iBooks: Geniale iPad-App mit eklatanten Schwächen?

Das iPad als solider eBook-Reader, dass wär’s doch! Und mit iBooks liefert Apple ja auch gleich eine geniale App “für lau” dazu. Nachdem ich jetzt das iPad etwas mehr als 2 Monate habe, beschleicht mich immer häufiger die Frage, “was hat sich Apple beim iPad und vor allem bei iBooks gedacht?”Zeit, mal einen detaillierteren Blick auf iBooks zu werfen.


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Ich geb’s ja zu, ich war schon schwer beeindruckt, als ich iBooks zum ersten Mal richtig sah. Der Vorstandsvorsitzende einer kleinen AG zeigte das iPad in einer kleinen Runde. Als ich das iBooks-Symbol ansprach, rief er die App auch gleich auf und erläuterte, wie einfach der Zugriff auf Bücher “per Bücherregal” sei. Er hatte zwar nur Wilhelm Busch mit Max & Moritz vorrätig, erwähnte aber seinen kleinen Sohn, der solche Geschichten vorgelesen haben wolle. Und die iBooks-Handhabung erschien mir echt als trivial …

Rückblick auf die Buchmesse 2010

Auf der Frankfurter Buchmesse 2010 bin ich durch einige Ausstellerhallen gewandert und hatte mir “eBook-Reader” angeschaut. Sind doch alle meine Bücher seit fast 10 Jahren als eBooks verfügbar. Die Tantiemen in diesem Bereich bewegen sich zwar pro Quartal nur so zwischen 29 Euro-Cents bis zu 3 bis 4 Euro pro Titel. Gleichzeitig darf ich aber verfolgen, wie die eBooks ihren Weg in illegale Download-Portale finden.

Aber sehen wir es mal nicht so eng, liefen doch viele Verlagsmanager großer Häuser und die Vertreter von Libri & Co. mit Dollarzeichen in den Augen durch die Gänge. eBooks und die neuen eBook-Reader sollten es schon richten. Daher wollte ich verstehen, was dahinter steckt – wenn ich schon 100 – 200 Euro für so ein Teil ausgebe, muss das ja “foolproof” in der Bedienung und haptisch auch sehr ansprechend sein.

Damals bin ich doch sehr konsterniert nach Haus gefahren. Fazit: Bezüglich Kopierschutz konkurrieren verschiedene Verfahren um die Gunst der Verleger. Jedes lässt sich wohl aushebeln. Und die eBook-Shops scheinen dem Käufer auch mehr Steine als Bücher in den Weg zu legen. Kein guter Ansatz, um Geschäfte zu machen.

Gänzlich zum “Schlag ins Wasser” verkam meine Recherche nach eBook-Readern. Die iPads, die auf der Buchmesse an diversen Ständen zu finden waren, taten es meist nicht (mehr) – oder die Standbesatzung brach sich einen ab, mir die Bedienung zu erläutern. Ein paar eBook-Reader von Sony & Co. die ich mir an einem Stand anschaute, vermochten auch nicht so wirklich zu überzeugen. Bedienung für ”Dummies wie mich” ad-hoc umsetzbar? Fehlanzeige, ich brauchte eine Einweisung, um mit dem Teil zu arbeiten. Haptik und Handhabung? Ich kam mit den Readern nicht klar – Display zu klein, also Anzeige vergrößern – und permanent nach rechts/links, oben/unten scrollen, um den Text zu lesen. Farbabbildungen: Geht nicht. Umblättern? Macht mich ganz nervös, denn die 2 Sekunden Kunstpause verleitete mich häufig dazu, schnell nochmals mit dem Finger zum “Umblättern” zu wischen – wodurch die Anzeige dann 2, 3 Seiten weiter sprang. Ich beschloss spontan “eBook-Reader ist nix für mich”.

Schöne neue Apple-Welt …

Und nun saß ich im Büro mit dem besagten Vorstandsvorsitzenden und er zeigte mir, wie simpel das doch alles auf dem iPad geht. iBooks-Symbol antippen, Buch im Regal antippen und einfach blättern. Fertig. Ich war begeistert!!! Ich bin gleich in eine Gravis Filiale gepilgert und habe mir das iPad im Detail angeschaut und nach zwei Wochen ein Exemplar gekauft (brauchte es ja für ein Buchprojekt).

Oh, kein iBooks und wo sind die Bücher?

Bei der Inbetriebnahme des iPad kam ich dann schon ans Stutzen. Da war kein iBooks-Symbol auf dem Desktop. Aber dank des Anhangs in Giesbert Damaschkes kleinem iPad-Büchlein konnte ich schnell entnehmen, wie man iBooks bekommt. Also Benutzerkonto bei iTunes angelegt und die App heruntergeladen. Ob Apple wohl seiner App selbst nicht traut? Oder warum ist das Teil nicht im Lieferumfang von iOS enthalten?

iBooks-Desktop-Symbol

Und danach ging es recht fix – iBooks-Symbol angetippt – den Store aufgesucht und nach ein paar Minuten hatte ich auch die “kostenlos” Kategorie des Gutenberg-Projekts für erste Tests gefunden. Ein paar Bücher landeten recht fix in meinem iBooks-Regal.

iBooks-Bücherregal

Auf ein Buchcover im Regal getippt, schon kann man mit Lesen loslegen. Ein Fingerwisch nach links oder rechts, so geht blättern, ohne Schnickschnack und Verzögerung. Großer Bildschirm, auf dem eine Seite gut lesbar angezeigt wird. Klasse! Nix vom morbiden Charme der eBook-Reader, die ich auf der Buchmesse in der Hand gehalten hatte. So hatte ich mir die neue eBook-Reader-Welt vorgestellt – zwar recht teuer, für die 700 bis 799 Euro eines iPad hätte ich mir viele Bücher und ggf. noch ein paar Flaschen Rotwein kaufen können – aber immerhin, da hatten die Apple-Entwickler mitgedacht! Wirklich?

Hm, da fehlt doch was?

Nach den ersten Gehversuchen landete ich auch im Menü der Schaltfläche Sammlungen und stellte fest, dass ich irgendwie Bücher und PDFs verwalten können sollte. Ich hatte zwar keine Ahnung wie das gehen sollte. Aber gerade flog ein gut 70 MByte großes eBook meines neuesten Buchprojekts auf der Festplatte. Also flugs per iTunes vom PC mit dem iPad synchronisiert – und nach einer Kaffe-Pause war das eBook wirklich da.

Per Fingerwisch mein Bücherregal bewegt und schon war das Regal mit dem eBook-Titel in der Anzeige. Blöd war zwar, dass ich den Titel mehr erahnen denn lesen konnte. Aber kommerzielle PDFs haben ja ein Coverbild, Verwechselungen also ausgeschlossen. Antippen des Titels mit dem Finger, das Dokument wurde sofort im eBook geöffnet.

Ich war immer noch begeistert – hatte ich doch vorher den gleichen Leseversuch mit einem PDF-Reader auf dem iPad probiert – aber diese App warf mir erst eine Fehlermeldung an den Kopf, dass der Speicher arg knapp sei und wohl nix funktionieren würde. Um dann mehr ruckelnd als zügig die ersten Seiten im App-Fenster anzuzeigen. Ich konnte zwar irgendwie die Seiten lesen. Richtig zufrieden war ich mit dem Handling aber nicht, da sollte es doch besseres geben. Also setzte ich meine Hoffnungen auf iBooks – war ja schließlich von Apple!

Katzenjammer nach dem Wow-Effekt!

Aber nach kurzer Zeit begann bei mir das Nachdenken bzw. ich fing so langsam an, mit dem Konzept zu hadern. Warum kann ich meine eBooks im PDF-Format nur in Sammlungen, nicht aber unter Bücher ablegen? Na gut, einem geschenkten eBook-Reader schaut man nicht ins Maul – irgend jemand Kluges wird sich was dabei gedacht haben (vielleicht: Was gut ist, kommt über iTunes, der Rest ist eh bäh und kommt höchstens in die Kramkiste “Sammlungen”). Wo kämen wir da hin, wenn jeder sein Bücherregal organisiert wie er will.

Naja – technisch mag es erklärbar sein, ePub und PDF sind zwei verschiedene Formate, die unterschiedlich behandelt werden. Aber warum muss ich mir als Anwender da Gedanken drum machen? Oder drehe ich meinen Wasserhahn anders auf, wenn ich weiß, dass da warmes statt kaltes Wasser raus kommt? Von den Entwicklern des iPad, welches auf Einfachheit in der Nutzerbedienung getrimmt ist, erwarte ich einfach, dass die betreffenden Mechanismen im Sinne einer einheitlichen Benutzerführung umgesetzt werden!

PDF-Dokument in iBooks

Ich war da ja noch irgendwie zufrieden. Goethes Reise nach Italien ließ sich sogar ganz gut auf dem iPad lesen. Aber halt, da war doch noch das dicke Trum des eigenen eBooks? Erzählen mir die Leute nicht dauernd, wie genial das doch wäre, meine Bücher als eBook zu haben? Zu Seiten springen, Links und Verzeichnisse anwählen, Recherchieren im Text, alles ist beim eBook möglich. Auf dem PC nutze ich diese Technik auch ausgiebig.

Aber auf dem iPad? Mein Gesicht wurde beim Testen und Lesen lang und länger. Inhaltsverzeichnis angesehen, Kapitelnummer und Seite gesehen, aber nix zum Navigieren anklickbar. Gut, der Verlag hat beim Anfertigen des eBooks gepennt (ich hatte nur Zugriff auf eine Vorabversion des eBooks, in dem noch nicht alle Funktionen frei gegeben waren). Also springe mal fix zur Seite 322 mit dem interessierenden Thema …

… nix mit springen! Am unteren Dokumentrand zeigt mir iBooks (immer wenn es gut gelaunt ist – sprich: wenn ich mit dem Finger auf die richtige Stelle tippe, um die Titelleiste einzublenden), eine “Seitenleiste” an. Und wenn ich “gut drauf bin”, gelingt es mir mit einem Finger per “Schieber” zu den gewünschten Seiten zu blättern. Bei einem 15 Seiten eBook kein wirkliches Problem. Aber bei einem 800 Seiten eBook im PDF-Format? Nix für “nervöse Zeigefinger oder gerade immer galliger reagierende Leber”. Lesen kann ich die Seitennummern nicht mehr – also “Blindflug”. Irgendwann bin ich in der Nähe der gesuchten Seite und blättere im Dokument über Einzelseiten vor und zurück. Wow, so hatte ich mir das ganz klar vorgestellt. Zwischenzeitlich teste ich PDF-Reader, die eine Funktion “Gehe zu” aufweisen (werde separat drüber bloggen, auch da tun sich Abgründe auf). Vielleicht gibt’s da was eleganteres oder es kommt noch ein iBooks-Update – aber ad-hoc habe ich nix gefunden.

Elchtest nicht bestanden

“Verdammt, wie bekomme ich das iPad-Handbuch von Apple in iBooks” – das war die Frage, die mir dann ein paar Tage später durch den Kopf ging. Das Teil im Safari von der Apple-Webseite als PDF auf dem iPad anzeigen ging ja noch, aber weiter kam ich mit Intuition beim Speichern nicht. Nach ein paar Minuten entschloss ich mich, das eBook per PC als PDF lokal herunterzuladen und dann per iTunes wieder auf das iPad mit iBooks zu synchronisieren (im Nachhinein keine schlechte Entscheidung). Erst viel später stieß ich dann auf die unter [1] beschriebene Möglichkeit. Ich hatte den “Elchtest fürs iPad” schon wieder nicht bestanden.

Zoomen per Finger …

Was mich bei Fotos, Webseiten und auch meinen PDFs begeistert, ist die Möglichkeit, die iPad-Darstellung durch Spreizen zweier Finger schnell zu vergrößern. Dass die Bedienelemente in der Kopfzeile des App-Fensters davon nicht beeinflusst werden – geschenkt. Auf solche Kleinigkeiten achtet man eben nicht (oder man kennt den Trick aus [2] – dass die Darstellung dann allerdings beim schnellen 10-Finger-Schreiben immer mal wieder zwischen Zoom und Normal hin und her springt, schiebe ich mal auf “notwendige Kollateralschäden” – wer ein iPad nutzt, muss leidensfähig sein).

Anzeige eines eBooks in iBooks

Schwer ans Grübeln kam ich aber, als ich in iBooks geladene eBooks handhaben wollte. Hier sieht man die typische Darstellung mit dem “Slider” zum schnellen Blättern am unteren Bildschirmrand. Im Kopfbereich findet man eine Schaltfläche, um so nette Sachen wie Sepia-Darstellung abzurufen oder zur Bibliothek zu springen. Eine Lupe hilft nicht beim Vergrößern, wie simple Gemüter vermuten, sondern blendete ein Suchfeld ein (seit meinen Arbeitsaufenthalten in Japan weiß ich um die Bedeutung des Spruchs “andere Leute, andere Sitten”).

[Nachtrag: Ich bin nun darauf angesprochen worden, dass die Lupe ja auch unter Windows in Suchfeldern auftaucht. Stimmt! Die Lupe findet sich grau abgeblendet ganz am rechten Teil eines Suchfelds – habe ich selten gebraucht. Daher ist mir das noch gar nicht so richtig aufgefallen und typischer Fall von Betriebsblindheit!  In jedem meiner Grafikprogramme (und einigen anderen Anwendungen) steht die Lupe für Zoomen! Wie da jemand auf die Idee kommen konnte, die Lupe als Pictogramm zum Suchen einzuführen bleibt mir schleierhaft. Zudem fällt mir eine Episode von der Buchmesse ein, als ich mit Null Ahnung vom iPad an einem Stand eBook-Reader testen wollte. Vom iPhone hatte ich gehört, dass man mit zwei Fingern zoomen könne. Wollte ich beim iPad auch probieren – ging nicht (weil ein ePub-eBook in der Anzeige war). Also eine mittelalte männliche Ausgabe der Standbesatzung angehauen “eh alder – komm ma her – wie funzt en dat mittm zzooom per fingä?” Er stand betröppelt rum und meinte “so gut kenne ich das Ding auch nicht – ah, da ist die Lupe zum Vergrößern” – hatte ich ja auch angenommen – tat aber nicht. Danach versuchte er noch erfolglos ein paar andere Schaltflächen und tippte dann auf die Schaltfläche zum Einblenden des (hier in der vorherigen Abbildung gezeigten) PopUp-Fensters. Was auch in Erinnerung blieb: Er musste ganz schön oft auf eine Stelle tippen, bis eine Schaltfläche reagierte. Und jetzt stelle ich mir vor, wie das iPad im Seniorenheim zur Skype-Kommunikation, oder als Lese- und Unterhaltungseinheit zum Einsatz kommt. Geht gar nicht! Die Lupe zum Suchen, ist leider wieder ein typischer Fall eines saumäßig umgesetzten Pictogramms – und es fällt eigentlich niemandem mehr auf!]

Warum ich aber plötzlich nicht mehr mit zwei Fingern zoomen können soll, sondern auf ein Symbol in der Kopfleiste tippen und dann in einem PopUp-Fenster auf Schriften oder Schaltflächen für größere/kleinere Schrift tippen soll, verstehe ich auch nicht. Technisch ist klar: PDF und ePub sind unterschiedliche Formate, die unterschiedlich behandelt werden. Interessiert mich als Anwender aber nicht! Auch bei ePub ließe sich nach meiner Meinung ein Zoomen über zwei Finger sicherlich implementieren.

So genial, dass man’s gleich patentieren müsst..

Anmerkung: Ich schaue mir das iPad (wie auch Tablet PCs) momentan verstärkt auch im Hinblick auf das Geschäftsfeld “50Plus” an. Nach der ersten Begeisterung über die einfache Bedienung des iPad kam ich ob der vielen “Sonderlösungen” aber etwas an’s Zweifeln. Hat sich nun geändert, denn: hey, die Apple-Leutchen sind ja richtig genial – ich hab’s erst jetzt erkannt. Zeigen neueste Forschungsergebnisse doch, dass das Gedächtnis im Alter durch Vielfältigkeit, Ungewohntes, neue Handlungen etc. auf Trab zu halten sei – wer rastet, der rostet.

Kreuzworträtsel und Sudokan sind out – ausknobeln, wo sich die nächste Bedienfunktion beim iPad mal wieder versteckt – ist doch viel spannender und regt die Kreativität an. Autsch, dass ist jetzt aber blöd, dass ich das hier gebloggt habe. Kann die Apple-Patentabteilung jetzt doch nix mehr (wegen “prior art”) in Richtung geriatrische optimierte Benutzeroberfläche einreichen.

Oh, alles so schön leer hier …

Ganz ins Abseits als seriöser eBook-Reader haben sich iPad und iBooks gekickt, als ich die nächste Begegnung der “dritten Art” hatte. “Gestern” stand ich vorm Abgrund, hatte aber noch eine gut gefüllte Bibliothek. “Heute” bin ich einen großen Schritt weiter, tauchte beim Aufruf von iBooks doch gähnende Leere im Regal auf.

Beim ersten Mal schob ich es noch auf eine Fehlbedienung meinerseits. Beim zweiten Mal konnte ich noch für eine Sekunde meine gefüllte Bibliothek wahr nehmen. Dann verschwand das App-Fenster, der Bildschirm wurde schwarz, dass App-Fenster kam wieder und ich sah “ein niegel nagel neues und leeres iBooks-Regal”.

Klasse! Richtig Platz für neue eBooks, die ich mir aus dem iTunes-Store laden darf. Blöd nur, dass ich wieder zig Stunden warten muss, bis die Downloads fertig sind. Glücklicherweise habe ich WLAN, denn bei der in meinem Gerät ebenfalls möglichen 3G-Verbindung wäre ich bereits in Rente, wenn das Laden fertig ist. Na ja, als ich das iPad an den PC gehängt hatte, ließen sich ein paar Bücher über iTunes vom PC synchronisieren.

Ob es die Spätfolgen einer Tage vorher durchgeführten Synchronisation oder ein dicker Bug in iBooks war, interessiert mich eigentlich nicht. Auch mag ich nicht alle halbe Stunde ein iPad mit meinem PC per iTunes synchronisieren (um durch Sicherungskopien halbwegs vor solchem Unbill gefeit zu sein). Zudem nervt mich iTunes hier gelegentlich mit zig Fehlerabbrüchen der Art “Abbruch der Synchronisierung in Schritt x” – macht alles keinen Spaß. Fazit unterm Strich: Dat Teil (iTunes und iBooks) ist ziemlicher Mist!

Wenn einer eine Reise tut …

Die obige Erfahrung kommt vor allem auch ganz gut, wenn ich mir den “Bücherkoffer” im iPad für eine längere Reise richtig voll gepackt vorstelle. “Schatz, schau mal, noch so vieeeel Platz im Kleiderkoffer, kannst noch was von dir reintun – ich brauche jaaa keine Bücher mehr mitzunehmen – ein iPad ist ja doch ein geniales Gerät, kannst stolz auf mich sein …”.

Illusion ist alles. So richtig sauer wurde ich allerdings, als ich nach dem zweiten Crash feststellen musste, dass ein per Promo-Code geladenes eBook nun beim Reload satte 18 Euro kosten würde. In iTunes war natürlich keine Kopie vorhanden. Ab dem Moment war das iPad in Kombination mit iBooks als eBook-Reader für mich gestorben.

Platzmangel im Koffer hin, Platzmangel im Koffer her. Die gedruckten Bücher kommen mit – notfalls ein paar Unterhosen oder die zweite Jacke weglassen, damit der Koffer noch zu geht. Der Koffer kann zwar auf Reisen abhanden kommen – aber solange das Teil am Mann ist, brauche ich mir um leere Akkus, gelöschte iBooks-Bibliotheken oder verschwundenes iPad keine Gedanken zu machen.

Schade, es hätte so schön sein keinen. Das iPad, die erste Liebe und auch iBooks. Aber wie an vielen Stellen beim iPad: Wieder auf einen Blender reingefallen, auf den ersten Blick genial, aber im Detail hakt es für meinen Geschmack an allen Ecken und Enden.

Frei nach Wilhelm Busch: Und die Moral von der Geschicht? So wird das mit iBooks und dem iPad niemals nichts!

Links:
1: So kommt das iPad-Handbuch in iBooks
2: Zoomen, etwas, was mich beim iPad begeistert


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Günter Born (c) www.borncity.de
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7 Kommentare zu iBooks: Geniale iPad-App mit eklatanten Schwächen?

  1. Pingback: App-Flash » iBooks: Geniale iPad-App mit eklatanten Schwächen? « Borns IT- und …

  2. Gerhard sagt:

    Sehr gute, nachvollziehbare Darstellung. Beim Umgang mit ibooks hat mir das sehr gut geholfen.
    Eine Frage habe ich dennoch: wie kann das Symbol eines Blackberrys (ich glaube, das wird dargestellt) im Regal wieder in ein Symbol ‚Buch‘ wandeln? Bei Hauff ‚Der Mann im Mond‘ erscheint immer das nicht beschriftete Blackberry.
    Freundliche Grüße, Gerhard

    • Günter Born sagt:

      @Gerd: Sorry für die verzögerte Reaktion, war ein paar Tage offline – tut mal ganz gut.

      Zur eigentlichen Frage kann ich (mangels Blackberry) wenig erhellendes beitragen. Aber in irgend einer der Config-Dateien auf dem iPad (im iBooks-Verzeichnis) wird die Info stecken – hab aber aktuell kein iTunes mehr auf meinem Windows-Rechner mehr, um da nachsehen zu können. Sollte mir was zu unter die Augen kommen, trage ich es hier nach.

  3. Heinz Berger sagt:

    Hmm, irgendwie alles hausgemachte Problemchen und Fehler die mit ein wenig Nachdenken oder Googlen schnell erledigt sind.

    Mal ehrlich, wenn man so einen Shit wie den hier – Zitat

    „Ich war da ja noch irgendwie zufrieden. Goethes Reise nach Italien ließ sich sogar ganz gut auf dem iPad lesen. Aber halt, da war doch noch das dicke Trum des eigenen eBooks? Erzählen mir die Leute nicht dauernd, wie genial das doch wäre, meine Bücher als eBook zu haben? Zu Seiten springen, Links und Verzeichnisse anwählen, Recherchieren im Text, alles ist beim eBook möglich. Auf dem PC nutze ich diese Technik auch ausgiebig.

    Aber auf dem iPad? Mein Gesicht wurde beim Testen und Lesen lang und länger. Inhaltsverzeichnis angesehen, Kapitelnummer und Seite gesehen, aber nix zum Navigieren anklickbar. Gut, der Verlag hat beim Anfertigen des eBooks gepennt. …… “ Sie liefern ja sogar noch die Antwort ob Ihres oder des Verlages Unvermögen!

    Würde Ihnen empfehlen, wieder zu Papier und Windows 7 zurückzukehren. Ist ja auch viel Umweltfreundlicher.

    Fazit: Kompletter Murks dieses Pamphlet.

    Grüße
    Heinz Berger

    • Günter Born sagt:

      @Heinz: Ich bedanke mich …

      … jetzt fällt mir der Schleier von den Augen und ich erkenne es erst. Ich muss also googeln, um irgendwann zu wissen, wie ich iBooks nutze. Ich sehe es ein, ich kehre reumütig zu Papier, Büchern und Windows zurück. Bei einem Buch musste ich bisher noch nie googeln, um zu verstehen, wie ich das lesen muss ;-).

  4. Hans sagt:

    Vielleicht fängt das ganze mit einer begrifflichen Korrektur an:
    Ein PDF (=Portable Document Format) ist kein eBook (wie z.B. EPUB-Format).

    -Ein eBook wird für die verwendete Schriftart/Größe und den verfügbaren Platz auf dem Bildschirm angepasst dargestellt. Ein PDF wird Seitenorientiert (also auf verfügbaren Platz vergrößert/verkleinert) dargestellt. Das bedeutet, dass ein eBook in kleiner Schrift vielleicht 100 Seiten hat, dasselbe eBook in großer Schrift dann halt 500 Seiten. Bei einem PDF bleibt die Seitenzahl immer gleich (da nur skaliert wird).
    – Generation 50plus: Diese Generation sollte nur eBooks verwenden, da man die Schriftgröße groß genug einstellen kann, damit man das Buch noch vernünftig lesen kann (Natürlich ohne hin und herschieben der Seite, das muss man nur bei einer PDF-Datei).
    – Über grafische Gestaltungselemente läßt sich immer vortrefflich diskutieren, aber natürlich kann man es auch dort nicht allen recht machen. Manche Ikonifizierungen sind gelungen, andere weniger. Manche sind nicht gelungen, aber es gibt auch einfach keine bessere Vorstellung dafür. Was für ein Symbol sollte „Durchsuchen des Dokuments“ denn am Besten sein? Das Lupensymbol ist mittlerweile allerdings ganz allgemein für „suchen“ etabliert (Google-Suche, Firefox Suchbox usw.)
    – Eher was für erfahrende iOS-Benutzer ist natürlich die „Öffnen in“-Funktion, die man in sehr vielen Programmen findet, und mit einem Kasten-Icon mit „rausspringendem“ Pfeil gekennzeichnet wird. Dort kann man auswählen, in welchem Programm das gerade sichtbare Dokument geöffnet werden soll.
    – Für den „echten“ eBook Genuß trotz vorhandensein eines PDF gibt es im Internet diverse Online-Konverter, die aus einem PDF ein eBook machen können. Leider nicht immer mit gutem Ergebnis. Deshalb werden eBooks in Portalen meistens z.B. im ePub- oder Mobi-Format ausgeliefert.
    – Ich gebe dir Recht, dass ich als Anwender eigentlich nichts mit den Formaten zu tun haben möchte, und ich alles auf die gleiche Art bedienen können möchte. Dann allerdings darf ich auch nicht anfagen, und ein PDF-Dokument als eBook betrachten.
    – Zu guter Letzt: Ja mit der iTunes-Synchronisation kann man seinen Spass haben. Allerdings muss man die Bücher auch nicht per iTunes reinsynchronisieren, sondern man kann eBooks mit der „Öffnen in“-Funktion aus anderen Programmen auf dem iPad in iBooks übertragen (=kopieren) und öffnen lassen. Beim nächsten iTunes-Sync landen diese Dokumente dann auch in der iTunes-Bücherliste.

    Zusammenfassend muss ich mich Heinz Berger anschließen, dass dieses Pamphlet überflüssig ist.
    Leider findet man es über Google bei einer Fehlersuche (so wie ich hier gelandet bin) als First-Hit und erwartet kompetente Hinweise auf eine Problemlösung. Da wird man leider enttäuscht.

    MfG Hans

    • Günter Born sagt:

      @Hans: Klar, der Artikel ist polemisch und soll polarisieren. Zu deiner Aussage samt „Belehrung“ bzgl. eBooks:

      Ich gebe dir Recht, dass ich als Anwender eigentlich nichts mit den Formaten zu tun haben möchte, und ich alles auf die gleiche Art bedienen können möchte. Dann allerdings darf ich auch nicht anfagen, und ein PDF-Dokument als eBook betrachten.

      Mit dem ersten Satz hast Du genau das „Beef“ getroffen – genau darauf war der Artikel gemünzt. Gelegentlich denke und handele ich noch wie ein normaler Anwender.

      Zur Aussage im zweiten Satz: Wirf einfach mal einen Blick in die WikiPedia – und dann relativierst Du die Geschichte. Geh mal davon aus, dass ich schon unterscheiden kann, was PDF und ePub ist.

      Unter dem Strich: Ich weiß nicht, was Du jetzt von meinem Beitrag erwartet hast – eine Problemlösung, zu was? Dein Zitat „Leider findet man es über Google bei einer Fehlersuche (so wie ich hier gelandet bin) als First-Hit und erwartet kompetente Hinweise auf eine Problemlösung. Da wird man leider enttäuscht.“ deutet so etwas an.

      Sorry, wenn ich dich da enttäuschen muss – aber das Thema war nie als Problemlösung gedacht! Der Artikel ist vor über einen Jahr entstanden (bildet also einen Schnappschuss der damaligen iOS-Version samt iBooks ab) und beschreibt frisch von der Leber das, was mir beim ersten Experimentieren mit dem iPad und iBooks durch den Kopf ging. Es mag sein, dass gravierende Fehler bei iBooks zwischenzeitlich ausgemerzt sind – es mag sein, dass iTunes jetzt besser läuft – es kann zutreffen, dass andere Nutzer das weniger kritisch sehen. Und es haut zwischenzeitlich vielleicht hin, dass das Weiterreichen von Dokumenten im Silo-Dateisystem von iOS zwischen Apps heute von allen Anwendungen unterstützt wird – seinerzeit war dies nicht so.

      Alleine, das interessiert mich nicht mehr wirklich, weil ich iBooks auf Grund meiner damaligen Erfahrungen so gut wie nicht mehr verwende. Und iTunes ist hier in einer virtuellen Maschine gelandet, weil ich mir nicht jedes Mal meine Produktivsysteme zerschießen will.

      Aber wir schweifen da vom Thema ab. Ob der Beitrag in deinen Augen überflüssig ist – überlasse ich dir bzw. den Lesern. Allerdings stelle ich fest, dass der Artikel auch nach einem Jahr noch gelesen wird und polarisiert – Mission also erfüllt ;-).

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