Defragmentieren unter Windows 7 – Teil 1

Das Optimieren des Systems gehört für viele Benutzer zu einem der wichtigsten Aufgaben. Langsamer Start, zähe Zugriffe auf die Dateien, das muss nicht sein – glaubt man den zahlreichen Zeitschriften und Anbietern von Tuning-Tools. In diesem Beitrag möchte ich einen kurzen Blick auf das Thema “Defragmentieren” werfen und einige Tools für diesen Zweck beleuchten.


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Defragmentieren, das steckt dahinter

Als Fragmentierung bezeichnet man den Zustand, wenn etwas in einzelnen Teile zerlegt wurde. Beim Speichern von Dateien auf einer Festplatte müssen diese gemäß der Organisation des Dateisystems abgelegt werden. Das NTFS-Dateisystem speichert die Dateien in einzelnen Sektoren des Medium, die in Clustern organisiert sind. Ein Cluster kann dabei mehrere hintereinander liegende Sektoren umfassen. Beim Speichern ist Windows gezwungen, die Daten einer Datei auf freie Cluster aufzuteilen. Ideal ist es, wenn genügend freie Cluster hintereinander auf der Festplatte vorliegen. Dann werde die Dateidaten einfach in aufeinanderfolgende Cluster geschrieben. Die Zahl der Bewegungen des Schreib-/Lesekopfes beim Zugriff auf die Datei kann dann minimal gehalten werden.

Kontinuierliches Löschen, Neuanlegen, Vergrößerern und Verkleinern von Dateien führt aber mit der Zeit dazu, dass die freien Cluster über die Oberfläche eines Speichermediums verstreut sind. Beim Speichern einer Datei kommen deren Daten dann nicht in benachbarte Cluster, sondern werden verstreut über die Oberfläche des Speichermediums abgelegt. Diesen Zustand bezeichnet man als Fragmentierung. Problem bei einer Fragmentierung ist, dass das Lesen und Schreiben der Datei sehr viele Bewegungen des Schreib-/Lesekopfes des Laufwerks benötigt, da die einzelnen Sektoren ja separat angefahren werden müssen. Dies verlangsamt Schreib-/Lesezugriffen auf Dateien und bremst damit auch den Rechner.

Abhilfe schaffen Programme, die die Fragmentierung der Festplatte bereinigen und die Cluster der Dateien in benachbarte Speicherbereiche des Mediums verschieben. Windows 7 besitzt einen eigenen Defragmenter, es gibt aber auch alternative Programme von Drittherstellern. Nachfolgend möchte ich einen kurzen Blick in kostenlose Defragmentierungslösungen werden.

Ist manuelles defragmentieren notwendig?

Bereits bei MS-DOS und frühen Windows-Versionen wurde ein Defragmenter eingeführt – und ich erinnere mich, das System in Arbeitspausen defragmentiert zu haben. Dieser Sachverhalt ist vielen Anwendern in “Fleisch und Blut” übergegangen, so dass auch heute noch gerne defragmentiert wird.

Dabei haben sich die Zeiten doch ein wenig gewandelt. Einmal besitzt das für Windows 7 verwendete NTFS-Dateisystem intern bereits gewissen Mechanismen, um eine Fragmentierung zu reduzieren und die Dateien optimiert in Clustern zu speichern.


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Des weiteren besitzt Windows 7 eine automatische Defragmentierung, die wöchentlich durch die Aufgabenplanung durchgeführt wird. Dabei wird das Windows-Programm Defragmentierung im Hintergrund ausgeführt, um die Laufwerke zu defragmentieren.

Die Windows-Funktion Defragmentieren

Mit den obigen Kenntnissen ist es eigentlich nicht mehr erforderlich, dass sich der Benutzer um die Defragmentierung selbst kümmert. Windows 7 erledigt dies automatisch. Wer sich trotzdem über die Fragmentierung der Laufwerke informieren möchte, kann im Suchfeld des Startmenüs “Defrag” eingeben und das angezeigte Programm Defragmentierung aufrufen.

Das Programm meldet sich mit einem Fenster und über die Schaltfläche Datenträger analysieren lässt sich die Fragmentierung überprüfen. Im aktuellen Fall meldet die Funktion, dass das Systemlaufwerk zu 2% fragmentiert sei und dass eine automatische Defragmentierung am Mittwoch um 1 Uhr Nachts erfolgen würde.

Nun werden die wenigsten Anwender ihren Rechner nachts angeschaltet lassen. Fällt dann die Defragmentierung aus? Wer sich die Aufgabenplanung unter Windows 7 anschaut, wird feststellen, dass dort auch eine Defragmentierung als Task eingetragen ist. Inspiziert man die Details, erkennt man, dass das Windows-Programm defrag unter dem Konto System ausgeführt wird und alle Disk-Volumes mit höchster Priorität defragmentiert. Kann die Aufgabe um 1.00 Uhr nicht ausgeführt werden, soll Sie schnellstmöglich (also beim nächsten Systemstart) nachgeholt werden.

Dies ist auch der Grund, warum bei meinen Systemen eine manuelle Überprüfung der Defragmentierung meist den Wert 2 – 10 Prozent ergibt. Also kein Grund, die Defragmentierung manuell zu starten.

Allerdings bemängeln viele Anwender, dass das Windows-Programm zum Defragmentieren keine grafische Anzeige der Fragmentierung mehr anzeigt. Microsoft hat in Windows 7 alle optischen Gimmicks, die keinen wirklichen Nutzen bringen, entfernt.

Die weiteren Fragen wären: Wie effektiv ist die Windows-Defragmentierung und was kann man noch tun, um das System richtig zu optimieren. Wer eine administrative Eingabeaufforderung startet und dann den Befehl defrag /? eintippt, erhält z. B. eine Auflistung diverser Befehle. Mit defrag C: /V kann zum Beispiel eine detaillierte Fragmentierungsstatistik des betreffenden Laufwerks abgerufen werden. Diese informiert neben Clustergröße und Dateifragmentierung auch auch über die Fragmentierung der Master File Table (MFT).

Aber warum soll man “zu Fuß” auf der kryptischen Konsoleebene unterwegs sein. Es gibt doch kostenlose Defragmentier-Programme wie Defraggler, Disk Defrag, O&O Defrag, Smart Defrag und so weiter, mit denen sich die Aufgabe wohl auch erledigen ließe? Auf diese Fragen möchte ich im zweiten Teil des Blog-Beitrags eingehen.

Links:
1: Defragmentieren unter Windows 7 – Teil 1
2: Defragmentieren unter Windows 7 – Teil 2


Weitere Infos zu Windows 7 finden sich in meinen Windows 7-Titeln.

(c) by Günter Born www.borncity.de
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2 Antworten zu Defragmentieren unter Windows 7 – Teil 1


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  2. Marc sagt:

    viel interessanter wie die og Grafik wäre, ob der Defrag-Parameter “-b”, welcher das optimieren der Bootdateien veranlasst, bei der standard-defrag aktiv ist bzw. inwieweit man diesen evtl. durch Registry-Eintrag inkl. kann.

    PS: bzgl. Dritt-Anbieter-Prog. hat sich bei einem Computerbild Vergleichs-Test gezeigt, das diese alle schlechter waren/sind – bezogen auf Win7.
    bei XP war http://www.auslogics.com/en/software/disk-defrag/ top

    • Günter Born sagt:

      @Marc: Die Option -b geistert seit Jahren durch diverse Internetseiten. Offiziell gibt es diese Option nicht und im Task-Planer ist die – soweit ich es gesehen habe – auch nicht eingetragen. Du kannst ja jederzeit defrag C:\ -d in der administativen Eingabeaufforderung eingeben (siehe [3]). Allerdings sollte Windows 7 auch hier einen Automatismus beinhalten, der den Eingriff unnötig macht.

      Zum “PS:” Warte einfach bis Morgen, auf den 2. Teil des Artikels.

      Für Mitleser habe ich hier noch den Link auf den ComputerBild-Artikel hinzugefügt.
      1: ComputerBild-Artikel zur Defragmentierung
      2: ComputerBild-Artikel mit Grundlagen

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