DLNA unter iOS nutzen

Unter iOS sieht Apple eigentlich AirPlay als Standard zur drahtlosen Übertragung von Medieninhalten zu einem AirPlay-Empfänger vor. Es gibt aber Apps, die auch DLNA unterstützen. Nachfolgend skizziere ich, wie DLNA in Verbindung mit dem inakustik DLNA-Stick unter iOS auf einem iPad 1 gehandhabt werden kann.


Anzeige

Wer im iTunes-Store nach DLNA Player sucht, wird einige Treffer bekommen. Und in diesem Artikel werden angeblich die Top DLNA-Player aufgelistet. Soweit so gut – packen wir es an …

Zuerst die schlechte Nachricht: Durch das vollständig beschissene Silo-Dateisystem, welches Apple iOS spendiert hat, wird die Medienwiedergabe zum Geduldsspiel und endlosem Gefummel. Denn eine App kann nur auf den eigenen Dokumentordner zugreifen. Hat man also eine DLNA-Player-App unter iOS installiert, kann diese nur die eigenen Dateien sehen und bestenfalls auf einen DLNA-Server, der auf einem anderen Rechner läuft, zugreifen.

Skifta gibt es auch für iOS

Nachdem ich im iTunes Store nach DLNA-Playern gesucht habe, wurden mir verschiedene Apps angeboten. Ich habe ArkMC Lite und MoliPlayer HD kurz angetestet, war aber recht fix genervt, weil nichts wirklich funktionierte. Dann habe ich durch diesen Artikel gesehen, dass es auch Skifta gibt – also aus dem iTunes Store heruntergeladen und angetestet.

Nach dem Start (bei dem einmalig die Bedingungen anerkannt werden müssen), meldet sich die App mit der altbekannten Konfigurationsseite.

1. Wählen Sie  1: Choose a media source und legen Sie auf der rechten Seite die Quelle, aus der die Daten kommen sollen, fest.

Da das Silo-Dateisystem von iOS keinen Zugriff auf Musik, Videos oder Fotos zulässt, müssen Sie in iTunes ggf. die Dateien in den Ordner der Skifta-App kopieren. Da mir kein iTunes auf meine Windows-Produktionsmaschinen kommt, habe ich die Quelle Alps SP-140 (mein Android-Smartphone simvalley SP-140) zum Testen genommen. Haben Sie die Mediendateien auf einem Medienserver (z.B. der FRITZ!Box) liegen, können Sie diesen ebenfalls als Quelle auswählen. Ist zwar von hinten durch die Brust ins Auge, denn das iPad fordert vom Android-Smartphone bzw. vom Medienserver die von mir ausgewählten Mediendateien an, um diese auf das gewünschte DLNA-Zielgerät zu übertragen. Aber egal.


Werbung

2. Wählen Sie in der Seite 2. Choose a player und legen Sie in der rechten Spalte dann den DLNA-Empfänger fest.

Ich habe in obiger Seite den in-akustik DLNA-Receiver als Player gewählt. Anschließend lässt sich in der linken Spalte 3 Browse and play media anwählen. Danach können Sie durch die Mediendateien navigieren und die gewünschten Dateien auswählen.

Anschließend erscheint die Wiedergabeseite mit den Steuerelementen, um das Streaming auf den DLNA-Empfänger (Player) zu steuern.

Beim meinen Tests hatte ich zwar einmal einen Playback error in der Anzeige – aber generell ließen sich JPEG-Fotos, MP4-Videos und MP3-Musikstücke an den inakustik DLNA-Stick streamen.

Fazit des hands-on-Experiments

Insgesamt sehe ich in DLNA eine sehr interessante Technik, um Medieninhalte (Fotos, Videos und Musik) drahtlos auf Wiedergabegeräte zu übertragen. Mit dem inakustik DLNA-Receiver steht eine kostengünstige Lösung bereit, um auch ältere TV-Geräte zu einer Art SmartTV mit DLNA-Fähigkeiten umzubauen. Und mit geeigneten Apps lässt sich auch ein Android-Smartphone als DLNA-Server oder DLNA-Renderer/-Player verwenden. Bei Windows kann der Media Player sowieso beide Funktionen abdecken und mit “Play To” an einen DLNA-Renderer streamen.

Was die Freude etwas trübt, sind die teilweise doch recht gewöhnungsbedürftigen Android-Apps, die dann das Ganze doch nicht so problemlos erscheinen lassen. Mit Skifta steht aber eine Lösung für Android und iOS zur Verfügung, die funktioniert. Bei exotischeren Audio- und Videoformaten wird man aber an einer Konvertierung nicht vorbei kommen.

Was, in Verbindung mit dem inakustik DLNA-Stick richtig Laune gemacht hat, war die Wiedergabe von Inhalten über mein simvalley SP-140 Android-Smartphone sowie vom Touchlet SX 7 Android Tablet PC. Mit Skifta klappte das bei vielen Formaten problemlos und macht Lust auf mehr. Bei Windows 7 ging die Wiedergabe per Media Player auch – in Windows 8.0 und 8.1 gab es einige kleinere Probleme – schade ist, dass Microsoft da die Technik so kompliziert gestaltet und bei den Apps sogar ganz auf DLNA-Unterstützung verzichtet. Am meisten frustriert hat mich die Apple Welt, die ich in Form eines iPad 1 im Test berücksichtigen wollte. Eigentlich könnte DLNA da super mit Skifta als App funktionieren, wenn nur dieses unselige Silo-Dateisystem nicht wäre.

Ich hoffe, dass diese Artikelreihe Ihnen als interessierten Leser vielleicht einige Anregungen rund um das Thema DLNA vermittelt und möglicherweise Lust auf Experimente geweckt hat. Wenn es gut läuft, bekomme ich übrigens die kommenden Tage noch einen HDMI-Stick von Pearl, der weit mehr kann. Dann schaue ich mal, ob ich die Themen Miracast und AirPlay auch noch behandeln kann. Die Artikel werde ich hier bzw. in den Kommentaren verlinken.

Artikelreihe

i: DLNA im hands-on-Experiment
ii: Den Fernseher per inakustik-Stick mit DLNA nachrüsten
iii: Konfiguration und Einsatz des inakustik-DLNA-Sticks
iv: DLNA-Streaming in Windows
v: DLNA-Streaming unter Android
vi: DLNA unter iOS nutzen

Ähnliche Artikel:
o1: Slim Port, was ist das nun schon wieder?
o2: MHL: microUSB-zu-HDMI-Adapter für Smartphones
o3: Miracast bei Windows 8.1
o4: Dein Android Gerät als DLNA-Server
a5: Galaxy S4 als DLNA-Server für den Windows Media Player
a6: Chromecast: HDMI-Streaming-Stick vorgestellt
a7: TVPeCee MMS-894.mira: DLNA mit iOS Nachtrag – Teil 7


Anzeige

Dieser Beitrag wurde unter iOS, iPad, Video/Foto/Multimedia abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu DLNA unter iOS nutzen

  1. Oliver Stephan sagt:

    Skifta ist leider nicht mehr im deutschen Appstore erhältlich :-(

  2. Günter Born sagt:

    @Oliver: Du hast Recht – ich habe es hier im Blog erwähnt – der Hersteller hat die Beta zurück gezogen. Verwende BubbleUPnP – die App ist zwischenzeitlich sehr leistungsfähig geworden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.