iPhone 5: Arger Ärger mit Apples Lightning …

Mit dem der Einführung des Mini-Dock (aka Lightning) beim iPhone 5 mischt Apple die Karten neu. Alte Peripherie passt nicht mehr – und neue Adapter sind erst im Entstehen. Steter Quell für Ärgernisse. Zeit, einen kurzen Blick auf die Sachlage zu werfen.


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Sicherlich hat Apple Gründe, einen neuen Dock für seine Geräte einzuführen. Der Lightning-Anschluss soll laut Apple “haltbarer” als der Dock sein (ich hatte hier mal drüber gebloggt). Jede Verbesserung ist da zu begrüßen. Hier ein Apple-Produktfoto des neuen Lightning-Adapters.


(Quelle: Apple)

Apple hat bereits Partner, die Zubehör bauen: Bose, JBL und Bang & Olufsen werden genannt. Hilft aber wenig, da sich aktuell die Frage stellt “welche Adapter sind verfügbar und was kosten die”?

Adapter für HDMI und VGA sollen kommen …

Dieser Artikel bei TheVerge.com bringt das Dilemma auf den Punkt: Es gibt zwar einen Lightning-zu-Dock-Adapter, den man für vorhandene Peripherie verwenden kann.

Die Idee wäre natürlich, diesen Adapter (Preis 29,00 US $) oder den Lightning zu 30-pin-Adapter mit 20 cm-Kabel (Preis 39,00 US $) zu verwenden. Und dann könnte man doch …

… einen vorhandenen Dock-zu-VGA-Adapter oder Dock-zu-HDMI-Adapter verwenden, um das iPhone 5 mit einem Monitor oder Beamer zu verbinden. Klingt zwar schön, klappt aber leider nicht! Denn Apple führt im Store folgendes aus:

* Support for analog audio output, USB audio, as well as syncing and charging. Video output not supported.

Ups, kein Video-Out. Da bei Lightning alles digital läuft, wird es etwas schwieriger. Oder mit anderen Worten: Video-Ausgaben sind nicht! Laut TheVerge.com will Apple aber Lightning-zu-HDMI- und Lightning-zu-VGA-Adapter anbieten – in einigen Monaten oder so …

Ist in meinen Augen auch nicht wirklich ein Problem – denn irgendwie trifft es sich gut: Bei Apple sind die für Vorbesteller reservierten Geräte, zumindest laut dieser Meldung, binnen einer Stunde ausgewesen. Neue Ware kommt also erst “demnächst”. Die Telekom hat aber Klasse reagiert, wenn auch die Kunden etwas verwundert waren. Und das alles, obwohl das iPhone 5 die Presse nicht wirklich vom Hocker reißt. Das lässt mich doch einigermaßen fassungslos zurück.

Audio-Out ist nicht out …

Und hier befasst sich tuaw.com mit der Frage, was wohl Audio-Output genau bedeuten kann. Es geht speziell um die Frage, ob die iPod-Audioausgabe für Stereo-Systeme in PKWs unterstützt wird.

… gratis Lightning-zu-30-pin-Adapter?

Jau, bei den Preis von 679 Euro für das Basis-Modell des iPhone 5 ist Apple generös – wegen des neu eingeführten Lightning-Anschlusses legt Apple einen kostenlosen Lightning-zu-30-pin-Dock-Adapter dazu. Kundenpflege ist alles …

… berichtet auch Engadget.com und legt gleich einen Screenshot des Apple-Stores mit dazu. Wäre zu schön, um wahr zu sein. Jetzt musste sich Engadget.com korigieren. Die per Screenshot dokumentierten Shop-Aussagen sind wohl verschwunden. Stattdessen löhnt der Apple-Kunde 30,00 englische Pfund. Und weil Engadget.com schon etwas bekannter ist und gelesen wird, hat Apple denen gleich eine E-Mail mit einer Klarstellung geschickt.

The Lightning to 30-pin adapter does not come in the box with iPhone 5. It is sold separately. However, the Lightning to USB cable does come with iPhone 5 for connection to AC chargers and other devices… The Lightning to 30 Pin adapter supports analog audio output, USB audio, as well as syncing and charging. Lightning to VGA and Lightning to HDMI cables will be available in the coming months.

Schickt mal den Praktikanten in Urlaub, statt den die Angebote in den Webshop einstellen zu lassen. Oder habt ihr die Chefs rangelassen, als die Shop-Texte geschnitzt wurden?

Wie schaut’s mit dem microUSB-Adapter für Europa aus?

Ich habe das ja bereits häufiger thematisiert – und gelegentlich eins auf die Mütze bekommen: In Europa gibt es eine freiwillige Selbstverpflichtung der Importeure, nach denen Smartphones über eine microUSB-Buchse zum Anschluss eines Ladegeräts verfügen müssen. Nur Apple schert sich da einen feuchten Kehricht drum.

Die Lösung wäre ein Lightning-zu-microUSB-Adapter. Und nach diesem Artikel ist ein passender Adapter erhältlich. Das Teil ist im Store von  Apple UK für 15 Pfund erhältlich. Ist natürlich ein satter Preis – aber das ficht einen richtigen Apple-Fan (zumindest nach meiner Beobachtung) nicht wirklich an.

Offenbar bin ich nicht der Einzige, der sich über diese Geschichte Gedanken macht. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich aktuell auf den Welt-Online-Artikel mit dem Titel Apple lotet Schmerzgrenze der EU-Behörden aus gestoßen bin. Der Redakteur bringt es auf den Punkt:

Doch der wahre Vorteil für Apple liegt darin, die Kunden weiterhin an ein eigenes Ökosystem aus Zubehör mit nur zur Apple-Hardware passenden Anschlüssen zu binden. So fällt später der Wechsel zu anderen Herstellern schwerer.

Aber auch bei den Amis gibt es wohl Leute, die sich ein paar Gedanken machen. Zumindest ist mir in diesem Beitrag sofort der Punkt “micro USB port rather than a proprietary connector” in’s Auge gesprungen – ich glaube das wird so langsam zur Obsession ;-).

Egal, für bleibt mich die spannende Frage, ob und wann die EU-Kommission da reagiert. Denn so richtig nachvollziehbar ist das nicht, dass ich mir auch noch einen Adapter kaufen muss. Apple legt zwar einen Lightning-zu-USB-Stecker-Kabel bei – aber das ist halt keine microUSB-Buchse. Interessant war für mich auch das im Welt.de-Artikel adressierte Thema “Gewährleistung”.

Und das allerletzte …

Soll ja Leute geben, die mit’m iPhone durch den Wald rennen und da neben GPS-Aufzeichnung und Musik-Wiedergabe auch noch Puls/Herzfrequenz, oder Schritt-/Trittfrequenz über Sensoren im iDevice erfassen. Das da gerade geordnetes Chaos bei den Herstellern der Zusatzgeräte ausgebrochen ist, und manchen Kunden ratlos zurücklässt, wird in diesem heise.de-Artikel thematisiert. Oh Mann, früher haben wir uns die Turnschlappen über die Füße gestreift, und sind durch den Wald gejoggt. Heute muss man erst ein Technik-Kompatiblitätscheck-Projekt aufsetzen – um herauszufinden, ob, wann und wie man losrennen darf …

… Abseits des Lightning-“Desasters” sorgt Apple auch an anderer Stelle leicht für “Negativ-Schlagzeilen”. Mit LTE sah es irgendwie kurzfristig nach dem “großen Wurf” aus. Aber für “old Europe” sieht es nicht ganz so gut aus. Reuters thematisiert es hier – nur die Telekom kann die passenden LTE-Frequenz von 1800 MHz bereitstellen (ich hab es hier am Rande ebenfalls mit vermangelt) – der den Rest wird zu den digitalen LTE-Habenichtsen zugeschlagen und gut ist. Spiegel Online titelt da schon drastischer “Selten, teuer, lückenhaft” – na denn.

Gibt dann noch zwei kleine Informationssplitter, die für Deutschland vielleicht nicht ganz so drastisch sind. Hier berichtet TheVerge, dass das iPhone 5 keine simultane Übertragung von Daten und Sprache bei LTE zulässt, wenn die Carrier Verizon und Sprint benutzt werden. Hintergrund ist wohl die Technologie, die diese Anbieter zur Sprach- und Datenübertragung verwenden. Und dieser Artikel spekuliert zur Frage, warum das iPhone keine NFC-Unterstützung besitzt. Na ja, ich hab das noch nicht gebraucht.

Unterm Strich: Der Börsenkurs von Apple treibt zwar in astronomischen Höhen, aber Facebook zeigt, wie schnell abwärts es gehen kann. Und so zufrieden scheint die kritische Presse nicht wirklich zu sein. Zudem tut Apple an einigen Stellen auch einiges, um die Kunden zu verwirren.

Hm, und da gibt es ja Leute, die hegen die hehre Vorstellung, dass ein Hersteller klar sagt, was Sache ist und mitteilt, was geht und was nicht. Soll hier wohl nicht sein – und so werden Legionen an Bloggern noch Stoff für neue Artikel (wie diesen hier) haben.

Na ja – bin ja auch mal ganz naiv rangegangen “Apple Produkte sind cool und einfach zu verwenden”. Wenn man den Excerpt hier so liest, könnte man aber vielleicht auf den Trichter kommen, dass dies ein Irrglaube sei und Apple-Produkte nicht länger “leicht zu benutzen” sind. Das ist auch die Quintessenz dieses Artikels – der ein anderes Problem adressiert. Ich sach’s ja: Der Lack ist ab.


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Über Günter Born

IT-Autor, Blogger borncity.de
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