Patchday-Infos: Was ab Oktober für Windows 7/8.1 kommt

Windows UpdateAb Oktober 2016 führt Microsoft ja kumulative Updates (Rollups) für Windows 7 und Windows 8.1 ein. Hier eine kurze Einstimmung, was die Nutzer dieser Windows-Versionen am kommenden Patchday (und danach) erwartet.


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Nächsten Dienstag, den 11. Oktober 2016, ist ja wieder Patchday bei Microsoft. Mit im Angebot: Kumulative Updates für Windows 7 und Windows 8.1, als Rollup Updates bezeichnet. Diese will Microsoft ja ab Oktober 2016 schrittweise einführen (siehe auch mein Blog-Beitrag Insides zum Windows Service Modell). Momentan liegen noch keine Details zu den Updates vor – das reiche ich nach, sobald die Patches freigegeben sind.

Aber ein paar Informationen hat Microsoft im Vorfeld des Oktober-Patchday im Blog-Beitrag More on Windows 7 and Windows 8.1 servicing changes rausgelassen. Dabei präzisiert man einerseits, welche Pakete zukünftig wann freigegeben werden. Und geht andererseits in einigen Nebensätzen auf die Spezifika des Oktober-Patchday (11.10.2016) ein.

Hinweis: Nachfolgend werden die Begriffe B-Week (2. Dienstag im Monat) und C-Week (3. Dienstag im Monat) für die auszurollenden Updates verwendet.

Ein reines “Quality” Sicherheits-Update (WSUS Update, B-Week)

Dieses Update (als ‘security-only quality update’ bezeichnet) wird alle sicherheitsrelevanten Patches für den jeweiligen Monat (hier also Oktober 2016) beinhalten. Die Bereitstellung erfolgt aber ausschließlich per WSUS (Windows Server Update Services). Dieses Update wird in WSUS als Sicherheitsupdate klassifiziert (also höchste Priorität) und bekommt auch eine eindeutige KB-Nummer.

Um Nachfragen zuvor zu kommen: Privatanwender, die über Windows Update gehen, werden diesen Patch nie zu Gesicht bekommen. Zweck dieses Updates ist es, Administratoren die Gelegenheit zu geben, ihre Systeme sicherheitstechnisch zu aktualisieren.

Ein Sicherheits-Rollup Update (B-Week)

Microsoft gibt zudem ein Sicherheits-Rollup Update (als ‘security monthly quality rollup’ bezeichnet) für den jeweiligen Monat frei. Das Rollup enthält alle neuen Sicherheits-Updates – also alle Fixes für Sicherheitslücken – die für den aktuellen Monat (hier, Oktober 2016) geschlossen werden sollen. Zudem werden Sicherheits-Updates der vorherigen Monate über das Rollup ausgeliefert und patchen Systeme, auf denen diese Fixes noch fehlen. Microsoft bezeichnet dies auch als “monatliches Rollup”.

Das monatliche Rollup wird über Windows Update (WU), über WSUS (dort als Sicherheitsupdate klassifiziert) und über den Microsoft Update Catalog bereitgestellt. Für dieses Paket gibt Microsoft an, dass im Oktober 2016 allerdings nur die Sicherheits-Fixes für Oktober und vom vergangenen September enthalten sein werden (wohl, um die Patchgröße zu begrenzen).

In WSUS lässt sich die “Express Installation”  für das Paket freigeben, so dass nur die benötigten Patches auf den Clients installiert werden. Das Update bekommt ebenfalls eine eindeutige KB-Nummer. Microsoft gibt an, dass das Rollup die gleichen Sicherheits-Fixes wie das security-only quality update enthalte.

Die beiden obigen Updates werden am 2. Dienstag im Monat (B-Week) ausgerollt (aktuell also am 11. Oktober 2016).

Preview Qualitäts-Rollup Update (C-Week)

Darüber hinaus wird es monatlich ein sogenanntes Preview Quality Rollup geben, welches am dritten Dienstag im Monat (C-Week) ausgerollt wird. Dieses ist quasi ein “Ausputzer”- und “Test-Ballon”-Paket. Es enthält nicht sicherheitsrelevante Updates, die im Folgemonat für das Rollup vorgesehen sind (der Test-Ballon). Zudem wird Microsoft die Fixes der Vormonate in dieses Rollup integrieren.


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Das monatliche Preview Rollup wird über Windows Update (WU), über WSUS und über den Microsoft Update Catalog bereitgestellt. In WSUS ist eine Express Installation auswählbar. In dieses Rollup, welches eine eindeutige KB-Nummer erhält, werden, beginnend ab Anfang 2017 auf monatlicher Basis ältere Fixes integriert, so dass es nach einiger Zeit zu einem kumulativen Updates wird – sprich: Man braucht nur noch dieses Update auf einer frisch installierten Maschine, um auf den aktuellen Patch-Stand zu kommen.


(Quelle Microsoft)

Das obige, von Microsoft veröffentlichte Schaubild, zeigt die Abfolge und Inhalte der Rollups.

Weitere Updates …

Neben den oben erwähnten Rollup-Paketen wird es, aus diversen Gründen (z.B. bei Änderungen der Zeitzonen, oder falls eine kritische Sicherheitslücke zu schließen ist), auch noch separate Updates geben.

Der Internet Explorer wird zudem separate Sicherheits- und nicht Sicherheits-Updates erhalten, um den Browser aktuell zu halten. Für Windows 7, Windows 8.1, Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2012 R2 beziehen sich die Updates auf den Internet Explorer 11. Auf Windows Server 2012 wird der Internet Explorer 10 aktualisiert.

Und für .NET Framework wird es ebenfalls separate monatliche Rollup Updates geben.

 


(Quelle Microsoft)

Das obige Schaubild verdeutlicht die Abfolge der obigen Update-Pakete für die einzelnen Monate.

Doppelte Fixes in zwei Paketen und die Implikationen…

In einem separaten Abschnitt geht Microsoft dann auf Implikationen ein, die sich durch die Abfolge der Patches ergeben. Da ja alle Sicherheits-Fixes sowohl im Sicherheits-Rollup-Update als auch im monatlichen Rollup-Update vorliegen, kommt es auf die Installationsreihenfolge an.

  • Installiert man das monatliche Rollup-Update zuerst, sind die Sicherheits-Updates ja bereits auf dem System. Dann kann das monatliche Quality Sicherheits-Rollup-Update nicht mehr installiert werden (die Patches sind ja bereits vorhanden).
  • Installiert man dagegen erst das Sicherheits-Rollup-Update, kann man im Nachgang noch das monatliche Rollup-Update installieren.

Endanwender, die per Windows Update aktualisieren, brauchen sich keine weiteren Gedanken zu machen. Administratoren, die Updates aber mit Verwaltungstools freigeben, sollten die obigen Abfolgen aber im Hinterkopf behalten.

Was passiert bei Update-Fehlern?

Microsoft geht auch auf die “Bedenken” der Anwender ein und beantwortet die Frage, was passiert, falls ein Update Probleme bereitet. Das kann zwar praktisch nicht passieren, da die Updates intensiv bei Microsoft und bei seinen OEMs getestet werden. Aber rein theoretisch, also, ich sage mal in ganz seltenen Fällen, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen, könnte ein Update ja doch mal bei der Installation klemmen oder nach der Installation zu Problemen führen.

Der Fall kommt aber praktisch so gut wie niemals vor, wie wir ja alle bereits von Windows 10 wissen. Aber, die gute Nachricht lautet:

  • In Windows 7/8.1 kann man die Update-Installation ja manuell freigeben. So besteht die Möglichkeit, ein paar Tage zu warten und zu schauen, ob Probleme (z.B. hier im Blog) berichtet werden.
  • Man kann eine betroffene Maschine auf den vorherigen Zustand per Wiederherstellung zurückrollen und abwarten, bis das Problem durch Microsoft untersucht wurde.
  • Gibt es ein Update zur Fehlerbehebung, spielt man dieses ein, um die Folgen eines früheren Updates zu korrigieren.

Zudem kann man mit den Software-Anbietern in Verbindung treten, falls ein Rollup-Update für Windows Probleme mit deren Programmen bereitet. Diese kümmern sich gerne und pronto um die Fehlerbehebung. Hier kann Microsoft aber keine allgemeinen Fehlerhebungsstrategien angeben, da diese Fälle ja so gut wie nie passieren (hatte ich oben ja überzeugend dargelegt). Falls doch mal das Ereignis auftritt, ist dieses von Fall zu Fall individuell abzuhandeln. Weitere Details sind dem englischsprachigen Blog-Beitrag von Microsoft zu entnehmen.

Ich fasse mal zusammen: Wie es ausschaut, gibt es nach wie vor viele Updates für Windows 7/8.1, die über den Monat verteilt werden – und ich schätze, mir werden diesbezüglich die Blog-Themen auch nicht ausgehen. Also: In diesem Sinne “happy patchday” … (via)

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17 Kommentare zu Patchday-Infos: Was ab Oktober für Windows 7/8.1 kommt

  1. Dieter Schmitz sagt:

    Da wir hier im Hause DATEV-Software haben, mussten wir KB3102429 deaktivieren, das es nicht mit Crystal Reports harmoniert.

    Wie bekommen wir so ein Update gesperrt, wenn es demnächst in einem Rollup zwangsweise installiert wird?

    Mensch Microsoft, hört doch endlich mit dem MIST auf!!! Was soll denn das?

    • Dekre sagt:

      Das Thema hatte ich mal hier indirekt mal thematisiert ohne DATEV zu nennen. Das ist aber erledigt.
      Das Problem liegt aber auch bei DATEV, da DATEV sich permanent weigert sinnige Hinweise von sich zu geben und DATEV kann oder will nicht. Es ist ein Unvermögen der DATEV und ich zahle sogar dafür.
      Die DATEV e.G ist nach wie vor nicht vorbereitet und kann Ihre Nutzer sinnvoll weder zu SQL Datenhaltung 2014 und schon gar nicht über „normale“ Sicherheitsupdates von MS informieren. Die sog. Tests von DATEV sind so sinnlos, da kann man auch sagen dass die Sonne morgens erscheinen wird. Mit letzter Aussage wäre man auf der sicheren Seite.

  2. Thürk Maschke sagt:

    Guten Morgen Herr Born:-)

    „Endanwender, die per Windows Update aktualisieren, brauchen sich keine weiteren Gedanken zu machen.“

    Wie langweilig! Dürfen die sowas eigentlich?
    Was wird denn dann aus meinen grauen Zellen??
    So völlig verweist und ohne Herausforderung?!
    Da kann ich ja gleich unter Linux segeln…;-)

    Danke, für den informativen Artikel:-)

  3. upgradefieber sagt:

    >Administratoren, die Updates aber mit VERWALTUNGSTOOLS freigeben, sollten die obigen >Abfolge aber im Hinterkopf behalten.‘
    ??

  4. Tim sagt:

    Notiz an mich:

    Heute noch schnell Windows Update deaktivieren, oder auf manuell stellen.

    Microsoft kommt drohend mit „was tollem neuem“ um die Ecke…

  5. deo sagt:

    Am Schluss wird der Beitrag richtig lustig. Ich freue mich schon auf die nie, nicht auftretenden Fehler.

  6. Wer also

    B (RollUp)
    wie üblich auflaufen läßt
    bekommt
    C (Sicherheit)
    nie zu Gesicht.

    Bleibt jetzt ein Loch von C nach B
    was extrem gewiefte Zeitgenossen dann ausnutzen?

  7. JohnRipper sagt:

    Okay, System verstanden.

    In der Praxis wird das aber das totale Chaos und unhandlich noch obendrein.

  8. deo sagt:

    Neue Updates werden hier angezeigt:
    http://www.microsoft.com/de-de/search/DownloadResults.aspx?FORM=DLC&ftapplicableproducts=^%22Windows%22&sortby=-availabledate&q=

  9. sandy sagt:

    Heißt das, die Updates werden mit jedem Monat größer? Für Anwender wie ich, die kein so schnelles Internet haben, wäre das ein Fiasko.

    • sandy sagt:

      Was meint ihr denn: Sollte man die Updates, die in der C-Woche kommen, dann auch installieren oder lieber warten? Für mich klingt es nämlich so, als wenn sie erst noch getestet werden müssten.

      • Nobody sagt:

        Wenn du mal unbekannte Effekte, aufregende Abstürze, seltene Fehlermeldungen und interessante Bluescreens erleben willst, dann ist das „Preview Quality Rollup“ Pflicht.

        • Andreas sagt:

          Danke, diese Antwort ist für mich sehr hilfreich! Ich will keine solche Achterbahnfahrt auf meinem Bildschirm sehen und spare mir das „Preview Quality Rollup“ daher gerne …

  10. Daniel Fisch sagt:

    Microsoft,

    kurz: eine Mistidee. Wenn ich keine einzelnen Updates auswählen kann, wird nichts mehr auf meinem Windows 7 installiert. Habe sowieso eine gute Internet security, und alle Daten sind 2x gesichert. Wie oft versuchte MS schon, die Windows 10 Upgrade Werbung als optionales Update zu installieren? Konnte ich damals auf 3 Rechnern deinstallieren, sonst würde die Mistmeldung wohl immer noch täglich erscheinen. Und wie oft musste man einzelne Updates wieder deinstallieren, da sie Probleme verursachten??Macht nur so weiter…

    • Paul sagt:

      Windows sichert man mit Paragon 15 oder mit True Image 16 im (Dos Linux) Modus !!

      gibt es jeweilige start CD-Roms für Paragon & Tru-Image

  11. Paul sagt:

    Windows Update deaktivieren – und beim Herunterladen, die jeweiligen Updates auswählen. bis jetzt ist Windows 8.1 bei richtiger Einstellung sehr gut.
    die Systemwiederherstellung und Remote abstellen , im Wartungscenter alle haken weg !! beim Neuinstallieren von Windows alle Apps abstellen, so läuft Windows am besten !!

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