Windows Performance Toolkit – Starten/Herunterfahren analysieren – Teil 3

In Teil 1 und Teil 2 haben die die Installation des Windows Performance Toolkit sowie die Verwendung des Windows Performance Recorder und des Windows Performance Analyzers vorgestellt. In Teil 3 geht es um die Frage, wie ich das Starten und das Herunterfahren von Windows mit dem Performance Toolkit analysieren kann.


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Gelegentlich startet Windows außerordentlich zäh oder macht Probleme beim Herunterfahren. Im Artikel Windows: Start, Herunterfahren, Ruhezustand analysieren habe ich skizziert, wie man ggf. mit Hilfe der Ereignisanzeige Problemen auf die Spur kommen kann. In vielen Fällen kommt man aber nicht um eine Analyse der Start- oder Herunterfahren-Vorgänge herum. Auch hier leistet das Windows Performance Toolkit mitunter gute Dienste.

Wie zeichne ich den Start/das Herunterfahren auf?

Die erste Hürde besteht darin, zu klären, wie man eigentlich die Ereignisse beim Herunterfahren oder beim Windows-Start etc. aufzeichnen kann? Theoretisch ließe sich der in Teil 2 erwähnte Windows Performance Recorder verwenden, indem man das Performance szenario entsprechend einstellt (siehe Windows Performance Recorder).

Das Starten oder das Herunterfahren von Windows lässt sich aber auch mit dem
Befehl xbootmgr des Windows Performance Toolkits aufzeichnen. Ich habe es
teilweise in meinen Büchern wie “Windows 7 – Handbuch für Fortgeschrittene – Spezialwissen für erfahrene Windows-Anwender”, “Microsoft Windows 8/8.1 Power-Tipps – Das Maxibuch: Optimierung, Troubleshooting und mehr” beschrieben. Weiterhin findet sich bei WinVistaSide.de ein Artikel Den Start, das Herunterfahren bzw das Versetzen und Aufwachen aus dem Ruhezustand analysieren, der einige Hinweise zu den Befehlsoptionen von xbootmgr zur Aufzeichnung der Start- und Herunterfahren-Vorgänge gibt.

Hierzu ist eine administrative Eingabeaufforderung über den Befehl Als Administrator ausführen (z.B. per Startmenü oder über die Startseite) zu öffnen. Im Fenster der administrativen Eingabeaufforderung sind die gewünschten xbootmgr-Befehle einzugeben.

Den Startvorgang zeichnet man mit diesem Befehl auf:

xbootmgr -trace boot -traceFlags BASE+CSWITCH+POWER -resultPath C:\TEMP

Die Angabe C:\TEMP steht dabei für das Verzeichnis, in dem xbootmgr die Protokolldateien (.etl-Dateien) speichern soll. Um das Herunterfahren zu protokollieren, wird folgender Befehl verwendet:


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xbootmgr -trace shutdown -noPrepReboot -traceFlags BASE+CSWITCH+DRIVERS+POWER -resultPath C:\TEMP

Beachten Sie, dass der obige Befehl hier im Blog umbrochen wurde und in einer Zeile im Fenster der Eingabeaufforderung einzugeben ist. Und das Standby bzw. das Aufwachen protokolliert man mit dem Befehl:

xbootmgr -trace standby -traceFlags BASE+CSWITCH+DRIVERS+POWER
-resultPath C:\TEMP

Auch hier ist der Befehl in einer Zeile einzugeben. Den Start nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand protokolliert man mit:

xbootmgr -trace hibernate -traceFlags BASE+CSWITCH+DRIVERS+POWER
-resultPath C:\TEMP

Sobald Sie einen der obigen Befehle in der Eingabeaufforderung ausführen, wird der betreffende Windows-Vorgang eingeleitet. In nachfolgendem Screenshot soll der Startvorgang analysiert werden, weshalb die boot-Option gesetzt wurde.

Windows informiert den Benutzer in einem Dialogfeld, dass der Rechner heruntergefahren und ein “boot trace” durchgeführt werde. Man braucht nichts zu unternehmen, sondern wartet, bis der Rechner neu gestartet und Windows hochgefahren wurde.


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Anschließend erfolgt die Anmeldung am Windows Benutzerkonto. Hier ist eines wichtig: Zum Eingeben des xbootmgr-Befehls können Sie jedes beliebige Benutzerkonto verwenden. Da die administrative Eingabeaufforderung über Als Administrator ausführen geöffnet wurde, läuft sie eh im Kontext des Administratorenkontos. Bei der Neuanmeldung müssen Sie sich jedoch zwingend unter dem Administratorkonto anmelden! Nur dann erscheint das nachfolgende Dialogfeld auf dem Windows-Desktop und Sie können die Aufzeichnung (trace) über die Finish-Schaltfläche beenden.

Beachten Sie dies nicht und melden sich an einem anderen Benutzerkonto an, läuft die Aufzeichnung weiter. In obigem Dialogfeld wird angegeben, dass der Trace-Vorgang weitere 112 Sekunden fortgesetzt wird. Sie haben dann eine Menge Daten in den .etl-Protokolldateien mit protokolliert, die zur Auswertung keinen Sinn machen und das Ganze zusätzlich komplexer machen.

Sobald Sie aber die Finish-Schaltfläche anwählen, stoppt die Aufzeichnung und der Befehl xbootmgr speichert die aufgezeichneten Daten in die .etl-Protokolldatei. Dies wird mit folgendem Fenster angezeigt.

Im Fenster wird der Pfad und der Name der Protokolldatei angezeigt.

Auswertung der Protokolldatei

Anschließend kann die Analyse der .etl-Protokolldateien erfolgen. In vielen Artikeln im Internet (und auch in meinen Büchern) wird aber noch die alte Auswertungsmethode, wie sie für das Windows Performance Toolkit für Windows 7 galt (wurde im Windows AIK mitgeliefert) galt. Beim Windows ADK liegt jedoch eine aktualisierte Version des Windows Performance Toolkit vor. Die Analyse der .etl-Protokolldateien erfolgt daher mit dem Windows Performance Analyzer.

Rufen Sie das Programm, wie in Teil 1 erwähnt per Startmenü oder Startseite auf und laden Sie, wie in Teil 2 erwähnt, die .etl-Protokolldatei über das Menü File und den Open-Befehl in den Windows Performance Analyzer.

Sobald die Protokolldatei mit den Ereignissen geladen wurden, können Sie im nächsten Schritt, wie in Teil 2 erklärt, die Details im Windows Performance Analyzer auswerten.

Wählen Sie in der linken Spalte ein Diagramm per Mausklick an, um rechts die Details einzublenden. Anschließend können Sie dann die Zeitdauer, die ein Prozess beim Starten/Herunterfahren braucht, im rechten Teil des Analyzer-Fensters nachschauen. Die Kunst besteht nun darin, den betreffenden Vorgang schrittweise durchzugehen, um den Prozess zu identifizieren, der den Start oder das Herunterfahren verzögert. In der Windows Performance Analyzer Referenz finden Sie im HowTo-Abschnitt einige Informationen zur Bedienung des Programms. Damit möchte ich die Artikelreihe abschließen. In den drei Teilen habe ich das Windows Performance Toolkit vorgestellt und den Einsatz der Tools zum Analysieren bestimmter Vorgänge skizziert. Der Ball liegt nun bei Euch.

Artikelreihe:
i: Windows Performance Toolkit – Installation – Teil 1
ii: Windows Performance Toolkit – Leistungsanalyse – Teil 2
iii: Windows Performance Toolkit – Starten/Herunterfahren analysieren – Teil 3
iv: Nachträge zum Windows Performance Toolkit – Teil 4

Ähnliche Artikel:
a1: Windows 8 Freeze-Analyse beim WeTab Teil 2
a2: Problemdiagnose mit msconfig
a3: Windows: Start, Herunterfahren, Ruhezustand analysieren
a4: Windows 8.1: Herunterfahren-Bug gefixt
a5: Tipps und Tricks: Windows 8/8.1 herunterfahren

b1: Windows BlueScreen-Analyse – Teil 1
b2: Windows BlueScreen-Analyse – Teil 2
b3: Windows BlueScreen-Analyse – Teil 3

Link:
1: Windows Performance Toolkit Technical Reference
2: Windows Performance Recorder (Beschreibung der Optionen)
3: Windows Performance Analyzer (Beschreibung der Optionen)


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