Alleskönner: Das Windows-Tool DISM im Überblick

Der Kommandozeilen Befehl DISM ist – seit Windows 7Vista – Bestandteil des Microsoft Betriebssystems Windows. Der Befehl dient zur Reparatur und Administration verschiedener Windows Komponenten und der Vorbereitung und Bereitstellung von Windows PE-Images. Blog-Leser Thomas B. hat sich die Mühe gemacht und die diversen, hier im Blog genannten, Einsatzgebiete für DISM in einem Gast-Beitrag zusammen getragen.


Anzeige

Erschöpfend lässt sich der Befehl DISM in dieser Übersicht nicht erklären, aber ich habe versucht eine Zusammenfassung aus allen Beiträgen dieses Blogs zu erstellen und etwas eigenes Wissen einfließen zu lassen.

Anmerken möchte ich das ich mich auf den Befehl DISM ab Windows Version 8 beziehe. Viele der Befehle funktionieren mit Windows 7 nicht. Außerdem wurde der Befehl mit jeder Windows Version erweitert.

DISM muss in einer administrativen Eingabeaufforderung ausgeführt werden [Anmerkung: siehe Windows 8: Administrative Eingabeaufforderung aufrufen]. Zu beachten ist das DISM mitunter recht lange arbeiten kann und eventuell während der Arbeitsphase längere Zeit keine Bildschirmausgabe erfolgt. Der Befehl sollte keinesfalls abgebrochen werden, die Folgen könnten je nach Befehlsausführung verheerend sein.

Wichtig: Falls ihr aus einer Windows PE/RE-Umgebung heraus DISM verwenden wollt/müsst, darf der /online-Schalter nicht verwendet werden. Dann verwendet ihr die Befehle zur Offline-Image-Verwaltung (dism /image:<Pfad_zum_Offlineabbildverzeichnis> [/WinDir:<Pfad_zu_%WINDIR%>] ) mit Pfadangaben! Die Pfadbeispiele C:\test\offline und X:\Source sind natürlich immer den eigenen Bedürfnissen anzupassen.

Windows Features aktivieren oder deaktivieren

Will man beispielsweise die Windows-Suche deaktivieren gibt man folgendes ein:

dism /Online /Disable-Feature /FeatureName:SearchEngine-Client-Package

Falls man obigen Befehl offline ausführen möchte muss man den Aufbau etwas abändern:

dism /Image:C:\test\offline /Disable-Feature
/FeatureName:SearchEngine-Client-Package

Das Ganze ist ein Befehl, der hier im Blog lediglich auf zwei Zeilen umbrochen wurde.


Anzeige

Das gilt im Folgenden auch für alle anderen DISM Befehle. Um die Windows Suche wieder zu aktivieren verwendet man diese Zeile:

dism /Online /Enable-Feature /FeatureName:SearchEngine-Client-Package

Eine Liste aller verfügbaren Windows-Features bekommt man mit:

dism /online /Get-Features /Format:Table

oder in der Offline Variante mit:

dism /Image:C:\test\offline /Get-Features /Format:Table

Analysieren, Überprüfen und Reparieren des Komponentenstores

Mit folgendem Befehl kann man sich Informationen zum Komponentenstore anzeigen lassen:

dism /Online /Cleanup-Image /AnalyzeComponentStore

Zum Überprüfen des Komponentenstores auf Beschädigungen verwendet man folgenden Befehl:

dism /Online /Cleanup-Image /ScanHealth

Das Überprüfen, ob am Komponentenstore eine Beschädigung erkannt wurde und ob diese repariert werden kann,, ist mit folgendem Befehl möglich:

dism /Online /Cleanup-Image /CheckHealth

Zum Reparieren der Komponentenstore auf Beschädigungen verwendet man folgenden Befehl:

dism /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth

[Fehlen Dateien zur Reparatur des Komponentenstore, lassen sich diese aus einem Windows-Installationsabbild herausziehen.] Das Reparieren des Komponentenstores mithilfe einer Install.wim ist über folgenden Befehl möglich:

dism /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth /Source:WIM:X:\Sources\Install.wim:1 /LimitAccess

Der Parameter /LimitAccess verhindert das DISM Windows Update (WU) kontaktiert. X:\Source ist natürlich mit euren Verzeichnisnamen zu ersetzen.

Manuelles Bereinigen des WinSxS-Ordners

Beim Installieren neuer Updates verbleibt eine Kopie der alten Komponenten im WinSxS erhalten. Dieser Ordner darf keinesfalls manuell gelöscht werden! In der Regel bereinigt Windows diesen Ordner mithilfe der Aufgabenplannung „StartComponentCleanup“ nach einer gewissen Zeit von alleine. Wer allerdings Platz braucht kann mit folgenden DISM Befehl nachhelfen.

Anmerken möchte ich das ab Windows 7 unter Bereinigen die Windows Update-Bereinigung nachgerüstet wurde. Ob der folgende DISM Befehl noch gründlicher zu Werke geht habe ich noch nicht getestet. Ich glaube aber das der zusätzliche Parameter /ResetBase noch das eine oder andere MB rauskitzelt. Bereits installierte Updates können danach nicht mehr deinstalliert werden.

dism /Online /Cleanup-Image /StartComponentCleanup /ResetBase

Manuelles Bereinigen installierter Service-Packs:

Nach Ausführen des folgenden Befehls ist eine Deinstallation eines Service-Packs unmöglich da alle Backup Komponenten des Service-Packs gelöscht werden

dism /online /CleanupImage /SPSuperseded /hidesp

Der Parameter /hidesp verhindert das das Service-Pack unter installierte Updates gelistet wird.

Windows Build-Nummer einer ISO-Datei ermitteln

Der folgende Befehl (ab Windows 8) ermöglicht die Version der install.wim abzufragen:

dism /Get-WimInfo /WimFile:X:\Sources\install.wim /index:1

Entfernen und Hinzufügen von Paketen

Entfernen von Paketen:

dism /Online /Remove-Package /Packagename:Package_namexxxx

Bestimmtes Paket (z. B. KB2919355) in einer organisierten Tabelle suchen:

dism /Online /Get-Packages /Format:Table | Findstr KB2919355

Hinzufügen von Paketen:

dism /Online /Add-Package /Packagename:Package_namexxxx

Anstehende (pending) Updates entfernen:

Nach der Installation von Windows Updates und den notwendigen Neustart kommt meist die Meldung „Einen Moment Geduld bitte“ und ein Kreis dreht sich. Falls das bei jedem Neustart kommt oder der Rechner an dieser Stelle abstürzt kann man mit dem folgenden Befehl sein Glück versuchen:

dism /Online /Cleanup-Image /RevertPendingActions

Dieser Befehl sollte allerdings zwingend in einer Windows PE/Windows RE Umgebung ausgeführt werden.

dism /Image:C:\test\offline /Cleanup-Image /RevertPendingActions

Bereitstellung von Offline Images für die Wartung:

Ermittlung des Namens oder der Indexnummer:

Die Install.wim könnte beispielsweise

Index1: Windows 10 pro
Index 2: Windows 10 Home

enthalten. Darum sind der Index bzw. der Name bei der Bereitstellung des Offline Images wichtig. Wir wollen ja das richtige bereitstellen.

dism /Get-ImageInfo /ImageFile:C:\test\images\install.wim

Bereitstellung des Offline Images:

dism /Mount-Image /ImageFile:C:\test\images\install.wim /Name:”Windows 10 pro” /MountDir:C:\test\offline

Auch hier ist der Befehl in einer Zeile anzugeben.

So weit die Zusammenstellung der DISM-Befehle durch Thomas, für die ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte.

Eine Übersicht über die DISM-Befehlszeilensyntax für Windows 8, Windows 8.1, Windows Server 2012, Windows Server 2012 R2 findet sich im Microsoft Artikel Globale DISM-Optionen für die Befehlszeilensyntax oder hier.

Ähnliche Artikel:
FAQs
Windows 8.1 Wiki
Windows 10 Wiki/FAQ
Windows 8: Administrative Eingabeaufforderung aufrufen
Windows 8: Komponentenstore reparieren
Windows Build-Nummer einer ISO-Datei ermitteln
Windows 8.1 Update-Bereinigung zerstört DISM
Windows 10: Falle bei sfc in Windows PE
Reimage Plus Repair – Reparatur-Tool oder Schlangenöl?
Installationsabbild für Windows 8.1 with Bing erstellen
Windows 8 als To Go-Installation – per Hand – Teil 3


Anzeige

Dieser Beitrag wurde unter Tipp, Windows 10, Windows 8, Windows 8.1, Windows Server abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Alleskönner: Das Windows-Tool DISM im Überblick


  1. Anzeige
  2. Herr IngoW sagt:

    Danke
    für die Zusammenstellung, hab ich mir gleich gespeichert kann man sicher irgendwann mal gut gebrauchen.

  3. André sagt:

    DISM gibt es erst ab Windows 7. In Vista gab es 2 Tools (pkgmgr.exe und imagex.exe).

  4. Anzeige

  5. Thomas Bauer sagt:

    Du hast Recht. Ich hätte auf Vista geschwört. Aber ich bin froh das du es verbesserst. DISM wurde mit Windows 7 eingeführt.
    Ergänzungen, Kommentare und Verbesserungen sind ausdrücklich erwünscht und gefragt. Ich habe nur versucht zusammen zu tragen was ich hier finde und selber weiß. Mit eurer Hilfe wird der Beitrag noch viel besser. Schreibt einfach was ihr wisst und welche DISM Befehle ihr verwendet oder was vergessen wurde.

  6. André sagt:

    Noch etwas. Das /StartComponentCleanup /ResetBase geht nur ab 8.1, bei 8 gibt es /ResetBase noch nicht. Bei Win10 ist /ResetBase noch da, macht aber nix, da werden keine Dateien mehr gelöscht. Das hat MS gemacht, so dass sie die recovery partition einsparen können weil alle Daten noch auf der Platte sind.

  7. Pingback: Anonymous

  8. Pingback: Installation: Update 11082 Installiert nicht...

  9. Anzeige

  10. Breites Hemd sagt:

    Alleskönner hört sich gut an. Wie kann man ein /capture-image von Windows 10 auf eine andere Partition /apply-image’n? Das neue alte Windows startet dann zwar, aber nur bis vor die Anmeldung, schwarzer Bildschirm und Mauszeiger. Das Eventlog berichtet dann von einer ganzen Reihe nicht gestarteter Dienste, bei einigen, weil die Datei nicht gefunden wurde. Ich vermute also, das an einigen Stellen noch die Original-Partition verlangt wird, aber wegen Bitlocker nicht gelesen werden kann. Wie bringt man dism eine entsprechende Anpassung bei?
    Boot-Eintrag ist natürlich gebaut. /apply-image auf externe Platte funktioniert auch regelmäßig, wobei dort kein Bitlocker läuft.

    • Breites Hemd sagt:

      Das Windows, das auf einer anderen Partition nicht laufen wollte, läßt sich problemlos auf seine formatierte Ursprung-Partition zurücknudeln. Meine Vermutung könnte also richtig sein. Welche Variablen zeigen auf die Ursprung-Partition und wie ändere ich sie? Denn womöglich bedeutet das, daß die Partitionen zwischen Sichern und Wiederherstellen nicht geändert werden dürfen.

      • Breites Hemd sagt:

        Problem gelöst: Der Inhalt von HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\MountedDevices muß in der Registry des Ziel vor dem ersten Starten gelöscht werden.

      • Breites Hemd sagt:

        Solange man den Inhalt von MountedDevices nach /apply-image vor dem Booten löscht, kann man mit dism sein Windows 10 von jede auf jede Partition kopieren, egal ob Bitlocker oder nicht, ob VHDX, größer oder kleiner, spielt alles keine Rolle. Ein passender Eintrag in BCD ist natürlich Vorraussetzung, muß aber für Wiederherstellungen auf derselben Partition nicht geändert werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.