Audiowiedergabeprobleme, wegen des Diensts "Windows-Audio-Endpunkterstellung"

Manche Anwender haben das Problem, dass die Audiowiedergabe nicht funktioniert. Der Windows Media Player stürzt ab, oder es kommt kein Ton. In einigen Fällen ist der Dienst “Windows-Audio-Endpunkterstellung” an den Problemen beteiligt. Zeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.


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Fehlerbild 1: Kein Ton bei der Audiowiedergabe

Es gibt Fälle, wo beim Abspielen von Videos und Musik im Windows Media Player kein Ton auf den Lautsprechern ausgegeben wird [8]. Sofern ein fehlender oder defekter Audiotreiber, eine Fehlkonfiguration des Audioausgangs oder ein Hardware-/Verkabelungsproblem ausgeschlossen werden kann, ist die Signalkette zur Wiedergabe gestört.

Fehlerbild 2: Windows Media Player stürzt ab

Das andere Fehlerbild ist kurz und knapp: Der Windows Media Player stürzt beim Versuch einer Audio- oder Videowiedergabe ab [1]. Oder es gibt eine Fehlermeldung, beim Versuch, auf Audio-Komponenten zuzugreifen [10].

Geht man dem Problem nach, stellt sich heraus, dass der Dienst “Windows-Audio-Endpunkterstellung” am Problem beteiligt ist. Deaktiviert man den Dienst, klappt zwar das Abspielen von Video- und Audiomaterial, aber der Ton fehlt. Unter [2] habe ich bei einer Recherche den Fall gefunden, dass der Dienst sogar bei der Audiowiedergabe stoppt.


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Wozu ist der Dienst “Windows-Audio-Endpunkterstellung” da?

Der Dienst verwaltet die Audiogeräte [6, 7, 11], sprich, er ermittelt die Audiokonfiguration und sorgt dafür, dass Audioausgaben an das gewählte Ausgabegerät (Lautsprecher, Kopfhörer etc.) ausgegeben werden. Zusätzlich stellt der Dienst einen Audioendpunkt bereit, der Audiosignale von der Windows Media Foundation-Filterkette entgegennimmt. Diese Filterkette wird zur Decodierung/Aufbereitung von Audio- und Videosignalen verwendet. Hierzu kommen DSO-Filter, nach landläufiger Ausdrucksweise als Codecs bezeichnet, zum Einsatz (aber dieses Detail interessiert in diesem Zusammenhang nicht).

Falls also ein Benutzer den Dienst deaktiviert oder dieser Dienst abstürzt, kann natürlich kein Ton kommen. Eine fehlerhafte Konfigurierung kann zu allerlei kuriosen Effekten führen. Etwas verwirrend ist dabei auch der berichtete Effekt, dass Systemklänge eventuell doch hörbar sind (mögliche Erklärung: weil diese u. U. direkt an den Audiotreiber geleitet werden).

Diagnose durch Windows 7 ausführen lassen

Unter [9] findet sich eine Anleitung, wie sich Probleme bei der Audioausgabe schrittweise durch Windows 7 diagnostizieren und beheben lassen. Nicht immer wird das aber zum Erfolg führen – speziell, wenn der Dienst zur Windows-Audio-Endpunkterstellung abstürzt. Dann gilt es eine Eigendiagnose auszuführen.

Die Problemursache ist?

Nun stellt sich nur noch die Frage, was die Abstürze des Diensts oder des Windows Media Players verursacht. Eine Möglichkeit besteht darin, dass abhängige Dienste nicht gestartet werden können. Hier gilt es, den Dienst und dessen Abhängigkeiten zu prüfen. Der Dienst ist üblicherweise auf “Automatisch” gestellt. Meist ist dies aber nicht die Ursache für den Absturz bzw. die Fehlfunktion.

Eine weitere Möglichkeit wäre auch ein defekter Audiotreiber, der den Dienst in den Orkus reißt. In diesem Fall dürfte aber auch die Wiedergabe von Systemklängen mit hoher Wahrscheinlichkeit betroffen sein. Unter [3] habe ich bereits den Fall beschrieben, dass ein nicht Standardtreiber die Wiedergabe von DRM-Material deaktiviert und zu einer entsprechenden Fehlermeldung führt.

Konkret ist es so, dass ein Audiotreiber um system effect Audio Processing Objects (sAPO) erweitert werden kann. Diese Objekte sollen digitale Signalverarbeitungs-Effekte in der Audioausgabe ermöglichen. Hierzu kann der Hersteller die sAPO an drei Stellen (pre-mix render, post-mix render, capture) in der Audiodatenverarbeitung einfügen.

Spielt solch eine sAPO-Erweiterung verrückt, hat dies natürlich auch einen Einfluss auf die Audiowiedergabe. Neben der Blockade DRM-geschützten Materials kann auch der Dienst “Windows Audio Endpunkt erstellen” betroffen sein. Falls also das Problem auftritt, prüfen Sie, ob Treibererweiterungen mit sAPO-Erweiterungen, Audials-Treiber, iTunes-Treiber, Napster-Erweiterung etc. installiert sind. Anschließend gehen Sie schrittweise vor, deaktivieren bzw. deinstallieren diese Zusätze und prüfen, ob das Problem gelöst ist.

Unter [1] waren “Treiberverbesserungen” die Ursache für die Abstürze des Windows Media Player und die Beeinflussung des Diensts “Windows-Audio-Endpunkterstellung”. Sollten mir noch weitere Ursachen bekannt werden, trage ich diese hier nach.

Hinweis: Unter [10] wird noch der Fall beschrieben, dass bei Anwahl des Audio-Managers ein Shell-DLL-Fehler auftritt. In diesem Fall war der Dienst “Windows-Audio-Endpunkterstellung” nicht beteiligt – hier half eine Neuinstallation des Audiotreibers.

2. Ursache: Dienst zur Energieverwaltung (Power Service)

Auf eine ganz andere Ursache bin ich gestoßen, als ich im Web nach “service audio endpoint builder” recherchiert habe. Unter [11] findet sich der Hinweis, dass der Dienst “Windows Audio-EndPunkt-Erstellung” von den Diensten “Power” und “Plug&Play” abhängt. Ist Plug&Play als Dienst gekillt, werden die Hardware-Komponenten nicht mehr erkannt (wäre eine Erklärung, warum Anwender mit USB-Headsets gelegentlich Probleme mit der Audiowiedergabe haben – der USB-Treiber wird zwar installiert, kann aber vom Dienst “Windows-Audio-Endpunkterstellung” nicht zugeordnet werden).

Die wirkliche Gefahr schlummert jedoch an einer anderen Stelle: der Optimierungswahn lässt grüßen – manche Anwender deaktivieren den Windows 7-Dienst “Stromversorgung”:

C:\Windows\system32\svchost.exe -k DcomLaunch

Dieser Dienst verwaltet die Energierichtlinie und die Zustellung der Energierichtlinienbenachrichtigung. Und folgerichtig bin ich unter  [12, 14] an genau dieser Stelle fündig geworden. Anwender, die den “Power-Service” deaktivierten, stellten nach einiger Zeit fest, dass die Audioausgabe nicht mehr funktionierte – hatten natürlich die Deaktivierung des Diensts nicht mehr auf dem Radar.

Der Dienst “Windows Audio-EndPunkterstellung” besitzt neben dem Dienst “Plug&Play” noch die zweite Abhängigkeit in Form des “Audio-Diensts”. Falls die obigen Maßnahmen nicht greifen, also auch mal nachsehen, ob dieser Dienst überhaupt gestartet werden kann.

Windows Audio-Endpunkterstellung – Klasse nicht registriert

Meldet Windows 7, dass die Klasse für die “Windows-Audio-Endpunkterstellung” nicht registriert sei [4]? In diesem Fall ist entweder etwas in der Registrierung kaputt oder es sind Systemdateien beschädigt. Geben Sie cmd im Suchfeld des Startmenüs ein, drücken Sie Strg+Shift+Enter und bestätigen Sie die Benutzerkontensteuerung. Danach geben Sie den Befehl sfc /scannow ein und drücken die Eingabetaste.

Liefert die Systemdateiprüfung Fehler und kann diese reparieren? Testen Sie, ob das Problem anschließend behoben ist. Falls Fehler nicht repariert werden können oder das Problem weiter auftaucht, empfiehlt sich eine Inplace-Update-Installation [5].

Windows Audiodienst läuft nicht

Erscheint ein rotes X beim Lautsprechersymbol und es kommt kein Ton. Die erste Maßnahme wäre eine Problembehandlung (über das Kontextmenü des Lautsprechersymbols) auszuführen. In diversen virtuellen Maschinen hatte ich dieses Problem häufiger. Half die Problembehandlung nicht, wurde dies durch automatische Treiberupdates kurz nach der Windows 7-Installation behoben. Gegebenenfalls ist auch eine Systemdateiprüfung gemäß dem vorherigen Abschnitt durchzuführen.

Falls dies alles nicht hilft und Windows 7 meldet "Der Dienst "Multimediaklassenplaner” konnte nicht gestartet werden” bzw. es wird der Fehler 193:0xc1 ausgeworfen, liegt das Problem etwas tiefer. Dann kann der Windows Audiodienst nicht starten. Der Dienst hat zwar keine Abhängigkeiten, wird aber von anderen Diensten verwendet.

Neben einer Überprüfung des Audiotreibers sollte auch die Anmeldung für verschiedene Dienste kontrolliert werden. Über dienste im Suchfeld des Startmenüs eingeben und Strg+Shift+Enter drücken lässt sich der Dienste-Manager aufrufen.

  • Der Dienst Multimediaklassenplaner sollte auf Automatisch stehen und gestartet sein. Auf der Registerkarte Anmelden sollte nur das Optionsfeld Lokales Systemkonto markiert sein.
  • Der Windows Audiodienst sollte ebenfalls gestartet sein und auf dem Starttyp “Automatisch” stehen. Auf der Registerkarte Anmelden ist bei mir das Optionsfeld Dieses Konto markiert. Als Konto ist Lokaler Dienst eingetragen. Das Kennwort bleibt leer (bei mir werden Sternchen angezeigt).
  • Stehen beim fehlerhaften System andere Einstellungen an, sollten diese gemäß obigen Hinweisen angepasst werden. Nach einem Neustart ist zu prüfen, ob der Audiodienst starten kann. Unter [15, 16, 17, 18] finden sich weitere Hinweise zur Problösung.

    Links
    1: Microsoft Foreneintrag
    2: Windows Audiodienst stoppt bei Audiowiedergabe (Foreneintrag)
    3: Fehler 0xC00D11B1 bei DRM-Titeln im WMP 12
    4: Windows Audio-Endpunkterstellung – Klasse nicht registriert
    5: Windows 7 Inplace Upgrade (Dr. Windows How-To)
    6: Windows Dienste: Windows-Audio-Endpunkterstellung
    7: Windows Dienste-Übersicht (Dr. Windows)
    8: Audioausgabe ausgefallen
    9: Problembehandlung bei Audioausgabe
    10: Audio-Problemdiskussion in MS-Foren
    11: Wiki-Eintrag Windows Audio EndPoint Builder
    12: Diskussion im Windows7-Forum (englisch, mit Problemlösung)
    13: RDP-Service AudioEndpoint API Reference (englisch)
    14: Microsoft US-Forendiskussion (englisch)
    15: Microsoft Forendiskussion
    16: Audioservice will not run (englisch)
    17: Steps to re-enable audio service (englisch)
    18: Forendiskussion (englisch)


    Weitere Infos zu Windows 7 finden sich in meinen Windows 7-Titeln.


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    2 Antworten auf Audiowiedergabeprobleme, wegen des Diensts "Windows-Audio-Endpunkterstellung"

    1. Pingback: Anonymous

    2. jero sagt:

      Vielen Dank, super Hilfe! Die Systemdateiprüfung hat mich gerettet…

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