Windows 10 Herbst-Update, die Neuerungen

Kleine Aktualisierung für Windows 10-Anwender: In den kommenden Stunden wird Microsoft das sogenannte Fall-Update von Windows 10 (aka Threshold 2) ausrollen, welches einige Neuerungen mitbringt. Hier ein kurzer Überblick, was man wissen sollte.


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Neu gestaltete Kontextmenüs

In der Build 10586 (Threshold 2) hat Microsoft erste Schritte unternommen, um die in Windows 10 RTM (Build 10240) ziemlich verunglückten Kontextmenüs zu vereinheitlichen. Waren die Menüs in der Build 10240 stylistisch ziemlich verunglückt, gibt es jetzt einige neue Designs. So gibt es ein schwarzes Schnellstart-Menü.

Die Kontextmenüs des Desktop sind aber nach wie vor in grau eingefärbt.

Fenstertitelfarbe einstellbar …

Eine weitere Neuerung besteht darin, dass man über die Einstellungen App die Farben der Titelleisten von Windows-Anwendungsfensters einfärben kann.

Die Anpassung erfolgt über die Einstellungen-App über die nachfolgend gezeigte Kategorie Farben mittels des Akzentfarbe-Felds.

Apps und App-Speicherort

Microsoft hat eine Reihe von Standard-Apps geringfügig überarbeitet und ermöglicht jetzt erstmals den Speicherort, wo Apps abgelegt werden sollen, in der Einstellungen-App anzugeben.

Upgrade-Installation und Aktivierung per Windows 7/8/8.1-Key

Eines der größten Ärgernisse der Windows 10 RTM wurde von Microsoft angegangen und beseitigt. In der RTM erfolgte die Aktivierung eines Upgrades per Hardware-ID – was bei Neuinstallation oft zu Problemen führt. In den Installationsabbildern des Windows 10 Fall-Updates kann die Upgrade-Berechtigung bei Neuinstallationen durch Eingabe eines Schlüssels von Windows 7, Windows 8 oder Windows 8.1 nachgewiesen werden.


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Ein paar Hinweise finden sich im Artikel Windows 10: Clean Install vom Installationsabbild – Teil 4. Es ist auch eine Aktivierung mit diesen Keys per Einstellungen-App möglich. Hierzu wählen Sie die Kategorie Update und Sicherheit.

Wählen Sie die Unterkategorie Aktivierung und klicken Sie in der rechten Spalte auf die Schaltfläche Product Key ändern. Dort geben Sie den Produktschlüssel ein. Was ich noch nicht getestet habe: Über Product Key ändern sollte auch ein Schlüssel einer Pro-Version zur Aktivierung von Windows 10 Pro verwendbar sein. Ein paar Infos zur Umstufung auf Windows 10 Pro habe ich im Artikel Windows 10 Pro: Installation auf OEM-Maschinen, gegeben.

Neuerungen in Microsoft Edge

Bei Microsoft Edge tut sich nicht so viel. Der Browser kann weiterhin keine Add-Ons unterstützen, wartet aber mit einer Tab-Vorschau auf.

Zeigt man auf einen Tab, blendet der Browser eine Miniaturvorschau der dort geladenen Seite ein. Die neue Version von Edge unterstützt jetzt auch die Synchronisation von Lesezeichen und Leselisten über diverse Geräte per Microsoft-Konto. Zudem kann der Browser auf Drahtlos-Empfänger per DLNA und Miracast streamen. Hier der betreffende Edge-Menüeintrag.

EdgeStreaming

Was von der Funktion zu halten ist und auf welche Überraschungen man sich einstellen sollte, ist am Artikelende in den verlinkten Blog-Beiträgen zum Mediencasting bzw. zu Miracast beschrieben. Webentwickler interessiert, dass Edge das WebRTC-API unterstützt.

Weitere Neuerungen

Unter der Haube gibt es ebenfalls eine Reihe Neuerungen, die aber nur ausgewählte Nutzer und Szenarien betreffen.


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  • Bei der Hyper-V-Virtualisierung unterstützt Windows 10 Fall-Update die sogenannte Nested Virtualization. Man kann also virtuelle Maschinen in Hyper-V VMs laufen lassen. Relevant ist dies z.B. für den Windows 10-Mobile-Emulator relevant, der unter Windows 10, welches in einer Hyper-V-VM läuft, ausgeführt werden kann. Ich hatte dies im Artikel Windows 10: Nested Virtualization in Hyper-V kurz angesprochen.
  • Cortana: Die Sprachassistenting Cortana enthält Verbesserungen – so kann diese geschriebene Notizen verstehen, mit lokalen Konten arbeiten und Erinnerungen basierend auf Orten, Zeiten und Zahlen in Notizen einplanen. Man kann in Microsoft Edge in einem PDF Text markieren und soll dann über einen Kontextmenübefehl “Ask Cortana” zusätzliche Infos abrufen können. Bei meinem Testsystem gibt es aber nur einen Befehl zur Suche in Bing. Zudem lassen sich in Cortana-Erinnerungen handschriftliche Einträge per Surface Pen vornehmen.
  • Im Startmenü kann Microsoft Werbung für Apps einblenden. Laut Microsoft ist das aber keine Werbung, sondern soll auf nützliche Apps aufmerksam machen. Ich hatte das Thema im Beitrag Windows 10: Zwangswerbung im Startmenü ist keine Werbung! behandelt. Zudem soll das in diesem Blog-Beitrag Windows 10: Startmenü streikt ab 512 Einträgen beschriebene Problem behoben sein.
  • Laut den mir vorliegenden Informationen soll Microsoft das DPI-Problem mit der Build gefixt haben (siehe Artikel Windows 10 und die hohe Bildschirmauflösung). Screenshot-Programme wie PaintShop Pro haben aber nach wie vor Probleme, höhere Auflösungen zu erfassen.
  • Standarddrucker lassen sich nun automatisch dem zuletzt gewählten Drucker zuweisen, wobei das deaktivierbar ist.
  • In der Build 10586 ist auch die Unterstützung für Speicheroptimierung und Speed Shift integriert. Mit dem „Compression Store“ sollen Daten von suspendierten Anwendungen im Arbeitsspeicher komprimiert werden, was den Fingerabdruck im Speicher reduziert. Mit Speed Shift kann Windows 10 auf 6. Generation Intel Core-CPUs den Takt dynamisch erhöhen. Ich hatte dies im Artikel Intel und Microsoft kooperieren bei Speed Shift-Technologie beschrieben.

Ansonsten weist MVP-Kollege Martin Geuß in diesem Artikel darauf hin, dass sich Apps im Tablet-Modus nach links oder rechts anheften und durch Ziehen in der Task View-Ansicht zum unteren Rand schließen lassen. Ein paar Infos zu den Neuerungen findet ihr auch im Blog-Beitrag von MVP-Kollege Damian Dandik. Update: Das Team bei deskmodder.de hat hier einen Changelog der Änderungen zusammen getragen.

Mein persönlicher Eindruck

Insgesamt wird Windows 10 in meinen Augen ganz langsam besser. Ob die Energiesparfunktionen oder die Stabilität des Betriebssystems wirksam verbessert wurden, wird man abwarten müssen. Ein paar Infos finden sich auch in meinem Blog-Beitrag Windows 10: Build 10586 im Fast Ring verfügbar. Aber, neben mehr Licht, gibt es noch viel Schatten und Bugs. Show-Stopper sind (zumindest in meinen Augen) vor allem die nicht abschaltbare Erfassung der Telemetriedaten, die Zwangsintegration in die Cloud (nur schwer zu umgehen) sowie die in den Home-Versionen bisher nicht konfigurierbare Windows Update-Funktion. Wie seht ihr das Ganze? Habe ich eine Neuerung vergessen? Und wird Threshold 2 ein großer Schritt bzw. weiter Wurf oder eher weiter wurschteln in klein-klein?

Ähnliche Artikel:
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Windows 10: Mediencasting in Build 10576 angetestet)
Windows 10: Ermöglicht uns endlich den Stopp der Datensammelei!
Schriftartenproblem bei Microsoft Edge


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15 Kommentare zu Windows 10 Herbst-Update, die Neuerungen

  1. Pingback: Threshold Herbstupdate Windows 10

  2. Millenia Magiera sagt:

    Danke !

  3. Thomas Bauer sagt:

    Meine Insider Preview ist nicht mehr aktiviert. Durch ein Update meines virtuellen PCs habe ich die Registrierung verloren. Ich bin seit Anfang dabei und natürlich muss ich meine Software der Zeit anpaßen. Die 10260 habe ich quasi von MS bekommen und jetzt verloren da ich keinen Key habe.

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  5. Pingback: Windows 10: November-Update, was muss ich wissen? | Günnis Seniorentreff 50+

  6. Ralf Lindemann sagt:

    Für alle, die bislang gezögert haben, zu Windows 10 Home zu wechseln, hat sich mit dem Herbst-Update im Grundsatz nichts geändert. In Kernfragen, die auch hier im Blog viel diskutiert wurden, hat sich Microsoft nicht bewegt. Das alles hört sich nach wie vor nicht gut an: Zwangserfassung von Telemetriedaten, Zwangsintegration in die Cloud, Zwangsupdates. Mir scheint, einfach ein bisschen viel Zwang für eine Software, die in den USA, dem Mutterland der Freiheit, entwickelt wurde.

    Für Windows 7-Nutzer kommt eine strategische Überlegung hinzu: Windows 7 ist zwar in die Jahre gekommen, aber ein anerkanntermaßen etabliertes Betriebssystem, dem die Mehrheit der Windows-Nutzer bislang die Treue hält. Ob man sich mit einem Wechsel zu Windows 10 auf längere Sicht verbessern wird, ist keineswegs ausgemacht. Wenn es schlecht läuft, dann wird Windows 10 über den Status eines Minderheitenbetriebssystems nie hinauskommen und die Misserfolgsgeschichte von Windows Vista und Windows 8 einfach nur fortschreiben. Insofern: Wer weiß, ob es am Ende nicht doch die beste Idee ist, cool zu bleiben und auf Windows 11 zu warten, das dann hoffentlich die schlimmsten Irrtümer von Windows 10 ausbügeln wird. (Ein schöner Traum, ich weiß…)

    • Millenia Magiera sagt:

      Alles, was hier mit Zwang anfängt ist keiner.
      Ich habe bei w7 nie nur ein MS-Update installiert und nie irgendwelche Probleme gehabt. Cloud werde ich nicht nutzen, und wenn, dann nur so, wie ich es will. Jetzt stecken dort PDFs, die für Mails zu groß sind und die ich auf dem iPad lesen möchte.
      Für viele ist diese Form einfach eine Art Notwendigkeit.
      Es gibt auch in Windows seit langen ein Fax intergriert. Werden wir gezwungen den zu nutzen? Nicht, weil er nur mit echten Modems funktioniert, wie die in Amerika vorhanden sind.
      Wer jetzt auf w10 nicht umsteigen will, soll sich vielleicht doch die Registrierung holen, so für alle Fälle.
      Ich finde w10 einfach nur Hammer.
      Genau das gleiche Gefühl, wie bei w7.
      Vista und w8 habe ich einfach übersehen.

      • Ralf Lindemann sagt:

        Ja, von Zwang im strengen Sinn des Wortes reden wir auch nicht. Schon deshalb nicht, weil niemand zu Win 10 wechseln muss, wenn er es nicht möchte. So gesehen ist es nicht ganz unangemessen, die Dinge mit einer gewissen Gelassenheit zu betrachten. Aber, wer zu Windows 10 Home wechseln möchte oder gewechselt ist, muss sich darüber im Klaren sein, dass die genannten Systemprozesse bzgl. Telemetrie, Cloud & Update in der Standradkonfiguration von Windows 10 Home obligatorisch sind und entweder gar nicht oder nur auf Umwegen abschaltbar sind, was zudem administrative Eingriffe ins System erfordert, die auch nicht jeder Anwender ohne Weiteres beherrscht. Wer sich also im Rückblick auf Windows 7 darüber freut, „nie [auch] nur ein MS-Update installiert“ zu haben, dem sei gesagt: Unter Windows 10 Home ist es damit vorbei! Hier werden alle Updates automatisch installiert! Und ich finde, der plakative Begriff „Zwangsupdate“ ist für diese Update-Automatik durchaus angemessen und zutreffend. Insofern also doch: ZWANG.

        • Die „nach Hause telefonieren“ Funktionen lassen sich abschalten, wie bei jedem anderen Hersteller auch:
          Configure telemetry and other settings in your organization
          https://technet.microsoft.com/en-us/library/mt577208(v=vs.85)

          Macht es jemand? Ja, einige. Egal ob MS, Apple oder Android. Die anderen senden alle fleissig ihre Daten und liefern das neue Gold der BigData Collectoren.
          Hast du ein iphone oder Android-whatever? bei letzterem musst du es PRO APP konfigurieren … viel Spass.

          Der „ZWANG“ zu Updates ist absolut berechtigt. Die ganzen Leute, die ihre Systeme nicht gepatcht haben, weil sie die Software in den meisten Fällen illegal genutzt haben, sind für die Virenschleudern, Zombies und Botgesteuerten Systeme verantwortlich, deren „Fehlverhalten“ Microsoft angekreidet wird.
          Die Schuld liegt aber beim Anwender, der nicht patcht und nicht bei Microsoft.
          Wenn ich permanent für etwas verantwortlich gemacht werde, für das ist nichts kann, würde ich auch einen Weg finden um mich aus der Schusslinie zu nehmen. Für die Microsoft Updates heisst das „ihr könnt es nicht, also machen wir es selbst“.

          Mein Android macht mir wesentlich mehr Sorgen, der Patchtstand ist nur dank alternativem ROM aktuell. Vom Vendor ist da nichts zu erwarten.

          • Günter Born sagt:

            Der (aktualisierte) Technet-Beitrag richtet sich explizit an Unternehmenskunden – speziell die Gruppenrichtlinien nutzen Home-Nutzern nichts.

            Zudem erinnere ich an das Statement von Joe Belfiore (siehe Windows 10: Ermöglicht uns endlich den Stopp der Datensammelei!). Zumindest ist der Ansatz von MS recht ungeschickt.

            Zum Zwangs-Update: Kann man so oder so sehen. Wenn Microsoft es denn packen würde, das Ganze Kollateralschädenfrei auszurollen, wären wenig Diskussionen. Aber so gibt es eine Katastrophe nach der anderen. Imho gar nicht gut.

      • Sherlock sagt:

        > Ich habe bei w7 nie nur ein MS-Update installiert und nie
        > irgendwelche Probleme gehabt.

        Irgendwie sollte sich rumgesprochen haben, dass mit Windows-Update SICHERHEITSLÜCKEN geschlossen werden! Und unzählige User haben sich schon Malware eingefangen, weil sie ihre Systeme nicht aktuell hielten. Dem Zwangsupdate in der Form zu entgehen, dass man Windows-Update einfach deaktiviert, ist die dümmstmögliche Maßnahme. Dümmer geht’s nimmer.

  7. Thomas Bauer sagt:

    So eben war der nicht mehr vorhandene Patchday. Es kam ein ziemlich dickes kumulatives Update KB3105213 durch die Leitung. Ich dachte schon ernsthaft das die so th2 ausrollen wollen, aber Fehlalarm. Alles noch beim Alten. Build: 10240. Naja, warten wirs ab.

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  9. Sherlock sagt:

    Und wichtig: wenn man das Startmenü im Vollbild als Startscreen verwendet, passen nun erheblich mehr Kacheln auf eine Seite! Man muss nicht mehr nach unten scrollen.

  10. Pit2916 sagt:

    Nach dem Update ging bei mir nichts mehr. System startet mit schwrzen Schirm und erkennt Monitore nicht mehr. Nach blinLogin System startet langsam und störzt nach wenigen Minuten ab. Hat mich viele Stunden gekostet. Die Instalation der alten Version hat mich gerettet.
    Wie kann man so ein unfertiges Update auf die Leute loslassen?

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