Windows 10 Version 1607: OneDrive deinstallieren/deaktivieren/neu installieren

Microsoft liefert in Windows 10 eine OneDrive-Integration mit, die so manchen Nutzer stört. Zwischenzeitlich gibt es ab Windows 10 Version 1607 aber die Möglichkeit, OneDrive zu deinstallieren. Der Blog-Beitrag liefert einige Informationen dazu und zeigt auch, wie OneDrive deaktiviert oder wieder neu installiert werden kann.


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Auf die Möglichkeit wurde ich vor ein paar Tagen durch einen Beitrag bei deskmodder.de aufmerksam – habe es aber (fälschlich) auf die kommende Windows 10 Creators Update verortet. Das Ganze mäandert aber bereits seit Mitte Dezember 2016 durch das Internet und klappt ab der OneDrive-Version 17.3.6743.1212 (ist bei mir am 14. Dezember 2016 per Update eingetroffen, und könnte wohl am 12. Dezember 2016 erstellt worden sein). Bei Windows 10 Insider Previews soll es mit der Version 17.3.6720.1207 funktionieren.

MVP-Kollege Hans Brender hat am 19. Dezember 2016 hier was zur Business-Variante und zur Einordnung der neuen Version geschrieben. Das ist hier im Kontext aber nicht relevant. 

OneDrive Deinstallation für einen Benutzer – Schritt für Schritt

Um OneDrive komplett für das lokale Benutzerkonto zu deinstallieren, kann man die nachfolgend beschriebenen Schritte ausführen.

Einstellungen aufrufen

1. Klicken Sie in der Taskleiste auf Start und im Startmenü auf Einstellungen. Alternativ kann man die Tastenkombination Windows+i drücken.

Einstellungen-App

2. In der Einstellungen-App klickt man auf den Eintrag System und wählt in der Folgeseite die Kategorie App & Features.

App-Liste mit OneDrive

3. Dann sucht man in der rechten Spalte den Eintrag für Microsoft OneDrive, markiert diesen und klickt auf Deinstallieren.

OneDrive deinstallieren

4. In einem Popup-Fenster ist erneut die Schaltfläche Deinstallieren und dann die Sicherheitsabfrage der Benutzerkontensteuerung zu bestätigen.

Anschließend wird OneDrive für den lokalen Benutzer deinstalliert. OneDrive ist auch aus dem Explorer Navigationsbereich verschwunden.

Bei Windows 10 Version 1607 und neuer ist mit dem neuen OneDrive-Client auch die Möglichkeit gegeben, diesen in der Systemsteuerung über Programme und Features zu deinstallieren. Dort findet sich ein Eintrag OneDrive, der sich anwählen und deinstallieren lässt.

OneDrive Eintrag

Anmerkung: Diese Deinstallationsmöglichkeit über die App – geht auch per Kontextmenü Deinstallieren beim Startmenü OneDrive-Eintrag (siehe auch hier und in den nachfolgenden Kommentaren) – ist wohl das einzig Neue am Verfahren. Die nachfolgend beschriebene Variante ging wohl schon immer – dokumentiere ich aber mal der Vollständigkeit halber.

Alternative, um OneDrive zu deinstallieren

Bereits seit der Windows 10 RTM-Version gibt es wohl die Möglichkeit, OneDrive zu deinstallieren (siehe).

1. Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung mit administrativen Berechtigungen (siehe Windows 10: Eingabeaufforderung als Administrator öffnen).

2. Stoppen Sie OneDrive Sie OneDrive in der administrativen Eingabeaufforderung über den Befehl: taskkill /f /im OneDrive.exe.

Man kann OneDrive aber auch stoppen, indem man das OneDrive-Symbol in der Taskleiste per Rechtsklick anwählt und dann den Kontextmenübefehl Beenden eingibt.

3. Geben Sie einen der folgenden Befehle ein, um OneDrive zu deinstallieren.

Bei einem 64-Bit-Windows 10 verwenden Sie den Befehl:

%SystemRoot%\SysWOW64\OneDriveSetup.exe /uninstall

Auf einem 32-Bit-Windows 10-Client verwenden Sie den Befehl

%SystemRoot%\System32\OneDriveSetup.exe /uninstall


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Die Deinstallation erfolgt ohne weitere Nachfrage. Und wer das Ganze per Batch entfernen mag, findet in diesem MS-Answers-Forenbeitrag den Hinweis auf eine entsprechende Datei. Dort gibt es zwar die Diskussion, dass das Feature nicht mehr in Previews (vor der RTM) vorhanden sei. Auf meinem System ließen sich die Befehle aber ausführen. 

Es geistern diverse Meinungen im Web herum, dass man dadurch seine OneDrive-Dateien verliert. Der OneDrive-Speicher beim Microsoft Konto bleibt erhalten und man kann per Browser drauf zugreifen. Auch der OneDrive-Speicherordner im Benutzerprofil sollte nicht beeinflusst werden.

OneDrive erneut installieren

Falls OneDrive nach der Deinstallation doch wieder gebraucht wird, kann man das Feature erneut über die OneDriveSetup.exe installieren. Hierzu geht man im Windows Explorer in den oben genannten Windows-Unterordner System32 (32-Bit-Windows) oder SysWOW64 (64-Bit-Windows).

OneDriveSetup

Dort findet man die Datei OneDriveSetup.exe, die per Doppelklick anzuwählen ist. Anschließend bestätigt man die Sicherheitsabfrage der Benutzerkontensteuerung und ggf. weitere Nachfragen, ob der Client installiert werden darf.

 OneDrive installieren

Die Installation wird in einer Fortschrittsanzeige signalisiert. Im Anschluss sollte das OneDrive-Symbol sowohl im Navigationsbereich des Explorers als auch in der Einstellungen-App wieder vorhanden sein. Ruft man OneDrive dann erneut auf, wird der Assistent zum Einrichten der OneDrive-Desktop-App ausgeführt.

Das Depolyment des OneDrive next generation sync client per SCCM ist übrigens in diesem Technet-Blog-Beitrag beschrieben. Und hier gibt es einen ähnlichen Beitrag – bezieht sich zwar auf OneDrive for Business – aber die OneDriveSetup.exe ist dort erwähnt.

Die Datei OneDriveSetup.exe wird übrigens auch im Benutzerprofil unter %userprofile%\appdata\local\Microsoft\OneDrive\ gespeichert. Nach meinen Beobachtungen bleibt dieser Ordner bei der Deinstallation ebenfalls erhalten. Man kann also auch dort die Datei OneDriveSetup.exe per Doppelklick aufrufen und den Client neu installieren. Dann erscheint die Meldung in einer Fortschrittsanzeige, dass OneDrive zur ersten Verwendung eingerichtet wird. Im Anschluss ist das Symbol wieder im Infobereich der Taskleiste zu finden.

Per Rechtsklick auf das OneDrive-Symbol im Infobereich der Taskleiste kann der Kontextmenübefehl Einstellungen gewählt werden. Dort gibt es die Möglichkeit, weitere Optionen (z.B. den automatischen Start beim Anmelden deaktivieren) auf der Registerkarte Einstellungen zu setzen. Bei Bedarf findet ihr bei den Kollegen von deskmodder.de hier einen Beitrag zu diesem Thema.

OneDrive über Gruppenrichtlinien deaktivieren

Wer OneDrive lediglich deaktivieren möchte, kann dies in Windows 10 Pro/Enterprise über Gruppenrichtlinien tun.

1. Rufen Sie gpedit.msc mit administrativen Berechtigungen in Windows 10 auf (gpedit.msc im Suchfeld der Taskleiste eingeben und im Kontextmenü Als Administrator ausführen wählen).

OneDrive per GPO blocken

2. Navigieren Sie in der linken Spalte zu Computerkonfiguration \ Administrative-Vorlagen \ Windows-Komponenten \ OneDrive.

3. Wählen Sie in der rechten Spalte die Gruppenrichtlinie Verwendung von OneDrive für die Datenspeicherung verhindern per Doppelklick an und aktivieren Sie die Richtlinie im angezeigten Dialogfeld.

Spätestens nach dem nächsten Neustart (oder nach Eingabe von gpupdate /force in einer administrativen Eingabeaufforderung) sollte OneDrive zur Benutzung gesperrt sein.

OneDrive per Registrierung deaktivieren

Wer OneDrive in Windows 10 Home deaktivieren möchte, kann dies über einen Registrierungseintrag tun (es gibt in Home ja kein gpedit.msc).

1. Rufen Sie regedit.exe mit administrativen Berechtigungen in Windows 10 auf(regedit.exe im Suchfeld der Taskleiste eingeben und im Kontextmenü Als Administrator ausführen wählen).

OneDrive blocken

2. Navigieren Sie in der linken Spalte zum Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\ SOFTWARE\ Policies\Microsoft\Windows und fügen Sie (per Kontextmenü) den Unterschlüssel OneDrive ein.

3. Fügen Sie (per Kontextmenü) den DWORD (32-Bit) Wert DisableFileSyncNGSC ein und setzen diesen auf 1.

Danach kann der Registrierungs-Editor beendet und Windows 10 neu gestartet werden. Im Anschluss sollte die Nutzung von OneDrive blockiert sein. Um den Client wieder freizugeben, ist der Wert DisableFileSyncNGSC zu löschen oder auf 0 zu setzen und Windows neu zu booten.


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12 Kommentare zu Windows 10 Version 1607: OneDrive deinstallieren/deaktivieren/neu installieren

  1. Herr IngoW sagt:

    Von neu installieren/deaktivieren steht hier aber nichts.
    Gibt’s dann im App-Store oder?
    Deaktivieren geht über die Wolke im System-Tray unten rechts, mit rechts anklicken und dann auf beenden.

  2. Thomas sagt:

    Rechtsklick auf die Onedrive Verknüpfung im Startmenü –>Deinstallieren.

    🙂

  3. Rolf sagt:

    Bei mir blieb nach dem deinstallieren immer noch ein Icon im Explorer über.

    Wer das auch noch loswerden möchte sollte mal hier vorbeischauen

    https://www.deskmodder.de/wiki/index.php?title=Datei_Explorer_Windows_10_Netzwerk_Heimnetzgruppe_OneDrive_entfernen

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  5. JohnRipper sagt:

    Eine Ergänzung:

    Ein per GPO deaktivierter OneDrive Client wird trotzdem unnötigerweise als Service gestartet was zum einen Ressourcen verbraucht aber viel schlimmer noch zu Fehlern führt, wenn man Software Restriction Policies verwendet, da diese Maleware nicht aus %ProgramFiles% sondern aus %userprofile%/appdata oder so ausgeführt wird.
    Damit wird der Start beim starten von Windows korrekt unterbunden, weil sich diese sch*** App nicht an die üblichen Vorgaben hält.

    Das ist mehr als nur unnötig und völliger Schwachsinn.

    • Danke für die Ergänzung!

      Ist auch ein wenig der Sinn dieses Blogs. Ich stelle Artikel mit Infos bzw. Grundlagen ein – und die Leser ergänzen das Ganze um Erfahrungen oder Korrekturen. So haben alle etwas davon ;-).

  6. Sack Reis in China sagt:

    Sehr geehrter Herr Born,
    OneDrive als Malware und Scheiß App zu bezeichnen, verstösst in Ihrem Blog nicht gegen die Benimmregeln?
    Entschuldigung! Während ich schreibe, ist mir schon die Antwort auf meine Frage eingefallen: Hier darf jeder jeden Scheiß schreiben, solange es gegen Microsoft geht.
    War mir kurz entfallen.

    • Bitte die Kirche im Dorf lassen! Malware bezog sich auf das Verhalten der App: die Ausführung aus einem Nutzerprofil wird gerne von Malware genutzt. Also ist der Schluss nicht so ganz abwegig.

      Ansonsten bezieht sich der adressierte Kommentar auf das Verhalten nach einer Deaktivierung durch Gruppenrichtlinien. Da gibt es von mir die Regel: Kommentare werden nur zensiert oder gelöscht, wenn diese Spam, strafbare Handlungen oder verbale Verunglimpfungen anderer Personen enthalten (oder überhaupt nicht zum Thema passen, was unter Spam fällt). Keines davon kann ich hier erkennen.

      Und zu „Hier darf jeder jeden Scheiß schreiben, solange es gegen Microsoft geht.“ -> wenig sinnvoll der Kommentar. Ich habe nichts gegen Microsoft und weiß, dass dort eine Menge Menschen sehr hart arbeiten, da habe ich Respekt vor. Aber am Ende des Tages sind die Produkte und das Verhalten dieses Konzerns zu bewerten. Und da sind durchaus mal drastischere Kommentare angebracht. Sobald MS anfängt, wieder Produkte für Menschen zu machen, die meine Blog-Leser und mich begeistern, wird auch gelobt. Geht Apple, Google und anderen Anbieter aber genau so.

    • Thürk Maschke sagt:

      Hoch lebe Günter Born!

      Hoch lebe dieser Blog!

      Hoch lebe der Widerstand gegen Microsoft!;-)

      Hoch lebe der „Sack Reis in China“!

      Möge Er, der „Wächter der Tugend“ auch weiterhin hier walten:-)

      „Muss all die garstigen Worte lindern:
      Aus Scheisskerl Schurk‘
      Aus Arsch mach Hintern.“

      Prosit Neujahr, lieber „Sack Reis in China“:)

  7. Max sagt:

    Hallo, im Betrag wird erwähnt das die OneDriveSetup.exe in 2 Verschiedenen Orten gespeichert werden. Ist das der Grund das Norton Security im Diagnosebericht unter Autostartprogramme zwei Einträge OneDrivesetup hat. Frage wird OneDrivesetup bei jedem Computerstart 2-mal gestartet obwohl ich das OneDrive gelöscht habe. Im Forum Drwindows wird darüber geschrieben. Vielleicht haben sie Zeit das anzuschauen. https://www.drwindows.de/windows-10-desktop/79693-norton-internet-security-windows-10-installieren-9.html#post1445870

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