Startmenü in englisch und deutsch

Manche Anwender berichten von dem Problem, dass das Startmenü plötzlich gemischte Bezeichnungen für Einträge aufweist. Da werden Programmgruppen munter mit deutschen (z. B. Zubehör) oder englischen Bezeichnungen (z. B. Accessories) angezeigt.


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Warum der Effekt auftritt, ist nicht immer klar. In der Regel haben die Anwender versucht, die Startmenüverknüpfungen manuell anzupassen [1, 2, 3]. Oder es wurde Software deinstalliert, die diesen Effekt verursacht hat. Wird der Fehler sofort bemerkt, hilft ggf. eine Systemwiederherstellung auf einen vorherigen Wiederherstellungspunkt. Andernfalls ist manuelle Nacharbeit angesagt.

Wie Windows Startmenüeinträge verwaltet

Die Ursache für das diskutierte Verhalten hängt damit zusammen, wie Windows 7 Startmenüeinträge verwaltet. Einmal kennt Windows 7 zwei Stellen, an denen Startmenüeinträge verwaltet werden.

  • Alle Benutzer: Startmenüeinträge, die für alle Benutzer gelten, werden global im Pfad C:\ProgramData\Microsoft\Windows\Start Menu abgelegt.
  • Aktueller Benutzer: Startmenüeinträge, die für den aktuell angemeldeten Benutzer anzuzeigen sind, finden sich dagegen im Benutzerprofil unter C:\Users\Born\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\Start Menu.

Die betreffenden Ordner lassen sich leicht öffnen, indem man mit der rechten Maustaste auf Alle Programme im Startmenü klickt und dann im Kontextmenü Öffnen bzw. Öffnen – Alle Benutzer wählt.

Windows legt dann an den betreffenden Speicherstellen Unterordner an, die als Programmgruppen des Startmenüs dienen und die Verknüpfungen der Startmenüeinträge enthalten können. Die Ordnernamen der vordefinierten Programmgruppe werden mit englischsprachigen Bezeichnern Startup, Accessories etc. im Dateisystem abgebildet. Zur Lokalisierung der Ordnernamen in Abhängigkeit von der verwenden Sprache der Windows-Installation enthalten die Ordner für die Programmgruppen eine versteckte Systemdatei desktop.ini (anzeigbar über die Ordneroption “Geschützte Systemdateien ausblenden” und die Option “Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen”). Typischerweise sieht ein Eintrag der desktop.ini folgendermaßen aus.

[.ShellClassInfo]
LocalizedResourceName=@%SystemRoot%\system32\shell32.dll,-21786

Die Zeile mit dem Eintrag LoclizedRessoruceName legt über den angegebenen Parameter fest, welcher Name über die Shell32 zu verwenden ist. Ist ein Sprachpaket installiert, wird der Name aus der betreffenden Sprachdatei übernommen und im Startmenü eingeblendet.


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Fehlt nun diese Datei desktop.ini, ist diese fehlerhaft oder nicht lesbar, kann Windows diese Lokalisierungsinformation nicht auslesen und zeigt direkt den im Dateisystem gefundenen Ordnernamen als Programmgruppennamen an.

Wie reparieren?

Falls also einzelne Startmenüeinträge plötzlich in Englisch angezeigt werden, gilt es zuerst zu kontrollieren, ob in den betreffenden Ordnern die desktop.ini fehlt. Achten Sie dabei darauf, dass es den globalen und den lokalen Speicherordner für Startmenügruppen gibt und restaurieren Sie die fehlende desktop.ini. Treten gemischte Anzeigen deutsch / englisch auf (z. B: Zubehör und Accessories), deutet vieles darauf hin, dass in einem der beiden Ordnerzweige die desktop.ini fehlt. Zieht sich dies durch alle Benutzerkonten, ist dies ein Hinweis, dass der Fehler in den globalen Startmenüeinstellungen zu suchen ist. Ist nur ein Benutzerkonto betroffen, wird die .ini-Datei im lokalen Benutzerprofil fehlen.

Bei den lokalen Startmenüordnern können Sie ggf. die Dateien aus einem zweiten (ggf. neu angelegten) Benutzerkonto in den Startmenüordner des lokalen Benutzerprofils kopieren. Gemäß [3] soll Windows die fehlende Datei sogar nach einiger Zeit reparieren – habe ich aber nie ausprobiert.

Falls dies nicht hilft, sollten Sie auch die Zugriffsberechtigungen überprüfen. Immer wenn Windows die Zugriffsrechte auf die desktop.ini fehlen, kann deren Inhalt nicht gelesen werden. Dies kann z. B. beim Verschieben von Dateien auftreten, da Windows dann die NTFS-Zugriffsrechte beibehält. Beim Kopieren einer Datei werden die NTFS-Zugriffsrechte dagegen so angepasst, dass sie zum Zielordner passen.

Sind die desktop.ini-Dateien vorhanden und intakt sowie auch die Zugriffsrechte auf NTFS-Ebene korrekt gesetzt, Windows kann trotzdem die lokalisierten Startmenüeinträge nicht anzeigen? Dann kann es natürlich auch sein, dass die Shell32.dll oder die MUI-Sprachdateien beschädigt sind oder fehlen. Dann hilft eventuell eine Windows-Reparatur durch eine Inplace Upgrade-Installation [4].

Links:
1: Forendiskussion bei Microsoft
2: Forendiskussion bei Dr. Vista
3: Forendiskussion im Windows 7-Forum
4: Windows 7 Reparatur, Inplace Upgrade bei SP1


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2 Antworten zu Startmenü in englisch und deutsch


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  2. Michael Bürschgens sagt:

    Hallo
    Das ReadOnly-Attribut wird anscheinend von Windows als Markierung für zu übersetzende Ordner benutzt. Alle per desktop.ini eingedeutschten Ordner in den Startmenü-Zweigen haben das R-Attribut gesetzt. Sobald man es bei einem Ordner entfernt, wird der Name nicht mehr übersetzt.

    Gruß,
    Michael

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