichte ein, die wir als junge Ingenieure bei unserem Arbeitgeber, einer großen Chemiefirma erzählt haben.

        Im Raum stehen ein Schreibtisch und ein Stuhl, wobei jemand da Reißzwecken auf der Sitzfläche ausgeschüttet hat.

        Bei der BASF kommt der Mitarbeiter in den Raum, sieht die Reißzwecken, denkt „was soll der Scheiß“, wischt die Dinger weg und setzt sich auf den Stuhl.

        Bei Bayer kommt der Mitarbeiter in den Raum, sieht die Reißzwecken, denkt „ups, komisch“ und setzt sich auf die Vorderkante, so dass die Reißzwecken nicht stören.

        Bei uns *1) kommt der Mitarbeiter in den Raum, sieht die Reißzwecken, setzt sich auf den Stuhl, schweigt und denkt „der Vorstand wird sich schon was bei gedacht haben“.

        *1) Den Namen des Chemieunternehmens nenne ich mal nicht, das Unternehmen gibt es nicht mehr – zwei oder drei Jahre, nachdem ich da weg war, ist der Laden zerschlagen worden – war ja keiner mehr da, der lautstark gemeckert hat ;-).

        Tja, man könnte den Raum verlassen (übertragen das Unternehmen oder hier das Betriebssystem wechseln) – doof, wenn das aus gewissen Gründen nicht geht.

        Man könnte das „dankbar“ annehmen, die Leute werden sich was bei gedacht haben.

        Man könnte sich auch lautstark beschweren „eh Leute, was soll der Mist, macht das weg, sonst setze ich mich nicht auf dem Stuhl“. Wenn der Aufschrei groß genug ist und die Verantwortlichen feststellen, dass das mit den Reißzwecken nicht ohne Geschrei klappt, wird man es eventuell lassen.

        Denke mal drüber nach, was das mit dem Thema Windows oder Office zu tun haben könnte ;-).

      • micha45 sagt:

        Immer dieser unsinnige Vergleich Windows vs. Linux.
        Windows != Linux (korrekt: GNU/Linux-Betriebssystem)

        Ich empfehle, sich mal den Beitrag über den nachfolgenden Link zu Gemüte zu führen, da kommt dann hoffentlich für so manchen sich auf dem Holzweg befindlichen endlich die Erleuchtung:

        h**ps://www.felix-schwarz.name/files/opensource/articles/Linux_ist_nicht_Windows/

        Hinweis: Die beiden ** sind durch tt zu ersetzen. :-)

    • Micha sagt:

      Da muss ich nur an Kopierschutztechnologien denken. Software und PC-Spiele die eine Onlineaktivierung brauchen werden dann wahrscheinlich auf legalen Weg nicht mehr nutzbar sein.

      Solche Probleme betreffen irgendwann mal jeden. Mir nutzt ja schließlich eine Lizenz für ein Windows XP Spiel nichts mehr wenn es den Client zum Installieren (z.B. Steam) nur noch für Windows 10 geben wird. Momentan gibt es den zwar noch für Windows 7 aber das wird sicherlich auch bald enden.

      Nur Programme die eine Lokale Aktivierung oder keine benötigen werden solange laufen wie entsprechend alte Hardware beschaffbar ist. Auf dem alten Systemen kann man dann auch wieder entsprechende Laufzeitkomponenten Installieren und das Wunschprogramm laufen lassen. Solange man das ohne Internetzugang macht ist die Gefahr für andere Geräte relativ gering. Nur auf Wechseltastenträger muss man halt aufpassen. Stuxnet hat ja gezeigt wie gut man die zur Verbreitung von Schadsoftware nutzen kann.

      • chw9999 sagt:

        Für Altprogramme mit lokaler Aktivierung: ich habe mir eine WinXP.ova für VirtualBox direkt von Microsoft heruntergeladen. Sogar Win7 (und z.B. für Linuxer interessant: auch Win10 unter h**ps://developer.microsoft.com/de-de/windows/downloads/virtual-machines/) gibt es dort ebenfalls. Win95 und Win98 finden sich ebenfalls im Netz.
        Meine XP-ova läuft 3 Monate, dann lässt sie sich nicht mehr starten. Ohne einen Neustart (per Sicherungspunkt in der VM) hält sie auch noch länger, halt bis zum Neustart :)
        In der VM ist das Abknipsen des Netzwerkzuganges auch ganz simpel per Knopfdruck zu erledigen, und zusätzliche Programme oder Daten kommen über ein Tauschlaufwerk rein. Online-Registrierungen funktionieren so natürlich nicht.
        Aber: So kann sogar WinXP USB3.0 ;)

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