Windows Backup-Fehler 0x80070015

Windows 7 bringt ja eine eigene Backup-Funktion mit, die 1:1 in Windows 8, Windows 8.1 und Windows 10 übernommen wurde. Was aber, wenn die Windows 7-Sicherung oder der Wiederherstellung den Fehlercode 0x80070015 wirft und das Backup verweigert.


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Vorab: Die Windows-Backup-Funktion ist für ihre Fehlerabbrüche berüchtigt. Zu häufig erleben Anwender ihr Waterloo, wenn eine Sicherung mit einem kryptischen Fehlercode abbricht oder das Zurücklesen der Dateien nicht funktioniert. Die am Artikelende verlinkten Blog-Beiträge sind da abendfüllende Lektüre. Daher setzen viele Nutzer auf Drittherstellerlösungen wie Acronis True Image, Paragon Backup & Recovery, Drive Image etc. Kann man tun, sollte aber nicht mehrere Backup-Programme mischen und abwechselnd verwenden – das kann ins Auge gehen. Der wohlfeile Rat nützt es einem nichts, wenn der Fehlercode 0x80070015 beim Zurücklesen einer Systemabbildsicherung angezeigt wird und nichts mehr geht.

Suche nach dem Fehlercode

Ich habe dann im Blog nach dem Fehlercode 0x80070015 gesucht und bin im Beitrag Log-Analyse bei missglücktem Windows 8 Upgrade fündig geworden. In diesem Kontext wurde der Fehlercode in einer Log-Datei mit folgendem Fehlertext ausgeworfen.

GetDiskFreeSpaceW: Failed to retrieve disk space info for G.[gle=0x00000015]
Error CONX CFreeSystemPartitionDiskSpaceChecker failed. Failed to determine the free disk space on the system partition. . HRESULT = 0x80070015[gle=0x00000015]

In diesem Fall war es ein Filtertreiber von einer installierten und dann deinstallierten Software (Alcohol 120%), der dazu führte, dass ein Laufwerk nicht sauber angesprochen und dessen Kapazität nicht ermittelt werden konnte.

In den Fällen, wo die Windows-Systemabbildsicherung den Fehler wirft, wird neben dem Fehlercode 0x80070015 noch der Text “Disk not ready” bzw.  “Das Gerät ist nicht bereit Fehler 0x80070015” angezeigt. Ein Fingerzeig, dass da irgend ein Zugriff auf eine Partition bzw. das logische Laufwerk fehl schlägt.

Backup-Fehler 0x80070015 beim Sichern

Dieser Fehler ist z.B. hier und hier bei Microsoft Answers thematisiert worden. Geht man in die Systemsteuerung, lässt sich unter Sichern und Wiederherstellen die Funktion Systemabbild erstellen aufrufen.

Für Windows 8 (und folgende Versionen) sind die Schritte hier beschrieben. Aber bereits nach einigen Sekunden erscheint die Fehlermeldung (hier in englisch).


(Quelle: MS Answers)


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In diesem Fall ist eine Beseitigung der Fehlerursache gefragt. Vorab: Es sieht so aus, als ob es verschiedene Ansätze gibt, die helfen können.

Sicherstellen, dass Windows unbeschädigt ist und andere Ansätze

Ein (seltener) Grund für den Fehler können beschädigte Systemdateien sein. Hier empfiehlt sich die Vorgehensweise aus dem Beitrag Windows 8: Komponentenstore reparieren – wobei unter Windows 7 nur der sfc /scannow-Befehl funktioniert.

In diesem MS Answers-Forenbeitrag gibt ein Microsoft Mitarbeiter Tipps, u.a. die USB-Anschlüsse durch zu probieren. Ich hatte auch Fälle, wo die Formatierung der Ziel-Festplatte geholfen hat.

Es gibt Leute, wo ein einfacher Neustart von Windows das Problem behoben hat. Man kann auch versuchen, im abgesicherten Modus zu starten (bei Windows 7 die Funktionstaste F8 drücken – ab Windows 8 die Umschalttaste beim Aufruf des Befehls zum Neustarten gedrückt halten) und dort die Sicherung ausführen.

In diesem MS Answers-Forenbeitrag gibt jemand den Hinweis, zu prüfen, ob der Volumenschattenkopiendienst läuft. Hierzu Dienste als Administrator aufrufen und die Dienste überprüfen.

Andere Nutzer berichteten, dass die Partition Systemreserviert “voll gewesen sei”. Diese Partition wird unter Windows 7 mit 100 MByte angelegt, während Windows 8 bis Windows 10 mehr Speicher (bis 500 MByte) benötigen. Manche Fremd-Tools füllen den Bereich der Partition zudem mit Daten. Hier hilft ggf. (siehe), die Partition Systemreserviert mittels eines Dritthersteller-Tools (z.B. Mini Tools Partition Wizard) auf 500 MByte zu vergrößern.

Die bisher beste Erklärung: Wiederherstellung liefert Fehler

Die bisher beste Erklärung gibt ein Microsoft-Supportmitarbeiter in diesem Forenbeitrag:

The backup operation fails because Automated System Recovery (ASR) unnecessarily returns an error for noncritical disks. The expected behavior is that ASR returns an error when critical disks are not available. ASR then logs a Warning event for noncritical disks. However, ASR returns errors when both critical disks and noncritical disks are not available.

Er gibt den Hinweis, alle nicht benötigten Medien zu entfernen und den Rechner neu zu starten. Dann folgt der Hinweis, im abgesicherten Modus zu booten und dort die Sicherung zu probieren.

Falls das nicht hilft, lässt sich in Windows Pro und Ultimate/Enterprise die Sicherung von Datendateien per Gruppenrichtlinie deaktivieren.

1. Hierzu ist gpedit.msc mit administrativen Rechten aufzurufen und dann der folgende Zweig anzuwählen: Benutzerkonfiguration, Administrative Vorlagen, Windows-Komponenten, Sicherungskopie und dann Client.

2. Dann ist die Richtlinie Sicherungsfunktion für Datendateien deaktivieren zu aktivieren.

Der Registrierungseintrag ist in diesem Beitrag beschrieben, falls jemand das bei Home-Editionen von Windows probieren möchte. Vielleicht hilft es weiter.

Fehlercode beim 0x80070015 Restore

Der Fall ist hier beschrieben. Hier könnte man die obigen Ansätze ebenfalls probieren.

Unter dem Strich stellt sich aber die Frage, ob es nicht geschickter sein kann, auf ein Drittanbieter Backup-Programm, welches verlässlicher arbeitet, auszuweichen. Morgen stelle ich mit Drive Snapshot ein solches Programm vor.

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12 Kommentare zu Windows Backup-Fehler 0x80070015

  1. Die Backup Systemwiederherstellung von Windows ist leider völlig für die Füße, hat bei mir im Fall der Fälle noch nie Richtig Funktioniert wenn sie sollte!
    Jeder der sich darauf verlässt das dies ganz sicher im Ernstfall Funktioniert und sein System Fehlerfrei Reaktiviert ist wohl verlassen.
    Wenn ich mir nur die ganze Arbeit und Zeit vorstelle die eine Neuinstallation von meinem System mit sich bringt lohnt sich jede Art Fremdsoftware um ein Vernünftiges Backup Extern anzulegen.

    Ich weiß ihr mögt Acronis nicht, aber ich habe bisher noch nie ein größere Probleme mit Acronis gehabt, und wer sich scheut ein Programm zu Kaufen der nehme halt Clonezilla!

    • Thomas Bauer sagt:

      Schau dir den Recovery Doctor mal an. Lohnt sich! Ich hatte vorher auch Acronis verwendet, jetzt nur noch den Recovery Doctor. *** Link entfernt – G. Born ***

      • Dekre sagt:

        ich bin da nicht so überzeugt. Ich darf mal wieder darauf hinweisen, dass das Einpielen vollständig (!!!!) gelingt.
        Die Programme und alls (auch Kopien) sichert. Das Problem ist das Einspielen.

        • Ich brauche kein “Recovery Doctor” weil mein Acronis True Image funktioniert wie es soll.

          Aha @Dekre also ich hab erst letzten Dienstag das Problemchen gehabt beim zurücksetzen eines Windows 10 PCs, das nach dem Zurücksetzen überhaupt nichts mehr ging, ist ein Client PC da ist nur eine Fett Factory, Office 2010 Pro und KS-Fitnes Software drauf also nix Weltbewegendes wenn Windows das nicht mal hinbekommt ist das meiner Meinung nach aller größter Mist.
          Zum meinem Glück hatte ich eben noch ein Acronis Backup hat wenigstens Funktioniert.

      • Danke für den gedanklichen Stupser – hatte den auf dem Radar, aber der Link schlummert irgendwo tief in einem Themenordner. Nachtrag: Das Thema ist hier “vermintes Gelände”, der obige Link wurde entfernt.

    • Ist mitunter etwas schwierig, weil man eine passende Windows PE-Umgebung braucht (andernfalls gibt es die merkwürdigsten Fehlermeldungen, die nie auf diesen Fehler hinweisen). Aber ich habe bisher eigentlich immer die Systemabbilder zurücklesen können.

      Es gibt aber heute noch eine Alternative, die genial ist: Drive Snapshot

  2. Dekre sagt:

    Ich habe versucht diesen Fehler bein Win7 zu suchen. Denn ich weiß ich hatte das auch, auch bei Einspielung.
    Ich hatte bei Sicherung mehrere Fehler. Ich konnte diese bereinigen. Bei Wiederherstellung gibt es einen “Trick”, der wohl ncht für diese Problem gilt.

    Ich will aber mal was anstoßen – 256 Zeichen. Windows kann nur wohl 256 Zeichen bearbeiten. Sichert man, das egal wie, nehmen wir mal an wir kopieren, so hat man bei der Rücksicherung ein Desaster, wenn man das Problem nicht kennt. Das ist mir nicht nur bei Rückeinspielungen aufgefallen. Die Zeichen berechnen sich ja auch anders und schon ist man sehr schnell auf über 256 Zeichen.
    Das gilt auch bei Backup-Einspielungen, habe es alles durch. Man muss dann händisch arbeiten.

  3. sasa17 sagt:

    wie sieht denn ne gute Backupstrategie aus?
    bzgl. Datensicherung/ Abbilderstellung; Zeiträume; automatisiert und “intelligent”; anwenderfreundlich; Geschwindigkeit => dann lässt sich doch die passende nach den Anforderungen bezogene Backup-SW nennen

    Acronis soll/ hat sich ja die letzten Jahre eher verschlimmert, statt verbessert

    • Du wirst dir diese Backup-Strategie selbst zurecht legen müssen – eine “universelle gute Backup-Strategie” gibt es imho nicht. Wer sein System alle 3 Tage bootet, braucht keine tägliche Sicherung. Wenn ich nur alle zig Jubeljahre was installiere, kann man auch Backups des Systemabbilds in größeren Abständen machen – und die Dokumente ggf. auf separaten Partitionen / log. Laufwerken halten, die dann manuell auf einen Wechseldatenträger kopiert werden.

      Wer Exchange betreibt oder kritische Daten hat, wird häufiger sichern müssen. Im Hinblick auf Ransomware empfiehlt sich eben keine Automatisierung, sondern die Verwendung eines wechselbaren Datenträgers mit separaten Sicherungskopien im rollierenden Verfahren (z.B. sieben Sicherungen, von denen die älteste überschrieben wird), der nach dem Sichern entfernt wird.

      • sasa17 sagt:

        “”die Verwendung eines wechselbaren Datenträgers mit separaten Sicherungskopien im rollierenden Verfahren (z.B. sieben Sicherungen, von denen die älteste überschrieben wird), der nach dem Sichern entfernt wird.””
        Hast Du einen Software-TIPP?
        Acronis ist ja ja z.B. echt träge, langsam und unübersichtlich geworden

        “”Ich will aber mal was anstoßen – 256 Zeichen. Windows kann nur wohl 256 Zeichen bearbeiten. Sichert man, das egal wie, nehmen wir mal an wir kopieren, so hat man bei der Rücksicherung ein Desaster, wenn man das Problem nicht kennt. Das ist mir nicht nur bei Rückeinspielungen aufgefallen. Die Zeichen berechnen sich ja auch anders und schon ist man sehr schnell auf über 256 Zeichen.
        Das gilt auch bei Backup-Einspielungen, habe es alles durch. Man muss dann händisch arbeiten.””
        sehr guter Punkt, gibt es dafür eigtl. keine Lösung?

  4. lutwin52 sagt:

    Also ich bin ein Fan von dem im Artikel erwähnten Mini Tools Partition Wizard. Die Rücksetzung mache ich dann mit dem Wondershare 2012 (Windows 7). Der Stick hat mir schon viele Dienste erwiesen. Leider erkennt er kein GPT (für Disks größer als 3 TB). Da ich Windows aber auf einer SSD habe ist das nicht so tragisch. Die interne Sicherung von Windows lasse ich laufen wenn sie klappt, sonst ist sie mir aber nicht wichtig

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